E-SCOOTER HELM SICHERHEIT

Sicherheit & Schutzausrüstung 2026

E-Scooter Helm: Warum du einen tragen solltest

Keine Pflicht — aber fast jeder zweite E-Scooter-Unfall betrifft den Kopf. Welcher Helm passt zu dir?

⏱ 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert: März 2026

Der E-Scooter Helm ist das meistunterschätzte Sicherheits-Zubehör auf zwei Rädern. In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für E-Scooter — rechtlich darfst du ohne Kopfschutz fahren. Trotzdem zeigen die Unfallzahlen ein klares Bild: Laut einer US-Studie erlitten rund 45 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrer Kopfverletzungen. In Deutschland hat die Polizei im vergangenen Jahr fast 12.000 Unfälle mit E-Scootern registriert, bei denen Menschen zu Schaden kamen — ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig verstehen wir, warum viele ohne Helm fahren: E-Scooter stehen für spontane Mobilität. Du springst drauf und fährst los — zum Bäcker, zur Bahn, zur Arbeit. Einen Helm mitschleppen passt nicht ins Konzept. Doch es gibt Lösungen: Faltbare Helme, ultraleichte Modelle und Helme mit integriertem Licht machen den Kompromiss zwischen Sicherheit und Alltagstauglichkeit heute deutlich einfacher als noch vor zwei Jahren.

In diesem Guide klären wir alles rund um den E-Scooter Helm: Warum es keine Pflicht gibt, warum Experten trotzdem dringend dazu raten, welche Helmtypen es gibt, worauf du beim Kauf achten musst und welche Sonderregeln für Kinder und Jugendliche gelten. Außerdem: Was sich durch die eKFV-Novelle 2026 in Sachen Sicherheit ändert.

💡 Du suchst einen Überblick über alle E-Scooter Regeln und Sicherheit 2026? Dann lies den umfassenden Pillar-Artikel.

Helmpflicht Deutschland: Das sagt das Gesetz zum E-Scooter Helm

Die rechtliche Lage ist eindeutig: In Deutschland besteht keine Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer. Der Grund liegt im Gesetz. Laut § 21a Abs. 2 StVO müssen nur Fahrer von Krafträdern und offenen Kraftfahrzeugen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h einen Schutzhelm tragen. Da E-Scooter mit Straßenzulassung auf maximal 20 km/h begrenzt sind, fallen sie nicht unter diese Regelung.

Das Fehlen einer gesetzlichen Helmpflicht wurde bewusst so entschieden: E-Scooter sollen als niedrigschwelliges Mobilitätsangebot funktionieren — vergleichbar mit dem Fahrrad, für das ebenfalls keine Helmpflicht gilt. Eine zu strenge Regulierung, so die Argumentation, könnte potenzielle Nutzer abschrecken und die Ziele der Verkehrswende gefährden.

Trotzdem empfehlen der ADAC, Unfallchirurgen und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ausdrücklich das Tragen eines Helms. Denn die Tatsache, dass keine Pflicht besteht, ändert nichts an der physikalischen Realität: Bei 20 km/h bist du schneller unterwegs als die meisten Jogger — und auf einem E-Scooter gibt es weder Knautschzone noch Airbag. Die kompletten E-Scooter Regeln 2026 findest du im separaten Artikel.

Warum ein E-Scooter Helm trotzdem dringend empfohlen wird

Ein E-Scooter Helm ist keine Frage der Pflicht, sondern der Physik. Bei einem Sturz mit 20 km/h prallt dein Kopf mit einer Wucht auf den Asphalt, die Schädelfrakturen, Hirnblutungen und schwere Gehirnerschütterungen verursachen kann. Die kleinen Räder des E-Scooters machen das Fahrzeug anfälliger für Bordsteinkanten, Schlaglöcher und nasse Straßenbeläge als ein Fahrrad.

Die häufigsten Unfallursachen

  • Bordsteinkanten und Schienen: Die 8- bis 10-Zoll-Reifen bleiben an Kanten hängen, an denen ein Fahrrad problemlos drüberrollt
  • Nasse oder glatte Fahrbahn: Kopfsteinpflaster, Kanaldeckel und Herbstlaub werden bei Nässe zu Sturzfallen
  • Ablenkung und Bedienungsfehler: Besonders bei Anfängern — eine Hand am Lenker, die andere am Handy, und plötzlich liegt man
  • Andere Verkehrsteilnehmer: Dooring-Unfälle (plötzlich geöffnete Autotüren), Abbieger, die den Scooter übersehen, Fußgänger auf dem Radweg
  • Alkohol: E-Scooter und Alkohol sind eine gefährliche Kombination. Es gelten dieselben Promillegrenzen wie für Autofahrer — trotzdem fahren viele berauscht. Mehr dazu im E-Scooter Alkohol & Promille Artikel

Warum der E-Scooter besonders gefährlich ist

Im Vergleich zum Fahrrad hat der E-Scooter drei Nachteile: Erstens die kleinen Räder, die Hindernisse schlechter überrollen. Zweitens die aufrechte Stehposition, die bei einem Sturz fast immer zu einem Aufprall mit dem Kopf oder den Armen führt. Drittens die fehlende Routine — viele Nutzer haben deutlich weniger Fahrerfahrung auf dem Scooter als auf dem Fahrrad. Ein guter E-Scooter Helm reduziert das Risiko schwerer Kopfverletzungen um geschätzte 60 bis 70 Prozent.

Unfallstatistik 2025/2026: Warum ein Helm kein Luxus ist

Die Zahlen sind alarmierend. Das Statistische Bundesamt hat für das vergangene Jahr fast 12.000 Unfälle mit E-Scootern registriert, bei denen Personen zu Schaden kamen. Das entspricht einem Anstieg von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bundesregierung hat darauf reagiert und die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung überarbeitet.

Was die Studien zeigen

  • Kopfverletzungen: In einer vielzitierten US-Studie erlitten 45 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrer Kopfverletzungen — fast jeder Zweite
  • Verletzungsspektrum: Von leichten Gehirnerschütterungen über Schädelfrakturen bis zu subduralen Hämatomen (Blutungen zwischen Schädel und Gehirn)
  • Helmtragequote: Erschreckend niedrig — geschätzt tragen weniger als 5 Prozent der E-Scooter-Nutzer in Deutschland einen Helm
  • Risikogruppen: Besonders betroffen sind junge Erwachsene (18–25), Erstnutzer und alkoholisierte Fahrer

Die Bundesregierung hat im Dezember 2025 eine Novelle der eKFV beschlossen, die unter anderem die Sicherheitsanforderungen für E-Scooter verschärft. Eine Helmpflicht wurde zwar nicht eingeführt, aber die technischen Anforderungen an neue Fahrzeuge (Blinker, stabilere Akkus, Fahrstabilität) werden ab 2027 erhöht. Die aktuellen Strafen und Bußgelder sind im separaten Artikel zusammengefasst.

Welcher E-Scooter Helm passt? Die wichtigsten Helmtypen

Nicht jeder Helm ist gleich. Für den E-Scooter gibt es verschiedene Helmtypen mit unterschiedlichen Schutzlevels, Gewichten und Alltagstauglichkeiten. Hier die vier relevantesten Kategorien:

1. Klassischer Fahrradhelm

Der Standard für die meisten E-Scooter-Fahrer. Leicht (200–350 g), gut belüftet und in vielen Designs erhältlich. Schützt vor Aufprallverletzungen am Oberkopf und an den Seiten. Nachteil: Kein Schutz für Kinn und Gesicht. Für normales Fahren bei 20 km/h völlig ausreichend. Achte auf die aktuelle Prüfnorm — ideal ist CE EN 1078 oder besser.

2. Urban-/Skater-Helm

Runder, geschlossener als ein Fahrradhelm, schützt auch den Hinterkopf besser. Beliebt bei E-Scooter-Fahrern, weil er optisch weniger „sportlich“ aussieht und besser zum urbanen Stil passt. Gewicht: 300–450 g. Viele Modelle haben integrierte Rücklichter. Nachteil: Weniger Belüftung als ein Fahrradhelm.

3. Faltbarer Helm

Die Innovation für E-Scooter-Pendler. Lässt sich auf ein Drittel seiner Größe zusammenfalten und passt in eine Tasche oder den Rucksack. Gewicht: 350–500 g. Perfekt für alle, die den Scooter mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren. Nachteil: In der Regel teurer als klassische Helme und weniger belüftet.

4. Integralhelm / Full-Face

Maximaler Schutz — auch für Kinn und Gesicht. Sinnvoll für Fahrer, die mit getunten Scootern auf Privatgelände fahren oder E-Scooter mit höherer Geschwindigkeit nutzen. Gewicht: 800–1.200 g. Für den normalen Stadtverkehr bei 20 km/h überdimensioniert, aber auf Privatgelände oder für E-Scooter ohne Straßenzulassung die richtige Wahl.

Faltbare Helme: Die praktische Lösung für Pendler im Alltag

Das Hauptargument gegen einen E-Scooter Helm im Alltag ist die fehlende Verstaumöglichkeit. E-Scooter haben keinen Kofferraum, keine Satteltasche, keinen Gepäckträger. Wohin also mit dem Helm, wenn du am Ziel angekommen bist? Genau hier kommen faltbare Helme ins Spiel.

Faltbare Helme lassen sich in Sekunden auf ein kompaktes Maß zusammenklappen. Die meisten Modelle passen danach in eine Tasche, die oft mitgeliefert wird. Das macht sie ideal für Pendler, die ihren E-Scooter mit Bus oder Bahn kombinieren. Du trägst den Helm auf der Scooter-Strecke, klappst ihn am Bahnhof zusammen und steckst ihn in den Rucksack.

Wichtig: Faltbare Helme sind nicht automatisch unsicherer als starre Modelle. Achte beim Kauf auf eine CE-Zertifizierung nach EN 1078 — dieselbe Norm, die auch für normale Fahrradhelme gilt. Modelle ohne diese Zertifizierung bieten möglicherweise keinen ausreichenden Schutz. Der Preis für faltbare Helme liegt in der Regel zwischen 60 und 120 Euro — teurer als ein Standard-Fahrradhelm, aber eine lohnende Investition in die Sicherheit.

E-Scooter Helm kaufen: Worauf du achten musst

Beim Kauf eines E-Scooter Helms gibt es sechs Kriterien, die du prüfen solltest, bevor du dich entscheidest:

1. Passform und Größe

Miss deinen Kopfumfang mit einem Maßband etwa einen Zentimeter über den Augenbrauen. Die meisten Helme gibt es in den Größen S (52–54 cm), M (55–57 cm), L (58–60 cm) und XL (61–63 cm). Der Helm muss fest sitzen, darf aber nicht drücken. Probiere ihn idealerweise 10–15 Minuten, bevor du dich entscheidest. Ein zu lockerer Helm schützt im Ernstfall nicht.

2. Prüfnorm / Zertifizierung

Achte auf die CE-Kennzeichnung nach EN 1078. Diese europäische Norm garantiert, dass der Helm standardisierte Stoßdämpfungstests bestanden hat. Für E-Scooter bis 20 km/h ist EN 1078 ausreichend. Für schnellere Nutzung auf Privatgelände (getunter Scooter) kann ein Helm nach ECE 22.06 (Motorrad-Norm) sinnvoll sein.

3. Gewicht

Je leichter, desto angenehmer — besonders auf längeren Strecken. Ein guter Fahrradhelm wiegt zwischen 200 und 350 g. Skater-Helme liegen bei 300–450 g. Faltbare Helme bei 350–500 g. Alles über 500 g wird auf dem E-Scooter schnell unangenehm, da du im Stehen fährst und der Nacken stärker belastet wird als auf dem Fahrrad.

4. Belüftung

Besonders im Sommer wichtig. Fahrradhelme haben die beste Belüftung (viele Öffnungen), Skater-Helme und faltbare Modelle sind geschlossener. Wer viel schwitzt, sollte auf große Belüftungsöffnungen und herausnehmbare, waschbare Polster achten.

5. Sichtbarkeit

Viele moderne Helme haben integrierte LED-Rücklichter oder reflektierende Streifen. Das erhöht deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr erheblich — besonders in der Dämmerung und bei Dunkelheit. Einige Modelle bieten sogar Blinker-Funktionen. Gerade E-Scooter-Fahrer profitieren davon, da die Fahrzeuge selbst eher klein und unauffällig sind.

6. Preis-Leistung

Gute Fahrradhelme mit CE-Zertifizierung gibt es ab etwa 30 Euro. Skater-Helme ab 40 Euro. Faltbare Modelle kosten 60–120 Euro. Ein Helm für 30 Euro mit CE-Prüfung schützt deinen Kopf genauso zuverlässig wie ein Designer-Modell für 150 Euro — der Unterschied liegt in Komfort, Gewicht und Zusatzfunktionen, nicht im grundlegenden Schutzlevel.

Kinder & Jugendliche: Kopfschutz besonders wichtig

E-Scooter dürfen in Deutschland ab 14 Jahren gefahren werden. Auch für Minderjährige gilt keine gesetzliche Helmpflicht. Trotzdem empfehlen Unfallchirurgen und Kinderärzte das Tragen eines Helms für Jugendliche besonders nachdrücklich. Die Gründe sind klar: Weniger Fahrpraxis, höhere Risikobereitschaft und ein Gehirn, das sich noch in der Entwicklung befindet.

Eltern sollten darauf achten, dass der Helm tatsächlich passt — nicht zu groß (rutscht beim Sturz), nicht zu klein (wird nicht getragen, weil unbequem). Für 14- bis 16-Jährige sind Skater-Helme oft die bessere Wahl als Fahrradhelme, weil sie optisch weniger „uncool“ wirken und den Hinterkopf besser schützen. Wenn dein Kind einen E-Scooter bekommt, gehört der Helm dazu — nicht als Option, sondern als fester Bestandteil. Die kompletten Regeln für E-Scooter ab 14 findest du im Regel-Artikel.

Tipp für Eltern: Vereinbart von Anfang an, dass der E-Scooter nur mit Helm genutzt wird. Wenn der Helm von Tag eins zur Gewohnheit wird, gibt es keine Diskussion. Viele Jugendliche tragen Helme bereitwillig, wenn sie selbst ein Modell aussuchen dürfen, das ihnen gefällt.

eKFV-Novelle 2026: Was sich bei der Sicherheit ändert

Die Bundesregierung hat im Dezember 2025 eine überarbeitete Fassung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) beschlossen, der der Bundesrat am 19. Dezember 2025 zugestimmt hat. Die Verordnung wurde am 6. Februar 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Wichtigste Punkte für die Sicherheit:

  • Blinker werden Pflicht: Neue E-Scooter müssen ab 2027 mit Blinkern ausgestattet sein. Das reduziert die Unfallgefahr beim Abbiegen erheblich — bisher mussten Fahrer einhändig ein Handzeichen geben, was besonders für Anfänger riskant ist
  • Sicherere Akkus: Die Anforderungen an Batterien steigen, um das Brandrisiko zu minimieren
  • Fahrstabilität: Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Fahrzeuge stabil und sicher fahren
  • Höhere Bußgelder: Das Verwarnungsgeld für das Befahren von Gehwegen steigt auf 25 Euro, das Fahren zu zweit kostet ebenfalls 25 Euro (vorher 5 Euro)
  • Gefährdungshaftung: Ein Referentenentwurf sieht vor, dass künftig der Halter auch ohne Verschulden haftet — das verschärft die Haftungsrisiken für Unfälle deutlich

Eine Helmpflicht wurde nicht in die Novelle aufgenommen. Die Diskussion darüber ist aber nicht beendet — je nach Entwicklung der Unfallzahlen könnte sie in den nächsten Jahren wieder auf die Agenda kommen. Wer heute schon freiwillig einen E-Scooter Helm trägt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Die komplette Bußgeld-Tabelle findest du im separaten Artikel.

E-Scooter Helm bei Tuning: Noch wichtiger als im Originalzustand

Wenn du deinen E-Scooter für die Nutzung auf Privatgelände getunt hast, steigt die Bedeutung eines Helms nochmals deutlich. Die freigeschalteten Geschwindigkeiten von 30–50 km/h (je nach Modell und Tuning-Methode) übersteigen die Schutzschwelle eines normalen Fahrradhelms.

Für getuntes Fahren auf Privatgelände empfehlen wir mindestens einen Skater-Helm mit verstärktem Hinterkopfschutz, bei Geschwindigkeiten über 35 km/h einen Integralhelm nach ECE 22.06. Dazu kommen idealerweise Knieschoner und Handschuhe. Bei einem Sturz mit 40 km/h sind die Aufprallkräfte mehr als doppelt so hoch wie bei 20 km/h — der Schutz muss entsprechend mitwachsen.

Übrigens: Die Herstellergarantie erlischt durch jedes Tuning, und ein getunter Scooter darf nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden. Das ändert nichts daran, dass du deinen Kopf auch auf Privatgelände schützen solltest. Für Details zum Tuning selbst schau in den E-Scooter schneller machen Guide.

💡 Helm + Tuning: Wer seinen Scooter für Privatgelände mit einem Ninebot Lizenzcode oder einem Xiaomi MESC-Chip freischaltet, sollte die Schutzausrüstung proportional zur Geschwindigkeit erhöhen. Professionelle Tuning-Lösungen bei roll-werk.com sind jederzeit deaktivierbar — dein Helm bleibt dagegen immer eine gute Investition.

E-Scooter Helm: Alle Helmtypen im Vergleich

Helmtyp Gewicht Schutzlevel Belüftung Verstaubar Ideal für
Fahrradhelm 200–350 g ⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐ Alltag, 20 km/h
Skater-Helm 300–450 g ⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐ ⭐⭐ Stadt, Jugendliche
Falthelm 350–500 g ⭐⭐⭐ ⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐ Pendler, ÖPNV-Kombi
Integralhelm 800–1.200 g ⭐⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐ Tuning, Privatgelände

E-Scooter Helm richtig pflegen und rechtzeitig ersetzen

Ein guter E-Scooter Helm schützt nur, wenn er intakt ist. Die innere EPS-Schaumschicht absorbiert beim Aufprall die Energie — aber nur einmal. Nach einem Sturz — auch wenn äußerlich keine Beschädigung sichtbar ist — muss der Helm ersetzt werden. Diese Regel gilt unabhängig davon, wie teuer oder hochwertig dein Modell war. Der Schaum verformt sich beim Aufprall permanent und kann eine zweite Kollision nicht mehr effektiv abfedern.

Pflegetipps

  • Reinige den Helm regelmäßig mit lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel — keine aggressiven Reiniger
  • Lass den Helm nach Regen oder Schweiß an der Luft trocknen — nicht auf die Heizung legen
  • Bewahre den Helm nicht in direkter Sonneneinstrahlung auf — UV-Strahlung macht den Kunststoff spröde
  • Tausche herausnehmbare Polster regelmäßig aus oder wasche sie

Wann muss der Helm getauscht werden?

  • Nach jedem Sturz — auch wenn der Helm äußerlich unversehrt aussieht
  • Alle 3–5 Jahre — das Material altert und verliert an Schutzwirkung
  • Bei sichtbaren Beschädigungen — Risse, Dellen, lose Teile
  • Wenn der Helm nicht mehr richtig sitzt — ausgeleiertete Polster = weniger Schutz

Zum Thema Scooter-Pflege generell gibt es Überschneidungen mit dem E-Scooter wird langsamer Artikel und dem Diebstahlschutz-Guide, die ebenfalls relevante Sicherheitsthemen abdecken.

E-Scooter Helm im Ausland: Wo gilt Helmpflicht?

Wer seinen E-Scooter mit in den Urlaub nimmt oder im Ausland einen Leihscooter nutzt, sollte die lokalen Regeln kennen. Denn anders als in Deutschland gibt es in vielen Ländern eine gesetzliche Helmpflicht für E-Scooter:

  • Spanien: Helmpflicht außerorts, innerorts je nach Gemeinde
  • Portugal: Generelle Helmpflicht für E-Scooter
  • Frankreich: Keine Pflicht, aber dringend empfohlen (Diskussion läuft)
  • Österreich: Keine Pflicht für Erwachsene, aber für Kinder unter 12
  • Schweden: Helmpflicht für Kinder unter 15
  • Australien: Generelle Helmpflicht in allen Bundesstaaten

Die Regelungen ändern sich häufig. Informiere dich vor Reiseantritt über die aktuellen Vorschriften im Zielland. Ein faltbarer Helm ist hier besonders praktisch — er passt ins Gepäck und ist im Zweifel immer dabei. Weitere Infos zur Nutzung unterwegs gibt es im Welcher E-Scooter passt zu dir Ratgeber.

[Bild: E-Scooter Helm — Fahrradhelm, Skater-Helm und faltbarer Helm im Vergleich]

Alt: E-Scooter Helm — drei Helmtypen für Stadtverkehr und Privatgelände im Vergleich

🔍 Selbst-Check: E-Scooter Helm

  • Besitzt du einen Helm, der CE-zertifiziert ist (EN 1078 oder besser)?
  • Passt der Helm richtig — fest, aber ohne zu drücken?
  • Ist dein Helm jünger als 5 Jahre und hatte keinen Sturz?
  • Trägst du den Helm bei jeder Fahrt — auch auf kurzen Strecken?
  • Ist dein Helm für deine Fahrgeschwindigkeit ausgelegt? (20 km/h = Fahrradhelm, Tuning = Integralhelm)
  • Hat dein Helm reflektierende Elemente oder ein Rücklicht für die Sichtbarkeit?
  • Wenn du unter 18 bist: Wissen deine Eltern, dass du einen Helm trägst?

Ein guter E-Scooter Helm kostet ab 30 Euro. Eine schwere Kopfverletzung kostet unendlich viel mehr.

Häufige Fragen zum E-Scooter Helm

Gibt es eine Helmpflicht für E-Scooter in Deutschland?

Nein. In Deutschland besteht keine gesetzliche Helmpflicht für E-Scooter. Laut § 21a StVO gilt die Helmpflicht nur für Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h. Da zugelassene E-Scooter maximal 20 km/h fahren, sind sie davon ausgenommen. Trotzdem empfehlen ADAC und Unfallchirurgen dringend das Tragen eines Helms.

Welcher Helm eignet sich am besten für E-Scooter?

Für den normalen Stadtverkehr bei 20 km/h reicht ein CE-zertifizierter Fahrradhelm (EN 1078) völlig aus. Für Pendler, die den Scooter mit ÖPNV kombinieren, ist ein faltbarer Helm die praktischste Lösung. Jugendliche bevorzugen oft Skater-Helme wegen der Optik. Für getuntes Fahren auf Privatgelände empfehlen wir einen Integralhelm nach ECE 22.06.

Wie teuer ist ein guter E-Scooter Helm?

Gute Fahrradhelme mit CE-Zertifizierung gibt es ab etwa 30 Euro. Skater-Helme kosten ab 40 Euro. Faltbare Modelle liegen zwischen 60 und 120 Euro. Der Grundschutz (Stoßdämpfung) ist bei allen CE-zertifizierten Helmen gleichwertig — teurere Modelle bieten Vorteile bei Komfort, Gewicht, Belüftung und Zusatzfunktionen wie LED-Licht.

Kann ich meinen Fahrradhelm auch für den E-Scooter verwenden?

Ja, absolut. Ein CE-zertifizierter Fahrradhelm bietet für E-Scooter bei 20 km/h den gleichen Schutz. Du musst keinen speziellen E-Scooter-Helm kaufen. Achte nur darauf, dass der Helm nicht älter als 5 Jahre ist und keinen Sturz hinter sich hat.

Müssen Kinder auf dem E-Scooter einen Helm tragen?

Gesetzlich nein — es gibt auch für Minderjährige keine Helmpflicht auf dem E-Scooter (ab 14 Jahren). Unfallchirurgen und der ADAC empfehlen aber dringend, dass Jugendliche grundsätzlich einen Helm tragen. Eltern sollten dies von Anfang an zur Bedingung machen.

Wann muss ich meinen E-Scooter Helm ersetzen?

Nach jedem Sturz — auch ohne sichtbare Beschädigung. Zusätzlich nach 3–5 Jahren, da das Material altert. Bei sichtbaren Rissen, Dellen oder wenn der Helm nicht mehr richtig sitzt (ausgeleiertete Polster), solltest du ihn sofort austauschen.

Brauche ich bei einem getunten E-Scooter einen besseren Helm?

Ja. Wer seinen E-Scooter schneller gemacht hat und mit 30–50 km/h auf Privatgelände fährt, braucht einen deutlich höheren Schutz als ein Fahrradhelm bieten kann. Ab 30 km/h empfehlen wir mindestens einen Skater-Helm mit verstärktem Hinterkopfschutz, ab 35 km/h einen Integralhelm nach ECE 22.06.

Redaktion tuning-lizenz.de

Unabhängiger Informationsblog für E-Scooter & E-Bike Tuning. Tuning-Produkte findest du bei unserem Partner-Shop roll-werk.com.

⚠️ Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel enthält allgemeine Tipps und ersetzt keine individuelle Beratung. Tuning-Produkte sind ausschließlich für Privatgelände vorgesehen. Tuning-Lizenz.de übernimmt keine Haftung.

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