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Porsche 911 992.2: welches Benzin für Carrera und T-Hybrid?
An der Zapfsäule stehen zwei Pistolen nebeneinander, und der 911 992.2 verlangt nur eine davon – die Frage ist, ob das beim Carrera und beim T-Hybrid-GTS wirklich dasselbe Feld ist.
Kurz gesagt: Porsche nennt für den 992.2 Carrera und für den Carrera GTS mit T-Hybrid dieselbe Kraftstoffart, Super Plus mit 98 ROZ. Das eTurbo-System des GTS ändert an dieser Angabe nichts, weil es die Klopffestigkeit des Kraftstoffs nicht ersetzt. Eine niedrigere Oktanzahl oder eine ausdrückliche E10-Freigabe sind in den technischen Datenblättern, die wir eingesehen haben, nicht dokumentiert – hier bleibt die Frage offen, statt sie zu raten.
Was Porsche für den 992.2 Carrera als Kraftstoff nennt
Du stehst an der Säule, zwei Zapfpistolen hängen nebeneinander, und dein 992.2 verlangt eine ganz bestimmte Antwort. Nach dem technischen Datenblatt, das Porsche für den 911 Carrera der aktuellen Generation 992.2 führt, lautet die Kraftstoffart Super Plus mit 98 Oktan nach der Research-Methode, kurz 98 ROZ. Diese Angabe steht dort als eigene Zeile unter „Kraftstoff und Emissionen“, getrennt von Verbrauch und CO2-Wert. Der Carrera trägt einen 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit Biturbo-Aufladung, 283 kW oder 385 PS Leistung und 450 Newtonmeter Drehmoment. Für diesen Motor nennt Porsche keine zweite, niedrigere Kraftstoffoption.
Wichtig ist die Herkunft dieser Zahl: Sie stammt aus dem offiziellen technischen Datenblatt des Herstellers, nicht aus einer Schätzung oder aus einer Übertragung von einem anderen Modell. Genau diese Unterscheidung trägt den ganzen Beitrag. Herstellerangaben zum 992.2 werden hier im Klartext genannt, aber nicht verlinkt – die Belegstelle mit Datum steht im Einordnungsblock am Ende.
Für den Alltag heißt das: Egal ob du den 992.2 neu bestellst, least oder gebraucht übernimmst, die Kraftstoffangabe ist keine Empfehlung unter mehreren, sondern ein festgeschriebener Wert im Datenblatt. Ein Verkäufer, der von einer günstigeren Alternative spricht, weicht damit von der dokumentierten Herstellerangabe ab. Das muss nicht automatisch falsch sein, verlangt aber einen eigenen Beleg – und genau dieser Beleg fehlt in den öffentlich zugänglichen Unterlagen bislang.
Carrera und Carrera GTS: zwei Antriebe, eine Kraftstoffart
Carrera und Carrera GTS tragen denselben Generationsnamen, aber ihre Antriebe unterscheiden sich deutlich. Der GTS ist der erste 911 mit einem sogenannten T-Hybrid-System: ein 3,6-Liter-Boxermotor mit elektrisch unterstütztem Abgasturbolader, dazu eine Elektromaschine im Doppelkupplungsgetriebe und eine 400-Volt-Batterie mit 1,9 Kilowattstunden Energieinhalt. Porsche nennt für dieses Antriebssystem eine maximale Systemleistung von 398 Kilowatt, also 541 PS, und ein Systemdrehmoment von 610 Newtonmetern. Der reine Verbrennungsmotor leistet für sich genommen 357 kW beziehungsweise 485 PS bei 570 Newtonmetern. Wie sich Systemleistung und Einzelbeiträge aus Verbrenner und E-Maschine im Log auseinanderhalten lassen, ist bei einem solchen System keine triviale Ablesung.
Und trotzdem steht im Datenblatt des GTS an derselben Stelle wie beim Carrera exakt dieselbe Zeile: Kraftstoffart Super Plus, 98 ROZ. Die Architektur ist eine andere, die Anforderung an der Zapfsäule bleibt gleich. Wer beide Fahrzeuge fährt, kann also an derselben Säule dieselbe Pistole nehmen, ohne zwischen Carrera und GTS unterscheiden zu müssen. Das ist keine Selbstverständlichkeit – ein stärkerer, elektrisch unterstützter Motor hätte theoretisch auch eine höhere Mindestanforderung bekommen können.
Warum das eTurbo-System am Tankstoff nichts ändert
Der elektrische Abgasturbolader im GTS wird oft missverstanden, als würde er die Kraftstofffrage verschieben. Er tut das nicht. Ein elektrischen Abgasturbolader hebt das Ansprechverhalten des Laders an und schließt das sogenannte Turboloch, weil eine kleine Elektromaschine das Turbinenrad schon vor dem nötigen Abgasdruck andreht. Diese Funktion betrifft, wie schnell Ladedruck aufgebaut wird – nicht, wie klopffest das Gemisch im Zylinder sein muss.
Klopffestigkeit ist weiterhin eine Eigenschaft des Kraftstoffs selbst, die über Zündwinkel und Verdichtung des Verbrennungsmotors entscheidet. Die 400-Volt-Batterie und die PDK-Elektromaschine liefern zusätzliches Drehmoment aus einem eigenen Energiespeicher, sie verbrennen nichts. Für die reine Frage „welches Benzin“ bleibt deshalb nur der 3,6-Liter-Boxer relevant, und genau für den nennt Porsche 98 ROZ. Das komplexere Antriebssystem macht die Diagnose bei einer Störung aufwendiger, an der Kraftstoffanforderung selbst ändert es nichts.
Woher die Zahl 98 ROZ kommt
ROZ steht für Research-Oktanzahl und misst, wie stark sich ein Kraftstoff komprimieren lässt, bevor er unkontrolliert selbst zündet statt sauber von der Zündkerze gezündet zu werden. Je höher die Zahl, desto mehr Verdichtung oder Ladedruck verträgt ein Motor, ohne zu klopfen. In Deutschland ist die Einteilung der Ottokraftstoffe über die europäische Norm DIN EN 228 geregelt, die die gängigen Sorten Super mit 95 ROZ und Super Plus mit 98 ROZ definiert. Die Norm selbst ist kostenpflichtig und wird hier deshalb nur benannt, nicht wörtlich zitiert.
Rechtlich verankert ist dieser Bezug über § 3 der Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Dort steht, dass ein Ottokraftstoff nur dann gewerblich abgegeben werden darf, wenn er den Anforderungen der DIN EN 228, Ausgabe August 2017, genügt. Die Verordnung unterscheidet ausdrücklich zwischen Super und Super Plus als Qualitätsstufen. Für den 992.2 heißt das: Die 98 ROZ sind keine Marketingzahl, sondern die konkrete Stufe innerhalb einer gesetzlich verankerten Norm. Diese ROZ-Skala gilt für den europäischen Markt; wie sich das amerikanische AKI-System davon unterscheidet, ordnet ein eigener Beitrag am Beispiel des Ford Mustang ein.
Darf man auch 95 ROZ, also Super, tanken?
Diese Frage lässt sich aus den eingesehenen Datenblättern nicht seriös beantworten. Porsche nennt für Carrera und Carrera GTS ausschließlich Super Plus mit 98 ROZ als Kraftstoffart, eine zweite, niedrigere Freigabe oder ein ausdrücklicher Hinweis auf einen möglichen Fallback mit Super steht in den Unterlagen nicht. Andere Hersteller handhaben das unterschiedlich, wie etwa der Vergleich beim Golf 8 R zeigt, wo die Wahl zwischen Super, Super Plus und E10 dokumentiert eine Rolle spielt. Beim 992.2 ist genau diese Gegenüberstellung öffentlich nicht belegt.
Bei anderen Hochleistungsmotoren, etwa dem BMW S58 und seiner gestaffelten Kraftstoffangabe zwischen 95, 98 und 102 ROZ, dokumentiert der Hersteller mehrere Stufen mit jeweils eigener Leistungsangabe. Porsche macht das beim 992.2 nach aktuellem Kenntnisstand nicht in dieser Form.
Ob dein konkretes Fahrzeug eine Ausnahme kennt, zeigt am Ende nur die Betriebsanleitung im Fahrzeug selbst, weil Datenblätter je nach Markt und Modelljahr geringfügig abweichen können. Ein pauschales „geht schon irgendwie“ wäre an dieser Stelle eine Vermutung, keine belegte Aussage. Bleibt die Quelle offen, bleibt auch die Antwort offen – das ist ehrlicher als eine geratene Zahl.
Was bei zu wenig Klopffestigkeit im Motor passiert
Moderne Motorsteuerungen erkennen beginnendes Klopfen über Klopfsensoren und reagieren, indem sie den Zündwinkel zurücknehmen. Das schützt den Motor kurzfristig, kostet aber Leistung und erhöht die thermische Last im Brennraum. Ein Motor, der mit einem nicht vorgesehenen Kraftstoff ohne sichtbare Warnleuchte läuft, gilt deshalb nicht automatisch als dafür freigegeben – die Schutzfunktion kompensiert, sie bestätigt nichts.
Bei einem hoch verdichteten und zusätzlich aufgeladenen Motor wie im 992.2 GTS ist dieser Spielraum kleiner als bei einem einfachen Saugmotor. Eine Zündwinkelrücknahme unter Volllast, wiederholt über viele Fahrten, kann über die Zeit Bauteile wie Kolben oder Ventile stärker belasten, als es der Serienzustand vorsieht. Deshalb ist die Herstellerangabe keine Empfehlung unter mehreren, sondern die dokumentierte Mindestanforderung für den Serienmotor.
Ein einzelner Tankvorgang mit knapper Qualität führt in der Regel noch nicht zum Motorschaden, weil die Schutzsysteme genau dafür ausgelegt sind, kurzfristig einzugreifen. Problematisch wird es erst, wenn dieser Zustand über viele Kilometer und wiederholte Volllastphasen anhält, etwa auf einer Langstrecke oder bei sportlicher Fahrweise. Dann summiert sich die zusätzliche thermische Last, und genau das ist der Grund, warum Porsche eine feste Mindestqualität nennt, statt eine Bandbreite offenzulassen.
Im Ausland unterwegs: ist Super Plus mit 98 ROZ überall verfügbar?
Wer mit dem 992.2 über die Grenze fährt, sollte die Kraftstoffversorgung vorher grob einschätzen. In den meisten westeuropäischen Ländern ist eine 98-ROZ-Sorte an größeren Tankstellen verbreitet, auch wenn Name und Farbe der Zapfsäule je nach Land unterschiedlich ausfallen. In einigen osteuropäischen Regionen oder an abgelegenen Landstraßen kann das Angebot dünner sein, und eine verlässliche Aussage dazu lässt sich ohne länderspezifische Prüfung nicht seriös treffen.
Praktisch bedeutet das: Vor einer längeren Auslandsfahrt lohnt sich ein Blick auf Tankstellen-Apps oder Reiseforen für die konkrete Route, statt sich auf die Erfahrung aus dem Heimatmarkt zu verlassen. Ein leerer Tank kurz vor der Grenze ist der ungünstigste Zeitpunkt, um diese Frage erstmals zu stellen. Für die Substanz dieses Beitrags bleibt trotzdem die Werksangabe entscheidend – sie ändert sich nicht, nur weil das Angebot vor Ort schwankt.
Ist der 992.2 für E10 freigegeben?
Auch hier gilt: Die eingesehenen Datenblätter nennen als Kraftstoffart nur „Super Plus (98 ROZ)“, ohne eine separate Angabe zum zulässigen Ethanolanteil. Am deutschen Markt wird Super meist als E10 mit bis zu zehn Prozent Ethanol angeboten, während Super Plus an vielen Stationen als E5 mit deutlich weniger Ethanol im Tank landet. Das ist allerdings ein Marktmuster an der Zapfsäule, keine offizielle Fahrzeugfreigabe, und beide Aussagen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Für eine belastbare Antwort auf die konkrete E10-Frage bräuchte es eine ausdrückliche Zeile in der Betriebsanleitung oder eine direkte Herstellerauskunft zum eigenen Fahrzeug. Diese Zeile liegt für den 992.2 aus den geprüften Quellen nicht vor. Bis sie belegt ist, bleibt die Frage offen und wird hier bewusst nicht mit einer plausiblen Vermutung gefüllt.
Tankinhalt und Reichweite: Carrera gegen Carrera GTS
Beim Tankinhalt unterscheiden sich beide Modelle leicht. Der Carrera fasst serienmäßig 64 Liter, optional sind 90 Liter verbaut. Der Carrera GTS kommt serienmäßig mit 63 Litern, optional mit 84 Litern. Beim Verbrauch nach WLTP liegt der Carrera kombiniert bei 9,0 Litern auf 100 Kilometer, der GTS je nach Ausstattung zwischen 11,0 und 10,5 Litern. Rein rechnerisch ergibt das beim Carrera mit dem größeren Tank eine theoretische Reichweite von grob 700 bis über 900 Kilometern, beim GTS von grob 570 bis 800 Kilometern – Werte aus dem Normzyklus, keine Praxisangabe für den Alltag.
Bei den Emissionswerten trennt sich die Angabe deutlicher: Der Carrera erreicht die Abgasnorm Euro 6d-Temp EVAP ISC mit 206 Gramm CO2 pro Kilometer, der GTS liegt je nach Konfiguration zwischen 251 und 239 Gramm unter der Abgasnorm EU6 EA. Der GTS ist also nicht nur leistungsstärker, sondern auch der Motor mit dem höheren Verbrauch – trotz Hybridunterstützung, weil die zusätzliche Systemleistung eben auch bewegt werden will.
Wenn eine Chip-Kalibrierung ins Spiel kommt
Wer über eine Chiptuning-Leistungssteigerung am 992.2 nachdenkt, verlässt die Herstellerfreigabe und betritt ein eigenes Feld. Eine Kalibrierung durch einen Tuner ist ein eigenständiges Dokument mit eigener Mindestqualität, die mit der Porsche-Werksangabe nichts zu tun haben muss. Manche Kalibrierungen verlangen weiterhin 98 ROZ, andere setzen eine höhere Oktanzahl wie 100 oder 102 voraus, um die zusätzliche Klopfreserve überhaupt ausnutzen zu können. Ohne die konkrete Dokumentation des jeweiligen Anbieters lässt sich das nicht pauschal beantworten, und eine höhere Oktanzahl allein bringt ohnehin keine Mehrleistung, solange keine Software diese Reserve auch nutzt.
Ein häufiger Denkfehler dreht die Reihenfolge um: Nicht der Kraftstoff bringt die Leistung, sondern die Kalibrierung entscheidet, ob eine höhere Klopffestigkeit überhaupt in mehr Drehmoment übersetzt wird. Bleibt die Software unverändert, bringt reines Hochtanken auf 100 oder 102 ROZ am seriennahen 992.2 keinen messbaren Vorteil. Wer sich für eine Fremdkalibrierung interessiert, sollte deshalb zuerst die Dokumentation zur geforderten Mindestqualität verlangen, bevor überhaupt über eine Kraftstoffumstellung gesprochen wird.
Umbauten am eigenen Fahrzeug. Ob ein Umbau auf öffentlichen Straßen betrieben werden darf, entscheidet der Genehmigungszustand des Fahrzeugs — die Genehmigung des Teils, der Einbau nach ihren Auflagen und, wo nötig, die Abnahme durch eine dafür zuständige Stelle. Solange diese Kette nicht vollständig ist, gehört der Umbau auf Privatgelände, Testflächen und in nicht öffentliche Bereiche.
Gebrauchtkauf: worauf bei Kraftstoff und Historie achten
Beim gebrauchten 992.2 lohnt sich ein Blick über die reine Optik hinaus. Serviceheft, Rechnungen und mögliche Flashprotokolle zeigen, ob am Steuergerät jemals eine fremde Software aufgespielt wurde. Ein unauffälliger Motorlauf beweist dabei nichts, weil Schutzfunktionen wie die Zündwinkelrücknahme genau dafür sorgen, dass ein Motor auch unter suboptimalen Bedingungen weiterläuft, ohne sofort eine Warnleuchte auszulösen.
Ein Dokumenten- und Plausibilitätscheck hilft dabei: Frag beim Kauf gezielt, mit welcher Kraftstoffqualität der Vorbesitzer gefahren ist, und ob es dokumentierte Änderungen an Motor- oder Getriebesteuerung gibt. Eine angebliche Rückrüstung auf Serie ist erst dann glaubwürdig, wenn Software- und Hardwarezustand tatsächlich zusammenpassen und sich das auch nachweisen lässt. Bei Unsicherheit hilft eine Prüfung durch einen Fachbetrieb mehr als jede Verkäuferaussage.
Warum der 992.1 hier keine Blaupause ist
Der Vorgänger 992.1 wurde auf Tuning-Lizenz bereits in einem eigenen Beitrag über Fahrwerk, Räder und Abgas beim 992.1 Carrera behandelt, und dieser Beitrag schließt den 992.2 ausdrücklich aus. Das ist mehr als eine Formalie. Der 992.2 brachte mit dem Facelift 2024 nicht nur ein neues Bedienkonzept, sondern beim GTS auch die komplett neue T-Hybrid-Architektur mit eTurbo und Elektromaschine – eine Antriebsgeneration, die es im 992.1 GTS in dieser Form nicht gab.
Deshalb lässt sich keine Aussage zu Kraftstoff, Tuning oder Kalibrierung vom 992.1 auf den 992.2 übertragen, nur weil beide „911 Carrera“ heißen. Ein Dateiname mit „Carrera 3.0″ oder eine Plattformbezeichnung ist kein Nachweis für die richtige Fahrzeuggeneration. Wer eine konkrete Aussage sucht, braucht die exakte Modellbezeichnung, den Motorcode und im Zweifel den Softwarestand des jeweiligen Steuergeräts.
Das gilt in beide Richtungen. Eine Kraftstoffangabe, die für den 992.2 belegt ist, darf ebenso wenig rückwirkend auf den 992.1 übertragen werden, selbst wenn beide Generationen äußerlich kaum zu unterscheiden sind. Nur die jeweils aktuelle Herstellerquelle für exakt diese Baureihe zählt als Beleg, alles andere bleibt eine plausible, aber unbewiesene Annahme.
Checkliste für die Zapfsäule
Vor der ersten Fahrt mit einem neuen oder gemieteten 992.2 lohnt ein kurzer Blick in die Betriebsanleitung oder auf den Aufkleber an der Tankklappe, weil dort die verbindliche Angabe für genau dieses Fahrzeug steht. Bei Carrera und Carrera GTS ist die Werksangabe nach den eingesehenen Datenblättern identisch: Super Plus, 98 ROZ. Eine höhere Oktanzahl wie 100 oder 102 ist damit keine Pflicht, sie bringt im Serienzustand auch keine automatische Mehrleistung.
Wer unsicher ist, tankt im Zweifel die höhere der beiden verfügbaren Sorten an der Säule, denn zu viel Klopffestigkeit schadet einem Serienmotor nicht, zu wenig kann es. Bei einem geliehenen oder frisch gekauften Fahrzeug zählt am Ende immer die fahrzeugeigene Betriebsanleitung mehr als eine allgemeine Modellangabe aus dem Internet. Und bei jeder Unklarheit gilt: lieber einmal beim Porsche-Betrieb nachfragen, als eine Vermutung zu tanken.
Merksatz: Carrera und Carrera GTS T-Hybrid verlangen laut Porsche dieselbe Kraftstoffart, Super Plus mit 98 ROZ – das eTurbo-System ändert daran nichts, weil es den Ladedruckaufbau beschleunigt, nicht die Klopffestigkeit ersetzt.
Häufige Fragen
Welchen Kraftstoff nennt Porsche für den 992.2 Carrera?
Das technische Datenblatt nennt als Kraftstoffart Super Plus mit 98 ROZ, eine eigene Zeile unter Kraftstoff und Emissionen, getrennt vom Verbrauchswert.
Braucht der Carrera GTS T-Hybrid einen anderen Kraftstoff als der Carrera?
Nein. Trotz eTurbo, Elektromaschine und 400-Volt-Batterie nennt Porsche für den GTS dieselbe Kraftstoffart wie für den Carrera, Super Plus mit 98 ROZ.
Darf ich 95 ROZ, also Super, im 992.2 tanken?
Dafür liegt in den eingesehenen Herstellerunterlagen keine Freigabe vor. Eine zweite, niedrigere Kraftstoffoption ist dort nicht dokumentiert, deshalb bleibt die Frage offen und sollte über die fahrzeugeigene Betriebsanleitung geklärt werden.
Ist der 992.2 offiziell für E10 freigegeben?
Die geprüften Datenblätter nennen keinen separaten Ethanolwert. Super Plus wird am deutschen Markt häufig als E5 angeboten, das ist aber ein Marktmuster an der Tankstelle, keine dokumentierte Fahrzeugfreigabe.
Bringt 100 oder 102 ROZ automatisch mehr Leistung?
Nein. Eine höhere Klopffestigkeit ist zunächst nur eine Eigenschaft des Kraftstoffs. Mehr Leistung entsteht erst, wenn eine passende Kalibrierung diese Reserve auch tatsächlich nutzt.
Wie groß ist der Tank beim Carrera und beim Carrera GTS?
Der Carrera fasst serienmäßig 64 Liter, optional 90 Liter. Der Carrera GTS fasst serienmäßig 63 Liter, optional 84 Liter.
Gilt die Kraftstoffangabe auch nach einer Chiptuning-Kalibrierung?
Nein, dafür zählt allein die Dokumentation der jeweiligen Kalibrierung. Ein Tuner kann eine andere Mindestqualität verlangen, die mit der Porsche-Werksangabe nichts zu tun haben muss.
Ist die Kraftstoffangabe des 992.1 auf den 992.2 übertragbar?
Nein. Der 992.2 hat mit dem Facelift eine neue T-Hybrid-Architektur beim GTS erhalten, deshalb gilt jede Aussage nur für die jeweils genau bezeichnete Fahrzeuggeneration.
Einordnung: wo die Regeln stehen
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf zwei Arten von Quellen: die offiziellen technischen Datenblätter des Herstellers für den Carrera und den Carrera GTS, und die deutsche Kraftstoffnorm samt ihrer gesetzlichen Verankerung. Beide werden hier im Klartext genannt und thematisch getrennt aufgeführt.
Herstellerangaben zum 992.2
- Porsche AG, offizielles technisches Datenblatt „911 Carrera“ (EU-Modell Deutschland): Kraftstoffart „Super Plus (98 ROZ)“, Tankinhalt „64 l (90 l)“, Leistung 283 kW/385 PS, Drehmoment 450 Nm, Verbrauch kombiniert 9,0 l/100 km, CO2 kombiniert 206 g/km, Abgasnorm Euro 6d-Temp EVAP ISC (EU6 DG). Herstellerangabe, nicht verlinkt. Abgerufen am 19.09.2026, Archiv: reports/A12_2026-09-19/00_quellen/HERSTELLERBELEGE/porsche_2026-09-19/PAG_911Carrera_DE.pdf.
- Porsche AG, offizielles technisches Datenblatt „911 Carrera GTS“ (Modellstand 05/2024, EU-Modell Deutschland): Kraftstoffart „Super Plus (98 ROZ)“, Tankinhalt optional „63 l (84 l)“, Antriebssystem T-Hybrid mit 3,6-l-Sechszylinder-Boxermotor, elektrischem Abgasturbolader (eTurbo) und Elektromaschine im PDK, maximale Systemleistung 398 kW/541 PS, maximales Systemdrehmoment 610 Nm, Traktionsbatterie 1,9 kWh bei 400 V Nennspannung, Verbrauch kombiniert 11,0–10,5 l/100 km, CO2 kombiniert 251–239 g/km, Abgasnorm EU6 EA. Herstellerangabe, nicht verlinkt. Abgerufen am 19.09.2026, Archiv: reports/A12_2026-09-19/00_quellen/HERSTELLERBELEGE/porsche_2026-09-19/PAG_911CarreraGTS_DE.pdf.
Kraftstoffnorm und Kraftstoffrecht
- DIN EN 228 „Ottokraftstoffe“: definiert die Kraftstoffsorten Super (95 ROZ) und Super Plus (98 ROZ) für den europäischen Markt. Die Norm ist kostenpflichtig und wird hier nur benannt, nicht wörtlich zitiert. Quelle: DIN Media, abgerufen am 19.09.2026.
- § 3 der Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (10. BImSchV): „Ottokraftstoffe dürfen … nur … in Verkehr gebracht werden, wenn der Kraftstoff den Anforderungen der DIN EN 228, Ausgabe August 2017, genügt.“ Die Vorschrift unterscheidet ausdrücklich zwischen den Qualitätsstufen Super und Super Plus. Quelle: gesetze-im-internet.de, 10. BImSchV § 3, abgerufen am 19.09.2026.
Rechtshinweis: Diese Inhalte sind keine Rechtsberatung. Herstellerangaben können sich ändern und je nach Markt, Modelljahr oder Ausstattung abweichen – maßgeblich ist immer die Betriebsanleitung des konkreten Fahrzeugs.
