NIU NQiX Elektroroller der Baureihe in einer Stadtstraße

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NIU NQiX: Baureihe 150, 300, 500 und 1000 — Klasse, Führerschein und Reichweite im Überblick

Vier Leistungsstufen, zwei Fahrzeugklassen, ein Kürzel. Hier trennst du die NQiX-Stufen sauber nach Tempo, Klasse und Führerschein — mit dem entscheidenden Unterschied zwischen Peak und Nenndauer.

⏱ 13 Min. Lesezeit · Stand: August 2026

Kurz gesagt: Die NIU NQiX ist eine E-Roller-Baureihe in vier Leistungsstufen. Die NQiX 150 fährt 45 km/h als L1e-Kleinkraftrad. Die 300 erreicht bis 80 km/h und die 500 bis 100 km/h, beide als L3e-Motorrad. Die NQiX 1000 als Topstufe soll 125 km/h schaffen und kommt laut Hersteller in der zweiten Jahreshälfte 2026. Welcher Führerschein zählt, hängt an der Nenndauerleistung je Stufe — nicht an der beworbenen Peak-Wattzahl. NIU nennt im Datenblatt eine Dauerleistung je Stufe, doch die rechtlich maßgebliche Nennleistung steht im CoC der konkreten Variante. Deshalb gehört der Führerschein je Stufe vor dem Kauf an die Fahrzeugpapiere.

Was ist die NIU NQiX — eine Baureihe, kein einzelnes Modell

Viele suchen die „NIU NQiX“, als wäre es ein Roller. Tatsächlich steht der Name für eine ganze Baureihe. Die Zahl hinter dem Kürzel markiert die Leistungsstufe, nicht die Ausstattung. Aus 150, 300, 500 und 1000 werden vier sehr unterschiedliche Fahrzeuge. Sie reichen vom gedrosselten Stadtflitzer bis zum vollwertigen Motorrad.

Genau das ist der Grund für die Verwirrung im Netz. Ein Test zur NQiX 500 sagt fast nichts über die 150 aus. Höchstgeschwindigkeit, Fahrzeugklasse und Führerschein springen von Stufe zu Stufe. Wer die Reihe versteht, spart sich Fehlkäufe und falsche Führerschein-Erwartungen. Dieser Deep-Dive ordnet die Stufen deshalb einzeln ein.

Die Baureihe ist Teil des größeren NIU-Programms. Wenn du das Sortiment, die Marke und den Marktkontext im Ganzen suchst, führt der NIU-Elektroroller-Ratgeber tiefer in die Markenwelt. Diese Seite bleibt bewusst beim Modell-Detail der NQiX. Sie erklärt die Stufen, ihre Klassen und die rechtliche Einordnung.

Die vier Stufen im Direktvergleich

Der schnellste Weg zum Überblick ist die Gegenüberstellung. Die folgende Tabelle bündelt die offiziellen NIU-Datenblattwerte je Stufe. Die Leistung steht als Spitzen- und Dauerleistung laut NIU; die für die Einstufung maßgebliche CoC-Nennleistung kann darunter liegen. Reichweiten sind Hersteller-Bestwerte und schwanken im Alltag. Preise nennen wir bewusst nicht, die klärst du im Fachhandel.

NIU NQiX 150, 300, 500 und 1000 im Vergleich nach Tempo und Klasse
NIU NQiX 150, 300, 500 und 1000 im Vergleich nach Tempo und Klasse
Stufe Höchsttempo Klasse Leistung (Peak / Dauer) Akkukonfiguration Reichweite (Claim)
NQiX 150 45 km/h L1e (Kleinkraftrad) 3.800 W Peak · 3.500 W Dauer 1× Wechselakku 72 V / 28 Ah 50–60 km (1 Akku)
NQiX 300 80 km/h L3e (Kraftrad) 4.100 W Peak · 4.000 W Dauer Dual-Akku 72 V / 28 Ah 100–110 km (WMTC)
NQiX 500 100 km/h L3e (Kraftrad) 9.900 W Peak · 9.000 W Dauer Dual-Akku 2× 72 V / 28 Ah 95–105 km (2 Akkus)
NQiX 1000 125 km/h (angekündigt) L3e (Motorrad) 15,5 kW (Peak) 3× Wechselakku 72 V / 28 Ah über 100 km (Werte streuen)

Die Spanne ist enorm. Zwischen 45 und 125 km/h liegen Welten bei Klasse und Führerschein. Zwei Stufen sind Kleinkraftrad-nah, zwei sind echte Motorräder. Merke dir für alles Weitere: Die Peak-Spalte ist Marketing-relevant, aber nicht führerschein-relevant. Warum das so ist, klärt der Peak-Abschnitt weiter unten.

NQiX 150: L1e-Kleinkraftrad mit 45 km/h

Die NQiX 150 ist die Einstiegsstufe der Reihe. Sie fährt bauartbedingt 45 km/h und fällt damit unter die Klasse L1e. Das ist die klassische Kleinkraftrad-Kategorie, wie sie viele Stadtroller belegen. Der Antrieb liefert laut NIU-Datenblatt rund 3.800 Watt Spitzen- und 3.500 Watt Dauerleistung. Der Strom kommt aus einem Wechselakku mit 72 Volt und 28 Amperestunden.

Für den Alltag heißt das planbare Kurzstrecke. Die Reichweite liegt laut NIU bei 50 bis 60 Kilometern mit einem Akku, mit zweitem Pack bei rund 110 Kilometern. Das genügt für Pendeln, Einkauf und Stadtwege ohne Autobahn-Ambitionen. Als L1e bleibt die 150 im vertrauten Roller-Rahmen. Sie ist die Stufe für alle, die maximal einfach unterwegs sein wollen.

Der Vorteil der 150 ist die niedrige Führerschein-Hürde. Für ein L1e-Kleinkraftrad reicht in Deutschland die Klasse AM. Diese Klasse steckt bereits in einer Auto-Fahrerlaubnis der Klasse B. Damit ist die 150 die zugänglichste Stufe der Baureihe. Details zu den Klassen folgen im Führerschein-Abschnitt.

NQiX 300 und 500: L3e mit 80 bzw. 100 km/h

Mit der 300 verlässt die Reihe die Kleinkraftrad-Welt. Die NQiX 300 fährt bis 80 km/h und zählt damit zur Klasse L3e. Das ist rechtlich ein Kraftrad, kein Roller im Kleinkraftrad-Sinn. Laut NIU-Datenblatt sind es rund 4.100 Watt Spitzen- und 4.000 Watt Dauerleistung. Ein Dual-Akku-System mit 72 Volt und 28 Amperestunden versorgt den Motor.

Die NQiX 500 legt noch einmal deutlich nach. Sie erreicht bis 100 km/h und bleibt in der Klasse L3e. Laut NIU-Datenblatt sind es rund 9.900 Watt Spitzen- und 9.000 Watt Dauerleistung. Zwei Akkupacks mit je 72 Volt und 28 Amperestunden liefern die Energie, optional kommt ein dritter dazu. Ein ABS gehört bei dieser Stufe zur Sicherheitsausstattung.

Die 500 ist mit Abstand die meistgesuchte Stufe der Reihe. Das liegt am Sprung auf 100 km/h und der Landstraßen-Tauglichkeit. Damit rückt sie in Konkurrenz zu klassischen 125ern und leichten E-Motorrädern wie der BMW CE 02. NIU nennt 95 bis 105 Kilometer mit zwei Akkus, mit optionalem drittem Pack bis rund 130 Kilometer. Wichtig bleibt: L3e heißt echter Motorrad-Führerschein-Kontext, nicht Roller-Klasse.

NQiX 1000: die 125-km/h-Topstufe (Marktstatus)

Die NQiX 1000 ist die Speerspitze der Baureihe. Sie wurde auf der EICMA 2025 vorgestellt und soll 125 km/h erreichen. Ihre Peak-Leistung liegt laut Hersteller bei 15,5 Kilowatt. Drei Wechselakkus mit je 72 Volt und 28 Amperestunden speisen den Antrieb. Als L3e ist sie ein vollwertiges Motorrad, kein aufgebohrter Roller.

Beim Marktstatus ist Ehrlichkeit angesagt. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt, oft mit dem Fenster Q3 2026 genannt. Diese Termine sind Herstellerankündigungen, keine garantierten Verfügbarkeiten. Verschiebungen sind bei neuen Modellen die Regel, nicht die Ausnahme. Wer heute plant, sollte das im Kopf behalten.

Auch bei der Reichweite ist Vorsicht ratsam. Der Hersteller-Claim liegt über 100 Kilometer, doch Händler- und Pressewerte streuen bis 150 oder 178 Kilometer. Solche Spitzenzahlen entstehen unter Idealbedingungen. Für die reale Reichweite gilt: erst die finalen Serienangaben abwarten. Die 1000 bleibt bis zum Marktstart eine belegte Ankündigung, kein Serienfakt.

Peak- vs. Nenndauerleistung: warum die Prospekt-Wattzahl täuscht

Hier liegt der wichtigste Denkfehler der ganzen Reihe. Prospekte werben mit großen Wattzahlen wie 9.900 oder 15.500 Watt. Das ist die Peak-Leistung, also die kurzzeitige Spitze. Sie steht beim Beschleunigen für Sekunden an, nicht dauerhaft. Für die Fahrzeugklasse und den Führerschein ist sie schlicht nicht der Maßstab.

Unterschied zwischen Peak-Leistung und Nenndauerleistung am Beispiel NQiX
Unterschied zwischen Peak-Leistung und Nenndauerleistung am Beispiel NQiX

Entscheidend ist die Nenndauerleistung. Das ist die Leistung, die der Motor dauerhaft ohne Überhitzung abgibt. Sie liegt immer deutlich unter dem Peak-Wert. Das europäische Zulassungsrecht rechnet mit dieser Dauerleistung, nicht mit der Spitze. Wer die beiden Werte verwechselt, ordnet die Klasse falsch ein. Die Unterscheidung von Nenndauer- und Peak-Leistung bei E-Motorrädern erklärt das Prinzip Schritt für Schritt.

Bei der NQiX kommt eine Feinheit dazu. NIU nennt im Datenblatt zwar eine Dauerleistung je Stufe, etwa 3.500 Watt bei der 150, 4.000 Watt bei der 300 und 9.000 Watt bei der 500. Die für die Einstufung maßgebliche Nennleistung aus dem CoC steht aber nicht immer daneben. Für die 150 als L1e ist das unkritisch, die Klasse steht fest. Bei 300, 500 und 1000 entscheidet die CoC-Nennleistung über die Führerschein-Frage. Deshalb gilt: die Nennleistung der konkreten Stufe an den Fahrzeugpapieren ablesen, nicht aus dem Peak schätzen.

Fahrzeugklasse und Führerschein je Stufe

Die Fahrzeugklasse folgt aus Bauart und Nenndauerleistung. Grundlage ist die EU-Verordnung 168/2013. Ein L1e-Kleinkraftrad fährt maximal 45 km/h, das trifft die NQiX 150. Alles darüber ist ein L3e-Kraftrad, also 300, 500 und 1000. Die beworbene Peak-Wattzahl ändert an dieser Einordnung nichts.

Führerschein-Einordnung der NQiX-Stufen: AM, A1 und B196
Führerschein-Einordnung der NQiX-Stufen: AM, A1 und B196

Beim Führerschein greift § 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Für ein L1e-Kleinkraftrad reicht die Klasse AM, in Deutschland ab 15 Jahren. Die Klasse A1 setzt eine Nenndauerleistung von höchstens 11 Kilowatt voraus. Zusätzlich darf das Verhältnis 0,1 Kilowatt pro Kilogramm nicht überschreiten. Ob eine Stufe in A1 fällt, entscheidet allein diese Dauerleistung.

Für die NQiX bedeutet das eine gestufte Antwort. Die 150 ist über AM abgedeckt, das ist gesichert. Für die 300 nennt NIU selbst die Klasse A1; mit rund 4.000 Watt Dauerleistung liegt sie klar im 11-Kilowatt-Rahmen. Bei 500 und 1000 hängt die Klasse an der CoC-Nennleistung der konkreten Variante, hier ist keine pauschale Zuordnung seriös. Deshalb die Führerschein-Frage dieser Stufen an den Fahrzeugpapieren klären. Die Grundlagen liefert der Ratgeber zum E-Motorrad-Führerschein und seinen Klassen.

B196: was der Autoführerschein-Zusatz leistet — und wo nicht

Die Schlüsselzahl 196 ist ein beliebtes Missverständnis. Sie erweitert die Klasse B nach § 6b der Fahrerlaubnis-Verordnung. Voraussetzung sind mindestens 25 Jahre oder fünf Jahre Klasse B plus Schulung. Der Zusatz gilt im Inland und schaltet ausschließlich A1 frei. Das bedeutet Leichtkrafträder bis 11 Kilowatt Nenndauer und bis 0,1 Kilowatt pro Kilogramm.

Genau da liegt die Grenze für die NQiX. B196 greift nur, solange eine Stufe im A1-Rahmen bleibt. Für die 300 nennt NIU selbst A1; mit rund 4.000 Watt Dauerleistung bleibt sie klar im 11-Kilowatt-Rahmen, den B196 abdeckt. Für die 500 und 1000 lässt sich B196 nicht pauschal behaupten. Die 500 liegt mit rund 9.000 Watt Dauerleistung näher an der Grenze, und die maßgebliche CoC-Nennleistung der konkreten Variante entscheidet. Übersteigt sie die 11-Kilowatt-Grenze, entfällt der A1-Rahmen und damit auch B196.

Praktisch heißt das: Verlass dich bei 300, 500 und 1000 nie auf ein Bauchgefühl. Ob B196 reicht, entscheidet die dokumentierte Dauerleistung, nicht die Peak-Zahl im Prospekt. Liegt die Stufe über A1, sind A2 oder A die richtige Frage. Kläre das vor dem Kauf anhand der Zulassungspapiere der konkreten Variante.

Akku, Wechselakku-System und Reichweite im Alltag

Alle NQiX-Stufen setzen auf herausnehmbare Wechselakkus. Das ist der große praktische Pluspunkt der Baureihe. Du trägst den Akku zum Laden in die Wohnung statt an die Steckdose in der Tiefgarage. Die 150 nutzt einen einzelnen 72-Volt-Pack mit 28 Amperestunden, optional lässt sich ein zweiter nachrüsten. Die stärkeren Stufen stapeln von Haus aus mehrere dieser 72-Volt-Packs für mehr Energie.

Mit der Zahl der Akkus wächst die Reichweite. Die 300 arbeitet mit einem Dual-Akku und schafft laut NIU rund 100 bis 110 Kilometer nach WMTC. Die 500 nutzt zwei 72-Volt-Packs und kommt auf 95 bis 105 Kilometer, mit drittem Pack bis rund 130 Kilometer. Die 1000 stapelt drei Akkus und nennt über 100 Kilometer als Claim. Höhere Presse-Werte bis 150 oder 178 Kilometer bleiben mit Vorsicht zu genießen.

Im Alltag liegt die echte Reichweite meist unter dem Bestwert. Tempo, Zuladung, Kälte und Fahrstil ziehen sie nach unten. Wer viel Landstraße mit hohem Tempo fährt, verliert spürbar. Kalte Tage kosten zusätzlich Kapazität, dieser Verlust ist aber meist reversibel. Rechne im Alltag lieber mit einem Puffer als mit dem Prospekt-Maximum.

Laden, App und smarte Funktionen

Das Wechselakku-Prinzip macht das Laden flexibel. Du lädst den Pack dort, wo eine normale Steckdose ist. Wer zwei oder drei Akkus fährt, kann rotieren und Ausfallzeiten kürzen. Ein voll geladener Ersatzpack ersetzt praktisch das Warten an der Ladestation. Für Pendler mit fester Route ist das ein echter Alltagsvorteil.

NIU ist zudem für seine App-Anbindung bekannt. Die Roller verbinden sich mit dem Smartphone und zeigen Ladestand, Standort und Fahrdaten. Solche Connected-Funktionen sind über die Baureihe hinweg ein Markenzeichen. Der konkrete Funktionsumfang unterscheidet sich je Stufe und Modelljahr. Prüfe die genaue App-Ausstattung an der aktuellen Produktseite der Variante.

Wichtig ist die Einordnung dieser Software. Die App ist ein Komfort- und Diebstahlschutz-Werkzeug, kein Tempo-Regler zum Entdrosseln. Die Höchstgeschwindigkeit jeder Stufe ist ab Werk je Klasse homologiert. Das ist ein serienmäßiges, straßenzugelassenes Fahrzeug, kein Tuning-Objekt. Umbauten an Leistung oder Tempo berühren Zulassung und Versicherung und sind hier kein Thema.

Einsatz und Zielgruppe je Stufe

Jede Stufe hat ihren eigenen Fahrertyp. Die 150 passt zum reinen Stadtnutzer ohne Autobahn-Bedarf. Sie ist die einfache Lösung für kurze Wege und Führerschein-Einsteiger. Wer nie schneller als 45 km/h muss, braucht keine stärkere Stufe. Mehr Tempo bedeutet hier nur mehr Führerschein-Aufwand ohne echten Nutzen. Wer statt Roller ein überdachtes Stadtgefährt sucht, findet in der NIU Niumm 500 als Microcar-Schwester eine andere Bauform.

Die 300 ist der Allrounder für Stadtrand und Landstraße. Mit 80 km/h hält sie im fließenden Verkehr gut mit. Die 500 richtet sich an alle, die echte 100 km/h wollen. Sie tritt gegen klassische 125er und leichte E-Motorräder an. Wer solche Alternativen abwägt, findet im Vergleich der E-Maxi-Roller die passende Einordnung.

Die 1000 zielt auf ein anderes Publikum. Sie ist ein E-Motorrad mit 125 km/h und entsprechendem Führerschein-Anspruch. Ihr Käufer will Fernpendeln oder sportliches Fahren, kein reines Stadtgerät. Die größere Einordnung ins E-Moto-Umfeld liefert der Ressort-Hub zu E-Moto und leichten Elektrofahrzeugen. Dort ordnest du die NQiX-Reihe neben andere Antriebe und Klassen ein.

Kaufkriterien für die NQiX-Reihe

Der Kauf startet nicht beim Tempo, sondern beim Führerschein. Frage zuerst, welche Klasse du wirklich hast oder erwerben willst. Mit AM bleibt nur die 150, mit A1 oder B196 kommt die 300 in Reichweite. Für 500 und 1000 brauchst du die passende Kraftrad-Klasse. Alles andere entscheidet sich erst danach.

Der zweite Schritt ist das ehrliche Streckenprofil. Wie viel Stadt, wie viel Landstraße, welche Tagesdistanz? Danach richtet sich die nötige Stufe und die Akkuzahl. Rechne die Reichweite mit Puffer, nicht mit dem Prospekt-Bestwert. Eine kleinere, passende Stufe ist oft klüger als die größte Zahl im Programm.

Zum Schluss stehen die harten Papierfragen. Lass dir die Nenndauerleistung und die Fahrzeugklasse der konkreten Variante schriftlich geben. Kläre den Marktstatus, gerade bei der noch nicht ausgelieferten 1000. Und prüfe die App- und Akku-Ausstattung an der aktuellen Produktseite. Wer diese Punkte abhakt, kauft die richtige Stufe statt der lautesten.

Häufige Irrtümer rund um NQiX-Tempo und Führerschein

Der erste Irrtum: „NQiX ist ein Roller.“ Das stimmt nur für die 150. Ab der 300 sind es rechtlich Krafträder der Klasse L3e. Wer die ganze Reihe als Roller behandelt, unterschätzt Führerschein und Verantwortung. Die Klasse springt mit der Zahl, nicht mit dem Aussehen.

Der zweite Irrtum: „Die hohe Wattzahl bestimmt die Klasse.“ Falsch, denn die Peak-Leistung ist nur die Spitze. Zulassung und Führerschein rechnen mit der Nenndauerleistung. Wer vom Peak auf die Klasse schließt, liegt regelmäßig daneben. Genau diese Verwechslung führt zu falschen B196-Hoffnungen.

Der dritte Irrtum: „B196 reicht für jede NQiX.“ Das gilt nur im A1-Rahmen bis 11 Kilowatt Nenndauer. Für 500 und 1000 ist das nicht pauschal gedeckt. Der vierte Irrtum betrifft die 1000 selbst: Sie ist angekündigt, nicht überall lieferbar. Behandle Marktstart-Termine als Ankündigung, nicht als Garantie.

Wie viele NQiX-Modelle gibt es?

Die NIU NQiX ist eine Baureihe mit vier Leistungsstufen: 150, 300, 500 und 1000. Die Zahl steht für die Leistungsstufe und damit für Tempo und Fahrzeugklasse. Die 150 ist ein L1e-Kleinkraftrad, die 300, 500 und 1000 sind L3e-Krafträder. Sie unterscheiden sich stark in Führerschein und Einsatz.

Wie schnell ist die NIU NQiX 500?

Die NIU NQiX 500 fährt bis 100 km/h und zählt zur Fahrzeugklasse L3e. Ihr Antrieb erreicht laut Datenblatt eine Peak-Leistung um 9.900 Watt. Ein ABS gehört zur Ausstattung, die Energie liefern zwei 72-Volt-Akkupacks. Die 500 ist die meistgesuchte und schnellste der straßennahen Stufen unterhalb der 1000.

Welchen Führerschein brauche ich für die NQiX 500?

Die NQiX 500 ist mit 100 km/h ein L3e-Kraftrad, kein Roller im AM-Rahmen. Welche Klasse gilt, hängt an der Nenndauerleistung, die NIU nicht überall klar ausweist. Eine pauschale Zuordnung wäre unseriös. Kläre die nötige Kraftrad-Klasse am Datenblatt und in den Fahrzeugpapieren der konkreten Variante, bevor du kaufst.

Ist die NQiX 300 mit B196 fahrbar?

Ja, im Rahmen von A1. B196 erweitert die Klasse B auf A1, also bis 11 Kilowatt Nenndauerleistung und 0,1 Kilowatt pro Kilogramm. Für die 300 nennt NIU selbst die Klasse A1; mit rund 4.000 Watt Dauerleistung bleibt sie klar in diesem Rahmen. Die maßgebliche CoC-Nennleistung prüfst du zur Sicherheit an den Fahrzeugpapieren.

Wann kommt die NQiX 1000?

NIU hat die NQiX 1000 auf der EICMA 2025 vorgestellt. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt, oft mit Q3 2026 genannt. Das ist eine Herstellerankündigung, keine garantierte Verfügbarkeit. Bei neuen Modellen sind Verschiebungen üblich, plane den Termin daher mit Puffer.

Was ist der Unterschied zwischen Peak- und Nenndauerleistung bei der NQiX?

Die Peak-Leistung ist die kurzzeitige Spitze beim Beschleunigen, etwa 9.900 Watt bei der 500. Die Nenndauerleistung ist die Leistung, die der Motor dauerhaft ohne Überhitzung abgibt, und liegt deutlich niedriger. Fahrzeugklasse und Führerschein rechnen mit der Nenndauer, nicht mit dem Peak. Deshalb sagt die große Prospekt-Wattzahl nichts über den nötigen Führerschein.

Welche Reichweite hat die NQiX wirklich?

Die Hersteller-Werte reichen von 50 bis 60 km bei der 150 mit einem Akku bis über 100 km bei den stärkeren Stufen. Das sind Bestwerte unter Idealbedingungen. Im Alltag ziehen Tempo, Zuladung, Fahrstil und Kälte die Reichweite nach unten. Bei der 1000 streuen Presse-Angaben bis 150 oder 178 km, hier lohnt es, die finalen Serienangaben abzuwarten.

Hat die NQiX einen Wechselakku?

Ja, alle NQiX-Stufen nutzen herausnehmbare Wechselakkus. Die ganze Reihe setzt auf 72-Volt-Packs mit 28 Amperestunden. Die 150 fährt mit einem Pack, die 500 nutzt zwei, die 1000 sogar drei Akkus. Du lädst die Packs an einer normalen Steckdose und kannst so unabhängig von einer festen Ladestation bleiben.

Ist die NQiX 150 ein Mofa oder ein Kleinkraftrad?

Die NQiX 150 ist ein Kleinkraftrad der Klasse L1e, kein Mofa. Sie fährt bauartbedingt 45 km/h, während ein Mofa auf 25 km/h begrenzt ist. Für ein L1e-Kleinkraftrad reicht in Deutschland die Klasse AM ab 15 Jahren. Diese Klasse ist in einer Fahrerlaubnis der Klasse B bereits enthalten.

Was kostet die NIU NQiX?

Preise nennen wir hier bewusst nicht, denn sie schwanken je Stufe, Ausstattung und Händler. Die vier Stufen liegen naturgemäß weit auseinander, von der günstigen 150 bis zur Topstufe 1000. Den aktuellen Preis der gewünschten Variante prüfst du im Fachhandel. Achte dabei auf Akkuzahl und Ausstattung, nicht nur auf die reine Stufennummer.

Hinweis: Dieser Beitrag ordnet die NIU-NQiX-Baureihe redaktionell ein und ist keine Rechtsberatung. Nenndauerleistung, Fahrzeugklasse und Führerschein prüfst du je Stufe an den Fahrzeugpapieren und am Datenblatt der konkreten Variante. Die NQiX-Stufen sind ab Werk je Klasse homologierte, straßenzugelassene Fahrzeuge — kein Tuning-Thema. Ein nicht zugelassenes oder verändertes Fahrzeug gehört nicht in den öffentlichen Verkehr, sondern nur auf tatsächlich nichtöffentliches Privatgelände.

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