Technik · Elektro-Wassersport
Elektro-Wassersport-Lexikon: Begriffe, Klassen und Technik erklärt
Elektro-Wassersport bringt viele neue Fachbegriffe mit. Dieses Lexikon erklärt Gerätearten, Antriebstechnik, Fahrbegriffe und Recht in einfachen Worten. Du schlägst nach, verstehst den Zusammenhang und liest jeden Ratgeber danach leichter.
Kurz gesagt: Elektro-Wassersport fasst alle Wassergeräte mit Elektroantrieb zusammen. Dazu zählen eFoil, Jetboard, E-Surfboard, E-SUP, Tauchscooter und E-Jetski. Der Antrieb läuft über einen Elektromotor mit Akku, einen Propeller oder einen Impeller. Wichtige Begriffe sind Mast, Tragflügel, Fuselage, ESC, BMS und IP-Schutz. Rechtlich zählen die Grenzen 2,21 kW für die Kennzeichnung und 7,5 kW für den Sportbootführerschein bei Elektroantrieb. Dieses Lexikon ordnet die Begriffe thematisch und ersetzt keine Rechtsberatung. Wo du fährst, hängt vom Gewässer und der Behörde ab.
Elektro-Wassersport: was dieses Lexikon abdeckt
Elektro-Wassersport meint jedes Wassergerät mit Elektroantrieb statt Muskelkraft oder Segel. Der Begriff bündelt sehr unterschiedliche Fahrzeuge unter einem Dach. Ein eFoil fliegt über dem Wasser, ein Tauchscooter zieht dich darunter hindurch. Beide gehören trotzdem zur selben Familie, weil ein Elektromotor sie antreibt.
Dieses Lexikon sortiert die Begriffe nach Themen, nicht alphabetisch. So siehst du sofort, welche Wörter zusammengehören. Gerätearten stehen am Anfang, danach folgen Antrieb, Energie und Recht. Jeden Begriff erklären wir in zwei bis vier Sätzen, ohne unnötigen Fachjargon.
Das Lexikon ist als Nachschlagewerk gedacht und ergänzt die tieferen Ratgeber. Wer die Grundbegriffe kennt, liest eine Kaufberatung oder einen Technik-Ratgeber deutlich schneller. Die Detailseiten zu eFoil-Kauf, Reichweite, Recht und einzelnen Marken vertiefen jedes Thema. Hier bekommst du das Fundament, auf dem diese Beiträge aufbauen. Den Gesamtüberblick bietet der Hub zum elektrischen Wassersport.
Übersicht: Geräteklassen, Kurzdefinition und Einsatz
Zum Einstieg hilft eine kompakte Übersicht der wichtigsten Geräteklassen. Sie zeigt, was ein Gerät ausmacht und wofür es typisch ist. Die Tabelle ersetzt keine Kaufberatung, sondern ordnet die Begriffe grob ein. Details zu Technik und Recht folgen in den späteren Abschnitten.
| Geräteklasse | Kurzdefinition | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| eFoil | Brett mit Tragflügel und Elektromotor, das über dem Wasser schwebt | ruhiges Gleiten auf Seen und Buchten, ab rund 12 km/h abheben |
| Jetboard | Brett mit Wasserstrahlantrieb, das flach auf dem Wasser liegt | schnelles Surfen ohne Welle, oft über 40 km/h Spitze |
| E-Surfboard | Oberbegriff für motorisierte Bretter, mit oder ohne Foil | Sammelname für eFoil und Jetboard im Sprachgebrauch |
| E-SUP | Stand-up-Paddle-Board mit elektrischem Zusatzantrieb (Fin-Motor) | entspanntes Cruisen, Rückweg gegen Wind und Strömung |
| Tauchscooter / Sea-Scooter | handgehaltener Unterwasserantrieb mit Propeller im Schutzkorb | Schnorcheln und Tauchen, Ziehen an oder unter der Oberfläche |
| E-Jetski / Wassermotorrad | motorisiertes Sitz- oder Stehgerät mit Wasserstrahlantrieb | schnelle Fahrten, rechtlich strengster Rahmen |
Die Grenzen zwischen diesen Klassen sind im Alltag fließend. Ein Hersteller nennt sein Gerät E-Surfboard, ein anderer spricht vom Jetboard. Für Technik und Recht zählt aber die Bauart, nicht der Prospektname. Genau diese Bauart schlüsseln die nächsten Abschnitte auf. Aktuelle Wassersport-Neuheiten sammelt der News-Bereich.
Gerätearten: eFoil, Hydrofoil und das Foilen
Ein eFoil ist ein Brett mit einem Tragflügel unter dem Rumpf und einem Elektromotor. Ab einer gewissen Geschwindigkeit hebt der Flügel das Brett aus dem Wasser. Du schwebst dann lautlos über der Oberfläche, nur der Mast bleibt im Wasser. Gesteuert wird über eine kabellose Funkfernbedienung in der Hand.
Der Hydrofoil ist die Tragfläche selbst, oft nur kurz Foil genannt. Das Wort stammt aus der Strömungslehre und beschreibt einen Flügel im Wasser. Er funktioniert wie eine Flugzeugtragfläche, nur im dichteren Medium Wasser. Weil Wasser rund 800-mal dichter als Luft ist, reicht ein kleiner Flügel für viel Auftrieb.
Foilen beschreibt den Zustand, in dem das Brett auf dem Flügel fliegt. Der Rumpf hat dann keinen Wasserkontakt mehr, der Widerstand sinkt stark. Dadurch fährt ein eFoil sehr effizient und wirkt fast schwerelos. Marken wie Fliteboard, Lift und Waydoo bauen solche Systeme, jede mit eigener Geometrie. Wie ein eFoil arbeitet, erklärt der Beitrag zur eFoil-Technik.
Gerätearten: Jetboard, E-Surfboard und E-SUP
Ein Jetboard liegt flach auf dem Wasser und hat keinen Tragflügel. Statt eines Propellers am Mast treibt es ein Wasserstrahlantrieb an. Es bleibt also auf der Oberfläche und surft wie ein motorisiertes Brett. Solche Boards erreichen oft mehr als 40 km/h und wirken deutlich sportlicher als ein eFoil. Das elektrische Surfboard bekommt einen eigenen Grundlagen-Beitrag.
E-Surfboard ist ein Sammelbegriff und keine eigene Technik. Im Sprachgebrauch meint das Wort mal ein eFoil, mal ein Jetboard. Manche nutzen es als Oberbegriff für alle motorisierten Bretter. Achte deshalb immer darauf, ob ein Foil im Spiel ist oder nicht.
Ein E-SUP ist ein Stand-up-Paddle-Board mit kleinem elektrischem Zusatzantrieb. Der Motor sitzt meist als Fin-Antrieb in der Finne und schiebt sanft nach. Du paddelst weiter, bekommst aber Unterstützung gegen Wind und Strömung. Damit gehört das E-SUP zum entspanntesten Ende des Elektro-Wassersports. Ein motorisiertes SUP mit Motor gehört ebenfalls dazu.
Gerätearten: Tauchscooter, Sea-Scooter und Seabob
Ein Tauchscooter zieht dich durch oder unter das Wasser statt darüber. Fachleute nennen ihn auch DPV, kurz für Diver Propulsion Vehicle. Du hältst ihn mit beiden Händen und lässt dich vom Propeller ziehen. Der Propeller sitzt in einem Schutzkorb, damit Finger und Haare nicht hineingeraten.
Sea-Scooter ist ein gängiges Synonym für den Tauchscooter. Der Begriff betont die Nutzung im offenen Wasser und beim Schnorcheln. Kleine Modelle ziehen dich an der Oberfläche, größere tauchen mehrere Meter tief. Die Tauchtiefe hängt von der Bauart und der Schutzart des Gehäuses ab.
Seabob ist keine Geräteart, sondern eine bekannte Marke des Herstellers Cayago. Der Name wird umgangssprachlich oft für alle Wasserschlitten benutzt. Ein Seabob ist ein leistungsstarker Wasserscooter zum Ziehen an der Oberfläche und darunter. Weil er einen kräftigen Antrieb hat, kann die rechtliche Einordnung je nach Gewässer streng ausfallen. Mehr zur Gattung steht im Beitrag zu Seabob und Sea-Scootern.
Gerätearten: E-Jetski und Wassermotorrad
Ein E-Jetski ist die elektrische Variante des klassischen Jetskis. Der Antrieb läuft über einen Wasserstrahl, nur der Verbrenner weicht einem Elektromotor. Es gibt Sitzmodelle für mehrere Personen und Stehmodelle für einzelne Fahrer. Diese Geräte sind meist die stärksten und schnellsten im ganzen Feld. Serienmodelle zeigt der Beitrag zum Elektro-Jetski.
Der Begriff Wassermotorrad ist die rechtliche Bezeichnung, nicht der Werbename. Die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung definiert ihn in § 2 Absatz 1 Nummer 21. Gemeint sind motorisierte Wassersportgeräte mit Wasserstrahlantrieb, etwa Jetski oder Wasserscooter. Auch ein Jetboard fällt wegen seines Antriebs unter diese Definition.
Für den Alltag ist der Unterschied zwischen Werbe- und Rechtsbegriff wichtig. Ein Gerät kann als Surfbrett verkauft werden und trotzdem ein Wassermotorrad sein. Maßgeblich ist der Wasserstrahlantrieb, nicht das Etikett auf der Verpackung. Deshalb steht diese Einordnung am Anfang jeder ehrlichen Rechtsprüfung.
Technik: Mast, Tragflügel und Fuselage
Der Mast ist die senkrechte Strebe zwischen Brett und Tragflügel. An seinem unteren Ende sitzt bei vielen eFoils der Motor mit dem Propeller. Ein längerer Mast erlaubt höhere Flughöhe und mehr Spielraum bei Wellen. Ein kürzerer Mast verzeiht Anfängern mehr und fühlt sich stabiler an.

Der Tragflügel besteht aus dem vorderen Frontflügel und dem hinteren Stabilisator. Der Frontflügel erzeugt den Auftrieb, der das Brett anhebt. Ein großer Flügel hebt schon bei niedrigem Tempo ab und bleibt ruhig. Ein kleiner Flügel braucht mehr Geschwindigkeit, fährt dafür schneller und wendiger.
Die Fuselage ist das waagerechte Verbindungsrohr zwischen Front- und Heckflügel. Sie hält beide Flügel im richtigen Abstand und Winkel zueinander. Eine lange Fuselage macht das Foil ruhig und gutmütig. Eine kurze Fuselage reagiert schneller und dreht enger, verlangt aber mehr Können.
Technik: Impeller, Jet und Propeller
Der Propeller ist eine offen laufende Schraube, meist am Fuß des Masts. Er schiebt das Wasser nach hinten und treibt das eFoil voran. Offene Propeller arbeiten sehr effizient und erreichen oft 75 bis 85 Prozent Wirkungsgrad. Zum Schutz sitzt häufig ein Ring oder Käfig um das Blatt herum.

Ein Impeller ist ein Propeller innerhalb eines geschlossenen Gehäuses. Er saugt Wasser an und presst es durch eine Düse nach hinten. Genau das ist der Wasserstrahlantrieb, den Jetboards und Jetskis nutzen. Der Jet ist unempfindlicher gegen Berührung, arbeitet aber mit rund 30 bis 40 Prozent oft weniger effizient.
Beide Antriebe haben klare Stärken und Schwächen. Der Propeller ist sparsamer und sorgt für mehr Reichweite pro Akkuladung. Der Jet ist sicherer im Kontakt und robuster bei Grundberührung im flachen Wasser. Welche Lösung besser passt, hängt von Revier, Tempo und Fahrstil ab.
Technik: ESC, Motor und Steuerung
Der Motor ist bei fast allen Geräten ein bürstenloser Gleichstrommotor. Fachleute kürzen ihn als BLDC ab, also Brushless Direct Current. Er ist wartungsarm, weil keine Kohlebürsten verschleißen. Sein Gehäuse ist wasserdicht gekapselt, denn er läuft direkt im Wasser.
Der ESC steuert die Drehzahl des Motors und heißt Electronic Speed Controller. Er wandelt den Gleichstrom des Akkus in dreiphasigen Wechselstrom für den Motor um. Über ihn regelt die Fernbedienung, wie viel Schub gerade anliegt. Der ESC erzeugt Wärme und wird deshalb oft über das Board oder Wasser gekühlt.
Die Steuerung läuft bei eFoils über eine kabellose Handfernbedienung. Sie sendet per Funk an das Board und regelt die Leistung stufenlos. Bei Tauchscootern sitzt der Auslöser dagegen direkt am Griff. Fällt die Verbindung aus, schaltet ein gut gebautes System den Antrieb sicher ab.
Energie: Akku, Wh, kWh und BMS
Der Akku ist das Herz jedes Elektro-Wassersportgeräts und meist ein Lithium-Ionen-Pack. Seine Kapazität steht in Wattstunden, kurz Wh. Ein größerer Wert bedeutet mehr Energie und damit tendenziell mehr Fahrzeit. Viele eFoil-Akkus liegen grob im Bereich von 1.000 bis 2.000 Wh.
Die Einheit kWh ist einfach die größere Schwester der Wattstunde. Eine Kilowattstunde entspricht 1.000 Wattstunden. Ein 1,5-kWh-Akku speichert also 1.500 Wh Energie. Rechne die Reichweite aber nie stur aus der Kapazität hoch, denn Gewicht, Tempo und Wind kosten viel Energie.
Das BMS ist das Battery Management System und überwacht den Akku laufend. Es misst Zellspannung und Temperatur und gleicht die Zellen untereinander aus. Bei Überhitzung, Tiefentladung oder Kurzschluss schaltet es schützend ab. Ein gutes BMS ist der wichtigste Schutz gegen einen gefährlichen Zellfehler.
Schutzart: IP-Schutz und Dichtigkeit
Der IP-Schutz beschreibt, wie gut ein Gehäuse gegen Staub und Wasser dicht ist. Der Code steht für International Protection und folgt der Norm IEC 60529. Er besteht aus zwei Ziffern, etwa IP67 oder IP68. Die erste Ziffer meint Staub, die zweite meint Wasser.
Für Wassersport zählt vor allem die zweite Ziffer, also der Wasserschutz. IPX7 bedeutet dichtes Untertauchen bis 1 Meter für 30 Minuten. IPX8 steht für dauerhaftes Untertauchen unter vom Hersteller genannten Bedingungen. Akkus und Motoren im Wasser brauchen deshalb hohe Schutzklassen wie IP67 oder IP68.
Ein hoher IP-Wert ersetzt aber keine Pflege der Dichtungen. Salzwasser und Sand greifen O-Ringe und Deckel mit der Zeit an. Nach jeder Fahrt lohnt ein Spülen mit Süßwasser und ein Blick auf die Dichtungen. So bleibt die angegebene Schutzart über die Jahre wirklich erhalten.
Fahrbegriffe: Take-off, Foilen und Cavitation
Take-off ist der Moment, in dem das Brett aus dem Wasser steigt. Bis dahin pflügt der Rumpf durch das Wasser und bremst. Sobald genug Tempo anliegt, trägt der Flügel und das Brett hebt ab. Je nach Board und Flügel geschieht das grob ab 12 bis 18 km/h.
Foilen ist die eigentliche Fahrphase über der Wasseroberfläche. Der Rumpf hat keinen Kontakt mehr, nur der Mast schneidet durchs Wasser. Der Widerstand sinkt stark, weshalb das Gerät ruhig und sparsam gleitet. Kleine Gewichtsverlagerungen steuern dann Höhe und Richtung.
Cavitation, auf Deutsch Kavitation, beschreibt Dampfblasen am Propeller bei hoher Belastung. Der Druck fällt lokal so stark, dass Wasser verdampft und Blasen bildet. Diese Blasen mindern den Schub und können das Material angreifen. Bei einem gekapselten Impeller tritt Kavitation erst bei höheren Geschwindigkeiten auf als am offenen Propeller.
Sicherheit: Kill-Switch, Leash und Ausrüstung
Der Kill-Switch ist die wichtigste Sicherheitsfunktion beim Elektro-Wassersport. Er stoppt den Motor sofort, wenn du das Gerät verlierst oder stürzt. Meist steckt er in der Fernbedienung oder in einer magnetischen Reißleine. Ohne aktiven Kill-Switch sollte kein Gerät jemals losfahren.
Die Leash ist eine Sicherheitsleine zwischen Fahrer und Fernbedienung oder Board. Reißt der Kontakt, löst der Kill-Switch aus und der Antrieb schaltet ab. So dreht ein Gerät nach einem Sturz nicht führerlos weiter. Diese Kombination schützt dich und andere Menschen im Wasser.
Zur Grundausrüstung gehören außerdem Schwimmweste, Helm und passender Neoprenanzug. Eine Prallschutzweste dämpft Stürze und hält dich an der Oberfläche. Ein Helm schützt vor dem harten Kontakt mit Brett oder Mast. Handschuhe und feste Schuhe runden die Ausrüstung bei kaltem Wasser ab.
Recht: Kennzeichnungspflicht und kW-Grenzen
Beim Recht zählen vor allem zwei Leistungsgrenzen aus dem Bundesrecht. Auf Binnenschifffahrtsstraßen brauchen Fahrzeuge über 2,21 kW ein Kennzeichen. Dieser Wert entspricht rund 3 PS und steht in der KlFzKV-BinSch. Fast jedes motorisierte Gerät liegt über dieser Grenze und ist damit kennzeichnungspflichtig.

Die zweite Grenze betrifft den Sportbootführerschein und die Antriebsleistung. Bei einem Elektromotor beginnt die Führerscheinpflicht bei 7,5 kW. Bei einem Verbrennungsmotor liegt sie höher, nämlich bei 11,03 kW und damit 15 PS. Die elektrische Grenze von 7,5 kW gilt seit dem 1. Januar 2023.
Wichtig ist, dass Kennzeichnung und Führerschein zwei getrennte Pflichten sind. Ein Gerät kann kennzeichnungspflichtig sein und trotzdem führerscheinfrei bleiben. Umgekehrt ersetzt ein Führerschein nie die Kennzeichnung oder die Versicherung. Die Details je Geräteart vertiefen die Rechtsseiten zu eFoil und Jetboard.
Recht: Wassermotorrad, WasMotRV und Gewässer
Für schnelle Geräte mit Wasserstrahlantrieb greift das Wassermotorrad-Recht. Auf Binnenschifffahrtsstraßen regelt die Wassermotorräder-Verordnung, kurz WasMotRV, die Nutzung. Erlaubt ist das Fahren nur auf ausdrücklich ausgewiesenen Strecken. Diese Strecken tragen das Sichtzeichen E.22 und stehen in einem amtlichen Verzeichnis.
Auf Seeschifffahrtsstraßen gilt eine eigene Logik über die SeeSchStrO. Im Fahrwasser ist das Fahren grundsätzlich verboten, erlaubt sind Flächen mit Zeichen B.8. Nahe dem Ufer gilt zudem oft ein Tempolimit von 4,3 Knoten innerhalb von 500 Metern. Diese Regeln schützen Badende und die Natur an der Küste.
Ganz anders sieht es auf vielen Seen und Landesgewässern aus. Sie fallen nicht unter das Bundesrecht, sondern unter Landeswassergesetze und Befahrensregeln. Auf zahlreichen Binnenseen ist der Motorbetrieb komplett verboten. Verbindlich ist immer die zuständige Wasserbehörde, nicht eine allgemeine Karte aus dem Netz. Was fürs eFoil gilt, klärt die eFoil-Rechtslage in Deutschland.
Sicherheit und Umwelt: verantwortungsvoll fahren
Elektro-Wassersport ist leise, aber nicht ohne Wirkung auf die Natur. Wellen, Tempo und Nähe zum Ufer stören Vögel, Fische und Pflanzen. Halte deshalb Abstand zu Schilfzonen, Nistplätzen und Badebereichen. Schutzgebiete und Nationalparks sind für motorisierte Geräte meist tabu.
Auch die Sicherheit anderer Menschen gehört zu jeder Ausfahrt. Fahre nur bei guter Sicht und meide belebte Badezonen und enge Buchten. Ein Sturz aus dem Foil kann andere Wassersportler treffen. Ein aktiver Kill-Switch und eine Leash sind hier Pflicht, nicht Kür.
Für rechtssichere Fahrten bleibt eine einfache Linie bestehen. Nutze dein Gerät nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Für Fahrten außerhalb freigegebener Flächen kommt nur nichtöffentliches Privatgelände infrage. Solches Gelände muss der Allgemeinheit tatsächlich nicht zugänglich sein.
Was bedeutet Elektro-Wassersport genau?
Elektro-Wassersport fasst alle Wassergeräte mit Elektroantrieb zusammen. Dazu zählen eFoil, Jetboard, E-Surfboard, E-SUP, Tauchscooter und E-Jetski. Angetrieben werden sie von einem Elektromotor mit Akku, über einen Propeller oder einen Impeller. Der Begriff meint die Antriebsart, nicht eine einzelne Geräteform.
Was ist der Unterschied zwischen eFoil und Jetboard?
Ein eFoil hat einen Tragflügel und hebt ab einem gewissen Tempo aus dem Wasser. Es fliegt dann lautlos über der Oberfläche. Ein Jetboard bleibt flach auf dem Wasser und nutzt einen Wasserstrahlantrieb. Es surft schneller und sportlicher, hat aber keinen Foil.
Was ist eine Fuselage beim eFoil?
Die Fuselage ist das waagerechte Rohr, das Frontflügel und Heckflügel verbindet. Sie hält beide Flügel im richtigen Abstand und Winkel. Eine lange Fuselage fährt ruhig und gutmütig. Eine kurze Fuselage reagiert schneller und dreht enger, verlangt aber mehr Können.
Was ist der Unterschied zwischen Propeller und Impeller?
Ein Propeller läuft offen und schiebt das Wasser direkt nach hinten. Er ist sehr effizient und sitzt bei eFoils oft am Fuß des Masts. Ein Impeller läuft in einem geschlossenen Gehäuse und presst Wasser durch eine Düse. Genau das ist der Wasserstrahlantrieb bei Jetboards und Jetskis.
Was bedeuten Wh und kWh beim Akku?
Wh steht für Wattstunde und beschreibt die gespeicherte Energie im Akku. Ein höherer Wert bedeutet tendenziell mehr Fahrzeit. Eine kWh ist eine Kilowattstunde und entspricht 1.000 Wh. Die reale Reichweite hängt aber stark von Gewicht, Tempo und Wind ab.
Was sagt der IP-Schutz aus?
Der IP-Schutz nach IEC 60529 beschreibt die Dichtigkeit gegen Staub und Wasser. Die erste Ziffer meint Staub, die zweite Wasser. IPX7 bedeutet Untertauchen bis 1 Meter für 30 Minuten, IPX8 dauerhaftes Untertauchen. Akkus und Motoren im Wasser brauchen hohe Klassen wie IP67 oder IP68.
Was ist ein Kill-Switch und wozu dient er?
Der Kill-Switch stoppt den Motor sofort, wenn du das Gerät verlierst oder stürzt. Meist steckt er in der Fernbedienung oder in einer magnetischen Reißleine, der Leash. So dreht ein Gerät nach einem Sturz nicht führerlos weiter. Ohne aktiven Kill-Switch sollte kein Gerät losfahren.
Ab welcher Leistung brauche ich ein Kennzeichen oder einen Führerschein?
Auf Binnenschifffahrtsstraßen brauchen Fahrzeuge über 2,21 kW ein Kennzeichen nach der KlFzKV-BinSch. Der Sportbootführerschein wird bei Elektroantrieb ab 7,5 kW Pflicht, bei Verbrenner ab 11,03 kW. Kennzeichnung und Führerschein sind getrennte Pflichten. Verbindlich ist die zuständige Wasserbehörde.
Ist ein Sea-Scooter dasselbe wie ein Seabob?
Nicht ganz. Sea-Scooter und Tauchscooter sind allgemeine Begriffe für handgehaltene Unterwasserantriebe. Seabob ist dagegen eine bekannte Marke des Herstellers Cayago. Der Name wird umgangssprachlich oft für alle Wasserschlitten benutzt, meint aber ein konkretes Produkt.
Hinweis: Dieses Lexikon liefert allgemeine Erklärungen zu Begriffen, Technik und Recht im Elektro-Wassersport, keine Rechtsberatung. Die rechtlichen Werte beruhen auf SeeSchStrO, KlFzKV-BinSch, SpFV und WasMotRV; Rechtsstand August 2026. Verordnungen und örtliche Regeln ändern sich, verbindlich ist die zuständige Wasserbehörde bzw. das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Nutze motorisierte Wassergeräte nur auf ausdrücklich freigegebenen Flächen oder auf nichtöffentlichem Privatgelände, das der Allgemeinheit tatsächlich nicht zugänglich ist.
