Großer Touren-E-Scooter mit langem Trittbrett und Gepäckträger steht auf einer Uferstraße. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

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Trittbrett Paul: Bosch-Motor, Akku-Wahl und die Baujahre, die der Katalog verrät

Der Modellname Paul steht für einen belegten Bosch-Heckmotor und zwei Akkugrößen. Im eigenen Ersatzteilshop trennt der Hersteller Controller, Platine und Gabel aber zusätzlich nach Baujahr, und zwei Herstellerquellen widersprechen sich sogar bei Steigung und Höchstgeschwindigkeit.

⏱ 13 Min. Lesezeit · Stand: September 2026

Kurz gesagt: Der Trittbrett Paul kombiniert einen als Ersatzteil belegten Bosch-Heckmotor mit zwei Akkugrößen und mindestens zwei Controllergenerationen, die der Hersteller im eigenen Shop nach Baujahr 2022 und 2023 trennt. Betriebsanleitung und Onlineshop widersprechen sich dabei bei Steigung und Höchstgeschwindigkeit, und die Datenbestätigung fehlt, wie bei Fritz und Sultan, der 25-km/h-Ausführung.

Ein gebrauchter Paul steht zum Verkauf, die Anzeige nennt nur den Modellnamen, und schon die erste Rückfrage nach dem Akku bringt zwei mögliche Antworten: 14,7 oder 19,6 Amperestunden. Wer nur den Namen kennt, kennt bei diesem Scooter noch nicht die Hälfte der Geschichte.

Paul läuft bei Trittbrett als der große Tourenscooter mit Bosch-Schriftzug am Hinterrad. Hinter dem Namen stehen aber mehrere Baujahre, zwei Akkugrößen und mindestens zwei Controllergenerationen, die der Hersteller im eigenen Ersatzteilkatalog fein säuberlich auseinanderhält. Wer nur das aktuelle Datenblatt liest, übersieht genau die Punkte, die bei einer Reparatur, einem Gebrauchtkauf oder einer technischen Einordnung später den Unterschied machen.

Warum im Heck ein Bosch-Motor steckt – und was das nicht bedeutet

Trittbrett nennt für den aktuellen Paul einen Bosch-Heckmotor mit 48 Volt und 500 Watt, und das ist keine bloße Marketingzeile. Der Hersteller führt im eigenen Ersatzteilshop einen „Motor 500W Bosch für Paul“, komplett mit 11-Zoll-Hinterrad und mit dem Zusatz „ab Baujahr 2022“. Wer den kompletten Antrieb ersetzen will, kauft damit keine austauschbare Einzelkomponente eines beliebigen Zulieferers, sondern ein von Bosch gefertigtes Bauteil mit eigener Artikelnummer.

Aus diesem Fakt folgt aber kein zweiter, den viele stillschweigend mitdenken. Im Fahrzeug arbeitet weder ein Performance Line CX noch ein Smart System, und eine Bosch-eBike-Flow-App hat mit diesem Fahrzeug nichts zu tun. Bosch liefert hier einen kompletten, in das Hinterrad integrierten Radnabenmotor für Leichtfahrzeuge, eine andere Produktlinie als die bekannten Pedelec-Antriebe. Controller, Akku, Display und Fahrzeugsoftware bleiben Sache von Trittbrett und dessen Zulieferern, allen voran Hobbywing als genannter Controller-Hersteller.

Für die technische Einordnung folgt daraus eine einfache Regel: „Bosch“ beantwortet hier die Frage nach dem Motor, nicht die Frage nach dem Gesamtsystem. Wer prüfen will, was sich am Fahrzeug wirklich verändern lässt, muss Controller und Firmware getrennt vom Motorenhersteller betrachten, und genau diese Trennung zieht sich durch die folgenden Abschnitte. Wie Gasgriff, Bremssignal und Motoransteuerung bei einem E-Scooter überhaupt zusammenspielen, beschreibt die Übersicht zur E-Scooter-Technik.

Warum 500 Watt und 31 Newtonmeter allein nichts über den Berg sagen

500 Watt Nenndauerleistung wirken im aktuellen Marktumfeld unspektakulär, doch die reale Zugkraft entsteht aus dem Zusammenspiel von Spannung, Rad und Steuerung. Trittbrett nennt dafür mindestens 31 Newtonmeter Drehmoment am Hinterrad. Ein 48-Volt-System braucht für dieselbe elektrische Leistung weniger Strom als ein 36-Volt-System, was Leitungsverluste verringert und dem Controller am oberen Ende mehr Reserve lässt.

Bei der Steigfähigkeit fällt allerdings eine Abweichung auf, die so bisher nirgends benannt wurde. Der aktuelle Onlineshop wirbt mit einer Steigung bis zu 30 Prozent, während die gedruckte Betriebsanleitung für dasselbe Fahrzeug nur „Max. 20°“ nennt. Zwanzig Grad entsprechen umgerechnet rund 36 Prozent Gefälle, also einem höheren und nicht einem niedrigeren Wert als die 30 Prozent aus dem Shop, und keine der beiden Quellen erklärt, nach welchem Verfahren gemessen wurde. Beide Zahlen bleiben deshalb Herstellerangaben unter Laborbedingungen, keine Garantie für eine bestimmte reale Rampe.

Fahrergewicht, Akkustand, Temperatur, Reifendruck und Anfahrgeschwindigkeit verändern die tatsächliche Steigleistung ohnehin stärker als ein paar Prozentpunkte auf dem Papier. Wer regelmäßig steile Wege fährt, verlässt sich deshalb besser auf eigene Erfahrung als auf die Prospektzahl.

14,7 oder 19,6 Ah im selben Rahmen

Paul wird mit zwei Akkugrößen geführt, beide mit LG-Zellen vom Typ INR21700 und beide im 48-Volt-System. Die Betriebsanleitung nennt für die kleine Ausführung 14,7 Amperestunden bei 24 Kilogramm Fahrzeuggewicht, für die große 19,6 Amperestunden bei 24,9 Kilogramm. Für kaum 900 Gramm mehr Gewicht steht damit gut ein Drittel mehr Energie zur Verfügung, rechnerisch rund 706 Wattstunden gegen rund 941 Wattstunden.

Akku Rechnerisch Herstellerreichweite Modellnummer
48 V / 14,7 Ah 706 Wh bis 75 km TBT4285
48 V / 19,6 Ah 941 Wh bis 95 km TBT4286

Die Wattstunden in der Tabelle sind eine reine Multiplikation aus Spannung und Kapazität und keine Herstellerangabe zur nutzbaren Energie. Spannungslage unter Last, Temperatur und die Abschaltschwellen des Batteriemanagements fehlen darin vollständig. Als Größenordnung taugt die Rechnung trotzdem, und sie erklärt, warum der Reichweitensprung im Prospekt mit 20 Kilometern kleiner ausfällt als das Energieplus von einem Drittel: Rollwiderstand, das höhere Fahrzeuggewicht und die Fahrweise zehren einen Teil des Vorteils wieder auf.

Trittbrett führt beide Akkus bis heute als Ersatzteil, die 19,6-Ah-Variante ausdrücklich mit dem Zusatz „ab Baujahr 2022“. Für einen Gebrauchtkauf bedeutet das: Ein größerer Akku ist nicht automatisch für jedes ältere Fahrzeug freigegeben, nur weil Spannung und Bauform ähnlich wirken. Wie du generell mit einem gealterten Lithium-Akku umgehst, unabhängig von Marke und Kapazität, steht in der Übersicht zur Akku-Lagerung.

Warum 75 oder 95 Kilometer selten im Alltag ankommen

Die offiziellen Reichweitenwerte gelten laut Betriebsanleitung für eine festgelegte Testperson und Strecke: 75 Kilogramm Personengewicht, gemessen auf gerader Fläche bei 22 Grad Außentemperatur. Schon eine hügelige Route, Kälte oder ein schwereres Fahrergewicht verschieben das Ergebnis spürbar nach unten, ganz ohne dass am Fahrzeug etwas verändert wurde.

Hier kommt die Reifengröße als eigener Faktor hinzu. 11-Zoll-Reifen bringen mehr Rollwiderstand mit als kleinere Räder, gleichen das aber auf grobem Belag teilweise durch geringeren Fahrwiderstand wieder aus. In Kombination mit der hohen zulässigen Zuladung von 150 Kilogramm ergibt sich eine große Bandbreite zwischen einem leichten und einem schweren Fahrer.

Akku-Alterung gehört ebenfalls in die Rechnung, gerade weil der große Akku kaum ein Kilogramm mehr wiegt als der kleine. Ein drei Jahre alter 19,6-Ah-Akku mit schlechter Ladehistorie kann weniger nutzbare Kapazität besitzen als ein neuer 14,7-Ah-Akku, und die aufgedruckte Ah-Zahl sagt darüber beim Gebrauchtkauf nichts aus. Wie stark sich Prospektwert und Alltag bei E-Scootern grundsätzlich unterscheiden, zeigt die Einordnung zur Reichweite in der Praxis.

11-Zoll-Tubeless statt Federung

Paul verzichtet auf eine klassische Federung und setzt stattdessen auf große 11-Zoll-Tubeless-Reifen von CST. Der Komfort entsteht damit fast ausschließlich über Reifenvolumen und Luftdruck und nicht über Schwingen oder Dämpfer, was gegenüber einem vollgefederten Modell der Marke deutlich weniger mechanische Verschleißteile bedeutet.

Das Konzept hat eine klare Kehrseite. Kopfsteinpflaster oder tiefe Querfugen kommen direkter im Lenker an als bei einem gefederten Fahrzeug, und der Reifendruck wird dadurch zu einem echten Setup-Faktor statt einer Nebensache. Trittbrett staffelt die Empfehlung nach Zuladung: 2,5 bar bei 50 Kilogramm, 2,7 bei 70, 2,9 bei 90 und 3,3 bar ab 100 Kilogramm, bei einem zulässigen Höchstwert von 3,5 bar. Mehr Druck bringt etwas Tempo an Steigungen, kostet aber Grip und Komfort auf schlechtem Untergrund.

Für die technische Einordnung ist die Radgröße noch aus einem anderen Grund wichtig: Der Bosch-Motor wird als komplette 11-Zoll-Hinterradeinheit verkauft, nicht als separates Bauteil für ein beliebiges Rad. Wer einen Ersatzmotor sucht, muss deshalb immer die fahrzeugspezifische Einheit bestellen und kann nicht auf den Radnabenmotor eines anderen Modells ausweichen. Wie sich Tubeless-Reifen, Schlauchreifen und Vollgummi grundsätzlich unterscheiden, beschreibt der Vergleich der E-Scooter-Reifentypen.

Vollhydraulische Scheibenbremsen und die Motorbremse mit E-ABS

Vorn und hinten arbeitet jeweils eine vollhydraulische Scheibenbremse, ergänzt um eine elektrische Motorbremse mit E-ABS. Damit steht er dem Tourer Fritz gegenüber, der stattdessen zwei mechanische Trommelbremsen samt separater Motorbremse verwendet – zwei grundverschiedene Bremskonzepte innerhalb derselben Marke.

Hydraulische Bremsen verzögern mit geringerer Handkraft sehr direkt, verlangen dafür eine saubere Einstellung und sind gegenüber Schmutz offener als eine gekapselte Trommel. Die Betriebsanleitung beschreibt sogar eine einfache Eigenprüfung: Bei durchgezogenem Bremshebel darf sich das belastete Rad nicht mehr drehen lassen, sonst braucht die Bremse eine Nachjustierung. Diese Prüfung kostet kaum zwei Minuten und gehört vor jede längere Fahrt.

Im Ersatzteilbestand tauchen dafür unterschiedliche Bremssattel-, Scheiben- und Belagvarianten auf, teils gemeinsam mit Hilde oder Walter geführt, teils ausschließlich für Paul gelistet. Eine Bestellung nur nach dem Modellnamen ist deshalb nicht immer ausreichend, die genaue Teilebezeichnung entscheidet. Wie sich Trommel, Scheibe und elektrische Bremse grundsätzlich unterscheiden, erklärt die Übersicht zu E-Scooter-Bremssystemen.

Baujahr 2022 und Controller 23 zeigen den Stammbaum im Ersatzteilkatalog

Der aufschlussreichste Teil der Paul-Recherche liegt nicht im Prospekt, sondern im eigenen Ersatzteilshop. Dort führt Trittbrett einen Controller mit dem Zusatz Baujahr 2022 und daneben einen zweiten, als „Controller 23“ bezeichneten Controller, dessen Artikeldaten ihn ausdrücklich dem Baujahr 2023 zuordnen. Auch Gabel und Lenkstange stehen jeweils in einer 2022er- und einer 2023er-Version im Sortiment, und eine eigene Platine wird mit dem Zusatz „ab Baujahr 2023“ geführt.

Diese Trennung ist mehr als ein Verwaltungsdetail. Sie zeigt, dass mindestens die Steuerungselektronik und mehrere mechanische Anbauteile zwischen 2022 und 2023 überarbeitet wurden, ohne dass sich am Modellnamen etwas geändert hätte. Für Reparatur und Diagnose folgt daraus eine einfache Reihenfolge: erst das Baujahr am Fahrzeug klären, dann das Ersatzteil bestellen. Ein baugleich wirkendes Teil aus dem falschen Jahr passt im schlimmsten Fall weder mechanisch noch elektrisch.

Insgesamt listet der Hersteller dafür rund 109 einzelne Ersatzteilpositionen, von der Silikonauflage bis zum kompletten Fahrgestell. Das ist ein handfester Vorteil gegenüber vielen namenlosen Importscootern, weil sich ein Defekt häufiger auf Baugruppenebene reparieren lässt, statt das ganze Fahrzeug auszumustern. Wie du das passende Teil über Fabrikschild oder Kaufbeleg findest, beschreibt der Servicekanal des Herstellers.

Das Papier, das der 25-km/h-Ausführung fehlt

In der Originalbetriebsanleitung von Paul steht unter dem Lieferumfang eine Zeile, die wie ein Verpackungsdetail wirkt, aber eine rechtliche Weiche stellt: „1x Datenbestätigung (nicht enthalten bei Fahrzeugen mit 25 km/h)“. Dieselbe Klausel steht wortgleich in den Anleitungen von Fritz und Sultan.

Der Hersteller sagt damit selbst, dass die schnellere Ausführung ein Dokument nicht bekommt, das der langsamen beiliegt. § 2 Absatz 1 Satz 2 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung verlangt genau dieses Blatt: Die Datenbestätigung nach § 20 Absatz 3a Satz 1 bis 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung muss für eine Inbetriebnahme aufbewahrt und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung ausgehändigt werden. Ohne dieses Papier fehlt die Verbindung zwischen einem konkreten Fahrzeug und seiner Typgenehmigung.

Passend dazu beantwortet die Herstellerseite die Frage nach der Straßenzulassung mit dem Hinweis, dass die zulässige Ausführung von den landesspezifischen Zulassungsvorgaben abhängt, und ergänzt für Deutschland, dass in der Regel die 20-km/h-Zulassung relevant ist. Ein Scooter mit 25 km/h wird dadurch nicht automatisch zu einer deutschen Straßenversion, nur weil er später am Display langsamer eingestellt wird. Tuning ausschließlich für eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und nicht öffentlichen Bereichen.

Für den öffentlichen Verkehr zählt allein die genehmigte Fahrzeugausführung mit passenden Unterlagen, gültiger Versicherungsplakette und funktionierendem Fabrikschild. Was zu dieser Kette insgesamt gehört, fasst die Übersicht zur Straßenzulassung beim E-Scooter zusammen.

Noch ein Widerspruch zwischen zwei Herstellerquellen bei der Höchstgeschwindigkeit

Bei der Höchstgeschwindigkeit tritt eine zweite Differenz zwischen zwei Herstellerquellen auf. Die gedruckte Betriebsanleitung nennt dafür eine Maximalgeschwindigkeit von „ca. 20 km/h“, gemessen auf gerader Fläche mit 75 Kilogramm Personengewicht bei 22 Grad. Die aktuelle Produktseite im Onlineshop nennt dagegen „ca. 22 km/h“ beziehungsweise 25 km/h, mit dem Zusatz, dass der Wert von den landesspezifischen Zulassungsvorgaben abhängt.

Beide Angaben schließen sich nicht zwingend aus, weil sie unterschiedliche Ebenen beschreiben könnten: die Anleitung eher die für Deutschland genehmigte Ausführung, die Prospektzeile eher die technische Bandbreite über mehrere Märkte hinweg. Der Hersteller trennt beide Ebenen aber nicht klar genug, um das zweifelsfrei festzustellen. Genau deshalb entscheidet bei einem konkreten Fahrzeug nie der Prospekt, sondern die Eintragung auf dem eigenen Fabrikschild.

Für die Kaufentscheidung bleibt deshalb nur ein verlässlicher Weg: Prospektwerte zeigen die technische Bandbreite der Plattform, das Fabrikschild zeigt, welche Ausführung tatsächlich vor dir steht. Wo genau die Grenze zwischen Privatgelände und öffentlichem Verkehrsraum in der Praxis verläuft, ordnet die Einordnung zum Tuning auf Privatgelände ein.

Hobbywing, UNI SCOOTER und die App im Übergang

Paul unterstützt App-Funktionen einschließlich einer app-integrierten Wegfahrsperre. 2026 befindet sich die App-Situation bei Trittbrett allerdings im Übergang. Auf der eigenen Startseite erklärt der Hersteller, die bisherige App sei derzeit nicht mehr in den App-Stores verfügbar, weil der frühere Entwicklungspartner sein Unternehmen geschlossen habe, und empfiehlt übergangsweise die UNI SCOOTER App seines Controller-Herstellers Hobbywing.

Diese Formulierung ist die einzige belegte Herstelleraussage darüber, wessen Elektronik in den Scootern steckt, und sie gilt auch hier. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Baujahr denselben Controlleraufbau besitzt, die getrennten Ersatzteile für 2022 und 2023 sprechen eher dagegen. Es folgt nur, dass Steuerung und App-Anbindung aus diesem Umfeld stammen.

Wichtig für die Einordnung ist außerdem, dass „aus den App-Stores verschwunden“ zu pauschal wäre. Bei Google Play liegt der Eintrag der Trittbrett-App weiterhin vor, zuletzt aktualisiert im Mai 2024, mit knapp 150 Bewertungen und einem Schnitt von 1,8 Sternen. Bei Apple ist dagegen nichts mehr auffindbar. Trittbrett weist zusätzlich darauf hin, dass einige Funktionen der Ersatz-App nicht den Vorgaben der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung entsprechen und deshalb bei den eigenen Scootern gesperrt sind.

Was Paul bei den Fehlercodes mit Kalle und Emma teilt

Trittbrett veröffentlicht eine nach Modellen getrennte Fehlercode-Liste, und Paul steht dabei nicht bei Fritz und Sultan, sondern bei Kalle und Emma. Für diese drei Modelle führt der Hersteller elf Einträge von E1 bis E9 sowie F1 und F2, mit Bedeutungen von der Bremse über Kommunikation und Spannung bis zum Controller. Sultan und Fritz kommen dagegen mit nur vier Codes aus, wie der Modell-Deep-Dive zu Fritz und Fritz 2.0 im Detail zeigt.

Dass er die längere, feinere Liste teilt, passt zur eigenen Controller- und Platinenhistorie: Je mehr unterschiedliche Baugruppen und Baujahre ein Modell trägt, desto mehr Fehlerzustände lassen sich offenbar unterscheiden. Für die Fehlersuche bedeutet die längere Liste vor allem mehr Präzision, aber auch etwas mehr Aufwand beim Nachschlagen der einzelnen Bedeutung.

Herstellerspezifische Codes lassen sich dabei nicht zwischen Plattformen übertragen, auch nicht innerhalb derselben Marke. Ein bestimmter Code dort muss nichts mit einem gleich benannten Code eines anderen Herstellers zu tun haben. Bleibt der Fehler unklar oder lässt sich der Scooter gar nicht erst einschalten, hilft die allgemeine Diagnose-Systematik weiter, die der Beitrag E-Scooter geht an, fährt aber nicht beschreibt.

Beim Gebrauchtkauf braucht Paul einen Generationencheck

Ein gebrauchter Paul ist ein gutes Angebot, wenn Baujahr, Akkugröße und Zustand zueinander passen. Der Kilometerstand allein sagt wenig, weil ein selten gefahrenes Fahrzeug jahrelang mit niedrigem Akkustand gestanden haben kann, während ein viel gefahrenes gepflegt und aktuell bestückt sein kann. Diese sechs Punkte bringen beim Ansehen mehr.

Prüfpunkt Warum
Fabrikschild Baujahr, Tempo, Genehmigungsnummer
Datenbestätigung Papier zur Inbetriebnahme
Akkugröße 14,7 oder 19,6 Ah, plus Ladehistorie
Controller-/Platinenstand Ersatzteilzuordnung 2022/2023
Hydraulikbremsen Dichtheit, Scheiben, Beläge
11-Zoll-Räder Rundlauf, Lagerspiel, Reifenzustand

Der Bosch-Motor selbst verdient bei der Probefahrt ein Ohr: Ungewöhnliche Geräusche oder spürbares Spiel im Hinterrad deuten auf Lagerverschleiß hin, der sich getrennt vom Akku beheben lässt. Ebenso gehören Blinker, Bremslicht und die app-integrierte Wegfahrsperre auf die Prüfliste, weil ein Ausfall hier oft an der Elektronik liegt und nicht am Motor.

Ein Punkt, der nichts mit dem Zustand zu tun hat, gehört trotzdem zur Preisfindung: Ersatzteile dafür sind bei Trittbrett modellbezogen und nach Baujahr sortiert erhältlich, was bei importierten Fahrzeugen ohne Servicestruktur oft nicht der Fall ist. Worauf beim Gebrauchtkauf eines E-Scooters grundsätzlich zu achten ist, unabhängig von der Marke, fasst der Ratgeber E-Scooter gebraucht kaufen zusammen.

Wo Paul innerhalb der Trittbrett-Familie steht

Paul ist weder der leichteste noch der komfortabelste Scooter der Marke. Sein Profil entsteht aus großen Rädern, hoher Zuladung und dem Bosch-Heckantrieb, nicht aus Vollfederung oder geringem Gewicht.

Gegenüber Fritz fehlt ihm die Federung, dafür bietet er hydraulische statt mechanischer Bremsen und mit 11 statt 10 Zoll etwas größere Reifen. Innerhalb der Marke ist die Rollenverteilung damit klar: Fritz ist der Komfort-Tourer mit Vollfederung, Paul der reichweitenstarke Allrounder mit dem einfacheren, aber wartungsärmeren Fahrwerk. Beide Modelle teilen dieselbe Datenbestätigungs-Klausel und dieselbe grundsätzliche Genehmigungslogik, weil beide auch als 20-km/h-Ausführung für den deutschen Markt existieren.

Für die technische Bewertung heißt das am Ende: Baujahr, Akku, Controller und Motor ergeben zusammen erst ein vollständiges Bild, keine der vier Angaben allein. Wer einen Paul kauft, repariert oder technisch einordnet, sollte deshalb in dieser Reihenfolge denken, und erst danach über mögliche Eingriffe sprechen, die ohnehin nur auf eigenem Gelände und unter Beachtung von Betriebserlaubnis und Versicherung stattfinden dürfen. Einen vollständigen Überblick über zulässige und unzulässige Eingriffe an E-Scootern gibt das Tuning-Handbuch für 2026.

Merksatz: Beim Paul entscheiden Baujahr und Akkugröße mehr als der Modellname. Fabrikschild und Datenbestätigung sagen, welche Ausführung wirklich vor dir steht – das Prospekt sagt nur, was die Plattform insgesamt kann, und bei Steigung wie Höchstgeschwindigkeit widersprechen sich sogar zwei Herstellerquellen.

Häufige Fragen

Welchen Motor hat der Trittbrett Paul?

Trittbrett führt für den aktuellen Paul einen Bosch-Heckmotor mit 48 Volt und 500 Watt. Der offizielle Ersatzmotor wird komplett mit 11-Zoll-Hinterrad und mit dem Zusatz „ab Baujahr 2022“ geführt.

Was ist der Unterschied zwischen 14,7 und 19,6 Ah?

Bei 48 Volt ergeben sich rechnerisch rund 706 Wattstunden für 14,7 Ah und rund 941 Wattstunden für 19,6 Ah. Trittbrett nennt dafür bis zu 75 beziehungsweise bis zu 95 Kilometer Reichweite. Beide Akkus unterscheiden sich laut Betriebsanleitung nur um rund 900 Gramm Gewicht.

Ist der Bosch-Motor im Paul mit Bosch-eBike-Tuning kompatibel?

Nein, das folgt aus dem Markennamen nicht. Paul verwendet einen Bosch-Radnabenmotor für Leichtfahrzeuge, nicht das Bosch-eBike-System mit Performance Line oder Smart System. Tuning- und Diagnosemethoden müssen systemspezifisch geprüft werden.

Hat der Paul eine Federung?

Nein. Der Komfort entsteht hier über die großen 11-Zoll-Tubeless-Reifen und den passenden Luftdruck, eine klassische Federung mit Schwingen oder Dämpfern besitzt das Fahrzeug nicht.

Welche Bremsen hat der Paul?

Vorn und hinten arbeiten vollhydraulische Scheibenbremsen, ergänzt um eine elektrische Motorbremse mit E-ABS.

Gibt es den Paul mit 25 km/h?

Trittbrett führt das Modell je nach Markt in unterschiedlichen Geschwindigkeitsausführungen. Die Packliste der Betriebsanleitung nimmt die Datenbestätigung bei Fahrzeugen mit 25 km/h ausdrücklich aus, und die Herstellerseite nennt für Deutschland in der Regel die 20-km/h-Zulassung als relevant.

Welche Controllergenerationen gibt es beim Paul?

Der Ersatzteilshop führt dafür einen Controller mit dem Zusatz Baujahr 2022 sowie einen zweiten, als Controller 23 bezeichneten Controller aus dem Baujahr 2023. Auch Gabel, Lenkstange und Platine werden nach diesen beiden Baujahren getrennt geführt.

Welche App funktioniert 2026 mit dem Paul?

Trittbrett erklärt auf der eigenen Startseite, dass die bisherige App derzeit nicht mehr in den App-Stores verfügbar ist, und empfiehlt übergangsweise die UNI SCOOTER App des Controller-Herstellers Hobbywing. Bei Google Play bleibt der alte Eintrag weiterhin abrufbar, bei Apple nicht mehr.

Wie viele Ersatzteile führt Trittbrett für den Paul?

Der Ersatzteilbestand umfasst rund 109 Positionen, von einzelnen Silikonauflagen bis zum kompletten Fahrgestell. Viele Teile sind zusätzlich nach Baujahr 2022 oder 2023 getrennt gelistet.

Ist Paul baugleich mit anderen Trittbrett-Modellen?

Nein. Paul unterscheidet sich von Fritz durch die fehlende Federung, hydraulische statt mechanischer Bremsen und größere Reifen. Einzelne Anbauteile wie Bremsbeläge, Radlager oder Ladegeräte werden zwar mit anderen Modellen wie Hilde oder Walter geteilt, das macht die Fahrzeuge aber nicht zu Varianten desselben Grundmodells.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die Angaben oben stützen sich auf amtliche Fundstellen sowie auf Unterlagen und Veröffentlichungen des Herstellers. Hier steht, welche Aussage woher stammt und wann sie abgerufen wurde.

Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung
  • § 1 Absatz 1 eKFV definiert Elektrokleinstfahrzeuge als Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 und nicht mehr als 20 km/h; Nummer 3 nennt eine Nenndauerleistung von nicht mehr als 500 Watt, oder von nicht mehr als 1.400 Watt, wenn mindestens 60 Prozent der Leistung zur Selbstbalancierung verwendet werden. Fundstelle: gesetze-im-internet.de, eKFV, § 1. Abgerufen am 23.09.2026.
  • § 2 Absatz 1 Satz 2 eKFV: „Die Datenbestätigung nach § 20 Absatz 3a Satz 1 bis 3 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung oder die Bescheinigung über die Einzelbetriebserlaubnis muss für eine Inbetriebnahme aufbewahrt und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung ausgehändigt werden.“ Fundstelle: gesetze-im-internet.de, eKFV, § 2. Abgerufen am 23.09.2026.
  • § 2 Absatz 3 eKFV erklärt für die Wirksamkeit der Betriebserlaubnis § 19 Absatz 2 und 3 StVZO für anwendbar. Fundstelle: gesetze-im-internet.de, StVZO, § 19. Abgerufen am 23.09.2026.
Datenbestätigung und Versicherungsplakette
  • § 20 Absatz 3a StVZO verpflichtet den Inhaber der Allgemeinen Betriebserlaubnis, für jedes dem Typ entsprechende Fahrzeug eine Datenbestätigung nach Muster 2d auszufüllen, mit den Angaben über die Beschaffenheit des Fahrzeugs und der bescheinigten Übereinstimmung mit dem genehmigten Typ. Fundstelle: gesetze-im-internet.de, StVZO, § 20. Abgerufen am 23.09.2026.
  • § 56 Absatz 1 FZV: Für ein Kraftfahrzeug im Sinne des § 1 Absatz 1 eKFV ist die Versicherungsplakette der Nachweis, dass eine Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung nach § 1 des Pflichtversicherungsgesetzes besteht. Fundstelle: gesetze-im-internet.de, FZV, § 56. Abgerufen am 23.09.2026.
Herstellerunterlagen Trittbrett Paul
  • Trittbrett, eine Marke der Plan M GmbH, Mülheim an der Ruhr: Originalbetriebsanleitung Paul, Ausgabe 2024. Abschnitt 1.2 Lieferumfang enthält die Zeile „4x Senkkopfschrauben zur Befestigung der Lenkstange, 1x Datenbestätigung (nicht enthalten bei Fahrzeugen mit 25 km/h)“. Abschnitt 6 Technische Daten nennt: Abmessung zusammengeklappt 118,5 x 58 x 54 cm, aufgeklappt 118,5 x 58 x 122 cm, Gewicht 24 kg bei 14,7 Ah beziehungsweise 24,9 kg bei 19,6 Ah, maximale Zusatzlast 150 kg, 11-Zoll-Tubeless-Reifen vorn und hinten, Reichweite 75 km (höher bei 19,6 Ah), Steigung „Max. 20°“, Maximalgeschwindigkeit „ca. 20 km/h“ (Fußnote: gemessen auf gerader Fläche, 75 kg Personengewicht, 22 °C), zwei hydraulische Scheibenbremsen plus eine Motorbremse mit E-ABS, Batterie LG Li-Ion INR21700 mit 48 V und 14,7 Ah oder Modellvariante 19,6 Ah, Motorenleistung „500W Bosch Motor“, Ladedauer ca. 300 bis 360 Minuten, Modellnummer PAUL TBT4285 (14,7 Ah) beziehungsweise TBT4286 (19,6 Ah), IP65 sowie IP67 am Motor. Abgerufen am 22.09.2026. Kein Link, weil Herstellerquellen in diesem Magazin im Klartext genannt werden.
  • Trittbrett, Ersatzteilshop, Einzelseiten am 23.09.2026 erneut geöffnet: „Trittbrett Motor 500W Bosch für Paul“ (SKU ETP4439) mit dem Beschreibungstext „48V – inkl. 11″ Hinterrad – (ab Baujahr 2022)“; „Akku 19.6 Ah (Paul)“ (SKU ETP4361) mit dem Text „Lithium-Ionen – LG – Inkl. Schrauben – (ab Baujahr 2022)“; „Controller (Paul (Baujahr 2022))“ (SKU ETP4510); „Controller 23 (Paul)“ (SKU ETP4512, Zusatz „(Baujahr 2023)“); daneben getrennt geführte Gabel-, Lenkstangen- und Platinenvarianten für Baujahr 2022 beziehungsweise ab Baujahr 2023. Der Gesamtbestand für Paul umfasst rund 109 Positionen.
  • Trittbrett, Produktseite E-Scooter Paul, Datenblatt am 23.09.2026 erneut geöffnet: „BOSCH 48 V/500 W Heckantrieb“, „≥ 31 Nm“ Drehmoment, „30% Steigung“, „ca. 22 km/h / 25 km/h“ Höchstgeschwindigkeit mit dem Zusatz „abhängig von den landesspezifischen Zulassungsvorgaben“, Produktgewicht „24,2 kg“, Produktmaße „L 119 cm x B 61 cm x H 122 cm“, vollhydraulische Scheibenbremsen vorn und hinten plus Motorbremse mit E-ABS, CST-11-Zoll-Tubeless-Reifen, IP65/IP67, bauartgenehmigte Blinker. Die dortige FAQ beantwortet die Frage nach der Straßenzulassung mit: „Die zulässige Ausführung hängt von den landesspezifischen Zulassungsvorgaben ab. (In Deutschland ist in der Regel die 20-km/h-Zulassung relevant.)“
  • Trittbrett, Startseite, Abschnitt zur Verfügbarkeit der App: „Unsere bisherige Trittbrett App ist derzeit nicht mehr in den App Stores verfügbar. Der Hintergrund ist, dass unser bisheriger App-Entwicklungspartner sein Unternehmen geschlossen hat. […] Bis zur Veröffentlichung der neuen App empfehlen wir dir die Nutzung der UNI SCOOTER App, die von unserem Controller-Hersteller Hobbywing betrieben wird. Bitte beachte, dass einige Funktionen dieser App nicht den Vorgaben der eKFV entsprechen und deshalb bei Trittbrett Scootern nicht verfügbar sind.“ Abgerufen am 22.09.2026.
  • Dieselbe Klausel zur Datenbestätigung steht in den Originalbetriebsanleitungen von Fritz und Sultan. Die Fehlercode-Übersicht des Herstellers führt für Kalle, Emma und Paul elf Codes (E1 bis E9, F1, F2), für Sultan und Fritz vier Codes (E1, E2, F1, F2). Abgerufen am 22.09.2026.
App-Eintrag bei Google Play
  • Google Play, Eintrag der App „Trittbrett“, Paketname com.planm.trittbrett: zuletzt aktualisiert am 17.05.2024, Bewertung 1,8 bei rund 150 Rezensionen, mehr als 10.000 Installationen. Bei Apple war zum selben Zeitpunkt kein Eintrag auffindbar. Abgerufen am 22.09.2026.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Angaben auf dem Fabrikschild, in der Datenbestätigung und in den übrigen Fahrzeugunterlagen sowie die Auskunft des Herstellers und, wo gefordert, der zuständigen Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: September 2026).

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