BMW S58 Kraftstoff. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

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BMW S58 und Kraftstoff — 95, 98, 102 ROZ und E25 richtig einordnen

An der Zapfsäule stehen drei Zahlen, und im Netz hat jede ihre eigene Fangemeinde. BMW beantwortet die Frage in einer einzigen Fußnote, die drei verschiedene Dinge sagt und am selben Tag in zwei Fassungen zu finden ist. Hier steht, was diese Fußnote hergibt, was sie offenlässt und wo eine fremde Abstimmung ihre eigenen Regeln mitbringt.

⏱ 17 Min. Lesezeit · Stand: September 2026

Kurz gesagt: Für die M-Modelle der 3er Limousine, also auch für den M3 mit dem S58, lässt BMW bleifreien Kraftstoff ab ROZ 91 zu, empfiehlt ROZ 95 und für High-Performance-Automobile ROZ 98. Die Leistungsangaben beziehen sich auf ROZ 98. Beim Ethanol nennt die technische Datenseite E25, die Modellseite E10. An einer deutschen Zapfsäule macht das keinen Unterschied, weil die deutsche Auszeichnungsregel keine Sorte zwischen E10 und E85 kennt. 102 ROZ verlangt BMW nirgends. Wo eine fremde Abstimmung sie verlangt, ist das eine Softwareänderung mit eigenen Folgen, und für deinen Wagen zählt am Ende, was in seiner Betriebsanleitung steht.

Drei Zahlen an der Zapfsäule

Samstagmorgen, der M3 steht an der Säule, und die Hand hängt zwischen zwei Zapfhähnen. Links Super, rechts Super Plus, und im Kopf ein Forumsbeitrag von gestern, nach dem der BMW S58 erst mit 102 Oktan zeigt, was in ihm steckt. Ein anderer Nutzer schrieb im selben Faden, E10 gehe völlig in Ordnung, schließlich gebe BMW sogar E25 frei. Der dritte wollte E85 zumischen. Drei Meinungen, drei Zahlen, und jede klingt, als hätte sie jemand sauber aus einer Herstellerangabe abgeschrieben.

Genau darin liegt der Haken. BMW beantwortet die Frage tatsächlich, aber nicht in einer Kaufberatung, sondern im Kleingedruckten unter den technischen Daten. Dort steht eine Fußnote aus fünf Sätzen. Sie gilt nicht für den S58 allein, sondern für alle M-Modelle der 3er Limousine, also auch für den M340i und den Diesel M340d auf derselben Seite. Wer sie wie eine Werbezeile überfliegt, zieht zwei Zahlen zu einer zusammen. Wer sie Satz für Satz liest, findet drei Aussagen zu drei verschiedenen Fragen, und keine davon sagt, dass der S58 zwingend 98 braucht.

Den Motor selbst nennt BMW auf diesen Seiten übrigens nicht beim Namen. Dort heißt er High-Performance M TwinPower Turbo Reihen-6-Zylinder-Benzinmotor, und die Bezeichnung S58 findest du auf keiner der beiden Verkaufsseiten. Sie stammt aus der Fachpresse, die den Sechszylinder als Weiterentwicklung des B58 beschreibt, eingeführt in X3 M und X4 M und inzwischen auch in M3 und M4 verbaut. Das ist mehr als eine Formsache. Eine Kraftstoffangabe gehört zu einem Fahrzeug und seinen Unterlagen, nicht zu einem Motorcode, der in mehreren Baureihen steckt.

Welchen Kraftstoff braucht der BMW S58?

Die kurze Antwort hat drei Teile, und jeder beantwortet eine andere Frage. Zulässig sind laut der technischen Datenseite „Kraftstoffqualitäten bleifrei ROZ 91 und höher mit einem maximalen Ethanol-Anteil von 25 % (E25)“. Empfohlen wird ROZ 95, und im nächsten Satz folgt die Einschränkung: „Für High-Performance-Automobile empfiehlt BMW die Verwendung eines Kraftstoffs mit ROZ 98.“ Die dritte Aussage steht ganz vorn in der Fußnote und wird trotzdem am häufigsten überlesen. Die Leistungsangaben, also 353 kW beim Handschalter, 375 kW beim Competition mit Hinterradantrieb und 390 kW beim Competition mit Allradantrieb, beziehen sich auf den Betrieb mit ROZ 98.

Frage Was die BMW-Fußnote sagt Was daraus folgt
Was darf in den Tank? bleifrei ab ROZ 91, Ethanol bis E25 (Datenseite) oder E10 (Modellseite) eine Untergrenze, keine Empfehlung
Was empfiehlt BMW? ROZ 95, für High-Performance-Automobile ROZ 98 eine Empfehlung, keine Pflicht
Worauf beziehen sich die kW? auf ROZ 98 mit 95 ist diese Zahl nicht zugesagt
Was verlangt fremde Software? nichts, das ist keine BMW-Angabe steht nur in den Unterlagen der Abstimmung

Welche Autos BMW mit einem High-Performance-Automobil meint, sagt die Fußnote nicht. In der Pressemitteilung zum überarbeiteten M3 aus dem Mai 2024 nennt BMW die neue Limousine und den neuen Touring allerdings wörtlich „High-Performance-Automobile“. Auf der Modellseite heißt zudem der Motor aller drei M3-Varianten High-Performance-Motor, der des M340i nicht. Wer beide Texte nebeneinanderlegt, landet beim M3 bei 98 als Empfehlung. Ausdrücklich verknüpft hat BMW die beiden Stellen aber nicht, und deshalb bleibt es eine naheliegende Lesart und kein Wortlaut.

Daneben gibt es eine vierte Stelle, die in BMWs Fußnote gar nicht vorkommt. Sobald eine fremde Abstimmung im Steuergerät steckt, bringt sie ihre eigene Kraftstoffanforderung mit, und die steht allein in den Unterlagen dieser Software. Alles, was BMW sagt, gilt für den Serienzustand, und 102 kommt darin nur als Teil von „und höher“ vor, verlangt wird es nirgends. Für jeden anderen Zustand des Wagens muss die Antwort neu gesucht werden.

E10 oder E25: dieselbe Fußnote in zwei Fassungen

Jetzt wird es unbequem. Die Modellseite des M3 trägt dieselbe Fußnote, am selben Tag abgerufen. Nur der Satz in der Mitte ist ein anderer, denn dort sind „Kraftstoffqualitäten bleifrei ROZ 91 und höher mit einem maximalen Ethanol-Anteil von 10 % (E10)“ zulässig. Auch der Bezug für den Verbrauch ist ein anderer, denn die Datenseite nennt die Messverordnung von 2017, die Modellseite die Grundverordnung von 2007. Zwei offizielle Fassungen, zwei Ethanolgrenzen, und keine der Seiten erklärt, warum. Die größere Zahl herauszupicken wäre bequem, belegt wäre sie dadurch nicht.

Es ist nicht die einzige Stelle, an der BMW-Angaben auseinanderlaufen. Schon beim Drehzahlbereich, in dem der Allrad-Competition sein maximales Drehmoment abgibt, nennen Pressemitteilung und heutige Datenseite verschiedene Werte. Das spricht dafür, dass Verkaufstexte, Datenblätter und Pressematerial zu verschiedenen Zeitpunkten gepflegt werden, und keine einzelne Seite gibt automatisch den Stand deines Fahrzeugs wieder.

Für den Alltag an einer deutschen Tankstelle ist der Widerspruch trotzdem kleiner, als er aussieht. Beide Fassungen lassen alles bis E10 zu, und genau diese Spanne wird dort als Super, Super Plus, Super E10 und Super Plus E10 angeboten. Relevant wird die Differenz erst oberhalb von zehn Prozent Ethanol, und die deutsche Auszeichnungsregel kennt keine Sorte zwischen E10 und E85. Das ist eine eigene Einordnung aus den beiden BMW-Fassungen und der deutschen Kraftstoffverordnung, keine Aussage von BMW.

Was im Zweifel entscheidet, sagt die Zulassungsordnung erstaunlich genau. Ein Kraftfahrzeug darf nur mit den Kraftstoffqualitäten betrieben werden, die der Hersteller in der Betriebsanleitung oder in anderen Unterlagen für den Halter angibt. Ob eine Verkaufsseite im Internet eine solche Unterlage ist, lässt die Vorschrift offen, die Betriebsanleitung nennt sie dagegen ausdrücklich. Andere Qualitäten sind nur erlaubt, wenn sichergestellt ist, dass das Fahrzeug die Emissionsanforderungen des Immissionsschutzrechts weiter einhält, und wie eine Privatperson das sicherstellen soll, beschreibt die Vorschrift nicht. Wer sein Auto entgegen dieser Regel betreibt, handelt ordnungswidrig, und dieselbe Vorschrift regelt auch AdBlue beim Diesel.

Was im S58 steckt und was ihn vom B58 trennt

Die Fachpresse beschreibt den S58 als Ableger des B58, den du etwa aus dem M140i kennst und den BMWs Sportabteilung so weit umgebaut hat, dass er als eigenständiger Motor durchgeht. Der Kolbenhub ist mit 90,0 mm fast fünf Millimeter kürzer als beim Ausgangsmotor, die Bohrung mit 84,0 mm zwei Millimeter größer. Rechnet man daraus den Hubraum von sechs Zylindern aus, kommt man auf 2.993 cm³, und genau diese Zahl steht in BMWs technischen Daten bei allen drei M3-Varianten. Beim Verdichtungsverhältnis nennt dieselbe Quelle 9,3:1 für den S58 und 11:1 für den B58.

Aus BMWs eigener Pressemitteilung stammen die Bauteile, die für die Kraftstofffrage zählen. Zwei Mono-Scroll-Lader versorgen je drei Zylinder, eine indirekte Ladeluftkühlung hängt an einem Niedertemperatur-Kreislauf, und die Direkteinspritzung arbeitet mit bis zu 350 bar. Dazu kommen ein Kurbelgehäuse in Closed-Deck-Bauweise und eine geschmiedete Kurbelwelle. Ein solcher Motor holt seine Leistung nicht aus einer hohen geometrischen Verdichtung, sondern aus Ladedruck, und Ladedruck heißt mehr Luft, höherer Druck und höhere Temperatur im Zylinder, bevor überhaupt gezündet wird. Genau dort liegt die Grenze, an der die Oktanzahl ins Spiel kommt.

Ein Detail aus derselben Pressemitteilung verdient einen zweiten Blick. Die stärkste Variante im M3 bekam 2024 nach BMWs Darstellung „durch eine optimierte Konfiguration der digitalen Motorsteuereinheit (DME) einen Leistungszuwachs um 15 kW/20 PS“. Mehr Leistung aus Software ist beim S58 also zuerst eine Werksmaßnahme, die BMW selbst verantwortet. Die Fußnote auf der aktuellen Datenseite bezieht auch diese 390 kW auf ROZ 98 und nicht auf einen höheren Wert. Wer daraus schließt, mehr Leistung verlange zwangsläufig mehr Oktan, hat BMWs eigenes Beispiel gegen sich.

Was die Oktanzahl misst und was nicht

Die Oktanzahl sagt nichts darüber, wie viel Energie im Kraftstoff steckt. Sie beschreibt seine Klopffestigkeit, also wie gut er sich dagegen wehrt, sich von selbst zu entzünden, bevor die Flamme ihn erreicht. ROZ steht für Research-Oktanzahl und wird in einem genormten Prüfmotor bestimmt, in dem der Kraftstoff mit einem Vergleichsgemisch aus zwei Kohlenwasserstoffen antritt. Ein Super mit 95 verbrennt deshalb nicht schwächer als ein Kraftstoff mit 102. Es verträgt nur weniger Druck und Hitze, bevor es sich selbst entzündet.

Was dabei im Zylinder passiert, ist schnell erzählt. Nach dem Zündfunken wandert eine Flammenfront durch den Brennraum, und vor ihr wird der noch unverbrannte Rest des Gemischs zusammengepresst und weiter aufgeheizt. Zündet dieser Rest von selbst, bevor die Flamme ankommt, laufen Druckwellen durch den Brennraum, die man bei älteren Motoren als metallisches Klingeln hört. Moderne Motoren lassen es so weit gar nicht kommen, weil die Motorsteuerung vorher eingreift. Dauerhaftes Klopfen belastet Kolben, Ringe und Zylinderkopfdichtung, und genau davor schützt die Regelung.

Eine Falle steckt in amerikanischen Foren und Videos. An US-Zapfsäulen steht ein anderer Index, der aus zwei Messverfahren gemittelt wird, und deshalb bedeutet eine Zahl von dort nicht dasselbe wie eine ROZ-Angabe an einer deutschen Säule. Wer eine amerikanische Abstimmungsempfehlung eins zu eins überträgt, vergleicht zwei verschiedene Skalen miteinander. Eine Umrechnung steht hier nicht. Wichtig ist nur, dass du bei jeder Oktanzahl weißt, auf welcher Skala sie gemessen wurde.

Die Klopfregelung: warum 95 nicht sofort schadet

Bei modernen Ottomotoren sitzen am Motorblock Klopfsensoren, die den Körperschall aufnehmen, und die Motorsteuerung wertet ihr Signal in einem kurzen Fenster nach jeder Zündung aus. Erkennt sie das typische Muster, nimmt sie für den betroffenen Zylinder den Zündzeitpunkt zurück, zündet also etwas später, und tastet sich danach Schritt für Schritt wieder nach vorn. Bei einem aufgeladenen Motor kann sie zusätzlich Last oder Ladedruck begrenzen, wenn das Zurücknehmen der Zündung allein nicht reicht. Wie die Regelung im S58 im Detail arbeitet, veröffentlicht BMW nicht. Das Prinzip ist bei aufgeladenen Direkteinspritzern aber überall dasselbe.

Später zünden schützt, aber es hat einen Preis. Die Verbrennung rutscht weiter in den Arbeitstakt hinein, und der Druck baut sich erst auf, während der Kolben schon abwärts läuft. Ein größerer Teil der Wärme verlässt den Motor dann mit dem Abgas. Das kostet Drehmoment und Wirkungsgrad, und die höhere Abgastemperatur bekommen Turbolader und Katalysator zu spüren. Mit weniger Oktan im Tank greift die Regelung früher ein als mit mehr. Genau das ist ihr Zweck: Sie schützt den Motor, indem sie Leistung hergibt.

Umgekehrt erklärt dieselbe Mechanik, warum 102 im Serienzustand kein Leistungsversprechen ist. Eine Serienabstimmung hat Zielwerte für Zündung und Ladedruck. Wo sie diese Ziele mit 98 schon erreicht, bleibt die zusätzliche Klopffestigkeit ungenutzt im Tank. Nur dort, wo die Regelung auch mit 98 zurücknehmen musste, etwa bei großer Hitze, kann ein klopffesterer Kraftstoff einen Teil davon zurückholen. Über die Zielwerte der Serie hinaus geht das nicht. Ob und wie weit das beim S58 geschieht, lässt sich aus keiner BMW-Angabe ablesen.

Hitze kostet Reserve: Ansaugluft, Rennstrecke, Sommer

Der Lader presst Luft zusammen, und zusammengepresste Luft wird warm. Die Ladeluftkühlung soll diese Wärme wieder herausholen, beim S58 über einen eigenen Niedertemperatur-Kreislauf. Das funktioniert gut, solange dieser Kreislauf selbst kühl ist. Nach mehreren Volllastrunden, nach einer langen Bergauffahrt oder im Stau an einem heißen Tag ist er es nicht mehr, und dann kommt die Luft wärmer im Zylinder an. Wärmere Ansaugluft heißt höhere Temperatur am Ende der Verdichtung, und damit rückt die Klopfgrenze näher.

Im Alltag bedeutet das, dass derselbe S58 mit demselben Kraftstoff an einem kalten Morgen mehr Spielraum hat als am Nachmittag nach einer Runde auf der Rennstrecke. Die Regelung nimmt bei Hitze früher Zündung zurück, und die gefühlte Leistung sinkt, obwohl im Tank dasselbe ist wie vorher. Deshalb stellt sich die Frage nach dem Kraftstoff am schärfsten dort, wo es heiß wird. Wer nur Landstraße fährt, bleibt meist weit von dieser Grenze entfernt. Wer einen Trackday plant, fährt stundenlang an ihr entlang.

Und genau hier entstehen die meisten Fehlurteile über Oktan. Ein Vergleich, bei dem 98 an einem heißen Nachmittag gegen 102 an einem kühlen Morgen antritt, misst vor allem das Wetter. Belastbar wird so ein Vergleich erst, wenn Ansauglufttemperatur, Kühlmittel- und Öltemperatur, Software und Beladung gleich sind und mehrere Läufe hintereinander dasselbe zeigen. Ein einzelner Prüfstandslauf mit einer schöneren Kurve beweist über den Kraftstoff gar nichts.

Ethanol: kühler, energieärmer, anderes Gemisch

Ethanol ist als Beimischung sehr klopffest, und es hat eine zweite Eigenschaft, die für aufgeladene Motoren fast noch wichtiger ist. Es braucht zum Verdampfen deutlich mehr Wärme als Benzin, seine Verdampfungswärme ist also hoch. Der S58 spritzt direkt in den Brennraum, der Kraftstoff verdampft also im Zylinder und entzieht dem Gemisch dort Wärme, und mit steigendem Ethanolanteil wird dieser Kühleffekt stärker. Kühleres Gemisch klopft später, und nach demselben Prinzip arbeitet eine Wasser-Methanol-Einspritzung. Das erklärt, warum Ethanol in Tuningkreisen einen so guten Ruf hat.

Die Kehrseite steht in der Energiebilanz. Ethanol hat einen geringeren Heizwert als Benzin, ein Liter davon trägt also weniger Energie, und für dieselbe Leistung muss mehr Kraftstoff durch die Leitungen. Dazu kommt die Chemie der Verbrennung, denn weil Ethanol selbst Sauerstoff enthält, braucht es für eine vollständige Verbrennung weniger Luft je Kilogramm Kraftstoff. Das stöchiometrische Verhältnis verschiebt sich, und bei gleicher Luftmenge muss die Einspritzung mehr Kraftstoff liefern. Die Lambdaregelung gleicht das innerhalb ihres Spielraums aus, Hochdruckpumpe und Injektoren müssen die zusätzliche Menge aber auch fördern können.

Deshalb ist eine Ethanolgrenze in einer Herstellerangabe keine Formalie. Sie markiert, bis wohin der Hersteller sein Fahrzeug freigibt, und was jenseits davon mit Kraftstoffsystem, Dichtungen, Sensorik und Regelstrategie passiert, deckt sie nicht ab. E25 in einer Fußnote heißt nicht, dass der Weg zu E85 schon halb gegangen wäre. E85 ist ein eigener Kraftstoff mit eigener Norm und eigenem Zapfsäulenzeichen, und keine der beiden BMW-Fassungen deckt ihn ab. Wer so etwas fahren will, braucht eine Abstimmung, die den Ethanolgehalt kennt, und landet damit bei der fremden Abstimmung, um die es weiter unten geht.

E25 steht an keiner deutschen Zapfsäule

Welche Namen an einer deutschen Zapfsäule stehen, regelt die Kraftstoffverordnung ziemlich streng, beim Diesel mit B7 und B10 genauso wie beim Benzin. Ottokraftstoff mit höchstens fünf Volumenprozent Ethanol heißt dort Super oder Super Plus, und das Pflichtzeichen trägt den Hinweis, dass er bis zu 5 % Bioethanol enthält. Darf der Ethanolanteil darüber liegen, heißt er Super E10 oder Super Plus E10 und trägt den Hinweis auf bis zu 10 % Bioethanol. Ethanolkraftstoff E85 hat eine eigene Bezeichnung und ein eigenes Zeichen. Eine Sorte E25 kommt in dieser Aufzählung nicht vor, auch nicht unter einem anderen Namen.

Eine Oktanzahl steht in der ganzen Verordnung übrigens auch nicht. Sie kennt Super und Super Plus als Namen, nennt aber weder 95 noch 98 und nicht einmal die Abkürzung ROZ. Für die Beschaffenheit verweist sie auf die Benzinnorm DIN EN 228 in der Ausgabe August 2017, und diese Norm ist kostenpflichtig. Im Alltag steht Super für 95 und Super Plus für 98, doch in der Verordnung, die diese Namen vorschreibt, taucht keine der beiden Zahlen auf.

Zwei Stellen der Verordnung helfen dir trotzdem ganz direkt. Am E10-Zapfhahn muss ein Hinweis stehen, der dich auffordert, beim Fahrzeughersteller nachzufragen, ob dein Auto E10 verträgt, und im Zweifel Super oder Super Plus zu tanken. Und Hersteller, die eine Kraftstoffqualität für ihre Fahrzeuge bekannt machen, müssen dafür dieselben Bezeichnungen und Zeichen verwenden und sie am Einfüllstutzen oder direkt daneben anbringen. Ein solches Zeichen an deiner Tankklappe spricht deshalb dieselbe Sprache wie die Zapfsäule. Was bei deinem M3 dort steht, siehst du mit einem Handgriff.

Bleibt die Idee, E85 und Super im Tank zu mischen, bis rechnerisch etwa ein Viertel Ethanol herauskommt. Das Ergebnis ist keine Kraftstoffqualität, die irgendjemand ausgewiesen hat, sein tatsächlicher Ethanolanteil ist unbekannt, und keine der beiden BMW-Fassungen sagt dazu ein Wort. Solange die Betriebsanleitung deines Wagens so ein Gemisch nicht abdeckt, bist du damit genau in dem Fall, den die Zulassungsordnung nur erlaubt, wenn die Einhaltung der Emissionsanforderungen sichergestellt ist. Das ist kein Tankstellentrick, sondern eine Rechtsfrage.

102 ROZ im S58: zulässig, nicht verlangt, nicht automatisch stärker

Für einen Serien-M3 ist 102 kein verbotener Kraftstoff, aber die Fußnote knüpft die Zulässigkeit an zwei Bedingungen, die in Diskussionen oft untergehen. Der Kraftstoff muss bleifrei sein, und er muss unter der Ethanolgrenze bleiben, denn eine hohe Oktanzahl verrät nichts über den Ethanolanteil. Je nachdem, welche der beiden BMW-Fassungen für dein Fahrzeug stimmt, liegt diese Grenze bei zehn oder bei 25 Prozent. Wer so einen Kraftstoff tankt, bewegt sich innerhalb der BMW-Angabe, bekommt dafür aber keine zusätzliche Zusage, solange die Betriebsanleitung deines Wagens dasselbe sagt wie die Webseite.

Wo es Kraftstoff mit 102 zu kaufen gibt, ist Sache der Anbieter und ändert an dieser Einordnung nichts. Wichtiger ist, woher die Zahl im Tuningumfeld kommt. Manche fremden Abstimmungen werden auf einen besonders klopffesten Kraftstoff hin gerechnet, weil sie Zündung und Ladedruck weiter treiben wollen, als die Serie es tut. Dann ist die 102 keine Kraftstoffempfehlung mehr, sondern eine Voraussetzung dieser einen Software. Mit BMW hat sie nichts zu tun, und sie gilt auch nicht automatisch für eine andere Datei desselben Anbieters.

Im Serienzustand bleibt 102 im besten Fall Reserve für heiße Tage, an denen die Regelung sonst früher zurücknehmen würde. Das kann beruhigen, gerade vor einem Trackday im Hochsommer. Kilowatt über die BMW-Angabe hinaus verspricht dir damit aber niemand, und ob die Serienabstimmung die Reserve überhaupt nutzt, sagt BMW nicht.

Wenn eine fremde Abstimmung den Kraftstoff vorschreibt

Mit fremder Software im Steuergerät eines S58 verschiebt sich die Frage vollständig. Die Abstimmung legt Zündung, Ladedruck und Gemisch auf einen bestimmten Kraftstoff aus, und diese Annahme wird Teil ihrer Identität. Tankst du weniger klopffesten Kraftstoff, als die Datei erwartet, arbeitet die Klopfregelung gegen eine Abstimmung, die ständig mehr will, als der Kraftstoff hergibt. Dass der Motor dabei ohne Warnleuchte läuft, beweist nichts, denn die Regelung schützt ihn gerade dadurch, dass sie Zündung zurücknimmt. Schutzbetrieb ist keine Freigabe.

Beim Gebrauchtwagen wird daraus Detektivarbeit. Ob im Steuergerät die Seriensoftware steckt oder eine fremde Datei, siehst du dem Auto von außen nicht an, und welchen Kraftstoff diese Datei verlangt, weiß oft nur der Vorbesitzer. Frag deshalb nicht nur, ob der Wagen getunt ist, sondern auch, auf welchen Kraftstoff und welchen Ethanolanteil die installierte Version abgestimmt wurde, und lass dir das schriftlich geben. Ein beiläufiges Läuft-auf-Super-Plus reicht nicht, solange keiner weiß, welche Datei gemeint ist.

Rechtlich ist eine solche Abstimmung eine Änderung am Fahrzeug, und die Zulassungsordnung nennt Software ausdrücklich. Die Betriebserlaubnis erlischt, wenn eine Änderung die genehmigte Fahrzeugart ändert, eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern erwarten lässt oder das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert. Für Softwareänderungen an Fahrzeugen im Verkehr gilt zusätzlich der Stand der Technik. Werkstätten und andere Gewerbetreibende dürfen solche Änderungen weder vornehmen noch vornehmen lassen, es sei denn, für das Gesamtfahrzeug wird unverzüglich eine neue Einzelbetriebserlaubnis eingeholt. Für Fahrzeuge mit europäischer Typgenehmigung gilt das entsprechend. Ob eine bestimmte Datei eine dieser Folgen auslöst, entscheidet sich am konkreten Fahrzeug und nicht in einem Ratgeber.

Umbauten am eigenen Fahrzeug. Ob ein Umbau auf öffentlichen Straßen betrieben werden darf, entscheidet der Genehmigungszustand des Fahrzeugs — die Genehmigung des Teils, der Einbau nach ihren Auflagen und, wo nötig, die Abnahme durch eine dafür zuständige Stelle. Solange diese Kette nicht vollständig ist, gehört der Umbau auf Privatgelände, Testflächen und in nicht öffentliche Bereiche.

Ist die Betriebserlaubnis erloschen, darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb genommen werden, und das Verbot trifft ausdrücklich auch den Halter, der eine solche Fahrt anordnet oder zulässt. Verlangt eine Abstimmung zusätzlich einen Kraftstoff außerhalb der Herstellerangabe, etwa ein Ethanolgemisch jenseits der Grenze aus der Betriebsanleitung, kommt die Kraftstoffregel aus dem Abschnitt über E10 und E25 noch obendrauf. Das sind zwei getrennte Fragen mit zwei getrennten Folgen. Wie eine Prüfstelle einen solchen Zustand beurteilt, lässt sich vorher niemandem versprechen.

So findest du die Antwort für deinen eigenen Wagen

Fang bei der Betriebsanleitung an, und zwar bei der Fassung, die zu deinem Fahrzeug und seinem Baujahr gehört. BMW stellt Betriebsanleitungen auf seiner Internetseite bereit. Stehen dort eine Mindestoktanzahl und eine Ethanolgrenze, hast du deine Antwort für den Serienzustand, und zwar mit der Unterlage, die die Zulassungsordnung ausdrücklich nennt. Danach lohnt der Blick unter die Tankklappe, wo die Zeichen in derselben Sprache stehen wie an der Zapfsäule.

Achte dabei auf die Baureihe. Die Fußnote, um die es hier geht, steht unter den M-Modellen der 3er Limousine. Für den M3 Touring, den M4, den X3 M oder den X4 M gelten deren eigene Unterlagen. Ein gleicher Motorcode macht aus zwei Baureihen keine gemeinsame Kraftstoffangabe. Widersprechen sich Anleitung und Webseite oder bleibt eine Frage offen, frag beim BMW Service schriftlich und mit Fahrgestellnummer nach. Eine schriftliche Antwort zu deinem Fahrzeug ist mehr wert als jede Zahl aus einem Forum.

Steckt fremde Software im Steuergerät deines S58, beginnt die Suche an einer anderen Stelle, nämlich bei der dokumentierten Kraftstoffanforderung genau der installierten Version, die der Werkzeughersteller oft selbst nicht kennt. Erst danach kommt die Frage, ob der Wagen in diesem Zustand auf die Straße darf. Diese Reihenfolge verhindert den häufigsten Denkfehler des ganzen Themas. Er macht aus einer Herstellerangabe für die Serie eine Aussage über veränderte Software, oder aus einer Tuningempfehlung eine Aussage über die Serie.

Merksatz: Lies jede Kraftstoffangabe in drei Teilen, nämlich was zulässig ist, was empfohlen wird und worauf sich die Leistung bezieht. Keiner der drei sagt etwas über fremde Software. Und für deinen Wagen gilt die Betriebsanleitung, nicht die Verkaufsseite und nicht das Forum.

Häufige Fragen

Darf ich den M3 mit dem S58 mit Super 95 fahren?

Nach der BMW-Fußnote für die M-Modelle der 3er Limousine ja, denn zulässig ist bleifreier Kraftstoff ab ROZ 91, und ROZ 95 ist BMWs allgemeine Empfehlung. Für High-Performance-Automobile empfiehlt BMW allerdings ROZ 98, und auch die Leistungsangaben beziehen sich auf 98. Mit 95 greift die Klopfregelung früher ein, und die angegebene Leistung ist dann nicht zugesagt. Maßgeblich bleibt, was die Betriebsanleitung deines Fahrzeugs nennt.

Bringt 102 Oktan im Serien-M3 mehr Leistung?

Versprochen wird das nirgends, und BMW bezieht sogar die 390 kW der stärksten Variante auf ROZ 98. Eine Serienabstimmung hat Zielwerte für Zündung und Ladedruck, und wo sie diese mit 98 schon erreicht, bleibt die zusätzliche Klopffestigkeit Reserve für heiße Bedingungen. Zulässig ist 102 nach der Fußnote trotzdem, weil dort ROZ 91 und höher steht. Die Ethanolgrenze gilt dabei unverändert weiter.

Gilt die E25-Angabe auch für M4, M3 Touring oder X3 M?

Die Fußnote steht unter den M-Modellen der 3er Limousine und gilt dort auch für M340i und M340d. Für andere Baureihen gelten deren eigene Unterlagen, auch wenn derselbe Motor verbaut ist. Dazu kommt, dass die Modellseite des M3 dieselbe Fußnote mit E10 statt E25 zeigt. Eine Übertragung auf ein anderes Modell wäre deshalb doppelt unsicher.

Darf ich E85 zu Super mischen, um auf etwa E25 zu kommen?

Ein solches Gemisch ist keine ausgewiesene Kraftstoffqualität, sein tatsächlicher Ethanolanteil ist unbekannt, und keine der beiden BMW-Fassungen äußert sich dazu. Die Zulassungsordnung erlaubt den Betrieb mit den Qualitäten, die der Hersteller für den Halter angibt, und mit anderen nur, wenn die Einhaltung der Emissionsanforderungen sichergestellt ist. Deckt deine Betriebsanleitung das Gemisch nicht ab, betreibst du das Auto außerhalb dieser Regel, und das ist eine Ordnungswidrigkeit.

Was passiert, wenn eine 102-Abstimmung nur 98 bekommt?

Dann erwartet die Software mehr Klopffestigkeit, als im Tank ist, und die Klopfregelung muss die Zündung zurücknehmen. Dass keine Warnleuchte angeht, zeigt nur, dass die Schutzfunktion arbeitet. Wie weit eine bestimmte Datei damit zurechtkommt, kann nur ihre eigene Dokumentation beantworten. Eine Freigabe für 98 ist das Ausbleiben einer Warnung jedenfalls nicht.

Warum steht auf den BMW-Seiten nirgends S58?

BMW beschreibt den Motor auf seinen Verkaufsseiten als High-Performance M TwinPower Turbo Reihen-6-Zylinder-Benzinmotor und nennt dort keinen Motorcode. Die Bezeichnung S58 stammt aus der Fachpresse, die ihn als Weiterentwicklung des B58 beschreibt. Für die Kraftstofffrage ist das kein Nachteil, denn die Angabe gehört ohnehin zum Fahrzeug und seinen Unterlagen und nicht zum Motorcode.

Warum passen amerikanische Oktanzahlen nicht zu deutschen Zapfsäulen?

An amerikanischen Säulen steht ein Index, der aus zwei Messverfahren gemittelt wird, an deutschen Säulen und in der BMW-Fußnote dagegen die Research-Oktanzahl. Dieselbe Zahl bedeutet auf beiden Skalen deshalb nicht dasselbe. Wer eine Empfehlung aus einem US-Forum übernimmt, muss zuerst klären, auf welcher Skala sie steht.

Woran erkenne ich an der Säule, wie viel Ethanol im Benzin ist?

An der Bezeichnung und am Pflichtzeichen. Super und Super Plus enthalten höchstens fünf Volumenprozent Ethanol, das Zeichen trägt den Hinweis auf bis zu 5 % Bioethanol. Super E10 und Super Plus E10 dürfen mehr enthalten, dort steht der Hinweis auf bis zu 10 % Bioethanol samt der Aufforderung, beim Fahrzeughersteller nachzufragen. E85 hat eine eigene Bezeichnung und ein eigenes Zeichen.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die Fundstellen stehen hier gebündelt, damit der Beitrag selbst ohne Paragrafenketten auskommt. Normtexte sind am 14. September 2026 in der amtlichen Fassung abgerufen und jedes Zitat ist zeichengenau gegen diesen Stand geprüft; die Herstellerseiten und der Presseartikel wurden am selben Tag abgerufen und lokal abgelegt. Wo eine Aussage Auslegung, eigene Rechnung oder Allgemeinwissen ist, steht das dabei.

Die BMW-Fußnote in zwei Fassungen
  • BMW AG, bmw.de, Seite „Technische Daten der BMW 3er Limousine M Modelle“, abgerufen am 14.09.2026, Herstellerquelle, deshalb nicht verlinkt. Fußnote 1 wörtlich: „Angaben zu Leistung für Benzinmotoren beziehen sich auf den Betrieb mit Kraftstoff der Qualität ROZ 98. Angaben zu Verbrauch beziehen sich auf den Betrieb mit Referenzkraftstoff gemäß VO (EU) 1151/2017. Kraftstoffqualitäten bleifrei ROZ 91 und höher mit einem maximalen Ethanol-Anteil von 25 % (E25) sind zulässig. BMW empfiehlt die Verwendung eines Kraftstoffs mit ROZ 95. Für High-Performance-Automobile empfiehlt BMW die Verwendung eines Kraftstoffs mit ROZ 98.“
  • BMW AG, bmw.de, Modellseite „BMW M3 Limousine“, abgerufen am selben Tag. Dieselbe Fußnote weicht in zwei Sätzen ab, wörtlich: „Angaben zu Verbrauch beziehen sich auf den Betrieb mit Referenzkraftstoff gemäß VO (EU) 715/2007.“ und „Kraftstoffqualitäten bleifrei ROZ 91 und höher mit einem maximalen Ethanol-Anteil von 10 % (E10) sind zulässig.“ Die übrigen drei Sätze sind wortgleich. Die Abweichung ist hier nicht aufgelöst, weil keine der beiden Seiten sie erklärt.
  • Geltungsbereich: Die Datenseite führt fünf Antriebe, darunter M340i xDrive und M340d xDrive, und setzt die Fußnote bei jedem an Gesamtfahrzeugantrieb, Verbrennungsmotor und Verbrauch. Die Fußnote ist deshalb keine Aussage über den S58 allein. Werte der drei M3-Antriebe auf der Datenseite: 353 kW (480 PS) mit „6-Gang, manuell“ und Hinterradantrieb, 375 kW (510 PS) und 390 kW (530 PS) jeweils mit „8-Gang, automatisch“, Hinterrad- beziehungsweise Allradantrieb, Hubraum jeweils 2.993 cm³; beim M340i nennt die Seite 2.998 cm³.
  • Zitierweise von BMW, unverändert übernommen: „VO (EU) 1151/2017“ meint die Verordnung (EU) 2017/1151, „VO (EU) 715/2007“ die Verordnung (EG) Nr. 715/2007. Die Pressemitteilung schreibt „VO (EU) 2007/715“.
  • Die Zeichenfolge „S58“ kommt auf beiden BMW-Seiten null Mal vor, im Seitenquelltext wie im Text; „ROZ“ steht auf beiden Seiten je vier Mal. Die Modellseite nennt den Motor der drei M3-Varianten „High-Performance M TwinPower Turbo Reihen-6-Zylinder-Benzinmotor“, den des M340i „M TwinPower Turbo Reihen-6-Zylinder-Benzinmotor“.
  • Nebenbefund auf der Modellseite, nicht geglättet: „In der BMW M3 Competition Limousine mit M xDrive mit Hinterradantrieb leistet der High-Performance M TwinPower Turbo Reihen-6-Zylinder-Benzinmotor bis zu 390 kW (530 PS).“ Die Datenseite nennt für den Hinterradantrieb 375 kW.
  • Eigene Einordnung, keine BMW-Aussage: Beide Fassungen lassen Kraftstoff bis E10 zu. An einer deutschen Zapfsäule wirkt sich der Unterschied deshalb bei Super, Super Plus, Super E10 und Super Plus E10 nicht aus, sondern erst oberhalb von zehn Prozent Ethanol.
  • Lesart, kein Wortlaut: Welche Fahrzeuge „High-Performance-Automobile“ sind, definiert die Fußnote nicht. Die Zuordnung zum M3 stützt sich auf die Pressemitteilung (nächster Block) und die Motorbezeichnung auf der Modellseite.
Der Motor — BMW-Pressemitteilung und Fachpresse
  • BMW Group PressClub Deutschland, Pressemitteilung T0442275DE „Die neue BMW M3 Limousine, der neue BMW M3 Touring“ vom 29.05.2024, abgerufen am 14.09.2026, Herstellerquelle, nicht verlinkt.
  • Softwarestufe, wörtlich: Die Motorvariante der Competition-Modelle mit M xDrive „erfährt durch eine optimierte Konfiguration der digitalen Motorsteuereinheit (DME) einen Leistungszuwachs um 15 kW/20 PS“. Die Datenseite von 2026 bezieht auch die 390 kW auf ROZ 98.
  • Aufladung und Einspritzung, wörtlich: „Die M TwinPower Turbo Technologie umfasst zwei Mono-Scroll-Lader, die jeweils drei Zylinder mit komprimierter Luft versorgen.“ und „Eine indirekte Ladeluftkühlung, die von einem Niedertemperatur-Kreislauf versorgt wird, sowie spezifische Verdichter optimieren die Leistungsausbeute der Ladeeinheit.“ Die Direkteinspritzung arbeitet „mit einem maximalen Druck von 350 bar“.
  • Begriff, wörtlich: „Für einen präzise individualisierten Auftritt der neuen High-Performance-Automobile ist ein jeweils modellspezifisches M Carbon Exterieurpaket erhältlich.“ Gemeint sind dort die neue M3 Limousine und der neue M3 Touring.
  • Drehmoment: Die Pressemitteilung nennt für die Allradmodelle 650 Nm zwischen 2 750 und 5 730 Umdrehungen pro Minute, die Datenseite von 2026 für den 390-kW-Antrieb „650 / 2.300 – 5.500“. Nicht aufgelöst.
  • Auto Bild, Andreas Huber: BMW M-Reihensechszylinder S58 (2021): Technik, Leistung, Details, Modelle, 06.04.2021, abgerufen am 14.09.2026. Belegt die Motorbezeichnung, wörtlich: „Der S58 basiert grundlegend auf dem normalen Sechszylinder B58.“ und „Allerdings wurde er von BMWs Sportabteilung so modifiziert, dass er schon als eigenständiger Motor durchgeht.“
  • Ebenda: „Der Sportmotor hat gegenüber dem Standardmodell einen um fast fünf Millimeter verkürzten Hub (90,0 mm), dafür eine zwei Millimeter größere Bohrung (84,0 mm).“ und „Dabei verdichtet das M-Modell mit einem Verhältnis von 9,3:1 nicht so stark wie das Ausgangsmodell mit 11:1.“ Laut Artikel wurde der Motor in X3 M und X4 M eingeführt und ist auch in M3 und M4 im Einsatz.
  • Eigene Rechnung: 6 × π/4 × (84,0 mm)² × 90,0 mm = 2.992,6 cm³, gerundet 2.993 cm³. Das stimmt mit dem Hubraum auf BMWs Datenseite überein.
  • Der Artikel stammt von 2021. Seine Drehmomentangabe von 600 Nm ist durch die heutigen BMW-Angaben überholt und wird hier nicht verwendet.
Kraftstoff im Fahrzeug — § 47f StVZO, § 38 BImSchG, § 69a StVZO
  • § 47f StVZO, amtliche Überschrift „Kraftstoffe, emissionsbedeutsame Betriebsstoffe und Systeme zur Verringerung der Stickoxid-Emissionen“.
  • Absatz 1, wörtlich: „Ein Kraftfahrzeug darf nur mit den vom Hersteller in der Betriebsanleitung oder in anderen für den Fahrzeughalter bestimmten Unterlagen angegebenen Qualitäten von flüssigen, gasförmigen oder festen Kraftstoffen betrieben werden. Abweichend von Satz 1 darf ein Kraftfahrzeug mit anderen Qualitäten von flüssigen, gasförmigen oder festen Kraftstoffen nur betrieben werden, sofern die Einhaltung der Anforderungen des § 38 Absatz 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes an das Fahrzeug sichergestellt ist.“
  • Auslegungsfrage, hier nicht entschieden: Die Betriebsanleitung ist ausdrücklich genannt. Ob eine Verkaufsseite im Internet zu den „anderen für den Fahrzeughalter bestimmten Unterlagen“ gehört, sagt der Wortlaut nicht. Einen Nachweisweg für Satz 2 nennt die Vorschrift nicht.
  • § 38 BImSchG, amtliche Überschrift „Beschaffenheit und Betrieb von Fahrzeugen“, Absatz 1, wörtlich: „Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger, Schienen-, Luft- und Wasserfahrzeuge sowie Schwimmkörper und schwimmende Anlagen müssen so beschaffen sein, dass ihre durch die Teilnahme am Verkehr verursachten Emissionen bei bestimmungsgemäßem Betrieb die zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen einzuhaltenden Grenzwerte nicht überschreiten. Sie müssen so betrieben werden, dass vermeidbare Emissionen verhindert und unvermeidbare Emissionen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben.“
  • § 69a StVZO, Absatz 1, wörtlich: „Ordnungswidrig im Sinne des § 62 Absatz 1 Nummer 7 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 47f Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 2 Satz 1, oder entgegen § 47f Absatz 2 Satz 2 ein Kraftfahrzeug betreibt.“ Eine Bußgeldhöhe nennt dieser Beitrag nicht; § 62 BImSchG lag nicht im Volltext vor, und eine Zahl wäre ohnehin keine Prognose für einen Einzelfall.
  • In § 47f kommen „Oktan“, „ROZ“ und „Ethanol“ null Mal vor; die Zeichenfolge „Kraftstoff“ steht drei Mal, einmal in der Überschrift und zweimal in Absatz 1, „Betriebsanleitung“ einmal. Die Vorschrift nennt also keine Qualität, sie verweist auf die Angabe des Herstellers.
Kraftstoff an der Zapfsäule — 10. BImSchV
  • Zehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen), Stand: zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 28. Mai 2024.
  • § 3 Absatz 1, wörtlich: „Ottokraftstoff darf nur dann gewerbsmäßig oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen gegenüber dem Letztverbraucher in den Verkehr gebracht werden, wenn er den Anforderungen der DIN EN 228, Ausgabe August 2017, genügt.“ Die Norm selbst ist kostenpflichtig und wurde für diesen Beitrag nicht ausgewertet.
  • § 13 Absatz 1 Satz 1: Nummer 1 betrifft Ottokraftstoff „mit einem maximalen Sauerstoffgehalt von 2,7 Massenprozent und einem maximalen Ethanolgehalt von 5 Volumenprozent“ mit den Bezeichnungen „Super“ oder „Super Plus“ und dem Pflichthinweis „Enthält bis zu 5 % Bioethanol“. Nummer 2 betrifft die Bezeichnungen „Super E10“ oder „Super Plus E10“ mit den Hinweisen „Enthält bis zu 10 % Bioethanol“ und „Verträgt Ihr Fahrzeug E10? Herstellerinformation einholen! Im Zweifel Super oder Super Plus tanken!“. Nummer 7 führt Ethanol nach DIN EN 15293 mit der Bezeichnung „Ethanolkraftstoff (E85)“.
  • Die Aufzählung reicht von Nummer 1 bis Nummer 12 und endet mit Wasserstoff. Eine Bezeichnung mit „E25“ kommt darin nicht vor; die Zeichenfolge „E25“ fehlt in der ganzen Verordnung, ebenso „E20“. Positivprobe am selben Text: „Super Plus“ steht neun Mal, „E10“ sieben Mal, „E85“ fünf Mal.
  • Die Abkürzung „ROZ“ als eigenes Wort, „Oktan“ in jeder Schreibweise und „Research“ kommen null Mal vor. Achtung beim Nachzählen: Eine Suche ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung meldet für „roz“ zwölf Treffer, die alle Teil von „Volumenprozent“ oder „Massenprozent“ sind.
  • § 15, amtliche Überschrift „Bekanntmachung der Kraftstoffqualität für den Betrieb von Kraftfahrzeugen“, Satz 2 wörtlich: „Die Bekanntmachung der Kraftstoffqualität umfasst die deutlich sichtbare Anbringung der Zeichen an allen Kraftstoffeinfüllstutzen oder Fahrzeugsteckern von Kraftfahrzeugen, für die der betreffende Kraftstoff empfohlen und geeignet ist, oder in unmittelbarer Nähe der Einfüllstutzen oder Fahrzeugstecker dieser Fahrzeuge.“ Satz 1 verpflichtet die Hersteller dabei auf die Bezeichnungen nach § 13.
  • § 11 „Gleichwertigkeitsklausel“ stellt Kraftstoffe nach Normen anderer Mitgliedstaaten, EWR-Staaten, der Türkei oder anderer WTO-Mitglieder gleich, sofern die Normen mit den genannten Ausgaben übereinstimmen und die klimatischen Anforderungen für Deutschland erfüllt sind.
  • Nebenbefund, nicht geglättet: § 13 Absatz 1 Satz 1 Nummer 10, 11 und 12 verweist auf die Zeichen nach Anlage 15, 16 und 17. Nach ihren eigenen Überschriften gehören aber Anlage 14, 15 und 16 zu diesen Nummern, und Anlage 17 ist die Erklärung zu § 18 Absatz 2 Satz 4. Für Ottokraftstoff und E85 spielt die Verschiebung keine Rolle.
Software und Betriebserlaubnis — § 19 StVZO
  • § 19 StVZO, amtliche Überschrift „Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis“.
  • Absatz 2 Satz 2 knüpft an Änderungen an, nicht an Teile, wörtlich: „Sie erlischt, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die 1. die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird, 2. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder 3. das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.“
  • Absatz 2 Satz 3 und 4, wörtlich: „Fahrzeughersteller, Importeure oder Gewerbetreibende dürfen keine Änderungen vornehmen oder vornehmen lassen, die nach Satz 2 zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Satz 3 gilt nicht, wenn unverzüglich eine Betriebserlaubnis nach § 21 für das Gesamtfahrzeug eingeholt wird.“
  • Absatz 2, die beiden letzten Sätze (eigene Zählung: Satz 8 und 9), wörtlich: „Für Softwareänderungen von im Verkehr befindlichen Fahrzeugen sind zusätzlich die hierzu amtlich bekannt gemachten Vorschriften zur Durchführung sowie der Stand der Technik zu beachten. Softwareänderungen nicht genehmigungspflichtiger Erweiterungen sind hiervon nicht betroffen.“
  • Absatz 5 Satz 1 vollständig: „Ist die Betriebserlaubnis nach Absatz 2 Satz 2 oder Absatz 3 Satz 2 erloschen, so darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb genommen werden oder dessen Inbetriebnahme durch den Halter angeordnet oder zugelassen werden.“
  • Absatz 7, wörtlich: „Die Absätze 2 bis 6 gelten entsprechend für die EG-Typgenehmigung, die EG-Genehmigung oder die EU-Einzelgenehmigung.“
  • „Kraftstoff“ kommt in § 19 null Mal vor, „Softwareänderungen“ zwei Mal. Die Kraftstofffrage läuft deshalb über § 47f, die Softwarefrage über § 19.
Was hier nicht belegt ist und deshalb fehlt
  • Die Betriebsanleitung eines M3 und das Kraftstoffzeichen an seiner Tankklappe lagen nicht vor. Welche der beiden BMW-Fassungen für ein bestimmtes Fahrzeug gilt, ist deshalb offen.
  • Wie die Klopfregelung des S58 im Einzelnen arbeitet und ob seine Serienabstimmung einen Kraftstoff mit mehr als ROZ 98 nutzt, veröffentlicht BMW nicht. Die Beschreibung von Klopfen, Klopfregelung und Ansauglufttemperatur ist allgemeines motortechnisches Wissen ohne Zahlenwerte.
  • Verdampfungswärme, Heizwert und stöchiometrisches Verhältnis von Ethanol sind qualitativ beschrieben. Zahlenwerte stehen hier nicht, weil keine Quelle dafür lokal abgelegt ist.
  • Dass Super im Alltag für 95 und Super Plus für 98 steht, ist Allgemeinwissen und nicht in der Verordnung festgeschrieben. Die Mindestwerte der DIN EN 228 sind nicht ausgewertet, weil die Norm kostenpflichtig ist.
  • Der US-Index ist nur beschrieben, eine Umrechnung auf ROZ steht bewusst nicht im Text.
  • Ob und wo Kraftstoff mit ROZ 102 angeboten wird, wurde nicht erhoben; ein Anbieter wird nicht genannt. Leistungswerte, Stufenbezeichnungen und Kennfeldwerte fremder Abstimmungen fehlen mit Absicht.
  • Die Verordnung (EU) 2017/1151, auf die BMW den Verbrauch bezieht, lag nicht im Volltext vor, der Referenzkraftstoff ist deshalb nicht beschrieben. Die Verordnung (EG) Nr. 715/2007 nennt in Artikel 5 Absatz 3 Buchstabe i „Bezugskraftstoffe wie Benzin, Dieselkraftstoff, gasförmige Kraftstoffe und Biokraftstoffe wie Bioethanol, Biodiesel und Biogas“ als Gegenstand der Durchführungsmaßnahmen; geprüft an der Originalfassung, die konsolidierte Fassung lag nicht vor.
  • Garantie- und Kulanzbedingungen von BMW lagen nicht vor. Ob ein Kraftstoff außerhalb der Herstellerangabe dort eine Rolle spielt, ist hier nicht beantwortet.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: September 2026).

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