Jetboard mit Wasserstrahlantrieb auf freigegebener Wasserfläche, Symbolbild für Kennzeichen, Führerschein und Versicherung

Recht · Elektro-Wassersport

Jetboard: Kennzeichen, Führerschein und Jetboard-Versicherung

Ein Jetboard mit Wasserstrahlantrieb gilt rechtlich als Wassermotorrad. Daran hängen Kennzeichnung, Sportbootführerschein, Gewässerfreigabe und die passende Versicherung. Hier trennen wir diese vier Punkte sauber.

⏱ 13 Min. Lesezeit · Rechtsstand: 6. August 2026

Kurz gesagt: Die Jetboard-Versicherung ist nur eine von vier Rechtsfragen, die du klären musst. Ein Jetboard treibt sich per Wasserstrahl an. Damit fällt es unter die Definition des Wassermotorrads nach § 2 Absatz 1 Nummer 21 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Daran hängen die Kennzeichnungspflicht über 2,21 kW, der Sportbootführerschein ab 7,5 kW bei Elektroantrieb und harte Gewässerregeln. Die meisten Jetboards liegen bei rund 10 bis 11 kW und sind damit in der Regel führerscheinpflichtig. Kennzeichnung, Führerschein, Gewässerfreigabe und Versicherung sind vier verschiedene Dinge. Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechtsstand: 6. August 2026.

Warum ein Jetboard rechtlich ein Wassermotorrad ist

Ein Jetboard ist ein motorisiertes Brett mit Wasserstrahlantrieb. Genau dieser Antrieb entscheidet über die rechtliche Einordnung. Die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung definiert ein Wassermotorrad in § 2 Absatz 1 Nummer 21. Gemeint sind motorisierte Wassersportgeräte mit Wasserstrahlantrieb, etwa Jetski, Wasserscooter oder Wasserbob. Wie sich ein Elektro-Jetski rechtlich einordnet, zeigt der eigene Ratgeber.

Ein Jetboard passt in diese Beschreibung. Es hat einen Motor und schiebt sich per Düse durchs Wasser. Damit greifen die Regeln für Wassermotorräder, nicht die Regeln für ein einfaches Sportgerät. Diese Einordnung zieht Kennzeichnung, Führerschein und Gewässerregeln nach sich.

Der Name auf der Verpackung ändert daran nichts. Ob ein Hersteller von Jetboard, Powerboard oder Surfbrett spricht, ist rechtlich zweitrangig. Maßgeblich ist die Technik, also der Wasserstrahlantrieb. Deshalb steht diese Einordnung am Anfang jeder ehrlichen Rechtsprüfung. Den Rahmen dazu spannt der Hub zum elektrischen Wassersport.

Wasserstrahlantrieb: der Unterschied zum eFoil

Ein eFoil und ein Jetboard sind rechtlich nicht dasselbe. Ein eFoil trägt eine Tragfläche unter dem Brett und einen Propeller am Mast. Ein Jetboard schwimmt flach auf und nutzt einen Wasserstrahl. Dieser Unterschied im Antrieb wirkt sich auf die Einordnung aus. Hydroflight-Geräte wie das Flyboard sind technisch nochmal eine eigene Kategorie.

Für das Jetboard greift die Wassermotorrad-Definition sehr deutlich, weil der Wasserstrahlantrieb ausdrücklich genannt ist. Beim eFoil ist die Einordnung im Detail umstrittener und hängt stärker vom Einzelfall ab. Verlass dich deshalb nicht auf eFoil-Faustregeln, wenn du ein Jetboard fährst. Die eFoil-Vorschriften sind ein eigenes Thema mit eigener Logik. Die eFoil-Vorschriften in Deutschland liest du separat nach.

Für dich heißt das eine klare Linie. Beim Jetboard gehst du sicher davon aus, dass Wassermotorrad-Recht gilt. Das ist der strengere Rahmen und schützt dich vor Fehlannahmen. Wer beide Sportgeräte kennt, sollte die Regeln trotzdem getrennt lesen.

Kennzeichnungspflicht: über 2,21 kW brauchst du ein Kennzeichen

Auf Binnenschifffahrtsstraßen gilt eine klare Leistungsgrenze für die Kennzeichnung. Wasserfahrzeuge mit einer Antriebsmaschine über 2,21 kW müssen ein Kennzeichen führen. Das entspricht rund 3 PS. Die Grundlage ist die Binnenschifffahrt-Kennzeichnungsverordnung, kurz KlFzKV-BinSch.

Infografik kW-Grenzen fürs Jetboard: Kennzeichnung über 2,21 kW, Führerschein ab 7,5 kW Elektro
Infografik kW-Grenzen fürs Jetboard: Kennzeichnung über 2,21 kW, Führerschein ab 7,5 kW Elektro

Nahezu jedes Jetboard liegt deutlich über dieser Grenze. Damit ist die Kennzeichnung auf Binnenwasserstraßen für ein Jetboard der Regelfall. Das Kennzeichen wird in mindestens 10 Zentimeter hohen Zeichen angebracht. Es besteht aus Buchstaben und Ziffern in einer Kontrastfarbe.

Die Kennzeichnung ist eine eigene Pflicht und nicht mit dem Führerschein zu verwechseln. Auch wer keinen Führerschein braucht, kann kennzeichnungspflichtig sein. Und wer ein Kennzeichen führt, hat damit noch keine Versicherung. Diese Punkte prüfst du sauber getrennt voneinander.

Das amtliche Kleinfahrzeugkennzeichen beantragst du bei der zuständigen Stelle. Muskelbetriebene Boote und Fahrzeuge unter 2,21 kW sind ausgenommen. Für ein motorisiertes Jetboard gilt diese Ausnahme aber praktisch nie. Klär vor dem ersten Einsatz, welches Kennzeichen dein Revier verlangt.

Der Antrag läuft in der Praxis über eine anerkannte Stelle. Für das Binnen-Kleinfahrzeugkennzeichen sind das die vom Verkehrsministerium beliehenen Verbände. Dazu zählen der ADAC, der Deutsche Motoryachtverband (DMYV) und der Deutsche Segler-Verband (DSV). Du reichst dort einen Eigentumsnachweis und die technischen Daten des Jetboards ein. Nach der Prüfung bekommst du das Kennzeichen mit einem festen Kennungsblock zugeteilt. Diese Kennung bringst du dann in der vorgeschriebenen Zeichenhöhe am Board an. Der genaue Ablauf und die einzureichenden Unterlagen stehen bei der jeweiligen Stelle. Frag dort auch nach, ob dein konkretes Revier weitere Nachweise verlangt.

Sportbootführerschein: die 7,5-kW-Grenze bei Elektro

Der Sportbootführerschein hängt an der Antriebsleistung. Die Grundlage ist die Sportbootführerscheinverordnung, kurz SpFV. Für einen Elektromotor liegt die Grenze bei 7,5 kW. Für einen Verbrennungsmotor liegt sie bei 11,03 kW, also 15 PS.

Diese elektrische Grenze gilt seit dem 1. Januar 2023. Sie wurde nach Angaben der Behörden aus Gründen der Verkehrssicherheit eingeführt. Vorher orientierte sich die Praxis stärker an der höheren Verbrennergrenze. Für Jetboards mit E-Antrieb ist deshalb die 7,5-kW-Marke der entscheidende Wert.

Überschreitet dein Jetboard 7,5 kW Elektroleistung, brauchst du einen Sportbootführerschein. Unter dieser Grenze kann die Führerscheinpflicht entfallen. Kennzeichnung und Gewässerregeln bleiben davon aber unberührt. Ein fehlender Führerschein bedeutet nie automatisch freie Fahrt.

Warum die meisten Jetboards führerscheinpflichtig sind

Handelsübliche Jetboards sind stark motorisiert. Viele Modelle liegen bei rund 10 bis 11 kW Dauerleistung. Das ist deutlich mehr als die 7,5 kW der elektrischen Führerscheingrenze. In der Regel ist ein Jetboard damit führerscheinpflichtig. Was ein Jetboard technisch ausmacht, klärt der Grundlagen-Beitrag.

Diese Aussage gilt bewusst als Faustregel, nicht als Zusicherung. Die genaue Leistung steht in den Papieren deines Modells. Prüfe die ausgewiesene Nennleistung, bevor du losfährst. Nur dieser Wert entscheidet über die Führerscheinpflicht, nicht die Werbung.

Verlass dich nicht auf pauschale Sätze aus dem Prospekt. Manche Anbieter stellen Jetboards als führerscheinfrei dar. Bei rund 10 kW ist das für die meisten Modelle nicht haltbar. Kläre die Leistung im Zweifel bei der zuständigen Wasserbehörde.

Führerschein Binnen oder See: welchen du wann brauchst

Der Sportbootführerschein kommt in zwei Geltungsbereichen. Der Sportbootführerschein Binnen gilt auf Binnenschifffahrtsstraßen. Der Sportbootführerschein See gilt auf Seeschifffahrtsstraßen. Beide beruhen auf der Sportbootführerscheinverordnung.

Welcher Schein passt, hängt vom geplanten Gewässer ab. Wer nur auf einem Binnengewässer fährt, braucht den Binnen-Schein. Wer an die Küste will, braucht den See-Schein. Manche Wassermotorrad-Fahrer legen beide Prüfungen ab.

Der Führer eines Wassermotorrads muss diesen Schein besitzen, sobald die Leistungsgrenze überschritten ist. Für ein typisches Jetboard mit rund 10 kW ist das der Normalfall. Kläre vor dem Kauf, welchen Schein dein Wunschrevier verlangt. So vermeidest du eine teure Fehlplanung.

Wo du auf Seeschifffahrtsstraßen fahren darfst

Auf Seeschifffahrtsstraßen ist das Fahren im Fahrwasser grundsätzlich verboten. Diese Regel steht in § 31 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Erlaubt ist das Fahren nur auf ausgewiesenen Flächen. Solche Flächen sind mit dem Sichtzeichen B.8 gekennzeichnet.

Außerhalb des Fahrwassers ist das Fahren grundsätzlich möglich. Es gibt aber viele Ausnahmen und Sperrzonen. Dazu zählen Reeden, Bereiche nahe Hafeneinfahrten und Schutzgebiete. In Nationalpark-Zonen und bestimmten Naturschutzgebieten ist das Fahren komplett untersagt.

Zusätzlich gilt nahe erkennbarer Badezonen ein Tempolimit. Innerhalb von 500 Metern vom Ufer sind höchstens 4,3 Knoten erlaubt. Diese Regeln schützen Badende und die Natur. Prüfe vor jeder Ausfahrt die örtlichen Bekanntmachungen des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts.

Wo du auf Binnenschifffahrtsstraßen fahren darfst

Auf Binnenschifffahrtsstraßen ist das Fahren mit Wassermotorrädern stark begrenzt. Die Grundlage ist die Wassermotorräder-Verordnung, kurz WasMotRV. Erlaubt ist das Fahren nur auf ausdrücklich ausgewiesenen Strecken. Diese Strecken sind mit dem Sichtzeichen E.22 markiert.

Außerhalb dieser Strecken ist das Wassermotorradfahren untersagt. Ausnahmen gelten nur für die kürzeste Anfahrt zu einer freigegebenen Fläche. Auch eine reine Durchfahrt kann erlaubt sein. Die freigegebenen Strecken sind in einem amtlichen Verzeichnis gelistet.

Für ein Jetboard bedeutet das eine enge Nutzung. Viele Flüsse und Kanäle sind für Wassermotorräder komplett gesperrt. Nur wenige ausgewiesene Abschnitte stehen zur Verfügung. Prüfe die aktuelle Streckenliste, bevor du dein Jetboard ins Wasser lässt.

Landesgewässer und Seen: oft komplett gesperrt

Nicht alle Gewässer sind Bundeswasserstraßen. Viele Seen und Flussabschnitte sind Landesgewässer. Für sie gelten die Regeln des jeweiligen Bundeslandes und oft der Gemeinden. Diese Regeln sind häufig strenger als das Bundesrecht.

Auf zahlreichen Seen ist das Fahren mit Wassermotorrädern ganz verboten. Landesschifffahrtsverordnungen und Befahrensregeln sperren viele Binnenseen für den Motorbetrieb. Ein Jetboard fällt dann unter dieses Verbot. Eine Bundesregel hilft dir hier nicht weiter.

Prüfe deshalb immer die konkrete Zuständigkeit für dein Gewässer. Bund, Land und Kommune regeln unterschiedliche Bereiche. Die zuständige Wasserbehörde oder das Ordnungsamt gibt verbindliche Auskunft. Verlass dich nicht auf eine allgemeine Karte aus dem Netz.

Auch Badeseen und Naturschutzflächen sind meist tabu. Dort steht der Schutz von Badenden und Tieren über dem Fahrspaß. Ein Verstoß wird schnell teuer und verärgert Anwohner. Frag im Zweifel vor Ort, statt später ein Bußgeld zu zahlen.

Jetboard-Versicherung: warum die Privathaftpflicht selten greift

Bei der Jetboard-Versicherung führt die private Haftpflicht oft in die Irre. Viele Policen schließen motorbetriebene Wasserfahrzeuge aus oder decken sie nur eng. Ein Jetboard hat einen Motor und fällt häufig unter genau diese Ausschlussklausel. Im Schadenfall stehst du dann ohne Schutz da.

Schaubild Jetboard-Versicherung: Privathaftpflicht-Ausschluss, Wassersporthaftpflicht und Kasko
Schaubild Jetboard-Versicherung: Privathaftpflicht-Ausschluss, Wassersporthaftpflicht und Kasko

Der Grund liegt in der Bauart. Für die private Haftpflicht ist ein Jetboard kein harmloses Sportgerät. Es gilt als motorisiertes Wasserfahrzeug mit erheblichem Schadenpotenzial. Deshalb greift die Standardpolice regelmäßig nicht.

Prüfe deine Bedingungen deshalb wörtlich, nicht nach Gefühl. Suche nach den Stichworten Wasserfahrzeug, Motorboot und Wassermotorrad. Frag im Zweifel schriftlich beim Versicherer nach. Nur eine klare Bestätigung schützt dich vor bösen Überraschungen.

Manche Policen decken kleine Elektroantriebe bis zu einer Wattgrenze mit ab. Für ein Jetboard mit rund 10 kW reicht das aber selten. Die Leistung liegt schlicht zu hoch für eine solche Einschlussklausel. Lass dir die Deckung für dein konkretes Modell bestätigen.

Wassersport- und Bootshaftpflicht fürs Jetboard

Den eigentlichen Schutz bietet meist eine eigene Police. Eine Wassersport- oder Bootshaftpflicht ist auf motorisierte Wasserfahrzeuge zugeschnitten. Sie deckt Schäden ab, die du anderen mit dem Jetboard zufügst. Genau das leistet die private Haftpflicht in vielen Fällen nicht.

Für Diebstahl und Beschädigung kommt eine Wassersportkasko infrage. Sie sichert das Gerät selbst ab, etwa bei Sturz, Kollision oder Verlust. Auch Bergungskosten können darunter fallen. Ob sich eine Kasko lohnt, hängt von Wert und Nutzung ab.

Kläre außerdem die Deckung im Salzwasser und im Ausland. Manche Policen gelten nur für Binnengewässer in Deutschland. Wer an der Küste oder im Urlaub fährt, braucht oft eine erweiterte Deckung. Die Details fürs eFoil und Jetboard vertieft der Beitrag zur Versicherung für elektrischen Wassersport.

Mindestalter und weitere Pflichten

Ein Sportbootführerschein setzt ein Mindestalter voraus. Für den Sportbootführerschein Binnen liegt es üblicherweise bei 16 Jahren. Für den See-Schein gilt regelmäßig ebenfalls ein Mindestalter. Die genaue Grenze richtet sich nach der Sportbootführerscheinverordnung.

Neben Alter und Schein gibt es weitere Pflichten. Auf See kann eine Registrierung des Wassermotorrads verlangt sein. Dazu regelt § 2 der See-Sportbootverordnung die Ausweispflicht. Rettungsweste und angemessene Ausrüstung sind zusätzlich dringend zu empfehlen.

Diese Pflichten gelten unabhängig voneinander. Ein bestandener Führerschein ersetzt keine Kennzeichnung. Eine Kennzeichnung ersetzt keine Versicherung. Und keine dieser Pflichten öffnet dir ein gesperrtes Gewässer. Plane alle Punkte getrennt ein.

Bußgeld- und Haftungsrisiko

Wer ohne Führerschein oder Kennzeichnung fährt, riskiert ein Bußgeld. Die zuständigen Behörden ahnden Verstöße auf Bundeswasserstraßen konsequent. In Schutzgebieten und Badezonen fällt die Ahndung besonders streng aus. Die genaue Höhe hängt vom Einzelfall und der Zuständigkeit ab.

Schwerer wiegt oft das Haftungsrisiko. Ohne passende Police haftest du im Schadenfall persönlich. Bei Personenschäden können die Summen schnell hoch ausfallen. Eine fehlende Versicherung kann dich finanziell dauerhaft treffen.

Auch der Naturschutz ist kein Randthema. Fahren in gesperrten Zonen kann als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Nationalparks und Naturschutzgebiete sind besonders sensibel. Halte dich strikt an die ausgewiesenen Flächen und Zeiten.

Ein weiterer Punkt betrifft die Betriebserlaubnis am Wasser. Wer ein Jetboard umbaut oder leistungsstärker macht, riskiert Ärger mit der Abnahme. Auch die Versicherung kann eine unerlaubte Änderung als Grund zur Leistungskürzung sehen. Lass technische Eingriffe im Zweifel fachlich prüfen und dokumentieren.

Übersicht: Gewässertyp, Kennzeichnung, Führerschein, Zuständigkeit

Die folgende Tabelle bündelt die vier Kernfragen nach Gewässertyp. Sie ist eine Orientierung, keine verbindliche Genehmigung. Für dein konkretes Gewässer zählt am Ende die zuständige Behörde. Prüfe die aktuellen Bekanntmachungen vor jeder Ausfahrt.

Übersichtsgrafik Gewässertyp gegen Kennzeichnung, Führerschein und Zuständigkeit fürs Jetboard
Übersichtsgrafik Gewässertyp gegen Kennzeichnung, Führerschein und Zuständigkeit fürs Jetboard
Gewässertyp Kennzeichnung Führerschein (Jetboard ~10 kW) Zuständigkeit
Binnenschifffahrtsstraße (Bund) Kennzeichen ab > 2,21 kW (KlFzKV-BinSch) Sportbootführerschein Binnen (E-Grenze 7,5 kW überschritten) Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt
Seeschifffahrtsstraße (Bund) Kennzeichnung/Registrierung nach See-Sportbootverordnung Sportbootführerschein See (E-Grenze 7,5 kW überschritten) Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt
Nur ausgewiesene Wassermotorradflächen Kennzeichen wie oben Führerschein wie oben Zeichen B.8 (See) bzw. E.22 (Binnen)
Landesgewässer / viele Seen oft gesperrt für Motorbetrieb Betrieb häufig ganz verboten Land, Kommune, Wasserbehörde

Die Tabelle zeigt eine wichtige Linie. Kennzeichnung, Führerschein, Fläche und Versicherung sind vier getrennte Prüfpunkte. Keiner ersetzt den anderen. Erst wenn alle vier passen, ist die Fahrt sauber vorbereitet.

Rechtsstand und wo du verbindlich prüfst

Dieser Beitrag hat den Rechtsstand 6. August 2026. Die genannten Werte stammen aus der SeeSchStrO, der KlFzKV-BinSch, der SpFV und der WasMotRV. Verordnungen und örtliche Regeln ändern sich. Prüfe die aktuelle Fassung vor deiner Fahrt.

Verbindliche Auskunft geben die zuständigen Stellen. Für Bundeswasserstraßen ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zuständig. Für Landesgewässer sind es die Landesbehörden und Kommunen. Das Portal ELWIS bündelt die amtlichen Informationen zur Sportschifffahrt.

Nutze dein Jetboard ausschließlich dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Für Fahrten außerhalb freigegebener Flächen kommt nur nichtöffentliches Privatgelände infrage, das der Allgemeinheit tatsächlich nicht zugänglich ist. Diese Seite liefert allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Kläre deinen Einzelfall bei der zuständigen Wasserbehörde.

Ist ein Jetboard rechtlich ein Wassermotorrad?

Ja. Ein Jetboard hat einen Wasserstrahlantrieb und fällt damit unter die Wassermotorrad-Definition in § 2 Absatz 1 Nummer 21 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Es gelten daher die Regeln für Wassermotorräder, nicht die für ein einfaches Sportgerät. Das betrifft Kennzeichnung, Führerschein und Gewässer.

Brauche ich für ein Jetboard einen Führerschein?

In der Regel ja. Bei einem Elektroantrieb greift die Führerscheinpflicht ab 7,5 kW nach der Sportbootführerscheinverordnung. Die meisten Jetboards liegen bei rund 10 bis 11 kW und überschreiten diese Grenze. Der genaue Wert steht in den Papieren deines Modells.

Ab welcher Leistung braucht ein Jetboard ein Kennzeichen?

Auf Binnenschifffahrtsstraßen müssen Wasserfahrzeuge mit einer Antriebsmaschine über 2,21 kW ein Kennzeichen führen. Das entspricht rund 3 PS und regelt die KlFzKV-BinSch. Fast jedes Jetboard liegt darüber. Die Kennzeichnung ist eine eigene Pflicht neben dem Führerschein.

Greift meine Privathaftpflicht für ein Jetboard?

Oft nicht. Viele Privathaftpflicht-Policen schließen motorbetriebene Wasserfahrzeuge aus oder decken sie nur eng. Ein Jetboard gilt als motorisiertes Wasserfahrzeug und fällt häufig unter diese Ausschlussklausel. Prüfe deine Bedingungen wörtlich und frag im Zweifel schriftlich beim Versicherer nach.

Welche Jetboard-Versicherung ist sinnvoll?

Meist eine eigene Wassersport- oder Bootshaftpflicht, die auf motorisierte Wasserfahrzeuge zugeschnitten ist. Für Diebstahl und Schaden am Gerät kommt eine Wassersportkasko dazu. Achte auf die Deckung im Salzwasser und im Ausland. Die konkrete Leistung entscheidet deine Police, nicht der Prospekt.

Wo darf ich mit einem Jetboard fahren?

Nur auf ausgewiesenen Flächen. Auf Seeschifffahrtsstraßen ist das Fahrwasser nach § 31 SeeSchStrO grundsätzlich gesperrt, erlaubt sind Flächen mit Zeichen B.8. Auf Binnenschifffahrtsstraßen gelten nach der WasMotRV nur mit Zeichen E.22 markierte Strecken. Viele Landesseen sind ganz gesperrt.

Ist ein Jetboard auf jedem See erlaubt?

Nein. Viele Seen sind Landesgewässer mit eigenen, oft strengeren Regeln. Auf zahlreichen Binnenseen ist der Betrieb von Wassermotorrädern komplett verboten. Eine Bundesregel hilft dort nicht weiter. Frag vor der Fahrt bei der zuständigen Wasserbehörde oder Kommune nach.

Was ist der rechtliche Unterschied zwischen Jetboard und eFoil?

Ein Jetboard nutzt einen Wasserstrahlantrieb und fällt sehr deutlich unter die Wassermotorrad-Definition. Ein eFoil nutzt Tragfläche und Propeller, seine Einordnung ist im Detail umstrittener. Verlass dich beim Jetboard nicht auf eFoil-Faustregeln. Beim Jetboard gilt sicher der strengere Wassermotorrad-Rahmen.

Welches Bußgeld droht ohne Führerschein oder Kennzeichen?

Verstöße auf Bundeswasserstraßen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet, die Höhe hängt vom Einzelfall ab. In Schutzgebieten und Badezonen fällt die Ahndung besonders streng aus. Schwerer wiegt oft die persönliche Haftung ohne Versicherung. Bei Personenschäden können die Summen sehr hoch werden.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Informationen zu Kennzeichnung, Sportbootführerschein, Gewässerregeln und Versicherung für Jetboards, keine Rechtsberatung. Die Werte beruhen auf SeeSchStrO, KlFzKV-BinSch, SpFV und WasMotRV. Verordnungen und örtliche Regeln ändern sich; verbindlich ist die zuständige Wasserbehörde bzw. das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Nutze ein Jetboard nur auf ausdrücklich freigegebenen Flächen oder auf nichtöffentlichem Privatgelände, das der Allgemeinheit tatsächlich nicht zugänglich ist. Rechtsstand: 6. August 2026.

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