Elektro-Chopper im City-Coco-Stil auf der Straße

E-Roller · Bauart-Überblick

Elektro-Chopper: Bauart, Marken und Fahrzeugklasse im Überblick

Was ein Elektro-Chopper wirklich ist, welche Klasse er hat und warum ein Chopper-E-Bike etwas völlig anderes ist — hier bekommst du die saubere Einordnung.

⏱ 12 Min. Lesezeit · Stand: Juli 2026

Kurz gesagt: Ein Elektro-Chopper ist ein Kraftrad im Citycoco-Stil mit tiefem Sitz, breiten Reifen und Harley-Optik. Er fährt per Gasgriff ohne Tretzwang und ist zulassungspflichtig. 45-km/h-Modelle laufen als L1e-B und brauchen nur die Klasse AM, die in Klasse B enthalten ist. Schnellere Varianten sind Leichtkrafträder der Klasse L3e-A1 und verlangen A1 oder B196. Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Chopper-E-Bike im Fatbike-Style ist ein Pedelec — kein Kfz und ein ganz anderes Recht.

Elektro-Chopper — was die Bauart ausmacht

Ein Elektro-Chopper ist zuerst eine Optik, dann eine Fahrzeugklasse. Er zitiert den klassischen Harley-Chopper: langer Radstand, tiefer Sitz, breite Ballonreifen und ein weit nach vorn gestreckter Lenker. Angetrieben wird er rein elektrisch, meist über einen Nabenmotor im Hinterrad. Der Fahrer sitzt lässig zurückgelehnt, nicht sportlich geduckt wie auf einem Motorrad.

Technisch ist der E-Chopper ein Motorroller, kein Fahrrad. Er hat keine Pedale und keinen Tretantrieb. Du gibst über den Drehgriff Gas, der Motor zieht sofort an. Genau dieser Gasgriff ohne Tretzwang macht ihn rechtlich zum Kraftfahrzeug. Damit gilt Zulassungspflicht, und das unterscheidet ihn grundlegend vom optisch ähnlichen Chopper-E-Bike.

Die meisten am deutschen Markt verkauften Elektro-Chopper fahren bauartbedingt 45 km/h. Sie fallen dann in die Klasse L1e-B. Es gibt aber auch schnellere Citycoco-Importe, die als Leichtkraftrad laufen. Deshalb ist die pauschale Aussage „Elektro-Chopper gleich 45 km/h“ falsch. Die genaue Klasse steht immer im Fahrzeugschein, nicht im Prospekttext.

Infografik Prüfpfad zur rechtlichen Einordnung eines Elektro-Choppers
Vom Look zur sauberen Einordnung in fünf Schritten.

Citycoco: Herkunft und typische Optik

Der Begriff Citycoco steht für die dickreifige Roller-Bauform, aus der fast alle E-Chopper stammen. Die Idee kam ursprünglich aus asiatischer Produktion und wurde über Onlinehändler in Europa bekannt. Prägend sind die fetten Reifen, das breite Trittbrett und der wuchtige, an eine Harley erinnernde Rahmen. Coco Bike, eFlux oder Forca bauen alle auf diesem Grundtyp auf.

Typische Citycoco-Chopper haben einen Motor um die 2 Kilowatt und einen herausnehmbaren Lithium-Akku. Der Akku sitzt oft unter der Sitzbank und lässt sich zum Laden in die Wohnung tragen. Die Zuladung liegt meist bei rund 150 bis 200 Kilogramm. Genau prüfen musst du das je Modell, denn die Angaben schwanken zwischen den Anbietern.

Optik ist bei dieser Bauart das Hauptkaufmotiv. Wer einen Citycoco kauft, will den Cruiser-Look, nicht die maximale Reichweite. Das ist legitim, sollte dir beim Kauf aber bewusst sein. Reichweite, Bergtauglichkeit und Federungskomfort stehen bei vielen Modellen hinter dem Design zurück.

Elektro-Chopper oder Chopper-E-Bike — der entscheidende Unterschied

Unter dem Wort „Chopper“ verstecken sich zwei völlig verschiedene Fahrzeuge. Der Elektro-Chopper ist ein Kraftrad im Citycoco-Stil, der Gasgriff-Roller mit Zulassungspflicht. Das Chopper-E-Bike ist ein Fahrrad im Fatbike-Cruiser-Look mit Pedalen und Tretlager. Beide sehen sich ähnlich, gehören rechtlich aber in getrennte Welten.

Der Unterschied liegt im Antrieb und in der Leistung. Ein echtes Chopper-E-Bike ist ein Pedelec: maximal 250 Watt Nenndauerleistung, Motor nur mit Tretunterstützung, Abregelung bei 25 km/h. Damit ist es rechtlich ein Fahrrad. Der Elektro-Chopper dagegen hat rund 2 Kilowatt, fährt per Gasgriff und ist ein Kleinkraftrad.

Diese Trennung ist keine Spitzfindigkeit. Sie entscheidet über Führerschein, Kennzeichen, Versicherung und Mindestalter. Wer die beiden verwechselt, fährt schnell unversichert und ohne gültige Fahrerlaubnis. Deshalb behandelt diese Seite den Elektro-Chopper als Kraftrad und grenzt das Chopper-E-Bike klar ab.

Merkmal Elektro-Chopper (Citycoco) Chopper-E-Bike (Fatbike)
Antrieb Gasgriff, kein Tretzwang Tretunterstützung, Pedale
Leistung (typisch) rund 1.500–2.000 W 250 W Nenndauer
Tempo 25 oder 45 km/h, teils mehr Abregelung bei 25 km/h
Rechtsstatus Kraftrad (L1e-B / L3e-A1) Fahrrad (Pedelec)
Führerschein AM, A1 oder B196 keiner
Kennzeichen Versicherungskennzeichen Pflicht keins

Kraftrad gegen Pedelec: zwei Rechtswelten

Der rechtliche Kern liegt in einer einfachen Frage: Fährt das Fahrzeug ohne Treten? Sobald ein Motor über Gasgriff antreibt und mehr als 250 Watt leistet, ist es ein Kraftfahrzeug. Damit greifen Zulassung, Versicherungspflicht und Fahrerlaubnis. Der Elektro-Chopper erfüllt genau diese Merkmale und ist deshalb ein Kraftrad.

Das Pedelec-Fahrrad funktioniert anders. Der Motor hilft nur, während du in die Pedale trittst, und schaltet bei 25 km/h ab. Die Nenndauerleistung liegt bei höchstens 250 Watt. Solange diese drei Bedingungen zusammenkommen, bleibt das Fahrzeug rechtlich ein Fahrrad. Kein Kennzeichen, keine Versicherung, kein Führerschein.

Dazwischen liegt das S-Pedelec, das oft mit dem Chopper verwechselt wird. Es unterstützt bis 45 km/h mit rund 500 Watt und braucht Tretbezug. Ein S-Pedelec ist ebenfalls ein L1e-B-Kleinkraftrad mit Versicherungskennzeichen, Helmpflicht und Führerschein AM. Ein Gasgriff-Chopper ist aber kein S-Pedelec, weil ihm der Tretbezug fehlt.

Infografik Elektro-Chopper als Kraftrad gegen Chopper-Pedelec
Gleicher Look, zwei Rechtswelten: Kraftrad gegen Pedelec.

Fahrzeugklasse: L1e-B gegen L3e-A1

Elektro-Chopper verteilen sich auf zwei Fahrzeugklassen, und die Grenze ist das Tempo. Die 45-km/h-Modelle sind Kleinkrafträder der Klasse L1e-B. Sie haben bauartbedingt höchstens 45 km/h, maximal 4 Kilowatt und ein Äquivalent bis 50 Kubikzentimeter. Fast alle in Deutschland regulär verkauften Chopper von Coco Bike, eFlux, Futura oder Forca gehören hierher. Wo ein Citycoco zwischen Moped und Roller steht, ordnet der Klassen-Vergleich ein.

Schneller wird es rechtlich sofort komplizierter. Ein Citycoco-Import, der über 45 km/h läuft, fällt in die Klasse L3e-A1. Das ist ein Leichtkraftrad bis 125 Kubikzentimeter, maximal 11 Kilowatt und höchstens 0,1 Kilowatt pro Kilogramm. Für diese Klasse gelten strengere Führerschein- und Zulassungsregeln als für den 45er.

Wichtig ist deshalb der Blick ins Fahrzeugpapier vor dem Kauf. Die Klasse steht in den COC- oder EWG-Papieren, nicht in der Werbung. Ein Modell als „45-km/h-Chopper“ zu bezeichnen reicht nicht. Prüfe die eingetragene L-Klasse, denn davon hängen Führerschein und Versicherung ab. Die ganze Systematik der Leichtfahrzeuge ordnet diese L-Klassen ein.

Führerschein: AM ab 15, A1 und B196

Für den typischen 45-km/h-Elektro-Chopper der Klasse L1e-B genügt die Fahrerlaubnis AM. Das Mindestalter für AM liegt seit 2021 bundesweit bei 15 Jahren. Wichtig: AM ist automatisch in der Pkw-Klasse B enthalten. Wer den Autoführerschein hat, darf einen 45er-Chopper ohne jede Zusatzprüfung fahren.

Eine B196 brauchst du für den 45er nicht. Die B196 ist eine Erweiterung der Klasse B und gilt ausschließlich für A1-Leichtkrafträder bis 125 Kubikzentimeter. Sie kommt also nur ins Spiel, wenn dein Chopper schneller als 45 km/h fährt und in die Klasse L3e-A1 fällt. Für den langsamen Citycoco ist sie schlicht überflüssig.

Für die schnelleren L3e-A1-Chopper hast du zwei Wege. Entweder den regulären A1-Führerschein ab 16 Jahren oder eben die B196 als B-Erweiterung. Die B196 setzt Klasse B seit mindestens fünf Jahren voraus, ein Mindestalter von 25 sowie einige Theorie- und Praxiseinheiten ohne Prüfung. Sie gilt allerdings nur in Deutschland, im Ausland zählt sie nicht.

Straßenzulassung: Kennzeichen, Versicherung, Papiere

Ein Elektro-Chopper darf öffentlich nur mit gültiger Zulassung fahren. Für die 45-km/h-Klasse L1e-B heißt das: Versicherungskennzeichen und eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Das kleine Kennzeichen bekommst du direkt bei der Versicherung, ohne Gang zur Zulassungsstelle. Es wechselt jährlich zum 1. März die Farbe.

Dazu brauchst du die Fahrzeugpapiere. Ein zugelassener Chopper bringt eine COC- oder EWG-Betriebserlaubnis mit. Ohne diese Papiere bekommst du kein Kennzeichen und keinen Versicherungsschutz. Beim Kauf solltest du die Papiere deshalb vor der Bezahlung sehen, gerade bei Direktimporten.

Für die schnelleren L3e-A1-Chopper gelten strengere Regeln. Sie brauchen eine echte Zulassung mit Kennzeichen über die Zulassungsstelle. In beiden Fällen gilt Helmpflicht, denn ein Kraftrad ist kein Fahrrad. Ohne gültige Papiere, Kennzeichen und Versicherung ist die Fahrt im öffentlichen Verkehr nicht erlaubt.

Nenn- gegen Peakleistung — welche Zahl zählt

Bei der Leistung wird in Prospekten viel durcheinandergeworfen. Rechtlich zählt allein die Nenndauerleistung, also die Leistung, die der Motor dauerhaft abgeben kann. Die Peakleistung ist nur eine kurze Spitze beim Anfahren. Für die Fahrzeugklasse ist die Nennleistung entscheidend, nicht der höhere Spitzenwert.

Das Problem: Viele Chopper-Anbieter nennen nur eine einzige Wattzahl. Ob damit Nenn- oder Peakleistung gemeint ist, bleibt oft offen. Sauber als Nenndauerleistung ausgewiesen ist im Chopper-Segment eigentlich nur der Futura Chopper X9 mit 2.000 Watt. Bei Coco Bike, eFlux und Forca ist die Zahl eine Herstellerangabe mit unklarer Trennung.

Für dich heißt das: Nimm eine einzelne Wattzahl nicht als Nennleistung hin. Frage beim Händler gezielt nach der homologierten Nenndauerleistung aus den Papieren. Nur dieser Wert ist rechtlich belastbar. Eine hohe „bis zu“-Watt-Angabe sagt über die Fahrzeugklasse wenig aus.

Anbieter und Modelle am DE-Markt

Am deutschen Markt gibt es eine überschaubare Zahl seriös vertriebener Elektro-Chopper. Alle folgenden Werte sind Herstellerangaben, Stand Juli 2026, und Preise prüfst du im Fachhandel. Wichtig vorweg: Nova Motors ist entgegen mancher Behauptung kein Chopper- oder Citycoco-Anbieter. Und der oft genannte Felo Tooz ist eine reine Konzeptstudie, kein kaufbares Fahrzeug.

Anbieter / Modell Leistung (Herstellerangabe) Tempo / Klasse Hinweis
ElektroRoller Futura Chopper X9 2.000 W Nenndauerleistung 45 km/h · L1e-B einziger sauber ausgewiesener Nennwert
Coco Bike E-Chopper 1.500–2.000 W (Nenn/Peak unklar) 45 km/h · L1e-B Leistungstrennung prüfen
eFlux Chopper Two (Miweba) 1.500 W (Nenn/Peak unklar) 45 km/h · L1e-B Klasse belegt, Leistung prüfen
Forca Coco II Plus 45 km/h modellabhängig, Nenn/Peak unsicher 45 km/h · L1e-B Wattzahl im Datenblatt prüfen

Die Tabelle zeigt das Muster deutlich. Alle vier Anbieter bewegen sich in der 45-km/h-Klasse L1e-B. Nur der Futura X9 weist die Nenndauerleistung sauber aus. Bei den übrigen Modellen ist die Wattzahl eine Herstellerangabe ohne klare Nenn-Peak-Trennung, die du vor dem Kauf am Datenblatt gegenprüfen solltest.

Wer einen chopper-affinen Lifestyle-Roller sucht, findet daneben Marken wie Super Soco mit café- und cruiser-gestylten E-Mopeds. Deren 45-km/h-Modelle laufen ebenfalls als L1e-B mit Führerschein AM. Als Alternative kommen auch Marken-Roller wie NIU infrage. Schnellere Baureihen fallen jedoch in höhere Klassen. Auch hier gilt: Die eingetragene Klasse entscheidet, nicht der Look.

Reichweite, Akku und Alltag

Die Reichweite eines Elektro-Choppers hängt am Akku, und die ist meist bescheidener als beim schlanken Roller. Citycoco-Modelle fahren häufig mit einem 60-Volt-Lithium-Akku und schaffen laut Hersteller rund 60 bis 80 Kilometer. Diese Zahlen sind Bestwerte unter idealen Bedingungen. Im echten Stadtverkehr, mit Zuladung und im Winter, liegt die Reichweite spürbar niedriger.

Ein Pluspunkt vieler Chopper ist der herausnehmbare Akku. Du kannst ihn zum Laden mit in die Wohnung nehmen, was ohne Steckdose in der Garage praktisch ist. Das Gewicht des Akkus liegt allerdings oft über 15 Kilogramm. Ladezeiten von vier bis sechs Stunden sind bei diesen Bauformen üblich.

Für den Alltag heißt das: Der E-Chopper ist ein Kurzstrecken-Stadtfahrzeug. Für den Weg zur Arbeit, kurze Besorgungen und die Runde durch die Stadt reicht er gut. Als Pendlerfahrzeug über lange Distanzen ist er weniger gedacht. Die breiten Reifen und der tiefe Sitz kosten außerdem etwas Effizienz.

Für wen lohnt sich ein Elektro-Chopper?

Der Elektro-Chopper ist ein Lifestyle-Fahrzeug, kein reines Nutzgerät. Käufer sind meist Stadt-Individualisten, Retro-Fans und alle, die den Cruiser-Look mögen. Die Emotion steht vor der reinen Reichweite. Wer ein auffälliges, entspanntes Stadtgefährt sucht, ist hier richtig.

Praktisch ist der 45er-Chopper für alle mit Pkw-Führerschein. Da AM in Klasse B steckt, brauchst du keine Zusatzprüfung. Auch Jugendliche ab 15 mit AM-Führerschein kommen infrage. Für sie ist der Chopper oft der erste eigene motorisierte Untersatz mit echter Straßenzulassung.

Weniger geeignet ist der E-Chopper für Vielfahrer und Langstrecken-Pendler. Wer täglich 40 Kilometer und mehr fährt, stößt schnell an die Reichweitengrenze. Auch für hügeliges Gelände sind viele Modelle nur bedingt ausgelegt. In diesen Fällen passt ein klassischer 45-km/h-Roller oder ein stärkeres L3e-Fahrzeug besser.

Chopper-E-Bike im Fatbike-Style — die Pedelec-Alternative

Wer die Chopper-Optik ohne Zulassungspflicht will, landet beim Chopper-E-Bike. Das sind Fatbike-Cruiser mit langem Radstand, dicken Reifen und tiefem Sitz, aber mit Pedalen und Tretlager. Als echtes Pedelec haben sie 250 Watt Nenndauerleistung und regeln bei 25 km/h ab. Damit sind sie rechtlich Fahrräder.

Der Vorteil liegt auf der Hand: kein Führerschein, kein Kennzeichen, keine Versicherungspflicht. Du fährst wie mit jedem Fahrrad auf Radwegen und brauchst keine Zulassung. Anbieter dieser Cruiser-Fatbikes sind etwa Rockbike, E-Streetbikes oder Ruff Cycles. Die Reichweiten liegen je nach Akku bei bis zu 65 Kilometern.

Ein Chopper-E-Bike ist damit die entspannte Fahrrad-Alternative zum zulassungspflichtigen Roller. Es ersetzt aber kein Kraftrad. Mehr als 25 km/h Unterstützung bietet ein Pedelec nicht; darüber beginnt die Zulassungspflicht. Wer schneller und ohne Treten fahren will, braucht den echten Elektro-Chopper samt Zulassung.

Häufige Fehlannahmen und die Gasgriff-Grauzone

Die gefährlichste Fehlannahme betrifft den Gasgriff. Manche Fatbike-Chopper werden mit 750 Watt und Gasgriff bis 45 km/h angeboten, aber als „E-Bike“ beworben. Das ist irreführend. Ein Fahrzeug mit Gasgriff, 750 Watt und 45 km/h ist faktisch ein Kleinkraftrad, kein Fahrrad. Ohne Zulassung darf es nur auf Privatgelände bewegt werden.

Eine zweite Fehlannahme ist die pauschale Tempo-Zuordnung. „Elektro-Chopper gleich 45 km/h“ stimmt nicht immer. Es gibt langsamere 25-km/h-Varianten und schnellere L3e-A1-Importe. Genauso falsch ist die Annahme, ein E-Chopper sei führerscheinfrei. Als Kraftrad braucht er immer mindestens die Klasse AM.

Zum Schluss ein Wort zum Tuning. Ein 45-km/h-Chopper ab Werk ist bereits die zugelassene Endstufe. Ein Entdrosseln, um schneller zu fahren, führt sofort in die Zulassungs- und Versicherungspflicht der höheren Klasse. Solche Umbauten gehören ausschließlich auf eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und nicht öffentliche Bereiche. Im öffentlichen Verkehr zählt allein die eingetragene Klasse.

Kaufkriterien-Checkliste für den Elektro-Chopper

Vor dem Kauf lohnt eine nüchterne Prüfung, denn der Look allein trägt nicht weit. Beginne bei der Fahrzeugklasse. Steht im COC-Papier L1e-B oder L3e-A1? Davon hängt ab, welchen Führerschein du brauchst und wie die Zulassung läuft. Ein 45er mit L1e-B ist der einfachste Fall.

Danach kommt die Leistung. Frage nach der Nenndauerleistung aus den Papieren, nicht nach der „bis zu“-Wattzahl. Prüfe außerdem den Akku: Kapazität in Wattstunden, herausnehmbar oder fest, Ladezeit und realistische Reichweite. Rechne die Herstellerreichweite konservativ herunter, gerade für Winter und Zuladung.

Zum Schluss die Formalien. Liegen COC- oder EWG-Papiere vollständig vor? Bekommst du das Versicherungskennzeichen problemlos? Passt die Sitzhöhe und die Zuladung zu dir? Wer diese Punkte klärt, kauft keinen Blender, sondern ein Fahrzeug, das er zulassungskonform und dauerhaft im Alltag bewegen kann.

Was ist ein Elektro-Chopper?

Ein Elektro-Chopper ist ein rein elektrischer Motorroller im Citycoco-Stil mit Harley-Optik, tiefem Sitz und breiten Reifen. Er fährt per Gasgriff ohne Tretzwang und ist damit ein Kraftrad. Deshalb gilt Zulassungspflicht mit Kennzeichen, Versicherung und Führerschein.

Ist ein Elektro-Chopper ein E-Bike oder ein Roller?

Ein Elektro-Chopper ist ein Roller, also ein Kraftrad, kein E-Bike. Er hat keine Pedale und wird über einen Gasgriff angetrieben. Ein E-Bike im Chopper-Look ist dagegen ein Pedelec mit Tretlager und gilt rechtlich als Fahrrad.

Welchen Führerschein braucht ein Elektro-Chopper?

Für einen 45-km/h-Chopper der Klasse L1e-B genügt die Klasse AM, die in Klasse B enthalten ist. Wer den Pkw-Führerschein hat, darf ohne Zusatzprüfung fahren. Schnellere L3e-A1-Chopper verlangen A1 oder die B196.

Wie schnell fährt ein Elektro-Chopper?

Die meisten in Deutschland verkauften Elektro-Chopper fahren bauartbedingt 45 km/h und laufen als L1e-B. Es gibt aber langsamere 25-km/h-Varianten und schnellere Citycoco-Importe in der Klasse L3e-A1. Die Aussage „Elektro-Chopper gleich 45 km/h“ gilt deshalb nicht pauschal.

Braucht ein Elektro-Chopper ein Kennzeichen?

Ja. Ein Elektro-Chopper ist ein Kraftrad und braucht ein Versicherungskennzeichen samt Kfz-Haftpflichtversicherung. Das kleine Kennzeichen bekommst du direkt bei der Versicherung. Dazu müssen gültige COC- oder EWG-Papiere vorliegen, sonst ist keine öffentliche Nutzung erlaubt.

Was ist ein Citycoco?

Citycoco bezeichnet die dickreifige Roller-Bauform, aus der fast alle Elektro-Chopper stammen. Typisch sind fette Reifen, ein breites Trittbrett und der wuchtige Harley-artige Rahmen. Coco Bike, eFlux und Forca bauen auf diesem Grundtyp auf.

Was ist der Unterschied zwischen E-Chopper und Chopper-E-Bike?

Der E-Chopper ist ein Kraftrad mit Gasgriff, rund 2 Kilowatt und Zulassungspflicht. Das Chopper-E-Bike ist ein Pedelec mit Pedalen, 250 Watt Nenndauerleistung und Abregelung bei 25 km/h. Es gilt als Fahrrad und braucht weder Führerschein noch Kennzeichen.

Braucht man für einen Elektro-Chopper eine B196?

Für einen 45-km/h-Chopper der Klasse L1e-B nicht. Dort genügt die Klasse AM, die in Klasse B steckt. Die B196 gilt nur für A1-Leichtkrafträder und wird erst bei schnelleren L3e-A1-Choppern relevant. Sie ist zudem nur in Deutschland gültig.

Ab welchem Alter darf man einen 45-km/h-Chopper fahren?

Für die Klasse AM gilt seit 2021 bundesweit ein Mindestalter von 15 Jahren. Damit darf ein 45-km/h-Chopper der Klasse L1e-B gefahren werden. Wer den Pkw-Führerschein besitzt, hat AM automatisch eingeschlossen.

Ist ein Chopper-E-Bike führerscheinfrei?

Ein echtes Chopper-E-Bike als Pedelec ist führerscheinfrei, weil es rechtlich ein Fahrrad ist. Das gilt nur bei 250 Watt Nenndauerleistung, Tretunterstützung und Abregelung bei 25 km/h. Ein Fatbike-Chopper mit Gasgriff und 750 Watt ist dagegen ein Kleinkraftrad und ohne Zulassung nur auf Privatgelände erlaubt.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Informationen zu Bauart, Fahrzeugklassen und Führerschein, keine Rechtsberatung. Fahrzeugklasse, Nenndauerleistung und Zulassungspapiere prüfst du vor dem Kauf am COC-Dokument und beim Fachhandel; Preise nennen wir bewusst nicht. Der Privatgelände-Passus entfällt, da dies keine Tuning-Aussage ist — ein zugelassener Elektro-Chopper wird straßenzugelassen im öffentlichen Verkehr genutzt. Umbauten zum Schnellermachen gehören ausschließlich auf eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und nicht öffentliche Bereiche.

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