Techniker am Laptop über dem offenen Motorraum einer dunklen Sportlimousine in der Box einer Rennstrecke. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

Auto-Tuning

MHD+ für BMW auf der Rennstrecke: Multimap, Live Adjust, Logging und Rückrüstung einordnen

Kurzantwort: MHD+ bündelt Zusatzfunktionen der MHD-Flasher-App, und was davon an deinem BMW läuft, hängt an Motor, Steuergerät, Softwarestand und Lizenz. Ausgerechnet die wichtigste Frage beantwortet der Hersteller aber nicht: Welche Datei zuletzt auf einem Fahrzeug lag, erhebt er nach eigener Angabe gar nicht. Dazu kommt sein eigener Satz auf den Produktseiten — „Nicht im Bereich der STVO zugelassen!“.

⏱ 20 Min. Lesezeit · Stand: September 2026

Kurz gesagt: Wer einen getunten BMW übernimmt, kann den früheren Softwarestand beim Werkzeughersteller nicht nachschlagen. MHD schreibt in seiner FAQ, dass er zur zuletzt geflashten Datei und zu den Flash-Einstellungen keine Daten seiner Nutzer erhebt. Damit bleibt nur, was dir der Vorbesitzer vor der Übergabe gibt. Ob eine einzelne MHD+-Funktion an deinem Auto überhaupt läuft, hängt zusätzlich an Motor, DME, ROM-Stand und Lizenzstufe. Und der Anbieter selbst weist seine Lizenzen auf den geprüften Produktseiten als nicht für den Bereich der StVO zugelassen aus.

Warum der Vorbesitzer der einzige Zeuge ist

Ein M140i in der Kleinanzeige, ordentliche Bilder, in der Beschreibung steht „MHD Stage 2“, und der Verkäufer schreibt dazu, er habe vor dem Verkauf natürlich alles zurückgeflasht. Das klingt sauber, es kann sogar stimmen, und trotzdem wird es dir nach der Übergabe niemand mehr bestätigen können. Der Verkäufer ist dann Vergangenheit, das Steuergerät trägt einen Serienstand, und die Frage, was zwischen Erstzulassung und heute darauf lag, hat plötzlich keinen Adressaten mehr. Genau an dieser Stelle greifen die meisten zum naheliegenden Ausweg.

„Der Hersteller weiß doch, was drauf war.“ Weiß er nicht, und er sagt das selbst. Auf die Frage, ob sich prüfen lässt, ob ein Auto bereits von MHD getunt wurde und welche Karte darauf läuft, antwortet die Hersteller-FAQ: „We do not collect information from our Users about last flashed file or flash settings. We are also not allowed to share any other information due to privacy laws.“ (abgerufen am 6. September 2026). Für einen Käufer fällt damit eine ganze Beweisquelle weg, und zwar die einzige, die man normalerweise für unabhängig halten würde. Der frühere Softwarestand ist beim Werkzeughersteller nicht erfragbar — weder mit gutem Willen noch gegen Gebühr. Wer ein Fahrzeug oder eine Lizenz übernimmt, muss sich den Vorzustand also vorher geben lassen, schriftlich und mit Datum, denn hinterher gibt es keine zweite Stelle mehr, die ihn kennt.

  • Welche Motoren und Lizenzstufen der Hersteller nennt
  • Warum DME und ROM-Stand über den Funktionsumfang entscheiden
  • Was MHD+ laut Produktseiten enthält
  • Wie Map Switching, Realtime-Tuning und Logging zusammenhängen
  • Was der Off-Road-Hinweis des Herstellers bedeutet
  • Was ein Softwareeingriff an der Betriebserlaubnis auslöst
  • Warum ein Serienflash noch kein Serienzustand ist
  • Welche Angaben belegt sind und welche offen bleiben

Fünf Ebenen, die im Verkaufstext ineinanderlaufen

MHD Tuning verkauft eine App, die das Motorsteuergerät eines BMW über die Fahrzeugdiagnose neu beschreibt. Als unterstützte Motoren nennt die Herstellerseite N13, N54, N55, S55, B58, S58 und S63 (mhdtuning.com, abgerufen am 6. September 2026). Als Entwickler der App ist im Store die MHD Tuning UG (haftungsbeschränkt) eingetragen, und das ist auch die Firma, an die eine schriftliche Anfrage geht. MHD+ ist innerhalb dieser App kein eigenes Produkt, sondern der Name für ein Bündel von Zusatzfunktionen.

„Super License, dann ist alles dabei.“ So einfach ist die Staffelung nicht. Der Hersteller unterscheidet mehrere Lizenzstufen, und sie beschreiben zunächst nur, was du mit dem Steuergerät tun darfst: Die Flasher License deckt das Schreiben der Software ab, die Monitor License das Auslesen der Messwerte. Auf den geprüften Super-License-Seiten für N55, B58 und S58 ist der MHD+-Funktionsblock als Bestandteil dieses Pakets aufgeführt, während andere Darstellungen MHD+ als eigene Stufe mit Abocharakter beschreiben. Beide Fassungen sind im Umlauf, und aufgelöst hat den Widerspruch bisher niemand.

Für die Rennstrecke ist die Länge der MHD+-Liste dabei die uninteressanteste Zahl von allen. Wichtiger ist, wo diese Liste steht, denn jede von ihnen gehört zu einer motorspezifischen Produktseite. Die Seite für den S58 nennt andere Punkte als die Seite für den N55. Wer eine Funktion aus einer fremden Liste auf sein eigenes Auto überträgt, hat deshalb keinen Beleg in der Hand, sondern eine Vermutung mit Herstellerlogo. Und Vermutungen halten genau bis zu dem Moment, in dem die Funktion im Menü fehlt.

Ebene Was der Hersteller dazu ausweist Was daraus nicht folgt
Motorfamilie N13, N54, N55, S55, B58, S58, S63 dass jede Variante dieser Familie abgedeckt ist
Fahrzeugliste Modelle mit Baujahresspanne je Produktseite dass die konkrete DME-Software passt
Lizenzstufe Flasher, Monitor, Super License dass MHD+ überall gleich verfügbar ist
Funktionsblock MHD+-Liste je Motor dass die Funktion auf deiner ROM freigeschaltet ist
Rechtsstatus Hinweis auf Off-Road-Nutzung eine Genehmigung für den Straßenbetrieb

Diese fünf Ebenen laufen im Verkaufstext regelmäßig ineinander, und das ist kein Zufall, sondern die Natur einer Produktseite. Trenne sie, bevor du eine Lizenz kaufst. Jede Ebene hat ihren eigenen Nachweis, und keine von ihnen ersetzt die andere — die Fahrzeugliste sagt nichts über die ROM, und die Lizenzstufe sagt nichts über den Rechtsstatus. Wie unterschiedlich ein Softwareeingriff und eine Zusatzhardware zu bewerten sind, zeigt der Vergleich Zusatzbox gegenüber Remap im Steuergerät.

Zwei gleiche Autos, zwei verschiedene Steuergeräte

„Gleiches Modell, gleiche Software.“ Die Fahrzeuglisten auf den Produktseiten legen diesen Schluss nahe, denn sie arbeiten mit Modellnamen und Baujahren. Die B58-Seite nennt unter anderem M140i F2x, M240i G42 und M340i G20/G21, dazu X3 M40i G01 und den Toyota Supra A90. Für den N55 stehen dort M135i F2x, M2 F87, 335i F3x, X3 35i F25 und weitere Baureihen. Diese Listen sind eine erste Suchhilfe, mehr nicht.

Die technisch entscheidende Einheit ist der Softwarestand deines Steuergeräts. In den Versionshinweisen der App führt MHD neue Unterstützung nämlich nicht nach Modell ein, sondern nach ROM-Kennung: Die Freigabemeldung zur Version 5.26 nennt beispielsweise erweitertes Logging für die S58-ROM 00005C6414C808. An einer solchen Kennung hängen die Funktionen, nicht am Typschild. Zwei Fahrzeuge desselben Modelljahrs können deshalb unterschiedliche DME-Softwarestände tragen, und ein Werkstattbesuch oder ein Rückruf reicht, um diesen Stand zu verschieben. Wie ein Herstellerupdate einen vorhandenen Eingriff überschreibt, steht in Herstellerupdate und der Multimap-Stand.

An einer Stelle macht der Hersteller diese Abhängigkeit sehr deutlich. Auf der B58-Seite steht, dass Gen2-Fahrzeuge mit Produktion vor 06/2020 immer ein DME-Bench-Unlock brauchen, für Gen1-Fahrzeuge aus den USA vor demselben Datum heißt es, ein Unlock könne nötig sein, und für Fahrzeuge nach 06/2020 verweist die Seite auf Freischaltungen von Drittanbietern. Auf der N55-Seite steht derselbe Gedanke kürzer: Fahrzeuge mit der neuesten BMW-Software bräuchten ein Bench-Unlock, um das Flashen über OBD freizuschalten. Beide Formulierungen sind Herstellerangaben, und beide tragen kein Datum der letzten Aktualisierung. Prüfe den heutigen Stand deshalb vor jedem Kauf auf der Produktseite selbst. Zum Einordnen der Baureihen helfen BMW M135i und M140i: dokumentierte Umbauten.

Ein Detail verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Die Bench-Unlock-Angabe für den B58 Gen1 ist ausdrücklich auf US-Fahrzeuge bezogen, und für europäische Fahrzeuge fehlt auf derselben Seite eine gleichwertige Aussage. Diese Lücke lässt sich nicht durch Analogie schließen. Sie gehört auf die Frageliste an den Verkäufer oder an den Support des Herstellers, und zwar bevor Geld fließt und nicht erst, wenn die App den Flash verweigert.

Wer die Karte geschrieben hat, steht nicht auf der Karte

„Hauptsache Stage 2.“ Der Satz überspringt die einzige Frage, die später wirklich zählt, nämlich die danach, wer die Datei überhaupt geschrieben hat. MHD liefert fertige Kennfelder aus, die der Hersteller OTS-Maps nennt. Daneben steht die Möglichkeit, dass ein Tuner ein eigenes Kennfeld für dein Fahrzeug erstellt; die Herstellerseite formuliert das offen und schreibt, mehrere MHD-Tuner weltweit könnten erweiterte Custom-Maps liefern. Beide Wege führen zu einem geänderten Motorsteuergerät, und sie unterscheiden sich nicht im Ergebnis, sondern in der Frage, wer dafür geradesteht.

Bei einer OTS-Map bleibt der Bezugspunkt die Freigabe des Herstellers für eine bestimmte ROM. Bei einer Custom-Map tritt eine zweite Partei hinzu, die auf dieselbe ROM aufsetzt. Für die spätere Dokumentation heißt das mehr Arbeit, denn du brauchst nicht nur den Namen der Map, sondern Version, Datum und Ersteller. Fehlen diese Angaben, lässt sich der Fahrzeugzustand später nicht rekonstruieren. Und der Zeitpunkt, an dem dir das auffällt, ist erfahrungsgemäß der schlechteste.

Stufenbezeichnungen helfen dabei nicht weiter. Ein Name wie Stage 1 oder Stage 2 beschreibt keine geprüfte Konfiguration, sondern eine Produktbezeichnung des Anbieters, und zwei Anbieter meinen damit selten dasselbe. Zwischen zwei Autos mit demselben Etikett können ein anderer Ladedruck, eine andere Kraftstoffvorgabe und eine ganz andere Hardware liegen. Was solche Namen nicht leisten, zeigt Was Stage-Bezeichnungen nicht abdecken.

Für die Rennstrecke kommt eine weitere Trennung dazu, und die ist rein physikalisch. Eine Map ist auf bestimmte Hardware und einen bestimmten Kraftstoff abgestimmt, und ändert sich davon etwas — die Ansaugung, der Abgasstrang oder die Kraftstoffqualität —, gilt die Abstimmung nicht automatisch weiter. Eine Tankfüllung aus einer anderen Zapfsäule ist bereits eine solche Änderung. Was ein Softwareeingriff für Garantie und Kulanz bedeutet, behandelt Garantie nach Multimap-Betrieb.

Multimap steht auf keiner Herstellerseite

„Multimap heißt, ich hab alles dabei.“ Der Begriff sitzt im Sprachgebrauch fest, auf den geprüften Herstellerseiten steht er allerdings nirgends, denn MHD nennt die Funktion On the Fly Map Switching. Das ist kein Wortklauben, sondern eine Frage der Trefferquote. Wer nach dem falschen Begriff sucht, findet die passende Freigabeaussage nicht und landet in Foren statt beim Hersteller. Ein Forenbeitrag ist aber kein Beleg, sondern eine Erinnerung.

Zum Umfang der Funktion macht der Anbieter konkrete Angaben. Auf den Super-License-Seiten ist von vier Slots je Stufe die Rede, mit einstellbarer Kraftstoffqualität und einer Leistungsvorgabe je Slot, für die die S58-Seite eine Spanne von 60 bis 100 Prozent nennt. Diese Zahlen sind Herstellerangaben und stehen ohne eigene Messung daneben. Bei den Umschaltzeiten wird es dann uneinheitlich, und zwar nicht zwischen zwei Anbietern, sondern zwischen zwei Produktseiten ein und desselben Anbieters.

Die S58-Seite nennt rund 3,5 Minuten für den ersten Flash und etwa 20 Sekunden für einen Map-Wechsel. Die B58-Seite nennt für dieselben Vorgänge 2 bis 3,5 Minuten und 10 bis 19 Sekunden. Beide Werte stammen vom selben Anbieter, und beide stehen weiterhin nebeneinander. Wer mit einer dieser Zeiten in der Boxengasse plant, sollte wissen, dass die andere Zahl genauso oft zitiert wird.

Ein Wechsel zwischen Kennfeldern per Knopfdruck ändert nichts an der Bewertung des Fahrzeugs. Maßgeblich ist der Zustand, in dem das Fahrzeug betrieben wird. Die Zahl der MHD+-Slots ist dafür ohne Bedeutung.

Für den Trackbetrieb bleibt die Slot-Logik trotzdem nützlich. Sie erlaubt dir, einen Kraftstoff, eine Kühlsituation und eine Leistungsvorgabe als benannten Zustand festzuhalten, und genau so ein benannter Zustand ist die Grundlage eines belastbaren Fahrzeugzustandsblatts. Ohne Notiz zu Slot, Version und Datum bleibt der Log am Abend nicht zuordenbar. Vier Slots sind schnell durchprobiert. Vier Slots ohne Protokoll sind hinterher vier Unbekannte. Fällt eine dieser Annahmen im Betrieb weg, hängt die Abstimmung in der Luft, wie bei einer Map, die eine Wasser-Methanol-Einspritzung voraussetzt.

Am laufenden Motor nachstellen

„Kurz was nachstellen, das merkt doch keiner.“ Technisch ist genau das der Punkt der Funktion. MHD bewirbt unter MHD+ eine Echtzeitfunktion für das Bearbeiten von Kennfeldern und spricht von Realtime-Tuning für alle Tabellen bei laufendem Motor, ohne dass zwischendurch neu geflasht werden muss. In der App läuft das im Bereich „LIVE“ als MHD+ Live Adjust. Die Anzeige setzt eine Verbindung über den Adapter des Herstellers voraus.

Für MHD+ Live Adjust empfiehlt der Hersteller in seinen FAQ ausdrücklich den eigenen Adapter, und für andere Adapter sagt er keinen Support zu. Das ist eine Verfügbarkeitsaussage und keine Sicherheitsaussage, praktisch bedeutet sie aber, dass ein Teil der MHD+-Funktionen an bestimmte Hardware gebunden ist. Wer mit fremdem Zubehör anreist, hat im Zweifel weniger im Menü, als die Produktseite verspricht. Und das merkst du in der Box, nicht am Küchentisch.

Im MHD+-Block stehen weitere Funktionen mit klarer Motorsportnähe. Genannt werden Antilag, ein zuschaltbares Auspuffknallen je Slot und die Steuerung der Abgasklappe, dazu eine Anzeige des Ethanolgehalts, No Lift Shift und ein Kühlmodus namens MaxCool; auf der Flasher-Übersicht ist außerdem eine Option zum Entfernen der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung aufgeführt. Jede dieser Funktionen verändert das Verhalten des Fahrzeugs gegenüber dem genehmigten Zustand, und mehrere davon berühren unmittelbar Abgas und Geräusch. Wie eng Software, Ansaugung und Abgasanlage zusammenhängen, zeigt Ansaugung, Auspuff und Software als ein Zustand.

Für die Rennstrecke gilt zusätzlich eine ganz praktische Grenze. Eine Änderung bei laufendem Motor ist in Sekunden gemacht und ebenso schnell vergessen. Wer im Stint mehrfach nachjustiert, verliert die Zuordnung zwischen Messung und Konfiguration, und dann misst er zwar noch, weiß aber nicht mehr, was. Halte jede Änderung mit Uhrzeit und Slot fest, sonst hast du am Abend zwar eine Datei, aber keinen Nachweis, der irgendjemanden überzeugt.

Was die App mitschreibt und was sie nicht weiß

„Die Logs zeigen schon, ob was passiert ist.“ Sie zeigen eine Menge, und für den Trackbetrieb ist das Logging der Teil von MHD, der am meisten trägt. Der Hersteller nennt auf der Flasher-Seite mehr als 50 auslesbare Motorwerte, und in seiner eigenen Support-Dokumentation stehen zwei weitere Zahlen: Bis zu acht Werte laufen gleichzeitig als Anzeige, bis zu 30 Werte gehen in eine CSV-Datei. Die Datei landet in einem Ordner auf dem Gerät und lässt sich im integrierten Diagramm ansehen, und damit hast du mehr Messwerte vor dir, als die meisten Fahrer je auswerten.

Die Kanalauswahl nennt der Hersteller beispielhaft. Aufgeführt sind Ladedruck und Ladedrucksoll, Lambda, Ansauglufttemperatur sowie Zündwinkel je Zylinder, dazu Kühlmittel- und Öltemperatur, Öldruck, Getriebetemperatur und Hochdruckpumpe. Weiter genannt sind Drosselklappenstellung, Wastegate-Ansteuerung, Drehzahl, Geschwindigkeit und Abgastemperatur. Auch das ist eine Herstellerangabe, und welche Kanäle an deinem Fahrzeug tatsächlich erscheinen, hängt am Ende wieder an DME und ROM-Stand.

Ein aufgezeichneter Wert ist deshalb noch keine geprüfte Messkette. Die App liest, was das Steuergerät meldet, und Sensorfehler, Umrechnungen und Abtastraten bleiben dabei unsichtbar. Für eine belastbare Aussage brauchst du den Kontext dazu: Kraftstoff, Umgebungstemperatur, Reifen, Beladung, Rundenlänge und den Stand der Map. Praktisch hilft die automatische Aufzeichnung, die sich laut Dokumentation starten lässt, sobald das Fahrpedal eine selbst gesetzte Schwelle überschreitet. Vergessene Aufzeichnungen zu Stintbeginn sind damit erledigt, eine Notiz zur Konfiguration ersetzt das aber nicht — die CSV kennt deinen Slot nicht. Wer vorher eine Ausgangsmessung, feste Logkanäle und ein Abbruchkriterium festlegt, liest seine Dateien danach deutlich ruhiger.

Angabe Wert laut Hersteller Fundstelle
Auslesbare Motorwerte mehr als 50 Flasher-Seite und Produktseiten
Gleichzeitige Live-Anzeigen bis zu 8 Support-Dokumentation Data Logging
Werte je CSV-Aufzeichnung bis zu 30 Support-Dokumentation Data Logging
Map-Slots je Stufe 4 Super-License-Seiten
Leistungsvorgabe je Slot 60 bis 100 Prozent S58-Produktseite
Map-Wechselzeit rund 20 Sekunden bzw. 10 bis 19 Sekunden S58- bzw. B58-Produktseite, abweichend

Nachgemessen hat diese Werte niemand. Sie stammen sämtlich vom Anbieter, mit Angabe der Fundstelle, gesichtet am 6. September 2026 auf der Flasher-Seite von MHD Tuning und den zugehörigen Produktseiten. Das macht sie nicht falsch. Es macht sie zu Angaben, für die derjenige geradesteht, der etwas verkauft.

Der Satz, den der Anbieter selbst auf seine Seite schreibt

„Off Road, das steht doch nur so da.“ Es steht dort, weil es jemand hingeschrieben hat, und zwar der Anbieter selbst auf seinen eigenen Super-License-Seiten. Die B58- und die N55-Seite tragen die Formulierung „For off road use only! Nicht im Bereich der STVO zugelassen!“. Die S58-Seite formuliert leicht anders: „For Off Road / Race Track Use Only – Nicht im Bereich der STVO zugelassen!“. Beide Fassungen stammen vom Anbieter selbst und stehen unverändert nebeneinander.

Für die deutsche Einordnung ist das die wichtigste Fundstelle des ganzen Themas. Der Satz ist keine juristische Bewertung, aber er ist eine klare Selbstauskunft: Der Anbieter positioniert sein Produkt nicht als Straßenprodukt. Wer daraus trotzdem ein Straßenprodukt macht, argumentiert gegen die Angabe des Herstellers, und das ist eine ungemütliche Ausgangslage — vor allem gegenüber einer Prüforganisation, einem Versicherer oder einem Käufer.

Umgekehrt gilt genauso: Ein Off-Road-Label ist kein Freibrief und kein Rechtsnachweis. Es sagt nichts darüber, ob ein bestimmter Trackday-Betreiber den Zustand akzeptiert, und es sagt nichts über die Zulassung des Fahrzeugs. Ein „Stock Mode“ im Menü und ein Race-only-Aufkleber auf der Scheibe ersetzen keine Dokumentenkette.

Auf den geprüften Herstellerseiten war außerdem keine ABE, keine EG-Typgenehmigung und keine ECE-Genehmigung für ein MHD-Produkt auffindbar. Das ist ein Rechercheergebnis, keine Aussage über die Rechtslage im Einzelfall. Fehlt ein solches Dokument, fehlt der Nachweisweg, und dann beginnt jede Diskussion bei null. Die Grundlagen dazu ordnet Chiptuning, Risiken und Nachweise im Überblick ein.

Was ein Flash am eigenen Auto auslöst

„Es ist doch nur Software, da wird nichts angebaut.“ Stimmt, und genau deshalb wird der Punkt übersehen. Die Betriebserlaubnis eines Fahrzeugs erlischt in drei Fällen: wenn sich die genehmigte Fahrzeugart ändert, wenn eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder wenn sich das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert. Ob dafür etwas angeschraubt wurde, fragt keiner dieser drei Fälle. Mehr Ladedruck, eine geänderte Zündung oder ein zuschaltbares Auspuffknallen wirken unmittelbar auf Abgas und Geräusch. Für Softwareänderungen an Fahrzeugen, die bereits im Verkehr sind, sind zusätzlich die amtlich bekannt gemachten Vorschriften und der Stand der Technik zu beachten; ausgenommen davon sind Softwareänderungen nicht genehmigungspflichtiger Erweiterungen. Software ist also ausdrücklich mitgemeint.

Verhindern lässt sich das Erlöschen, heilen nicht. Wer ein Teil ein- oder anbaut, für das eine eigene Betriebserlaubnis, eine Bauartgenehmigung, eine EG-Typgenehmigung oder eine ECE-Genehmigung vorliegt, bleibt außen vor — allerdings nur, solange die dort aufgeführten Einschränkungen und Einbauanweisungen eingehalten sind. Wird eine davon gerissen, erlischt die Betriebserlaubnis trotzdem. Fehlt ein solches Dokument von vornherein, bleibt der Weg über die Einzelbegutachtung des Fahrzeugs. Welcher Weg zu welchem Eingriff gehört, beschreibt der passende Prüfweg für den Eingriff.

Auf ein Teilegutachten solltest du dabei nicht mehr bauen, denn es läuft aus. Erweitert oder neu erstellt werden durfte es bis einschließlich 19. Juni 2025, und verwendet werden darf es für den Ein- oder Anbau von Teilen nur noch bis einschließlich 19. Juni 2028. Danach trägt es einen Ein- oder Anbau nicht mehr, und wer heute plant, sollte diese Frist von Anfang an mitrechnen. Ist die Betriebserlaubnis einmal erloschen, darf das Fahrzeug nicht mehr auf öffentlichen Straßen in Betrieb genommen werden; erlaubt bleiben nur Fahrten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erlangung einer neuen Betriebserlaubnis stehen. Wann genau die Betriebserlaubnis endet, erklärt wann die Betriebserlaubnis endet.

Für den Umgang mit MHD+ folgt daraus eine einfache Trennung. Der Trackbetrieb auf einer nicht öffentlichen Strecke folgt den Regeln des Betreibers, der Betrieb auf öffentlichen Straßen den Vorschriften und den vorhandenen Dokumenten. Tuning ist ausschließlich für eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und in nicht öffentlichen Bereichen ein Thema. Wie eine konkrete Abnahme ausgeht, sagt dir vorher niemand seriös, und niemand sollte es versuchen. Die Meldung an den Versicherer ist dabei ein eigener Schritt: Meldung und Deckung nach dem Eingriff.

Serienflash zurück, Downpipe bleibt drin

„Ich flashe zurück, dann ist alles wie vorher.“ MHD wirbt tatsächlich damit, dass sich das Steuergerät jederzeit auf den Werksstand zurückschreiben lässt, und die FAQ formuliert dazu, eine eigene Sicherung des Serienstands sei dafür nicht nötig. Das ist eine bequeme Eigenschaft und für den Trackbetrieb praktisch. Es ist aber ausdrücklich eine Aussage über die Software. Über das Fahrzeug sagt sie nichts. Über das Fahrzeug sagt sie nichts — der Weg vom Track-Setup zurück auf die Straße hat mehr Stationen als eine Datei.

Ein zurückgeschriebenes Steuergerät lässt die Hardware nämlich unberührt. Ansaugung, Ladeluftkühler, Downpipe, Katalysator, Partikelfilter, Abgasklappe und Zusatzsensorik bleiben, wie sie sind, und genau diese Teile entscheiden über Abgas und Geräusch. Ein Auto mit Serienstand im Speicher und Rennteilen im Unterboden ist kein Serienfahrzeug. Was im Abgasstrang dokumentiert sein muss, behandelt Downpipe, Sportkat und OPF im Abgasstrang.

Dazu kommt die Frage der Spuren im Fahrzeug, denn ein Flashvorgang hinterlässt Zählerstände und Softwarekennungen im Steuergerät. Diese Spuren werden nicht behandelt und schon gar nicht manipuliert; Fehlerspeicher, Readiness-Codes und Abgasprüfungen bleiben außen vor. Sinnvoll ist stattdessen ein Zustandsblatt vor und nach jedem Eingriff, in dem Fahrzeug, Datum, Softwarestand, Slot, Map-Version, verbaute Teile und der Grund der Änderung stehen. Dieselben Felder hältst du nach der Rückrüstung erneut fest. Eine Vorlage dafür liefert Mapstände und Rückrüstung dokumentieren.

Für die Abgasanlage gilt eine eigene Beweislinie. Ein Geräuschwert lässt sich aus keiner Softwarebeschreibung ableiten, auch nicht aus einer sehr ausführlichen. Er braucht ein Dokument, das genau deine Anlage und dein Fahrzeug nennt. Die Anforderungen dazu stehen in Abgasanlage und Geräuschnachweis am Auto.

Die MHD-Lizenz bleibt beim Vorbesitzer

„Die Lizenz kauf ich einfach mit.“ Die MHD-FAQ ist an dieser Stelle eindeutig: Lizenzen sind vollständig an das Benutzerkonto und die E-Mail-Adresse gebunden, eine Übertragung zwischen Konten oder Adressen ist nicht vorgesehen, und beim Kauf eines anderen Fahrzeugs wird eine neue Lizenz fällig. Was der Vorbesitzer bezahlt hat, bleibt beim Vorbesitzer. Was auf dem Steuergerät liegt, bleibt bei dir. Was auf dem Steuergerät liegt, bleibt bei dir — die Trennung zwischen gekaufter Hardware und bloßem Nutzungsrecht zieht sich durch alle Werkzeuge.

Für den Gebrauchtkauf ist das der teuerste Absatz des ganzen Themas. Wer ein bereits getuntes Fahrzeug kauft, erhält nach dieser Darstellung keinen Zugriff auf die Lizenz des Vorbesitzers, und der Softwarestand kann verändert sein, ohne dass du ihn zurücksetzen kannst. Nachschlagen lässt sich der frühere Stand auch nicht, denn zur zuletzt geflashten Datei und zu den Flash-Einstellungen erhebt der Hersteller nach eigener Angabe keine Daten seiner Nutzer. Damit bleibt genau eine Quelle übrig, und die sitzt dir beim Kauf gegenüber. Worauf du dabei achten musst, zeigt verdeckte Mapstände beim Gebrauchtkauf.

Eine belegte Prüfmöglichkeit gibt es trotzdem, und sie kostet nichts. Die MHD-FAQ nennt eine Schaltfläche in der App, über die sich abfragen lässt, ob das Steuergerät für das Flashen über die Diagnose freigeschaltet ist; eine Lizenz ist dafür nach Herstellerangabe nicht nötig. Das ist der einzige belegte Weg, die Grundvoraussetzung vor dem Kauf zu klären. Nur beantwortet diese Abfrage eben die Freischaltung und nicht den MHD+-Funktionsumfang.

Ob MHD+ mit allen genannten Punkten auf deiner ROM läuft, ist damit also nicht geklärt. Diese Frage gehört schriftlich an Händler oder Hersteller, mit Nennung deiner konkreten Fahrzeugdaten. Und die Frage nach dem Vorzustand gehört schriftlich an den Verkäufer, bevor du zahlst: welche Map, welche Version, welches Datum, welcher Ersteller. Wer sie nach der Übergabe stellt, stellt sie ins Leere.

Zehn Felder, die du vor dem Kauf füllst

„Ich frag den Verkäufer, ob alles passt.“ Die Frage ist zu groß, und die Antwort darauf lautet immer ja. Nützlicher ist ein MHD+-Funktionspass aus zehn kleinen Feldern, die du selbst füllst und die jeweils eine Fundstelle mit Datum bekommen. Es ist kein Freigabeformular und keine Behördenliste, sondern ein Arbeitsblatt, das dir am Ende genau sagt, wo du noch nichts weißt. Bleibt ein Feld leer, ist es offen — nicht in Ordnung.

Prüffeld Was du einträgst Woher der Nachweis kommt
Fahrzeugidentität Typ, Variante, Version, Erstzulassung Zulassungsbescheinigung oder CoC
DME und ROM Steuergerät und aktueller Softwarestand Auslesen, Werkstattbeleg, App-Abfrage
Freischaltung OBD-Flash möglich oder Bench-Unlock nötig Herstellerangabe zur Baureihe, App-Abfrage
Lizenzstufe Flasher, Monitor oder Super License Kaufbeleg und Kontoübersicht
MHD+-Funktion welche Funktion konkret gebraucht wird motorspezifische Produktseite mit Abrufdatum
Map-Herkunft OTS oder Custom, Version, Ersteller, Datum Lieferbeleg oder Tuner-Dokumentation
Hardwarezustand Ansaugung, Abgasstrang, Sensorik, Kühlung eigene Aufnahme mit Fotos
Logkanäle welche Kanäle für die Frage nötig sind Testlauf und Support-Dokumentation
Rückweg Serienflash plus Rückbau der Hardware Zustandsblatt vor und nach dem Eingriff
Rechtsweg welches Dokument den Zustand tragen soll § 19 Absatz 3, sonst § 21

Fülle die Felder vor dem Kauf, nicht danach. Die meisten Streitfälle entstehen, weil ein einziges davon nie belegt wurde und später niemand mehr sagen kann, wie es gemeint war. Ein leeres Feld ist ein Auftrag, keine Formalie. Wer es vor der Bestellung schließt, spart sich die Diskussion an der Boxengasse.

Der Gegenfall: gleiche Marke, fremde Motorfamilie

„B58 ist B58.“ Der typische Fehler beginnt genau so und sieht harmlos aus. Jemand liest die MHD+-Liste auf der S58-Seite und plant damit sein B58-Fahrzeug. Beide Motoren stehen beim selben Anbieter, beide haben eine Super License, beide tragen den Namen MHD+ — und die Funktionslisten sind trotzdem nicht identisch. Gemeinsam ist ihnen der Markenname, nicht der Funktionsumfang.

Dasselbe passiert innerhalb einer Familie. Der B58 wird auf der Herstellerseite nach Gen1 und Gen2 unterschieden, mit unterschiedlichen Anforderungen an die Freischaltung, und ein Produktionsdatum vor oder nach 06/2020 verschiebt die Voraussetzungen. Wer nur „B58“ liest, überspringt genau diese Grenze. Das Steuergerät überspringt sie nicht.

Die Gegenprüfung ist unspektakulär und wirksam. Tausche in deiner Annahme die Fahrzeugvariante gegen deine eigene aus und suche die Aussage erneut. Findest du sie nur auf der Seite der anderen Variante, ist deine Annahme unbelegt. Findest du sie gar nicht auf einer Herstellerseite, ist sie eine Forenmeinung mit gutem Ruf.

Die zweite Gegenprüfung betrifft die Quelle selbst. Ersetze die konkrete Produktseite gedanklich durch die Startseite von MHD. Trägt deine Aussage dann noch, war sie nie an die Variante gebunden — und damit auch nie ein Beleg für dein Auto. Wie tief eine einzelne Baureihe zerfällt, zeigt der Vergleich BMW M2 F87: N55 und Competition im Detail.

Was belegt ist und was offen bleibt

„Wenn es nirgends steht, wird es schon passen.“ Manches steht schwarz auf weiß beim Hersteller, anderes findest du dort nicht, egal wie lange du suchst. Belegt heißt im Folgenden: am 6. September 2026 auf einer Seite des Herstellers gelesen. Offen heißt: nicht gefunden oder widersprüchlich. Für deine Entscheidung ist die zweite Spalte die wichtigere, denn eine Lücke kostet später mehr als eine unangenehme Angabe.

Angabe Stand der Prüfung
Motorenliste N13 bis S63 belegt, Herstellerseite
MHD+-Funktionsnamen je Motor belegt, motorspezifische Produktseiten
Logging 50+ Werte, 8 Anzeigen, 30 in CSV belegt, Hersteller- und Support-Seiten
Rückflash auf Werksstand ohne Backup belegt, FAQ und Produktseiten
Lizenz an Konto und E-Mail gebunden belegt, FAQ
Keine Daten zur zuletzt geflashten Datei belegt, FAQ im Wortlaut
Bench-Unlock-Bedingungen B58 und N55 belegt, aber teils ausdrücklich auf US-Fahrzeuge bezogen
Begriff „Multimap“ nicht als Herstellerbegriff belegt; dort Map Switching
MHD+ als Abo oder als Paketbestandteil widersprüchlich, beide Darstellungen im Umlauf
Vollständige Liste unterstützter ROM-Stände offen, kein öffentlicher Gesamtkatalog gefunden
Aktueller App-Versionsstand offen, Store-Auflistung nennt 5.26 mit Stand 13. Juni 2025
Map-Wechselzeit widersprüchlich zwischen S58- und B58-Seite
Deutsche Genehmigung für MHD-Produkte auf den geprüften Seiten nicht auffindbar

Die letzte Zeile verdient eine Einordnung. Dass ein Dokument nicht gefunden wurde, ist kein Beweis für sein Nichtvorhandensein. Es bedeutet aber, dass du es selbst anfordern musst, bevor du dich darauf berufst, und dass ein erfolgloser Fund keine Zusage ersetzt. Frage schriftlich, mit Nennung von Fahrzeug, Variante und geplantem Zustand.

Für den Versionsstand gilt Ähnliches, nur mit einer anderen Ursache. Store-Auflistungen unterscheiden sich je nach Land und Plattform, und deshalb laufen die Angaben schon zwischen zwei Telefonen im selben Fahrerlager auseinander. Verlasse dich auf die Anzeige in deiner eigenen App. Und prüfe den Stand erneut, bevor du eine Funktion fest einplanst.

Welche Angaben brauche ich zu DME und ROM, bevor ich mich entscheide?

Du brauchst das verbaute Steuergerät und seinen aktuellen Softwarestand, nicht nur Modell und Baujahr. MHD führt neue Unterstützung in den Versionshinweisen nach ROM-Kennung ein, nicht nach Typschild. Zusätzlich gehört dazu, ob dein Fahrzeug über die Diagnose beschreibbar ist oder eine gesonderte Freischaltung braucht. Ohne diese drei Angaben ist jede Funktionszusage unbelegt.

Wie weise ich nach, ob eine OTS-Map oder eine Custom Map vorliegt?

Über den Lieferbeleg und die Dokumentation des Erstellers, nicht über den Namen der Stufe. Notiere Bezeichnung, Version, Datum und Ersteller der Map. Bei einer Custom Map tritt eine zweite Partei neben den Hersteller, und die Verantwortung teilt sich auf. Fehlen diese Angaben, lässt sich der Fahrzeugzustand später nicht rekonstruieren.

Heißt die Funktion nun Multimap oder Map Switching?

Auf den geprüften Herstellerseiten heißt sie On the Fly Map Switching. Multimap ist ein verbreiteter Sprachgebrauch, aber kein Produktbegriff des Anbieters. Für die Suche nach Freigabeaussagen ist das wichtig, weil der falsche Begriff dich in Foren statt zum Hersteller führt. Nutze für Anfragen die Herstellerbezeichnung.

Was ändert sich durch den MHD+-Funktionsstatus rechtlich?

Rechtlich ändert der Funktionsstatus nichts an der Bewertung des Fahrzeugs. Maßgeblich ist der Zustand, in dem das Fahrzeug betrieben wird, und das dazu passende Dokument. Der Anbieter selbst weist seine Lizenzen auf den geprüften Seiten als nicht für den Bereich der StVO zugelassen aus. Ein Off-Road-Label ist weder ein Freibrief noch ein Nachweis.

Welche Grenzen haben die Logdaten aus der App?

Die App zeigt, was das Steuergerät meldet, und das ist noch keine geprüfte Messkette. Der Hersteller nennt mehr als 50 auslesbare Werte, bis zu acht gleichzeitige Anzeigen und bis zu 30 Werte je CSV-Aufzeichnung. Welche Kanäle bei dir erscheinen, hängt an DME und ROM. Ohne Notiz zu Kraftstoff, Umgebung, Teilen und Map-Version ist ein Log kaum auswertbar.

Reicht ein Serienflash als Rückrüstung aus?

Nein, ein Serienflash betrifft nur die Software im Steuergerät. Ansaugung, Abgasstrang, Katalysator, Partikelfilter und Zusatzsensorik bleiben unverändert. Genau diese Teile bestimmen aber Abgas- und Geräuschverhalten. Dokumentiere deshalb den Hardwarezustand vor und nach dem Eingriff getrennt von der Software.

Kann ich eine MHD-Lizenz mit dem Fahrzeug verkaufen?

Nach der Hersteller-FAQ sind Lizenzen an Benutzerkonto und E-Mail-Adresse gebunden. Eine Übertragung zwischen Konten ist danach nicht vorgesehen, und für ein anderes Fahrzeug wird eine neue Lizenz genannt. Wer ein getuntes Fahrzeug kauft, erhält damit keinen Zugriff auf die Lizenz des Vorbesitzers. Der Hersteller schreibt außerdem, dass er zur zuletzt geflashten Datei und zu den Flash-Einstellungen keine Daten seiner Nutzer erhebt. Kläre den Softwarestand deshalb vor dem Kauf beim Verkäufer.

Welche Unterlage fehlt am häufigsten, wenn die Frage offen bleibt?

Am häufigsten fehlt eine schriftliche Herstellerauskunft zur konkreten ROM des eigenen Fahrzeugs. Ein öffentlicher Gesamtkatalog aller unterstützten ROM-Stände war bei der Prüfung nicht auffindbar. Ebenso fehlt regelmäßig ein Genehmigungsdokument, das den geplanten Zustand trägt. Fordere beides schriftlich an, bevor du bestellst.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Bis hierher stand kein einziger Paragraf im Text. Hier stehen sie alle, mit Fundstelle und Wortlaut, dazu die Herstellerquellen und die Lücken. Die Normtexte der StVZO wurden am 6. September 2026 im Volltext gelesen, die Herstellerseiten am selben Tag.

Was ein Softwareeingriff an der Betriebserlaubnis auslöst

  • § 19 Absatz 2 Satz 2 StVZO nennt die drei Fälle des Erlöschens: Änderung der in der Betriebserlaubnis genehmigten Fahrzeugart, zu erwartende Gefährdung von Verkehrsteilnehmern, Verschlechterung des Abgas- oder Geräuschverhaltens.
  • § 19 Absatz 2 Satz 8 StVZO: „Für Softwareänderungen von im Verkehr befindlichen Fahrzeugen sind zusätzlich die hierzu amtlich bekannt gemachten Vorschriften zur Durchführung sowie der Stand der Technik zu beachten.“ Satz 9 grenzt ab: „Softwareänderungen nicht genehmigungspflichtiger Erweiterungen sind hiervon nicht betroffen.“ Ein Flash am Motorsteuergerät eines zugelassenen Fahrzeugs ist damit ausdrücklich erfasst.
  • § 19 Absatz 3 StVZO verhindert das Erlöschen bei Ein- oder Anbau von Teilen mit Betriebserlaubnis nach § 22, Bauartgenehmigung nach § 22a, EG-Typgenehmigung oder ECE-Genehmigung. Satz 2 bindet das an die Auflagen: Werden die in der Genehmigung aufgeführten Einschränkungen oder Einbauanweisungen nicht eingehalten, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Absatz 3 kann das Erlöschen verhindern, er heilt es nicht nachträglich.
  • § 19 Absatz 5 Satz 1 StVZO: Ist die Betriebserlaubnis erloschen, darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb genommen werden; genannt ist ausdrücklich auch der Halter, der die Inbetriebnahme anordnet oder zulässt. Satz 3 lautet im Wortlaut, es dürften „nur solche Fahrten durchgeführt werden, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erlangung einer neuen Betriebserlaubnis stehen“.
  • § 21 StVZO regelt die Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge; sie ist einer der Wege des Absatzes 3, nicht der einzige.
  • § 72 Absatz 2 StVZO: Teilegutachten durften „bis einschließlich 19. Juni 2025 erweitert oder neu erstellt werden“ und dürfen „nur bis einschließlich 19. Juni 2028 für die Zwecke des Einbaus oder des Anbaus von Teilen verwendet werden“.
  • § 49 StVZO trägt die Überschrift „Geräuschentwicklung und Schalldämpferanlage“. Absatz 1 verlangt, dass Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger so beschaffen sein müssen, „dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt“. Für ein zuschaltbares Auspuffknallen ist das die einschlägige Vorschrift. Nicht einschlägig für einen Pkw sind dagegen § 49 Absatz 2a StVZO und die zugehörige Bußgeldnorm § 69a Absatz 5 Nummer 5d StVZO: Diese Kette erfasst Schalldämpferanlagen als unabhängige technische Einheiten für Krafträder.

Die Herstellerquellen

  • MHD Tuning, Produktseiten und Flasher-Übersicht, geprüft am 6. September 2026: Motorenliste N13, N54, N55, S55, B58, S58, S63; Lizenzstufen Flasher, Monitor und Super License; MHD+-Funktionsblock auf den Super-License-Seiten für N55, B58 und S58; vier Map-Slots je Stufe mit einstellbarer Kraftstoffqualität; Leistungsvorgabe je Slot von 60 bis 100 Prozent (S58-Seite); erster Flash rund 3,5 Minuten und Map-Wechsel etwa 20 Sekunden (S58-Seite) gegenüber 2 bis 3,5 Minuten und 10 bis 19 Sekunden (B58-Seite); mehr als 50 auslesbare Motorwerte; Antilag, zuschaltbares Auspuffknallen je Slot, Abgasklappensteuerung, Ethanolanzeige, No Lift Shift, MaxCool und die Option zum Entfernen der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung; Fahrzeuglisten mit M140i F2x, M240i G42, M340i G20/G21, X3 M40i G01 und Toyota Supra A90 (B58) sowie M135i F2x, M2 F87, 335i F3x und X3 35i F25 (N55).
  • MHD Tuning, Bench-Unlock-Angaben, geprüft am 6. September 2026: B58 Gen2 mit Produktion vor 06/2020 immer DME-Bench-Unlock; B58 Gen1 aus den USA vor demselben Datum „kann nötig sein“; Fahrzeuge nach 06/2020 über Freischaltungen von Drittanbietern; N55 mit neuester BMW-Software Bench-Unlock zum Freischalten des OBD-Flashens. Die Seiten tragen kein Datum der letzten Aktualisierung.
  • MHD Tuning, Nutzungshinweis auf den Super-License-Seiten, geprüft am 6. September 2026: B58 und N55 tragen „For off road use only! Nicht im Bereich der STVO zugelassen!“, die S58-Seite „For Off Road / Race Track Use Only – Nicht im Bereich der STVO zugelassen!“.
  • MHD Tuning, FAQ, abgerufen am 6. September 2026. Auf die Frage „Can I check if my car was already tuned by MHD and what map / flash option it runs?“ lautet die Antwort im Wortlaut: „We do not collect information from our Users about last flashed file or flash settings. We are also not allowed to share any other information due to privacy laws.“ Aus derselben FAQ stammen die vollständige Bindung der Lizenzen an Benutzerkonto und E-Mail-Adresse, die Notwendigkeit einer neuen Lizenz für ein anderes Fahrzeug, der Rückflash auf den Werksstand ohne eigene Sicherung des Serienstands, die lizenzfreie Abfrage der Diagnose-Freischaltung in der App und die Empfehlung des herstellereigenen Adapters für MHD+ Live Adjust ohne Supportzusage für andere Adapter.
  • MHD Tuning, Support-Dokumentation Data Logging, geprüft am 6. September 2026: bis zu acht gleichzeitige Live-Anzeigen, bis zu 30 Werte je CSV-Aufzeichnung, Ablage in einem Ordner auf dem Gerät mit integriertem Diagramm, automatischer Aufzeichnungsstart ab einer selbst gesetzten Fahrpedalschwelle sowie die beispielhafte Kanalliste mit Ladedruck und Ladedrucksoll, Lambda, Ansauglufttemperatur, Zündwinkel je Zylinder, Kühlmittel- und Öltemperatur, Öldruck, Getriebetemperatur, Hochdruckpumpe, Drosselklappenstellung, Wastegate-Ansteuerung, Drehzahl, Geschwindigkeit und Abgastemperatur.
  • MHD Tuning, Versionshinweise zur App-Version 5.26: erweitertes Logging für die S58-ROM 00005C6414C808. Die Store-Auflistung nennt 5.26 mit Stand 13. Juni 2025. Als Entwickler der App ist im Store die MHD Tuning UG (haftungsbeschränkt) eingetragen.
  • Alle Herstellerangaben stammen aus öffentlich abrufbaren Seiten von MHD Tuning. Die Rechtsangaben stützen sich auf den amtlichen Text der StVZO, abrufbar bei Gesetze im Internet zu § 19 StVZO. Beide Stände wurden am 6. September 2026 geprüft.

Was offen bleibt

  • Ob MHD+ eine eigene Lizenzstufe mit Abocharakter oder ein Bestandteil der Super License ist, blieb widersprüchlich; beide Darstellungen sind im Umlauf.
  • Eine vollständige, öffentliche Liste aller unterstützten ROM-Stände war nicht auffindbar. Ohne sie lässt sich eine Funktionszusage für eine konkrete ROM nur schriftlich beim Hersteller klären.
  • Die Angaben zur Map-Wechselzeit widersprechen sich zwischen S58- und B58-Seite. Beide Werte stehen oben nebeneinander, weil beide vom selben Anbieter stammen.
  • Die Bench-Unlock-Angabe für den B58 Gen1 ist ausdrücklich auf US-Fahrzeuge bezogen. Für europäische Fahrzeuge fehlt auf derselben Seite eine gleichwertige Aussage; diese Lücke lässt sich nicht durch Analogie schließen.
  • Eine ABE, eine EG-Typgenehmigung oder eine ECE-Genehmigung für ein MHD-Produkt war auf den geprüften Herstellerseiten nicht auffindbar. Dass ein Dokument nicht gefunden wurde, ist kein Beweis für sein Nichtvorhandensein.
  • Sämtliche Produktangaben sind Herstellerangaben. Es liegt kein eigener Produkttest und keine eigene Messung zugrunde; Kennfeldwerte, Einstellparameter und Flash-Abläufe sind nicht Gegenstand.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Produktangaben sind als Herstellerangaben gekennzeichnet und wurden am 6. September 2026 geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: September 2026).

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