Hinterrad eines vollgefederten E-Mountainbikes mit Spikereifen auf einem vereisten Waldtrail mit Wurzeln. KI-generierte Szene.

Ratgeber · E-MTB im Winter

Spikereifen für MTB und E-MTB: was der Piikkisika TLR bringt

Ein E-MTB legt mehr Gewicht und mehr Drehmoment auf den Hinterreifen als ein Mountainbike ohne Motor, und im Winter kommen vereiste Wurzeln und gefrorene Steinplatten dazu. Der Piikkisika TLR ist der einzige der vier MTB-Winterreifen von Suomi Tyres, der die Kennzeichnung „e25 e-bike ready“ trägt. Was dahintersteckt, welche Größe zu deinem Rad passt und wo die Herstellerangaben aufhören.

⏱ 14 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt: Der Suomi Tyres Piikkisika TLR ist ein Spikereifen für MTB und E-MTB in acht Größen, fünf für 29 und drei für 27,5 Zoll, mit 372 bis 408 Spikes je nach Größe. Als einziger der vier MTB-Winterreifen des Herstellers trägt er die Kennzeichnung „e-BIKE e25 READY“, dahinter stehen laut Produktseite ein zusätzlicher Nylongürtel unter der Lauffläche und Gummistreifen als Seitenwandschutz. Eine Gewichts- oder Tempogrenze nennt der Hersteller nicht. Beim Bestellen zählt das Kürzel TLR: Der Piikkisika ohne TLR ist ein Schlauchreifen mit Stahlwulst und ohne e25-Kennzeichnung.

Spikereifen für MTB und E-MTB: wann sich der Piikkisika TLR lohnt

Du stehst mit deinem E-MTB am Trailkopf, der Waldboden ist unter einer dünnen Reifschicht grau verharscht, und schon die erste Wurzel zeigt dir, dass dein Sommerreifen hier nichts mehr zu melden hat. Genau für diese Mischung aus Eis, gefrorenem Boden und losem Schnee baut Suomi Tyres den Piikkisika TLR. Er ist ein E-MTB-Spikereifen mit Geländeprofil, tubeless-fähig und trägt den Zusatz „e25 e-bike ready“. Lohnen kann er sich, wenn du im Winter regelmäßig auf Trails mit vereisten Passagen unterwegs bist.

Fährst du dagegen überwiegend auf gestreuten Wegen oder in der Stadt, ist ein Spikereifen fürs Gelände die falsche Wahl. Dort zahlst du mit Rollwiderstand und Lautstärke für einen Grip, den du kaum abrufst. Was einen Spikereifen grundsätzlich von einem Winterreifen ohne Stifte unterscheidet und welche Hersteller überhaupt E-Bike-Spikereifen führen, ist ein eigenes Thema. Hier geht es um den Fall dazwischen: das E-MTB auf dem Wintertrail.

Auch der Tiefschnee ist ein anderes Thema. Wer wirklich durch losen, tiefen Schnee will, braucht Fläche statt Spikes, und die bringt erst ein Fatbike mit. Wie sich echte Fatbike-Breite von Plus-Size unterscheidet und welche Fatbike-Spikereifen es gibt, zeigt der Ratgeber zum E-Fatbike im Schnee. Der Piikkisika TLR bleibt bei den normalen MTB-Breiten zwischen 54 und 70 Millimetern.

Piikkisika TLR: acht Größen, bis zu 408 Spikes

Suomi Tyres sitzt im finnischen Lieksa und firmiert als DMACK Nordic Oy. Den Spikereifen Piikkisika TLR führt der Hersteller in acht Größen, fünf davon für 29-Zoll-Felgen mit dem Felgenmaß 622 und drei für 27,5 Zoll mit dem Felgenmaß 584. Die vordere Zahl der Größenangabe ist die Reifenbreite in Millimetern. Die schmalste Variante misst also 54 Millimeter, rund 2,1 Zoll, die breiteste 70 Millimeter, knapp 2,8 Zoll.

Größe Laufrad Spikes Spiketyp laut Tabelle
70-622 29 Zoll 408 Aluminium-Krone
65-622 29 Zoll 408 Aluminium-Krone
60-622 29 Zoll 408 keine Angabe
57-622 29 Zoll 396 Aluminium-Krone
54-622 29 Zoll 396 Aluminium-Krone
70-584 27,5 Zoll 384 Aluminium-Krone
65-584 27,5 Zoll 384 Aluminium-Krone
57-584 27,5 Zoll 372 keine Angabe

Der Spike selbst ist zweiteilig: eine Krone aus Aluminium mit einem eingesetzten Pin aus Hartmetall. Die Krone sitzt im Gummi und verteilt die Last, der harte Pin greift ins Eis. Für zwei Größen, 60-622 und 57-584, lässt die Tabelle der Produktseite das Feld zum Spiketyp leer, obwohl der Text darüber für den Reifen allgemein von Aluminium-Kronen spricht. Wenn du eine dieser beiden Größen bestellst, lohnt sich eine Rückfrage beim Händler.

Die Spikesitze sind laut Hersteller in die Wintermischung eingeformt, er spricht von einem eigenen Formsystem für die Spikekammern. Das soll die Stifte im Gummi halten, bis zu 408 Stück, „for maximum winter off road and commute riding“. Ob die Verankerung über eine ganze Saison am E-MTB hält, kann ein Datenblatt nicht beantworten. Das zeigt sich erst nach den ersten Wochen auf Wurzeln und Steinen, und genau dort lohnt der regelmäßige Blick auf fehlende Stifte in der Lauffläche.

Piikkisika oder Piikkisika TLR: nur einer trägt „e25“

Suomi Tyres führt unter demselben Namen zwei Reifen, und der Unterschied steckt in drei Buchstaben. Der Piikkisika ohne Zusatz ist ein Schlauchreifen, der Piikkisika TLR die tubeless-fähige Faltversion. Auf der Produktseite trägt nur die TLR-Version die Kennzeichnung für E-Bikes. Bei der Suche nach einem passenden Reifen fürs E-MTB fällt das schnell unter den Tisch, weil Händler und Suchergebnisse beide Versionen oft unter „Piikkisika“ zusammenfassen.

Merkmal Piikkisika Piikkisika TLR
Wulst Stahldraht, dreifach gewickelt Aramid, faltbar
Montage mit Schlauch tubeless und mit Dichtmilch
Aufbau leichte Skinwall-Flanke zusätzlicher Nylongürtel, Gummistreifen an der Seitenwand
E-Bike-Kennzeichnung keine „e-BIKE e25 READY“
Spikes laut Größentabelle 372 bis 408 372 bis 408
Größen 54-584, 65-584, 70-584, 54-622, 57-622, 62-622, 65-622, 70-622 57-584, 65-584, 70-584, 54-622, 57-622, 60-622, 65-622, 70-622

Die Größenreihen decken sich nicht ganz. 54-584 und 62-622 gibt es nur ohne TLR, 57-584 und 60-622 nur mit. Auch die Spikezahl in derselben Größe kann abweichen: Den 70-584 führt der Hersteller mit 396 Spikes ohne TLR und mit 384 als TLR. Wer also eine Größenangabe aus einem Forum oder einer alten Rechnung übernimmt, prüft besser, zu welcher der beiden Versionen sie gehört.

Die beiden anderen MTB-Winterreifen von Suomi Tyres, der Fast Freddie W240 und der Fat Freddie W348, tragen ebenfalls keine e25-Kennzeichnung. Der Fast Freddie kommt mit 240 Stahlspikes in 57-584, der Fat Freddie mit 348 Spikes in 75-584 und damit im Plus-Size-Bereich. Unter den vier Reifen der Rubrik ist der Piikkisika TLR damit der einzige, bei dem der Hersteller selbst einen Bezug zum E-Bike herstellt.

Routa E-Bike oder Piikkisika TLR: Stadtprofil gegen Trailprofil

Der bekanntere E-Bike-Spikereifen von Suomi Tyres ist der Routa E-Bike, und auch er trägt „E-BIKE e25 READY“. Er gehört beim Hersteller aber in die Rubrik City, nicht MTB. Sein Profil beschreibt Suomi Tyres ausdrücklich als Stadtprofil mit niedrigem Rollwiderstand, die Größentabelle nennt 244 bis 260 Spikes mit Stahlummantelung und Hartmetall-Pin.

Der Piikkisika TLR trägt in derselben Breitenklasse deutlich mehr Stifte und ein Profil für Gelände. Beide gibt es in 70-584, der Routa mit 258 Spikes, der Piikkisika TLR mit 384. Fährst du dein E-MTB im Winter überwiegend zur Arbeit über Radwege und nur gelegentlich über einen Feldweg, ist das Stadtprofil die passendere Wahl. Für Trails mit Wurzeln, Steinen und vereisten Abfahrten ist der Piikkisika TLR gebaut, für die Pendelstrecke eher nicht.

Für Lastenräder hat Suomi Tyres mit dem Routa Cargo E-Bike eine dritte Linie mit eigener Lastfreigabe. Sie spielt am E-MTB keine Rolle, zeigt aber, wie unterschiedlich der Hersteller die E-Bike-Eignung je Reifen beschreibt: einmal mit Lastangabe, einmal ohne. Was die Cargo-Version im Detail trägt, steht im Check des Cargo-Bike-Spikereifens.

„e25 e-bike ready“: was dahintersteckt und was offenbleibt

Die Produktseite verbindet die Kennzeichnung mit zwei konkreten Bauteilen. Die Faltversion bekommt „with its e25 e-bike ready construction“ einen zusätzlichen gummierten Nylongürtel in der Mitte der Lauffläche und zusätzliche Gummistreifen an der Seitenwand gegen Durchstiche. Beides zielt auf genau die Belastung, die ein E-MTB gegenüber einem Mountainbike ohne Motor erhöht: mehr Systemgewicht auf dem Reifen und mehr Kraft beim Anfahren. Mehr erklärt der Hersteller zu dem Kürzel nicht.

Die Zahl 25 deckt sich mit der Grenze, bis zu der ein Pedelec den Fahrer unterstützen darf. Das ist eine naheliegende Lesart, eine Erläuterung des Herstellers dazu gibt es auf der Produktseite nicht. Für ein S-Pedelec mit Unterstützung bis 45 km/h solltest du aus „e25“ deshalb nichts ableiten. Ein S-Pedelec ist ein Kraftfahrzeug, und für seine Bereifung gelten eigene Regeln. Eine Gewichtsgrenze, einen Lastindex oder eine Höchstgeschwindigkeit nennt die Seite ebenfalls nicht, weder für das ganze Rad noch für den einzelnen Reifen.

Wie anders ein Hersteller das handhaben kann, zeigt ein Fatbike-Spikereifen aus den USA. Für den 45NRTH Dillinger 5 rät der Hersteller ausdrücklich von Pedal-Assist-Antrieben ab, weil zusätzliches Drehmoment und Systemgewicht die Karkasse vorzeitig verschleißen und Spikes herauslösen können. Der Piikkisika TLR geht in die Gegenrichtung und ist ausdrücklich für E-Bikes ausgelegt. Eine Freigabe mit Zahlen ist das trotzdem nicht, sondern eine Konstruktionsangabe, und für dein Systemgewicht bleibt die Frage offen.

Drehmoment und Gewicht: was der Motor am Hinterrad verändert

Die Reifenphysik unterscheidet nicht zwischen Muskelkraft und Elektromotor. Breite, Druck und Profil wirken gleich, egal wer tritt. Trotzdem merkst du am E-MTB im Gelände Effekte, die ein Mountainbike ohne Motor kaum kennt. Motor und Akku bringen zusätzliches Gewicht mit, und der Antrieb legt sein Drehmoment beim Anfahren schneller an, als du es allein mit den Beinen könntest.

Beim Anfahren am Hang oder auf einer vereisten Wurzelpassage dreht das Hinterrad dadurch schneller durch, selbst mit demselben Reifen. Das zusätzliche Gewicht drückt den Reifen zwar stärker auf den Boden und hilft so beim Grip. Die beiden Effekte heben sich aber nicht gegenseitig auf, denn welcher überwiegt, hängt davon ab, wie abrupt du am Berg Leistung abrufst. Spikes verschieben die Grenze, bis zu der das Hinterrad greift, sie heben sie nicht auf.

In der Praxis bringt eine niedrigere Unterstützungsstufe auf vereistem oder losem Untergrund oft mehr als jeder Reifenwechsel. Dosierst du die Unterstützung feinfühlig, kann der Reifen seinen Grip aufbauen, statt ihn im Moment des Durchdrehens zu verlieren. Wie sich Bremsweg und Fahrverhalten im Winter grundsätzlich verändern, unabhängig vom Gelände, ordnet der Winter-Ratgeber fürs E-Bike ein.

Spikereifen auf dem Wintertrail: Eis, Wurzeln, loser Schnee

Auf dem Trail wechselt der Untergrund oft im Abstand weniger Meter. Eine vereiste Wurzel, eine glatte Steinplatte unter Raureif, eine gefrorene Pfütze in der Senke: Das sind die Stellen, an denen ein Spikereifen seinen Vorteil ausspielt, weil das Gummiprofil dort kaum noch Halt findet. Der Stift greift ins Eis, wo das Profil rutscht. Genau für diese Passagen lohnt sich die Zahl von bis zu 408 Spikes, die der Piikkisika TLR trägt.

Auf losem, weichem Schnee sieht es anders aus. Dort trägt die Aufstandsfläche den Grip, nicht der einzelne Stift, und ein E-MTB-Reifen mit 2,1 bis 2,8 Zoll sinkt in tiefem Schnee schneller ein als ein Fatbike-Reifen. Auf verdichteten, teils vereisten Waldwegen dagegen spielt ein Spikereifen in MTB-Breite seine Stärke aus. Die meisten Wintertrails liegen irgendwo dazwischen, mal angefroren, mal matschig-kalt, mal blank.

Eine feste Zahl für den Grip gibt es dabei nicht, weder für Eis noch für Schnee. Wie stark Reibung von Temperatur, Oberfläche und Gummimischung abhängt, zeigt der Beitrag zum Reibwert zwischen Reifen und Untergrund, auch wenn es dort um Asphalt geht. Auf dem Wintertrail ist das Spektrum noch breiter, und deshalb bleibt die Linienwahl wichtiger als jede Angabe im Datenblatt.

Aufbau des Spikereifens: Aramid-Wulst, Gürtel und Seitenwandschutz

Beim Piikkisika TLR steckt das Aramid im Wulst, also im Reifenrand, der auf der Felge sitzt. Ein Aramidwulst lässt sich falten und ist leichter als ein Stahldraht. Er ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass der Reifen tubeless dicht auf der Felge sitzen kann. Für die Flanke selbst nennt die Produktseite kein Aramid, und daraus einen Durchstichschutz aus Aramid abzuleiten, wäre falsch.

Den Schutz gegen Durchstiche übernehmen andere Bauteile. Unter der Lauffläche liegt ein zusätzlicher, gummierter Nylongürtel, an der Seitenwand sitzen zusätzliche Gummistreifen. Gerade die Flanke ist am E-MTB im Winter gefährdet, weil scharfkantige Steine, abgebrochene Äste und gefrorene Wurzelkanten oft unsichtbar unter einer dünnen Schneeschicht liegen. Mit niedrigem Trail-Druck federt der Reifen an solchen Kanten stärker ein, und die Seitenwand bekommt mehr ab als auf der Straße.

Auch eine verstärkte Seitenwand verschiebt die Grenze nur nach oben. Eine scharfe Kante, mit voller Wucht und viel Tempo getroffen, kann jeden Fahrradreifen beschädigen, erst recht bei zu niedrigem Druck. Eine aufmerksame Linie auf dem Trail schützt den Reifen besser als jede Herstellerangabe.

Tubeless und Trail-Druck im Winter

Laut Produktseite ist der Piikkisika TLR für die Montage ohne Schlauch mit Dichtmilch vorbereitet. Auf dem Trail fährst du ohnehin meist mit weniger Luftdruck als auf der Straße, damit sich der Reifen an Wurzeln und Steine anschmiegt. Ohne Schlauch fällt dabei der Durchschlag weg, bei dem der Schlauch an der Felgenkante eingeklemmt wird. Im Winter kommt dazu, dass ein etwas weicherer Reifen auch die Spikes besser ins Eis drückt, während sie auf einem prall aufgepumpten Reifen nur oberflächlich kratzen.

Eine pauschale Druckangabe lässt sich dafür nicht nennen. Fahrergewicht, Systemgewicht des E-MTB, Reifenbreite, Temperatur und Untergrund spielen zu unterschiedlich zusammen. Verbindlich ist die zulässige Druckspanne, die auf der Flanke des Reifens steht, und nicht eine Erfahrungszahl aus einem Forum. Wie sich zu viel oder zu wenig Druck grundsätzlich auf Fahrverhalten und Verschleiß auswirkt, zeigt der Überblick zum falschen Reifendruck.

Zu weit nach unten solltest du am E-MTB trotzdem nicht gehen. Unterhalb eines gewissen Drucks walkt der Reifen in der Kurve seitlich weg, und die Lenkung wird schwammig, gerade dann, wenn du sie im Gelände am meisten brauchst. Das schwerere Rad verstärkt diesen Effekt. Taste dich deshalb in kleinen Schritten an den Druck heran, der auf deinem Trail funktioniert, und prüfe ihn bei Kälte öfter, weil die Luft im Reifen bei Frost weniger Druck aufbaut als im warmen Keller.

MTB-Spikereifen in 29 oder 27,5 Zoll: welche Breite passt

Ob 29 oder 27,5 Zoll, entscheidet dein Rahmen, nicht das Wetter. Die meisten E-MTB sind für genau eine Laufradgröße gebaut, und die nimmst du auch im Winter. Manche Räder fahren vorne 29 und hinten 27,5 Zoll, dann brauchst du zwei verschiedene Größen. Der Piikkisika TLR deckt beide Felgenmaße ab, für 29 Zoll allerdings mit fünf Breiten, für 27,5 Zoll nur mit drei.

Innerhalb deines Laufradformats bleibt die Wahl der Breite. Eine schmale Variante wie 54-622 oder 57-584 fährt sich direkter und leichter, und für verdichtete, teils vereiste Waldwege reicht sie oft aus. Eine breitere Ausführung wie 65-622 oder 70-584 bringt mehr Fläche auf losen Schnee und lässt sich mit weniger Druck fahren. Am Hinterrad des E-MTB, das Gewicht und Antrieb tragen muss, spricht vieles für die breitere Variante, solange der Rahmen sie aufnimmt.

Für die Spikes macht die Breite einen kleineren Unterschied, als die Zahlen vermuten lassen. In 29 Zoll tragen alle Breiten zwischen 396 und 408 Stiften, in 27,5 Zoll zwischen 372 und 384. Mehr Spikes heißen dabei nicht automatisch mehr Grip, sondern zuerst eine dichtere Verteilung über die Lauffläche. Die Breite wählst du also nach Untergrund und Freigang, nicht nach der Spikezahl.

Akku und Reichweite auf dem Wintertrail

Ein Spikereifen mit grobem Profil rollt schwerer als ein Sommerreifen, und auf Schnee kostet jede Umdrehung zusätzliche Energie. Dazu kommen die Steigungen, die auf einem Trail häufiger und unregelmäßiger auftreten als auf einer Pendlerstrecke. Für dein E-MTB heißt das: Die Restreichweite auf dem Display sinkt im Winter im Gelände schneller als im Sommer auf derselben Runde. Wie du Akkuinhalt, Verbrauch und Winterabschläge zu einer eigenen Rechnung zusammensetzt, rechnet der Beitrag zur E-Bike-Reichweite vor.

Unabhängig vom Reifen liefert ein kalter Akku weniger nutzbare Energie, solange die Zellen kalt sind, und warum das so ist, erklärt der Beitrag zum Lithium-Ionen-Akku bei Kälte. Plane deine Wintertour deshalb mit Reserve, denn ein Rückweg, der im Sommer locker in der Restreichweite lag, kann im verschneiten Gelände knapp werden. Nach der Tour gehört der Akku ins Warme. Laden solltest du ihn erst, wenn er Zimmertemperatur erreicht hat.

Fahrzeugklasse: was der Reifenwechsel nicht ändert

Die meisten E-MTB im Handel sind Pedelecs mit Unterstützung bis 25 km/h, und für sie gelten die Regeln für Fahrräder. Welche Einordnung dein eigenes Rad hat, steht in den Unterlagen des Herstellers, nicht am Reifenprofil. Wie sich Pedelec und S-Pedelec beim E-MTB unterscheiden und was daraus für Führerschein, Kennzeichen und Wege folgt, ordnet der Beitrag zu E-MTB-Klassen und Recht ein.

Ein Spikereifen statt eines Sommerreifens ändert an dieser Einordnung nichts. Er verändert weder Motor noch Software noch die Grenze der Unterstützung. Das gilt unabhängig davon, wie viele Stifte der neue Reifen trägt oder mit welchem Druck du ihn fährst. Achte nur darauf, dass der Reifen in Breite und Durchmesser zu Rahmen und Felge passt, denn die Freigaben des Radherstellers für Reifengrößen gelten auch im Winter.

Und noch etwas regelt der Reifen nicht: wo du fahren darfst. Radfahren im Wald ist nach dem Bundeswaldgesetz nur auf Straßen und Wegen gestattet, die Einzelheiten regeln die Länder, und Sperrungen oder Schutzgebiete können die Nutzung weiter einschränken. Ein Trail, der sich mit Spikes im Winter technisch fahren lässt, ist deshalb nicht automatisch ein Weg, auf dem du mit dem E-MTB fahren darfst.

Spikereifen bestellen: Kürzel, Größe und Freigang prüfen

Beim Bestellen entscheidet zuerst das Kürzel. Achte darauf, dass im Angebot „Piikkisika TLR“ steht und nicht nur „Piikkisika“, denn nur die TLR-Version ist tubeless-fähig und trägt die e25-Kennzeichnung. Danach zählt die vollständige Größenangabe aus Breite und Felgenmaß, also etwa 65-622, nicht die Zollangabe im Produktnamen. Sie steht auch auf der Flanke deines jetzigen Reifens, und damit vergleichst du am sichersten.

Prüfe außerdem vorab, ob Rahmen und Gabel die gewählte Breite aufnehmen. Ein Winterreifen mit grobem Profil braucht mehr Freigang als ein glatter Sommerreifen, besonders wenn sich zwischen den Stollen Schneematsch festsetzt und anfriert. Am Hinterbau eines E-MTB liegt der Reifen oft dicht an Kettenstrebe und Motorgehäuse. Wenige Millimeter Luft im trockenen Keller können auf dem verschneiten Trail zu wenig sein, und diese Prüfung kostet nur ein paar Minuten.

Plane mit Vorlauf. Suomi Tyres ist ein finnischer Hersteller, und Spikereifen fürs Gelände liegen nicht in jedem Fahrradladen. Bestellst du erst nach dem ersten Frost, kann die gewünschte Größe vergriffen sein. Für die Montage reicht normales Werkzeug, bei Tubeless kommen passendes Felgenband, Ventile und Dichtmilch dazu, die du am besten gleich mitbestellst.

Merksatz: Ein E-MTB-Spikereifen gehört auf vereiste Trails, nicht auf gestreute Radwege und nicht in tiefen Pulverschnee. Der Piikkisika TLR ist laut Suomi Tyres für E-Bikes konstruiert, mit Nylongürtel, Seitenwandstreifen und Aramid-Faltwulst, eine Gewichts- oder Tempogrenze nennt der Hersteller aber nicht. Beim Kauf zählt das Kürzel TLR, und über den Grip entscheiden am Ende Druck, Unterstützungsstufe und Linie.

Häufige Fragen

Ist der Spikereifen Piikkisika TLR für E-Bikes freigegeben?

Suomi Tyres kennzeichnet den Piikkisika TLR auf der Produktseite mit „e-BIKE e25 READY“ und verbindet das mit einem zusätzlichen Nylongürtel und Seitenwandstreifen. Eine Gewichtsgrenze, einen Lastindex oder eine Höchstgeschwindigkeit nennt der Hersteller dazu nicht. Es ist also eine Konstruktionsangabe, keine Freigabe mit Zahlen.

Was ist der Unterschied zwischen Piikkisika und Piikkisika TLR?

Der Piikkisika ist ein Schlauchreifen mit Stahldrahtwulst und leichter Skinwall-Flanke. Der Piikkisika TLR hat einen faltbaren Aramidwulst, ist tubeless-fähig und trägt zusätzlich Nylongürtel und Seitenwandstreifen. Nur die TLR-Version ist mit „e25“ für E-Bikes gekennzeichnet, und die Größenreihen weichen ab: 54-584 und 62-622 gibt es nur ohne TLR, 57-584 und 60-622 nur als TLR.

Wie viele Spikes hat der Piikkisika TLR?

Je nach Größe 372 bis 408. Die 29-Zoll-Größen 70-622, 65-622 und 60-622 tragen 408, 57-622 und 54-622 tragen 396. In 27,5 Zoll sind es 384 bei 70-584 und 65-584 sowie 372 bei 57-584.

Gibt es den Piikkisika TLR in 29 und 27,5 Zoll?

Ja. Für 29 Zoll gibt es fünf Breiten von 54 bis 70 Millimetern, für 27,5 Zoll drei Breiten mit 57, 65 und 70 Millimetern. Welche Laufradgröße du brauchst, gibt dein Rahmen vor.

Brauche ich am E-MTB im Winter unbedingt Spikereifen?

Nicht grundsätzlich. Spikes lohnen sich, wenn du regelmäßig über vereiste Wurzeln, Steinplatten oder gefrorene Pfützen fährst. Auf losem Tiefschnee trägt eher die Fläche den Grip, und auf gestreuten Wegen überwiegen Rollwiderstand und Lautstärke.

Routa E-Bike oder Piikkisika TLR fürs E-MTB?

Beide tragen bei Suomi Tyres die e25-Kennzeichnung. Der Routa E-Bike hat ein Stadtprofil mit 244 bis 260 Spikes und passt eher, wenn du das E-MTB im Winter vor allem auf Radwegen fährst. Für Trails mit Eis, Wurzeln und Steinen ist der Piikkisika TLR mit Geländeprofil und bis zu 408 Spikes gebaut.

Ändert ein Spikereifen die Fahrzeugklasse meines E-MTB?

Nein. Ein Reifenwechsel verändert weder Motor noch Software noch die Grenze der Unterstützung. Welche Klasse dein E-MTB hat, ergibt sich aus der technischen Auslegung von Motor und Unterstützung durch den Hersteller, nicht aus dem montierten Reifen.

Welchen Luftdruck fahre ich mit Spikereifen im Gelände?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, weil Gewicht, Reifenbreite, Temperatur und Untergrund zusammenspielen. Verbindlich ist die Druckspanne auf der Reifenflanke. Innerhalb dieser Spanne hilft ein etwas niedrigerer Druck den Spikes, sich ins Eis zu setzen, zu wenig Druck macht die Lenkung in Kurven aber schwammig.

Einordnung: woher die Angaben stammen

Herstellerseiten stehen im Klartext, die Normen sind verlinkt. Stand der Angaben: Oktober 2026.

Suomi Tyres: Piikkisika TLR

Suomi Tyres (DMACK Nordic Oy, Lieksa, Finnland), Produktseite „Piikkisika TLR“ in der Rubrik Winter/MTB, abgerufen 25.10.2026. Merkmalsleiste: „ARAMID FOLDING BEAD“, „EXTRA REINFORCEMENT CENTRAL BELTS“, „EXTRA SIDEWALL PROTECTION“, „TUBELESS AND SEALANT READY“, „ALUM CROWN STUD WITH HARD METAL PIN“, „e-BIKE e25 READY“. Text: „retaining up-to 408 studs for maximum winter off road and commute riding“; „This folding bead version gives added protection with its e25 e-bike ready construction an additional central nylon rubberized belt and extra sidewall protection rubber strips for puncture resistant.“ Größentabelle mit acht Größen, Spikezahl und Spiketyp; für 60-622 und 57-584 steht beim Spiketyp „-“. Eine Gewichts-, Last- oder Geschwindigkeitsangabe enthält die Seite zum Abrufdatum nicht.

Suomi Tyres: Piikkisika, Fast Freddie, Fat Freddie, Routa E-Bike

Produktseiten derselben Domain, abgerufen 25.10.2026. Piikkisika (Tube Type): „SINGLE WIRE TRIPLE ROTATION STEEL BEAD“, „TUBE TYPE“, „LIGHTWEIGHT SKINWALL STRUCTURE“, keine e25-Kennzeichnung; die Merkmalsleiste nennt „384–408 pcs“, die Größentabelle 372 bis 408. Fast Freddie W240: 240 Stahlspikes, 57-584. Fat Freddie W348: 348 Spikes, 75-584, „plus-size mountain biking“. Beide ohne e25-Kennzeichnung. Die Rubrik Winter/MTB führte zum Abrufdatum diese vier Reifen. Routa E-Bike (Rubrik City): „E-BIKE e25 READY“, vier Lagen „0.8m think“ gummiertes 60-TPI-Nylongewebe, „combined reinforcement of 3.2mm“, Stadtprofil „giving low rolling resistance“; die Merkmalsleiste nennt „106–252 pcs“, die Größentabelle 244 bis 260 Spikes. Die Abweichungen zwischen Merkmalsleiste und Tabelle stehen so auf den Herstellerseiten; im Text sind die Tabellenwerte verwendet.

45NRTH Dillinger 5: Hinweis zu Pedal-Assist

Der Nutzungshinweis von 45NRTH zum Dillinger 5 (Abraten von Pedal-Assist-Antrieben wegen Drehmoment und Systemgewicht) ist im Beitrag zum E-Fatbike im Schnee belegt, dort mit Prüfdatum 09.10.2026 auf der Herstellerseite. Er betrifft ein anderes Produkt eines anderen Herstellers in Fatbike-Breite.

Pedelec, Fahrradregeln und Wald

§ 1 Absatz 3 StVG: Keine Kraftfahrzeuge sind Landfahrzeuge, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb „mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind, dessen Unterstützung sich mit zunehmender Fahrzeuggeschwindigkeit progressiv verringert und 1. beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher, 2. wenn der Fahrer im Treten einhält, unterbrochen wird.“ Satz 3: „Für Fahrzeuge im Sinne der Sätze 1 und 2 sind die Vorschriften über Fahrräder anzuwenden.“ Dass „e25“ auf diese Grenze anspielt, ist eine Lesart, keine Herstellererklärung. § 14 Absatz 1 Satz 2 BWaldG: „Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ist nur auf Straßen und Wegen gestattet.“ Absatz 2 Satz 1: „Die Länder regeln die Einzelheiten.“ Die Anwendung auf das Pedelec-E-MTB folgt aus der Fahrradeinordnung nach § 1 Absatz 3 Satz 3 StVG; Einzelheiten im Beitrag zu E-MTB-Klassen und Recht.

Eigene Einordnungen

Zollwerte sind aus den Millimeterangaben umgerechnet (54 mm ≈ 2,1 Zoll, 70 mm ≈ 2,8 Zoll). Aussagen zu Grip auf Eis und Schnee, Drehmoment, Trail-Druck und Reichweite im Winter sind allgemeine Fahrpraxis ohne Herstellerzahl; deshalb nennt der Beitrag keine Druck- oder Prozentwerte. Verbindlich für den Luftdruck ist die Angabe auf der Reifenflanke. Eine Aussage zur Verfügbarkeit im deutschen Fachhandel ist nicht geprüft und wird deshalb nicht getroffen.

TL Redaktion · tuning-lizenz.de
Informationen zu Technik, rechtlicher Einordnung und Nutzung.
Wir nutzen generative KI bei der Erstellung unserer Beiträge und gehen sorgfältig damit um. Die redaktionelle Verantwortung trägt die WebTrades GmbH. Mehr zur KI-Transparenz

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: Oktober 2026).

Ähnliche Beiträge