Xiaomi 4 Pro Tuning

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Xiaomi 4 Pro Tuning: welcher Chip zu welcher Generation passt

Woran du die erste und die zweite Generation erkennst, welcher Chip zu welcher passt, wie Einbau und Aktivierung ablaufen und was es mit Lizenzcode und WebApp auf sich hat.

⏱ 12 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt: Beim Xiaomi 4 Pro Tuning entscheidet zuerst die Generation und erst danach der Chip. Für die zweite Generation führt Roll-Werk einen Chip, den sich das Modell mit der Xiaomi-5er-Reihe teilt. Für die erste Generation führt Roll-Werk keinen Chip, nach Marktrecherche gibt es dafür nur vereinzelt Drittanbieterlösungen. Einen Lizenzcode bietet für keine der beiden Generationen ein uns bekannter Tuning-Anbieter an. Die zweite Generation erkennst du schnell an den eingebauten Blinkern, an der Trommelbremse vorn und am Namenszusatz „2nd Gen“. Nicht für den öffentlichen Straßenverkehr. Privatgelände allein reicht nicht: Je nach Fahrzeug- und Versicherungseinordnung kommt nur ein tatsächlich nichtöffentlicher, wirksam abgegrenzter Bereich in Betracht.

Zwei Scooter, ein Name: Unter der Bezeichnung „Xiaomi 4 Pro“ stecken zwei technisch verschiedene Modelle. Beim Xiaomi 4 Pro Tuning passt der Chip der neueren Generation nicht einfach auch zur älteren, und wer das erst nach der Bestellung merkt, hat ein Teil in der Hand, das an seinem Scooter nichts bewirkt. Wie sich alle Xiaomi-Modelle auf die Chipfamilien verteilen, zeigt dir der Überblick über alle Xiaomi-Modelle und Chipfamilien.

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Welche Generation hast du? So erkennst du die 1. und die 2. Gen

Am schnellsten geht es mit einem Blick in Rechnung, Bedienungsanleitung oder auf den Karton. Xiaomi führt die neuere Ausführung als „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen)“, die ältere schlicht als „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro“. Steht der Zusatz „2nd Gen“ irgendwo in deinen Unterlagen, ist die Sache erledigt. Fehlt er, heißt das aber noch nichts, denn Händler und Verkäufer auf Kleinanzeigen-Portalen kürzen Produktnamen gern ab, und dann hilft nur noch der Blick auf den Scooter selbst.

Drei Merkmale prüfst du ohne Werkzeug, und alle drei stehen in den deutschen Datenblättern und auf den Produktseiten von Xiaomi. Die zweite Generation hat eingebaute Blinker, die Xiaomi ausdrücklich als Fahrtrichtungsanzeiger aufführt, während das Datenblatt der ersten Generation keine nennt. Noch eindeutiger sind die Bremsen: Die erste Generation bremst hinten mit einer Doppelscheibenbremse, dazu kommt das E-ABS, die zweite bremst vorn mit einer Trommelbremse und hinten elektrisch über das E-ABS. Siehst du am Hinterrad eine Bremsscheibe, steht also mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Generation vor dir. Das dritte Merkmal ist das Originalladegerät, das laut Datenblatt höchstens 42 Volt bei der ersten und 54,6 Volt bei der zweiten Generation liefert; bei einem Ersatz- oder Fremdladegerät taugt dieses Merkmal nicht.

Wer es ganz genau wissen will, schaut in die Liste des Kraftfahrt-Bundesamts mit den Betriebserlaubnissen für Elektrokleinstfahrzeuge. Dort steht die zweite Generation unter den Typbezeichnungen DDHBC27ZM und DDHBC31ZM, beide mit der Handelsbezeichnung „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen)“ und genehmigt im Dezember 2023 beziehungsweise im Januar 2024. Für die erste Generation nennt Xiaomi im deutschen wie im globalen Datenblatt die Modellnummer DDHBC20NEB. Findest du eine dieser Bezeichnungen am Scooter oder in den Papieren, ist die Zuordnung sicher. Wurde ein deutscher 4 Pro ohne den Zusatz Plus oder Max nachweislich vor dem 20. Dezember 2023 mit Betriebserlaubnis gekauft, spricht nach dieser Liste alles für die erste Generation, sicher bist du aber erst mit einem der Merkmale oben.

Merkmal 1. Generation 2. Generation
Name bei Xiaomi Xiaomi Electric Scooter 4 Pro Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen)
Modell- bzw. Typbezeichnung DDHBC20NEB (Xiaomi-Datenblatt) DDHBC27ZM, DDHBC31ZM (KBA-Liste)
Bremsen Doppelscheibenbremse hinten, E-ABS Trommelbremse vorn, E-ABS hinten
Blinker im Datenblatt nicht genannt eingebaut
Nennleistung / max. Leistung 350 W / 700 W 400 W / 1.000 W
Akku 446 Wh 468 Wh, 48-Volt-System
Originalladegerät, max. Ausgangsspannung 42 V 54,6 V
Gewicht 17 kg 19 kg
Höchstgeschwindigkeit DE-Version 20 km/h 20 km/h
Chip bei Roll-Werk keiner gemeinsamer Chip mit der 5er-Reihe

Die Werte stammen aus den deutschen Datenblättern und Produktseiten von Xiaomi, die Typbezeichnungen aus der KBA-Liste, und sie gelten für das Serienfahrzeug ohne Chip. Bist du dir schon beim Modell unsicher, weil der Scooter vielleicht ein 4 oder ein 4 Lite ist, hilft dir der Vergleich von Xiaomi 4, 4 Pro und 4 Lite weiter.

Serienmäßig fahren beide Generationen in der deutschen Version höchstens 20 km/h, die globalen Datenblätter von Xiaomi nennen für beide 25 km/h. Für dich zählt allein die Version, die du tatsächlich besitzt, und woran du eine deutsche Ausführung erkennst, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen DE-Version und EU-Version.

Xiaomi 4 Pro Tuning: Welcher Chip passt zu welcher Generation?

Für die zweite Generation ist die Antwort eindeutig. Roll-Werk führt sie auf dem Produkt „E-Scooter Tuning-Chip für Xiaomi 4 Pro (2. Gen), 5, 5 Pro & 5 Max“, also auf demselben Chip wie die aktuelle 5er-Reihe. Ein Produkt nur für dieses Modell, etwa mit der Bezeichnung X4.2, führt Roll-Werk nicht. Nach Shop-Angabe ist der Chip auf die Controller-Technik dieser Modellreihe abgestimmt. Welche Modelle er im Einzelnen abdeckt, steht in der Modellliste auf der Produktseite des Shops.

Für die erste Generation führt Roll-Werk dagegen keinen Chip, auch nicht unter anderem Namen. Ein anderer Chip-Anbieter schließt sie in seiner Kompatibilitätsliste sogar ausdrücklich aus. Bestell den Chip der zweiten Generation deshalb nie in der Hoffnung, er werde an deinem älteren Scooter schon funktionieren, denn dafür ist er weder angeboten noch beschrieben.

Zwei weitere Modelle sorgen regelmäßig für Verwirrung, nämlich der 4 Pro Plus und der 4 Pro Max. Beide stehen in der Liste des Kraftfahrt-Bundesamts mit eigener Typbezeichnung und eigener Betriebserlaubnis, und keiner der drei Xiaomi-Chips bei Roll-Werk nennt sie. Hast du eines davon, schließt du nicht vom Namen auf den Chip, sondern klärst die Kompatibilität vor dem Kauf mit dem Shop. Auch der umgekehrte Fehler kommt vor: Den Chip für 3 Lite, 4, 4 Lite und 4 Ultra führt Roll-Werk nicht für den 4 Pro, obwohl die Namen eng beieinanderliegen. Was für diese Modelle gilt, steht im Beitrag zum Chip für das 4 Ultra und seine Schwestermodelle.

Xiaomi 4 Pro 1. Gen Tuning: Worauf du bei fremden Angeboten achtest

Wer einen 4 Pro der ersten Generation fährt, hat die schlechtere Ausgangslage. Bei Roll-Werk gibt es für sie keinen Chip, und nach Marktrecherche bieten nur vereinzelt Drittanbieter etwas an, das ausdrücklich für diese Generation gedacht ist. Siehst du so ein Angebot, prüfst du drei Dinge, bevor du bestellst. Nennt die Kompatibilitätsliste ausdrücklich die erste Generation oder die Modellnummer DDHBC20NEB, und nicht nur „4 Pro“? Nennt der Anbieter für dieses Modell eine eigene Tempoangabe, statt die Zahl der zweiten Generation zu übernehmen? Und kannst du ein Teil, das am Ende doch nicht passt, zurückgeben?

Ob ein solches Angebot hält, was es verspricht, können wir nicht beurteilen, und eine belastbare Tempoangabe für die erste Generation gibt es damit auch nicht. Ein Chip, der nicht ausdrücklich für die erste Generation angeboten wird, passt nicht zu deinem Scooter. Wer gebraucht kaufen will und dabei schon ans Tuning denkt, prüft die Generation deshalb vor dem Kauf. Die drei Merkmale vom Anfang dieses Beitrags lassen sich bei jeder Besichtigung in einer Minute prüfen. So vermeidest du, dass ein günstiger Gebrauchtkauf am Ende zu einem Scooter wird, für den es den gewünschten Chip schlicht nicht gibt.

Lizenzcode, Tuning-App und WebApp

Bei Ninebot oder Navee läuft Tuning heute über einen Lizenzcode, der per App oder Browser auf das Fahrzeug kommt. Für diesen Scooter ist das nicht der Weg, und das gilt für beide Generationen gleichermaßen. In den Sortimenten der Tuning-Shops mit Xiaomi-Angebot, die wir kennen, steht für keine der beiden Generationen ein Lizenzcode, dort findest du ausschließlich Hardware. Getunt wird ein Xiaomi deshalb über einen Chip, der in eine vorhandene Steckverbindung gesetzt wird.

Die Suche nach einer Tuning-App führt trotzdem nicht ganz ins Leere. Laut Produktseite hat der Chip für die zweite Generation eine integrierte WebApp, mit der du dein Handy verbindest und einzelne Einstellungen anpasst, zum Beispiel die Tastenkombination selbst. Einen Weg, den Scooter ohne Chip über diese WebApp freizuschalten, nennt der Shop nicht, und in seiner Xiaomi-Übersicht beschreibt er den Chip an anderer Stelle als reines Hardware-Modul ohne App. Was davon für dein Exemplar gilt, klärst du am besten vor dem Kauf mit dem Shop. Die offizielle Xiaomi-App bleibt die Hersteller-App, über die auch Firmware-Updates kommen, und ein Werkzeug zum Freischalten ist sie nicht.

Was du vor dem Kauf prüfst

Die meisten Probleme entstehen vor dem ersten Handgriff, nämlich bei der Bestellung. Nimm dir fünf Minuten und geh die folgenden Fragen direkt am Scooter durch, bevor du etwas in den Warenkorb legst.

  • Ist es wirklich ein 4 Pro und nicht ein 4, 4 Lite, 4 Ultra, 4 Pro Plus oder Max?
  • Welche Generation zeigen Bremsen, Blinker und Originalladegerät?
  • Steht in Rechnung, Anleitung oder auf dem Karton der Zusatz „2nd Gen“?
  • Führt der Shop den Chip ausdrücklich für deine Generation?
  • Wurde am Scooter schon etwas umgebaut oder getauscht?

So arbeitet der Chip am 4 Pro der 2. Generation

Der Chip ist ein kleines Steckmodul, das zwischen zwei vorhandene Stecker im Lenker kommt. Nach der Beschreibung im Shop löst du die Abdeckung am Lenker, trennst die Steckverbindung zwischen Dashboard und Controller-Kabel und setzt den Chip dazwischen. Dabei muss laut Shop nichts gelötet oder geschraubt werden, und der Shop nennt für den Einbau weniger als fünf Minuten ohne Werkzeug. Die einzelnen Schritte stehen in der Anleitung, die zum Chip gehört. Willst du den Einbau lieber einer Werkstatt überlassen, hilft das nicht weiter, denn Gewerbetreibende dürfen Änderungen, durch die die Betriebserlaubnis erlischt, grundsätzlich weder vornehmen noch vornehmen lassen.

Sorgfalt an den Steckern zahlt sich trotzdem aus. Schalte den Scooter vor dem Öffnen aus und trenn ihn vom Ladegerät. Ein Stecker, der nur halb eingerastet ist, verhält sich später wie ein defekter Chip und fällt oft erst nach ein paar Kilometern auf holprigem Untergrund auf, deshalb drückst du jeden Stecker hörbar bis zum Anschlag ein, bevor die Abdeckung wieder draufkommt.

Technisch arbeitet der Chip nach Shop-Angabe hardwarebasiert direkt am Kabel und damit unabhängig vom Softwarestand des Scooters. Auch nach einem Firmware-Update über die offizielle Xiaomi-App soll er aktiv bleiben. Ein Flashen der Firmware gehört nicht zum beschriebenen Ablauf, trotzdem lohnt es sich, vor dem Einbau den aktuellen Softwarestand zu notieren, damit du bei einem späteren Problem eine mögliche Ursache schnell ausschließen kannst.

Nach dem Einbau fährt der Scooter zunächst ganz normal weiter. Das höhere Tempo wird laut Shop nach jedem Einschalten per Tastenkombination aktiviert, vorher läuft er im gewohnten 20-km/h-Modus. Die Kombination unterscheidet sich je nach Scooter, und laut Produktseite steht sie auf der Aktivierungsseite der WebApp und in der Anleitung zum Chip, deshalb nennen wir sie hier nicht. Für die rechtliche Seite ändert dieser Startmodus allerdings nichts, denn der Chip bleibt eingebaut und das höhere Tempo jederzeit abrufbar.

Mehr Tempo verlängert den Bremsweg deutlich, prüf deshalb vor der ersten schnellen Runde auf einer nichtöffentlichen, abgegrenzten Fläche beide Bremsen und den Reifendruck nach Herstellerangabe, und fahr nie ohne Helm. Wie viel der Chip der zweiten Generation aus den 20 km/h macht, was der Tacho danach anzeigt und wie sich Bremsweg und Reichweite verändern, behandeln wir in einem eigenen Beitrag über das realistische Tempo des Xiaomi 4 Pro im Alltag.

Wenn nach dem Einbau nichts passiert

Bleibt der Scooter nach dem Einbau beim alten Tempo, hat das meist einen handfesten Grund. Die naheliegenden Ursachen sind eine vergessene Aktivierung, eine nicht vollständig eingerastete Steckverbindung oder ein Chip, der gar nicht zur Generation passt. Prüf diese drei Punkte in genau dieser Reihenfolge, bevor du an einen Defekt denkst. Ein bereits bestehender Fehler am Scooter kann zusätzlich dazwischenfunken, und dann hilft der notierte Softwarestand bei der Eingrenzung.

Startet der Scooter mit einer Fehlermeldung oder erkennt er den Chip offenbar gar nicht, öffne die Abdeckung noch einmal und kontrolliere beide Steckverbindungen. Ein verbogener Kontakt oder ein eingeklemmtes Kabel unter der Abdeckung reicht schon. Hilft das nicht, frag beim Shop nach, statt am Kabel zu improvisieren, und schick dabei die Modellbezeichnung vom Typenschild mit.

Bist du unsicher, ob sich überhaupt etwas verändert hat, verlass dich nicht auf das Gefühl. Fahr auf einer nichtöffentlichen, abgegrenzten Fläche eine Runde mit einer GPS-App mit, auf ebener Strecke und mit vollem Akku, und vergleich den Wert mit dem Tacho. Warum Tacho, GPS und Herstellerangabe so oft auseinanderliegen, erklärt der Beitrag wie schnell ein E-Scooter wirklich fährt.

Rückbau, Rückgabe und Garantie

Technisch lässt sich der Chip wieder entfernen, und nach Anbieterangabe genügt es, ihn abzustecken und die Originalstecker wieder zu verbinden. Den rechtlichen Status deines Fahrzeugs stellt der Ausbau aber nicht automatisch wieder her, und du solltest dich nicht darauf verlassen, dass nach dem Rückbau alles wieder wie ab Werk gilt. Klär Fragen zu Garantie und Gewährleistung vor dem Einbau, denn ein Eingriff bleibt ein Eingriff, auch wenn der Chip später wieder draußen ist.

Willst du einen Chip zurückgeben, sind die gesetzlichen Regeln zu Widerruf und Gewährleistung und die Bedingungen des jeweiligen Shops maßgeblich. Ob ein eingebauter und gefahrener Chip noch zurückgenommen wird, klärst du vor dem Einbau mit dem Shop. Was beim Widerruf und bei einem Defekt zählt, erklärt der Beitrag, wie du einen Tuning-Chip zurückgeben kannst. Heb Verpackung und Anleitung auf, solange du unsicher bist.

Recht und Privatgelände

Ein E-Scooter mit Betriebserlaubnis ist in Deutschland auf höchstens 20 km/h ausgelegt. Baust du einen Chip ein, der mehr Tempo freigibt, ist das eine Änderung am Fahrzeug. An diese Änderung knüpft das Recht an, nicht an den Ort und nicht an den gerade gewählten Fahrmodus. Die Betriebserlaubnis erlischt dadurch in aller Regel, und dann darf der Scooter nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden, auch nicht, wenn du gerade langsam fährst. Auch der Versicherungsschutz kann betroffen sein, und als Halter darfst du niemand anderen damit auf öffentliche Straßen lassen. Welche Xiaomi-Modelle hierzulande überhaupt mit Betriebserlaubnis verkauft werden, zeigt der Beitrag zu Xiaomi-Scootern mit ABE und Deutschland-Versionen.

Das gilt für beide Generationen gleich, und es gilt unabhängig davon, ob der Chip von Roll-Werk oder von einem anderen Anbieter stammt. Privatgelände allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass der Bereich tatsächlich nichtöffentlich und – soweit die jeweilige Rechtsgrundlage dies verlangt – wirksam eingefriedet oder für die Öffentlichkeit aufgrund einer Zugangsbeschränkung nicht zugänglich ist. Auch ein Parkplatz kann öffentlicher Verkehrsraum sein, wenn der Eigentümer duldet, dass ihn jeder nutzt. Wie Betriebserlaubnis, Versicherung und Tuning zusammenhängen, ordnet der Beitrag zur Rechtslage beim E-Scooter-Tuning ausführlich ein.

Die folgende Kurzform ordnet nur den Einsatzrahmen ein. Sie ersetzt nicht die Prüfung der konkreten Fahrzeug-, Zulassungs- und Versicherungssituation und ist keine Erlaubnis für einen bestimmten Ort.

Merksatz: Tuning ausschließlich für eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und nicht öffentlichen Bereichen.

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Häufige Fragen

Welcher Chip passt zum Xiaomi 4 Pro der 2. Generation?

Der gemeinsame Chip für den 4 Pro der zweiten Generation und die Reihe 5, 5 Pro und 5 Max. Ein eigenes Produkt mit der Bezeichnung X4.2 führt Roll-Werk nicht.

Gibt es einen Chip für den Xiaomi 4 Pro der 1. Generation?

Bei Roll-Werk nicht. Nach Marktrecherche gibt es dafür vereinzelt Drittanbieterlösungen. Den Chip der zweiten Generation solltest du für einen älteren Scooter nicht bestellen.

Woran erkenne ich die 2. Generation des Xiaomi 4 Pro?

Am Namenszusatz „2nd Gen“ in Rechnung oder Anleitung, an den eingebauten Blinkern und an der Trommelbremse vorn. Die erste Generation bremst hinten mit einer Doppelscheibenbremse. Auch das Originalladegerät verrät es: 54,6 Volt Ausgangsspannung bei der zweiten, 42 Volt bei der ersten Generation.

Gibt es einen Lizenzcode oder eine Tuning-App für den Xiaomi 4 Pro?

Einen Lizenzcode bietet für keine der beiden Generationen ein uns bekannter Tuning-Anbieter an, getunt wird über einen Chip. Laut Produktseite hat der Chip für die zweite Generation eine integrierte WebApp für einzelne Einstellungen. Einen Weg, den Scooter ohne Chip über diese WebApp freizuschalten, nennt der Shop nicht.

Kann ich für den 4 Pro den Chip des 4 Ultra nehmen?

Bei Roll-Werk ist der Chip für 3 Lite, 4, 4 Lite und 4 Ultra nicht für den 4 Pro vorgesehen. Für die zweite Generation führt der Shop stattdessen den gemeinsamen Chip mit der 5er-Reihe.

Was gilt für den Xiaomi 4 Pro Plus und den 4 Pro Max?

Keiner der drei Roll-Werk-Chips nennt eines der beiden Modelle in seiner Modellliste. Frag vor dem Kauf beim Shop nach.

Warum zeigt das Display nach dem Einbau weiter 20 km/h?

Oft fehlt nur die Aktivierung, denn nach jedem Einschalten startet der Scooter laut Shop im 20-km/h-Modus. Ist das Tuning aktiv, zeigt der originale Tacho nach Anbieterangabe die höhere Geschwindigkeit an. Bleibt es bei 20 km/h, prüf als Nächstes, ob beide Stecker vollständig eingerastet sind.

Kann ich den Chip wieder ausbauen?

Technisch ja, nach Anbieterangabe reicht es, den Chip abzustecken und die Originalstecker wieder zu verbinden. Den rechtlichen Status deines Fahrzeugs stellt der Ausbau aber nicht automatisch wieder her.

Darf ich mit dem Chip auf öffentlichen Straßen fahren?

Nein. Der Chip ändert das Fahrzeug, und damit erlischt die Betriebserlaubnis in aller Regel, sodass der Scooter nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren darf, auch nicht, wenn du gerade langsam fährst. Auch der Versicherungsschutz kann betroffen sein. Nicht für den öffentlichen Straßenverkehr. Privatgelände allein reicht nicht: Je nach Fahrzeug- und Versicherungseinordnung kommt nur ein tatsächlich nichtöffentlicher, wirksam abgegrenzter Bereich in Betracht.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die Rechtsaussagen dieses Beitrags stützen sich auf die folgenden Fundstellen, die Produkt- und Serienangaben auf die genannten Anbieter-, Hersteller- und Behördenquellen. Stand der Angaben: Oktober 2026.

Fahrzeugklasse und Betriebserlaubnis
  • § 1 Absatz 1 eKFV: Elektrokleinstfahrzeuge sind Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h, die weitere Merkmale aufweisen, unter anderem nach Nummer 3 eine Nenndauerleistung von nicht mehr als 500 Watt; 1.400 Watt sind nur zulässig, wenn mindestens 60 Prozent der Leistung zur Selbstbalancierung verwendet werden.
  • § 2 eKFV „Anforderungen an das Inbetriebsetzen“: Nach Absatz 1 Nummer 1 darf ein Elektrokleinstfahrzeug auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn es einem Typ mit Allgemeiner Betriebserlaubnis entspricht oder eine Einzelbetriebserlaubnis hat. Absatz 3 erklärt für deren Wirksamkeit § 19 Absatz 2 und 3 StVZO für anwendbar; ist die Betriebserlaubnis nach § 19 Absatz 2 Satz 2 StVZO erloschen, darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden. Absatz 4 verbietet dem Halter, die Inbetriebnahme auf öffentlichen Straßen anzuordnen oder zuzulassen, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 1 fehlen oder die Betriebserlaubnis erloschen ist.
  • § 19 Absatz 2 StVZO: Nach Satz 2 erlischt die Betriebserlaubnis, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die die genehmigte Fahrzeugart geändert wird, eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird (Nummern 1 bis 3). Für einen Chip, der die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h hebt, liegt nach unserer Auslegung vor allem Nummer 1 nahe, weil das Fahrzeug damit die Grenze des § 1 eKFV verlässt; das ist Auslegung, nicht Wortlaut. Nach Satz 3 dürfen Fahrzeughersteller, Importeure oder Gewerbetreibende keine Änderungen vornehmen oder vornehmen lassen, die nach Satz 2 zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen; Satz 4 macht davon eine Ausnahme, wenn unverzüglich eine Betriebserlaubnis nach § 21 für das Gesamtfahrzeug eingeholt wird.
Versicherung
  • § 2 Absatz 1 Nummer 2 eKFV: Ein Elektrokleinstfahrzeug muss für den Betrieb auf öffentlichen Straßen eine gültige Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge nach § 56 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung führen.
  • § 1 PflVG „Versicherungspflicht“: Der Halter eines Fahrzeugs im Sinne des § 1a Absatz 1 Nummer 1 mit regelmäßigem oder gewöhnlichem Standort im Inland muss eine Haftpflichtversicherung für die durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Schäden abschließen und aufrechterhalten.
  • § 6 PflVG „Verbot des Gebrauchs unversicherter Fahrzeuge“, Absatz 2: „Ein Fahrzeug, dessen Halter nach § 2a Absatz 1 Nummer 3 oder Absatz 2 von der Versicherungspflicht befreit ist und für das keine Haftpflichtversicherung nach § 1 besteht, darf nur in einem Gebiet gebraucht werden, das 1. keine öffentliche Straße im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 1 des Straßenverkehrsgesetzes ist und 2. aufgrund einer Rechtsvorschrift einzufrieden ist, um den Zugang von Unbefugten zu verhindern, oder als befriedetes Besitztum im Sinne des § 123 Absatz 1 des Strafgesetzbuches der Öffentlichkeit aufgrund einer Beschränkung nicht zugänglich ist.“ Ob ein getunter E-Scooter überhaupt unter die dort in Bezug genommenen Befreiungen des § 2a PflVG fällt, hängt von seiner Fahrzeug- und Zulassungseinordnung ab. Dass die Vorschrift keine allgemeine Freigabe für beliebiges Privatgelände ist und ein offen zugänglicher Hof oder Parkplatz ihre Anforderungen nicht erfüllt, ist unsere Lesart.
Generationen, Typbezeichnungen und Serienwerte
  • Kraftfahrt-Bundesamt, Liste der Allgemeinen Betriebserlaubnisse für Elektrokleinstfahrzeuge, Stand des Abzugs 28.09.2026: P449, Typ DDHBC27ZM, genehmigt am 20.12.2023, und P470, Typ DDHBC31ZM, genehmigt am 18.01.2024, jeweils mit der Handelsbezeichnung „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen)“; P430 mit der Typbezeichnung „Xiaomi 4 Pro Plus“ (16.11.2023) und P433 mit der Typbezeichnung „Xiaomi 4 Pro Max“ (20.12.2023) als eigene Einträge, Handelsbezeichnung jeweils „zum Genehmigungszeitpunkt unbekannt“. Ein Eintrag P293 mit der Typbezeichnung „XIAOMI 4 PRO“ vom 10.05.2022 führt als Handelsbezeichnung ebenfalls „zum Genehmigungszeitpunkt unbekannt“; dass er die erste Generation betrifft, ergibt sich nur aus Datum und Bezeichnung und wird deshalb im Beitrag nicht als Erkennungsmerkmal genutzt. Der Hinweis auf Käufe vor dem 20.12.2023 ist ein Schluss aus den Genehmigungsdaten der Liste, die nur das Datum der Erstgenehmigung je Eintrag zeigt, keine Angabe des Kraftfahrt-Bundesamts.
  • Xiaomi Deutschland, Seite „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro Spezifikationen“ (mi.com/de), abgerufen am 01.10.2026: Modellnummer DDHBC20NEB, max. Geschwindigkeit 20 km/h, Reichweite ca. 55 km, Gewicht 17 kg, Nennleistung 350 W, max. Leistung 700 W, „Regeneratives Antiblockiersystem E-ABS“ und „Doppelscheibenbremse hinten“, Akku 446 Wh, Ladeadapter mit max. Ausgangsspannung 42 V. Die globale Spezifikationsseite (mi.com/global) nennt dieselbe Modellnummer DDHBC20NEB; die Bremse beschreibt sie dort abweichend als „Rear dual-pad disc brake“, übersetzt eine hintere Scheibenbremse mit zwei Belägen. Der Beitrag folgt der deutschen Herstellerangabe.
  • Xiaomi Deutschland, Seite „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen) Spezifikationen“ und Produktseite (mi.com/de), abgerufen am 01.10.2026: max. Geschwindigkeit 20 km/h, Reichweite ca. 60 km, Gewicht 19 kg, Motornennleistung 400 W, max. Motorleistung 1.000 W, Bremsen im Datenblatt „Trommelbremsen und E-ABS“, auf der Produktseite „Die Trommelbremse am Vorderrad und das E-ABS am Hinterrad“, schlauchlose 10-Zoll-Reifen, Fahrtrichtungsanzeiger, 48-Volt-Akkusystem mit 468 Wh, Ladeadapter mit max. Ausgangsspannung 54,6 V.
  • Xiaomi global, Seiten „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro Specs“ und „Xiaomi Electric Scooter 4 Pro (2nd Gen) Specs“ (mi.com/global), abgerufen am 01.10.2026: max. speed jeweils 25 km/h. Grundlage für den Hinweis auf die globalen Datenblätter.
Produktangaben zu Chip, Einbau, WebApp und Tacho
  • Roll-Werk, Produktseite „E-Scooter Tuning-Chip für Xiaomi 4 Pro (2. Gen), 5, 5 Pro & 5 Max“, abgerufen am 01.10.2026, sichtbarer Seitentext: unterstützte Modelle, Aktivierung nach jedem Einschalten per Tastenkombination, vorher „im normalen 20 Km/h Modus“, „Dazu kommt der Chip mit einer digitalen WebApp“, Produkt-FAQ „der Tuning Chip hat eine integrierte WebApp“ und „Du findest sie unten auf der Aktivierungsseite WebApp, dort kannst du sie auch bearbeiten“, im Produkttext außerdem „gib die Tastenkombination aus der Anleitung ein“, Beleuchtung und Displayfunktionen „bleiben absolut unverändert“, Einbau ohne Werkzeug in unter fünf Minuten.
  • Roll-Werk, Produktbeschreibung desselben Produkts in den Shop-Produktdaten, abgerufen am 30.09. und 01.10.2026 (Kurzbeschreibung, die auch Suchmaschinen anzeigen; auf der gerenderten Seite nicht sichtbar): Einbau zwischen Dashboard und Controller-Kabel, „Es muss nichts gelötet oder geschraubt werden“, Abstimmung auf die Controller-Technologie der Modellreihe, Unabhängigkeit von der Software-Version, Rückrüstung durch Abstecken.
  • Roll-Werk, Xiaomi-Übersichtsseite (Kollektion), abgerufen am 01.10.2026, Kollektions-FAQ: „Der Tuning-Chip ist ein reines Hardware-Modul und arbeitet komplett ohne App oder Software.“ Die Angabe widerspricht der Produktseite desselben Shops; maßgeblich ist für diesen Beitrag die produktspezifische Seite, der Widerspruch wird im Text genannt.
  • Roll-Werk, Xiaomi-Menü des Shops, abgerufen am 01.10.2026: genau drei Xiaomi-Chips (1S, Pro 2 und Mi 3 · 3 Lite, 4, 4 Lite und 4 Ultra · 4 Pro (2. Gen), 5, 5 Pro und 5 Max). Keiner nennt den 4 Pro der ersten Generation, den 4 Pro Plus oder den 4 Pro Max.
  • Marktrecherche in den Produktkatalogen von neun Tuning-Shops, davon acht mit Xiaomi-Sortiment, Stand 30.09.2026: kein Lizenzcode für den 4 Pro der ersten oder der zweiten Generation. Für die erste Generation vereinzelt Drittanbieterlösungen (ein Universalkit mit Adapter, Kabel und App, dessen Kompatibilitätsliste die erste Generation nennt); ein Chip-Anbieter führt die erste Generation am 29.09.2026 ausdrücklich als „passt nicht“. Custom Firmware für den 4 Pro wurde dabei nicht vollständig geprüft.
  • Tachoanzeige: Anbieterangabe eines Chip-Lieferanten („Der originale Tacho zeigt die höheren Geschwindigkeiten korrekt an“), abgerufen am 07.09.2026, und Roll-Werk-Produkt-FAQ („Beleuchtung, Displayfunktionen, etc. bleiben absolut unverändert“), abgerufen am 01.10.2026.
Bilder und Text
  • Das Beitragsbild ist ein KI-generiertes Symbolbild und zeigt kein konkretes Produkt. Die Texte entstehen mit KI-Unterstützung und werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei der im Impressum genannten Person.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Angaben zu Betriebserlaubnis, Versicherung und Produkten hängen vom konkreten Fahrzeug und der aktuellen Rechtslage ab. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: Oktober 2026).

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