Elektrisches Jetboard und Unterwasser-Scooter am Steg, Symbol fuer Herstellerrisiko im E-Wassersport

Marktrisiko · Elektro-Wassersport

Hersteller verschwunden: Ersatzteile, App und Service bei E-Wassersport

Lampuga stellt das Geschäft ein, Scubajet ist insolvent — warum die Branche so wackelig ist und wie du dein Gerät absicherst, bevor der Hersteller weg ist.

⏱ 13 Min. Lesezeit · Stand: August 2026

Kurz gesagt: Lampuga stellt das Geschäft ein, und warum das kein Einzelfall ist, zeigt der Blick auf die Branche. E-Wassersport lebt von jungen, kapitalhungrigen Marken. Geht eine pleite, hängen Ersatzteile, Akku-Nachschub, App und Garantie in der Luft. Belegt sind zwei Fälle: Lampuga hat 2026 den Betrieb eingestellt, Scubajet ist seit Mai 2024 insolvent. Dieser Ratgeber erklärt die Folgen für dich als Besitzer, wie du dich vor dem Kauf absicherst und was du tust, wenn der Hersteller schon weg ist. Preise nennen wir nicht, die prüfst du im Fachhandel.

Warum die E-Wassersport-Branche so wackelig ist

Elektro-Wassersport ist ein junger Markt mit vielen kleinen Marken. E-Surfboards, Jetboards, eFoils und Unterwasser-Scooter kommen oft von Start-ups. Diese Firmen sind oft kaum älter als 10 Jahre. Sie tragen selten das Polster eines großen Konzerns im Rücken.

Der Grund ist die hohe Kapitalintensität. Ein serienreifes eFoil braucht Akku-Technik, Motoren, Elektronik und wasserdichte Fertigung. Das kostet viel Entwicklungsgeld, bevor das erste Board verkauft ist. Bleibt der Massenmarkt aus, geht schnell die Liquidität aus. Genau an diesem Punkt kippen viele Hersteller.

Dazu kommt eine kleine Stückzahl. Ein Nischenprodukt verkauft sich in Hunderten, nicht in Millionen. Fehler in einer Serie schlagen dann sofort durch. Wenige defekte Bauteile können ein ganzes Unternehmen in die Schieflage bringen. Das ist kein Pech, sondern eine Struktureigenschaft der Branche.

Lampuga: warum das Geschäft eingestellt wurde (belegte Chronik)

Lampuga ist die Marke für elektrische Surfboards aus Deutschland. Hinter ihr stand ursprünglich die Sashay GmbH aus Hamburg. Das Start-up wollte mit motorisierten Boards eine neue Sportart etablieren. Der Anspruch lautete Jetboard „Made in Germany“.

Dann kam der erste Bruch. Nach Angaben des Insolvenzverwalters geriet die Firma 2016 in Schwierigkeiten. Defekte Motorglocken sollen einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben. Am 7. April 2017 folgte die Insolvenzanmeldung beim Amtsgericht Hamburg. Die Marke war damit früh in echter Not.

Ein Investor griff zu. Die Weisenburger-Gruppe übernahm über eine Verwaltungsgesellschaft die insolvente Sashay GmbH. Die Produktion der Boards lief weiter, ein Großteil der Jobs blieb erhalten. Für Kunden sah es nach einer stabilen Zukunft aus. Solche Rettungen halten aber nicht immer.

Der Datenstand 2026 ist eindeutig. Die Lampuga GmbH hat ihren Betrieb eingestellt, das steht so auf der eigenen Website. Der Kundenservice steht nicht mehr zur Verfügung. Produkte und Ersatzteile sind laut Hersteller nicht mehr erhältlich. Garantieanfragen laufen nur noch per E-Mail, und die Seite soll bald offline gehen.

Scubajet: Insolvenz 2024 und die Folgen

Scubajet ist ein zweiter belegter Fall, diesmal aus Österreich. Das Unternehmen aus Klagenfurt baut kompakte Unterwasser-Antriebe. Solche Geräte ziehen dich beim Tauchen, Schnorcheln oder Kajakfahren durchs Wasser. Gegründet wurde die Firma 2016 von Armin Kundigraber. Bekannt wurde sie unter anderem aus einer TV-Investorenshow.

Der Weg war holprig. Schon 2017 musste der Gründer mit einer Vorgängerfirma Insolvenz anmelden. Am 24. Mai 2024 wurde am Landesgericht Klagenfurt erneut ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Passiva lagen laut Gläubigerschutzverband bei rund 4,2 Millionen Euro. Zwölf Mitarbeiter waren betroffen.

Danach wurde es still. Die Firma wollte mit einem Investor sanieren, doch die Website ist inzwischen offline. In Taucher-Foren berichten Besitzer von nicht erreichbarem Service und toter Hotline. Neuware gibt es allenfalls als Restbestand im Fachhandel. Wer ein Scubajet besitzt, steht damit ähnlich da wie Lampuga-Kunden.

Was diese Fälle gemeinsam haben

Lampuga und Scubajet folgen demselben Muster. Beide waren junge Marken mit hoher Technik-Ambition. Beide brauchten viel Kapital für ein Nischenprodukt. Und beide stolperten über einen Rückschlag, den ein größerer Konzern weggesteckt hätte. Das ist die typische Kurve im E-Wassersport.

Auch international gibt es solche Beispiele. Der eFoil-Anbieter GetFoil aus den USA gilt laut Branchenberichten (Stand 2026) als eingestellt. In der Szene kursiert die Zahl von rund 2.700 Boards ohne Support. Besitzer reparieren sich seither über Foren gegenseitig durch. Der Fall zeigt: Das Risiko ist kein rein deutsches Thema.

Für dich heißt das eine klare Lehre. Ein glänzendes Produkt sagt wenig über die Zukunft der Firma. Ein junger Hersteller kann in 2 bis 3 Jahren verschwinden. Das Gerät bleibt, der Service nicht. Genau darauf musst du dich einstellen, bevor du kaufst.

Folge für Besitzer: Ersatzteile werden knapp

Der erste harte Effekt trifft die Ersatzteile. Solange der Hersteller lebt, bekommst du Propeller, Dichtungen und Elektronik direkt. Fällt er weg, versiegt diese Quelle sofort. Lampuga sagt selbst, dass Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind. Damit ist die einfachste Reparaturkette gekappt.

Manche Teile sind unkritisch, andere nicht. Schrauben, Riemen oder Standarddichtungen findest du oft im freien Handel. Motoren, Steuerungen und Gehäuse sind dagegen meist proprietär. Für solche Sonderteile gibt es ohne Hersteller keinen klaren Bezugsweg. Genau hier entscheidet sich, ob dein Gerät reparierbar bleibt.

Ein verschlissenes Verschleißteil ist dann ein echtes Problem. Ohne Nachschub steht das Board oder der Scooter still. Ein einziges kaputtes Dichtungspaket kann ein 20 kg schweres Gerät lahmlegen. Deshalb lohnt es sich, kritische Teile früh auf Vorrat zu legen. Wer wartet, sucht später vergeblich.

Akku-Nachschub: das größte Einzelrisiko

Der Akku ist das teuerste und heikelste Bauteil. Er altert auch ohne Nutzung und verliert über die Jahre spürbar Kapazität, teils 20 % und mehr. Nach etwa 5 bis 8 Jahren ist bei vielen Zellen ein Wechsel fällig. Ohne Hersteller gibt es aber keinen offiziellen Ersatzakku mehr. Damit steht und fällt die Nutzungsdauer des ganzen Geräts.

Bei E-Wassersport ist das besonders kritisch. Die Akkus sind wasserdicht gekapselt und oft fest verbaut. Sie tragen Ladeelektronik und ein eigenes Batteriemanagement in sich. Ein Board-Akku kann mehrere hundert Wattstunden Energie speichern, oft über 500 Wh. So ein Paket lädt je nach Modell erst in rund 90 min bis mehreren Stunden und lässt sich nicht mal eben durch eine Baumarktzelle ersetzen.

Es gibt dennoch einen Ausweg. Fachbetriebe für Akku-Refurbishment tauschen die Zellen im vorhandenen Gehäuse. Das setzt aber voraus, dass das Batteriemanagement mitspielt. Ist die Elektronik fest an eine Server-Freigabe gebunden, wird es schwierig. Vor dem Kauf solltest du deshalb wissen, wie offen das Akku-System ist.

App- und Server-Abschaltung: was offline geht

Viele moderne Geräte hängen an einer App. Sie koppelt per Bluetooth, zeigt Ladestand und schaltet Fahrstufen frei. Bei eFoils läuft oft sogar die Firmware-Freigabe über die App. Diese Verbindung ist bequem, aber sie ist eine Abhängigkeit. Sie funktioniert nur, solange der Hersteller sie pflegt.

Schema App und Cloud-Server, was bei Abschaltung offline geht
Schema App und Cloud-Server, was bei Abschaltung offline geht

Genau hier lauert das Server-Risiko. Braucht die App einen Login oder einen Cloud-Server, kann dieser abgeschaltet werden. Nach einer Insolvenz zahlt niemand mehr die Serverkosten. Dann läuft die App ins Leere, obwohl das Gerät technisch heil ist. Im schlimmsten Fall fehlt dir der Zugriff auf zentrale Funktionen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei App-Typen. Eine App, die alle Daten lokal per Bluetooth holt, arbeitet auch offline weiter. Eine App, die bei jedem Start online prüfen muss, ist verwundbar. Frag vor dem Kauf, ob das Gerät ohne Internet voll nutzbar bleibt. Diese eine Frage entscheidet über viel.

Software-Bindung und Firmware

Neben der App zählt die Firmware im Gerät selbst. Sie steuert Motor, Akku und Sicherheitsfunktionen. Updates kommen normalerweise vom Hersteller über App oder Ladegerät. Fällt die Firma weg, gibt es keine neuen Versionen mehr. Fehler in der Software bleiben dann für immer bestehen.

Meist läuft das Gerät mit der letzten Firmware weiter. Ein Problem entsteht erst, wenn ein Update zwingend nötig wäre. Manche Systeme verlangen nach einem Reset eine erneute Freigabe. Ist der Freigabe-Server tot, bleibt das Gerät im Zweifel gesperrt. So kann eine reine Software-Hürde funktionierende Hardware ausbremsen.

Für dich ist die Frage nach der Bindung entscheidend. Ein Gerät, das autark ohne Online-Freischaltung startet, ist zukunftssicherer. Eines mit harter Server-Kopplung ist ein Risiko. Lass dir schriftlich geben, ob das Produkt ohne Herstellerserver dauerhaft läuft. Das ist eine Herstellerangabe, die du vor dem Kauf einfordern solltest.

Garantie und Gewährleistung, wenn die Firma weg ist

Eine Insolvenz trifft auch deine Ansprüche. Die gesetzliche Gewährleistung von 2 Jahren richtet sich gegen den Verkäufer. Hast du direkt beim Hersteller gekauft und der ist insolvent, wird es schwierig. Deine Forderung landet dann in der Insolvenzmasse. Realistisch siehst du davon oft wenig bis nichts.

Etwas besser stehst du beim Kauf über einen Händler da. Der Fachhändler bleibt dein Ansprechpartner für die Gewährleistung. Er kann sich aber seinerseits nicht mehr am Hersteller schadlos halten. Manche Händler ziehen sich deshalb bei verwaisten Marken zurück. Eine freiwillige Herstellergarantie ist nach der Pleite in der Regel wertlos.

Lampuga zeigt eine Zwischenlösung. Der Hersteller bearbeitet Garantiefälle noch per E-Mail, obwohl der Betrieb ruht. Das ist Kulanz, keine belastbare Zusage. Verlass dich nicht auf solche Reste. Kläre vor dem Kauf, wer im Ernstfall wirklich haftet, und hebe deine Rechnung sicher auf.

Wertverlust: was ein verwaistes Gerät noch bringt

Verschwindet der Hersteller, sinkt der Wiederverkaufswert spürbar. Käufer wissen um das Teile- und Akku-Risiko. Ein Gerät ohne Service ist am Gebrauchtmarkt schwerer zu verkaufen. Der Wertverlust kann leicht 50 % und mehr betragen. Das trifft dich, sobald du das Gerät abgeben willst.

Die Höhe hängt stark von der Technik ab. Ein Gerät mit Standard-Akku und offener Software hält seinen Wert besser. Eines mit proprietärem Akku und Server-Zwang verliert schneller. Auch eine aktive Community stützt den Preis. Sie signalisiert, dass Reparaturen weiter möglich sind.

Für die Kaufentscheidung ist das ein wichtiger Punkt. Rechne den möglichen Wertverfall von Anfang an mit ein. Ein günstiges Gerät einer wackeligen Marke kann teuer werden. Ein etwas teureres Modell mit stabilem Hersteller ist oft die ruhigere Wahl. Den Restwert bestimmt am Ende die Reparierbarkeit.

Vor dem Kauf absichern: Kontinuität und Verbreitung prüfen

Der beste Schutz ist die Auswahl vor dem Kauf. Sieh dir zuerst an, wie lange es die Firma schon gibt. Ein Hersteller mit 10 Jahren Historie ist stabiler als ein Neustart. Prüfe, ob hinter der Marke ein größerer Konzern steht. Solche Strukturen überstehen einen Rückschlag deutlich leichter.

Danach zählt die Verbreitung des Modells. Ein weit verkauftes Gerät hat mehr Teile im Umlauf. Für gängige Modelle entstehen eher Drittanbieter und Reparaturdienste. Ein exotisches Nischenprodukt bleibt dagegen allein. Je verbreiteter das Modell, desto besser deine Chancen im Ernstfall.

Ergänzend hilft ein Blick auf Ersatzteil-Politik und Community. Bietet der Hersteller offen Ersatzteile und Anleitungen an, ist das ein gutes Zeichen. Gibt es aktive Foren und Reparaturgruppen, sinkt dein Risiko weiter. Beides kannst du vor dem Kauf mit wenigen Suchen prüfen. Diese Recherche kostet nur Zeit, spart aber später viel Ärger.

Standard-Akku gegen Proprietär-Akku

Das Akku-System ist der wichtigste technische Prüfpunkt. Grob gibt es zwei Welten. Manche Geräte nutzen offene Zellformate und marktübliche Ladegeräte. Andere setzen auf ein fest verschweißtes Spezialpaket. Der Unterschied entscheidet über deine Zukunft ohne Hersteller.

Vergleich Standard-Akku gegen proprietaeres Akkupaket im E-Wassersportgeraet
Vergleich Standard-Akku gegen proprietaeres Akkupaket im E-Wassersportgeraet

Ein offeneres System lässt sich leichter neu bestücken. Fachbetriebe können die Zellen tauschen, wenn Format und Management es zulassen. Ein streng proprietärer Akku mit gesperrter Elektronik ist dagegen eine Falle. Läuft er leer und der Hersteller ist weg, endet oft die Nutzung. Die Zellen selbst wären dann noch der kleinere Aufwand.

Frag deshalb konkret nach dem Akku-Aufbau. Wie hoch ist die Spannung, etwa im Bereich um 36 V oder mehr? Wie viel Energie steckt drin, oft 500 Wh oder mehr? Lässt sich das Batteriemanagement nach einem Zellentausch neu anlernen? Diese Angaben zeigen dir, wie reparierbar das Gerät wirklich ist.

Community und Drittanbieter als Sicherheitsnetz

Wenn der Hersteller fällt, springt oft die Community ein. In Foren wie den einschlägigen eFoil- und Taucher-Boards sammeln Besitzer ihr Wissen. Dort stehen Reparaturanleitungen, Bezugsquellen und Warnungen. Der GetFoil-Fall zeigt das gut. Die Halter reparieren ihre Boards seit der Pleite über solche Gruppen.

Parallel entstehen Drittanbieter für gängige Modelle. Kleine Werkstätten spezialisieren sich auf verwaiste Marken. Sie fertigen Dichtungen nach, tauschen Motoren oder setzen Akkus instand. Für weit verbreitete Geräte lohnt sich dieser Markt. Für seltene Exoten bleibt er oft aus.

Diese Netze sind wertvoll, aber kein Ersatz für den Hersteller. Sie leben von Freiwilligen und einzelnen Betrieben. Verlass dich nicht blind darauf, dass es sie später gibt. Prüfe schon vor dem Kauf, ob eine aktive Szene existiert. Ein lebendiges Forum ist ein Sicherheitsnetz, das viel wert ist.

Was tun, wenn der Hersteller schon weg ist

Ist die Firma bereits verschwunden, bleibt dir trotzdem Handlungsspielraum. Sichere als Erstes alle Daten und Dateien. Lade die App, Handbücher und die aktuelle Firmware herunter, solange es geht. Notiere Seriennummern, Akku-Daten und Modellbezeichnungen. Diese Infos brauchst du für jede spätere Reparatur.

Danach kümmerst du dich um kritische Teile. Kaufe Verschleißteile und Dichtungen aus Restbeständen, bevor sie vergriffen sind. Suche einen Fachbetrieb für Akku-Refurbishment für den Tag, an dem der Akku schwächelt. Halte Ausschau nach Gebrauchtteilen von baugleichen Geräten. Ein zweites defektes Board kann zum Teilespender werden.

Zum Schluss vernetze dich mit anderen Besitzern. Tritt den passenden Foren und Gruppen bei. Dort erfährst du, welche Werkstatt hilft und welche Umbauten funktionieren. Halte die App nach Möglichkeit offline lauffähig, ohne erzwungene Updates. So verlängerst du die Lebensdauer deines Geräts, auch ohne Hersteller im Rücken.

Absicherungs-Tabelle: Risiko, Vorsorge, Notfall

Die folgende Tabelle bündelt die wichtigsten Punkte. Sie stellt jedes Risiko seiner Vorsorge vor dem Kauf und einer Notfall-Option gegenüber. So siehst du auf einen Blick, wo du ansetzen kannst. Nutze sie als Checkliste, bevor und nachdem du kaufst.

Matrix aus Risiko, Vorsorge vor Kauf und Notfall-Option bei verschwundenem Hersteller
Matrix aus Risiko, Vorsorge vor Kauf und Notfall-Option bei verschwundenem Hersteller
Risiko Vorsorge vor dem Kauf Notfall-Option ohne Hersteller
Ersatzteile fehlen Verbreitung und Ersatzteil-Politik prüfen Drittanbieter, Gebrauchtteile, Teilespender-Gerät
Akku am Lebensende Akku-Typ, Spannung und Wattstunden klären Fachbetrieb für Akku-Refurbishment, Zellentausch
App-Server abgeschaltet Offline-Nutzung ohne Login sicherstellen App lokal sichern, Updates meiden, Bluetooth nutzen
Firmware-Sperre Autarken Start ohne Online-Freigabe erfragen Letzte Firmware sichern, Community-Lösungen prüfen
Garantie verfällt Über Händler kaufen, Rechnung aufheben Gewährleistung beim Händler, Kulanz ausloten
Wertverlust Modell mit offener Technik und Community wählen Restwert über Reparierbarkeit stabil halten

Die Tabelle ersetzt keine Einzelfallprüfung. Sie zeigt aber die Logik hinter jeder Entscheidung. Jedes Risiko hat eine Vorsorge und eine Notfall-Option. Wer beide Spalten kennt, gerät seltener in eine Sackgasse. Genau das ist das Ziel dieses Ratgebers.

Kaufentscheidung: die pragmatische Reihenfolge

Zum Schluss die praktische Reihenfolge für den Kauf. Beginne beim Hersteller, nicht beim Datenblatt. Wie alt ist die Firma, wer steht dahinter, wie verbreitet ist das Modell? Erst wenn diese Basis stimmt, lohnt der Blick auf Leistung und Design. Ein tolles Gerät einer wackeligen Marke bleibt ein Wagnis.

Danach prüfst du die Technik auf Reparierbarkeit. Ist der Akku ersetzbar, läuft die App offline, startet das Gerät ohne Server? Sind Ersatzteile und eine Community vorhanden? Kläre diese Fragen schriftlich mit Händler oder Hersteller. Solche Angaben sind Herstellerangaben und gehören belegt, nicht geraten.

Zwei belegte Fälle machen die Lehre greifbar. Lampuga hat 2026 den Betrieb eingestellt, Scubajet ist seit 2024 insolvent. Beide zeigen, wie schnell aus einem Trendprodukt ein Waisenkind wird. Mehr zu einzelnen Marken und zum Gebrauchtkauf findest du im Marken-Überblick und im Gebraucht-Ratgeber dieses Ressorts. Wer Kontinuität, Akku und Software vorher klärt, kauft selten den falschen Antrieb.

Warum stellt Lampuga das Geschäft ein?

Lampuga baute elektrische Surfboards als junges Start-up mit hohem Kapitalbedarf. Schon 2016 verursachten defekte Motorglocken einen Millionenschaden, 2017 folgte die Insolvenz der Sashay GmbH. Nach der Übernahme durch die Weisenburger-Gruppe lief die Produktion weiter. Zum Datenstand 2026 hat die Lampuga GmbH den Betrieb eingestellt, Produkte und Ersatzteile sind laut Hersteller nicht mehr erhältlich.

Ist Scubajet noch aktiv?

Für Scubajet wurde am 24. Mai 2024 am Landesgericht Klagenfurt ein Insolvenzverfahren eröffnet, mit Passiva von rund 4,2 Millionen Euro. Die Website ist inzwischen offline, und Besitzer berichten von nicht erreichbarem Service. Neuware gibt es allenfalls als Restbestand im Fachhandel. Der Datenstand ist 2026; für den aktuellen Firmenstatus lohnt ein Blick ins offizielle Firmenbuch.

Bekomme ich noch Ersatzteile, wenn der Hersteller weg ist?

Offizielle Ersatzteile versiegen mit der Betriebseinstellung meist sofort. Standardteile wie Schrauben oder Dichtungen findest du oft im freien Handel. Proprietäre Motoren, Steuerungen und Gehäuse sind das Problem. Deine Chancen steigen mit Drittanbietern, Gebrauchtteilen und einem baugleichen Teilespender-Gerät.

Was passiert mit der App, wenn der Server abgeschaltet wird?

Braucht die App einen Login oder einen Cloud-Server, kann sie nach einer Insolvenz ins Leere laufen. Eine App, die alle Daten lokal per Bluetooth holt, funktioniert dagegen auch offline weiter. Frag vor dem Kauf, ob das Gerät ohne Internet voll nutzbar bleibt. Sichere die App und Firmware, solange der Hersteller noch online ist.

Kann ich den Akku ersetzen lassen?

Ohne Hersteller gibt es keinen offiziellen Ersatzakku mehr. Fachbetriebe für Akku-Refurbishment können aber oft die Zellen im vorhandenen Gehäuse tauschen. Das setzt voraus, dass das Batteriemanagement mitspielt und nicht an eine Server-Freigabe gebunden ist. Kläre Spannung, Wattstunden und die Neu-Anlernbarkeit am besten schon vor dem Kauf.

Habe ich noch Garantie, wenn die Firma insolvent ist?

Die gesetzliche Gewährleistung richtet sich gegen den Verkäufer, nicht direkt gegen den Hersteller. Beim Kauf über einen Händler bleibt dieser dein Ansprechpartner. Hast du direkt beim insolventen Hersteller gekauft, landet deine Forderung in der Insolvenzmasse. Eine freiwillige Herstellergarantie ist nach der Pleite in der Regel wertlos.

Wie prüfe ich vor dem Kauf die Herstellerkontinuität?

Sieh dir an, wie lange es die Firma gibt und ob ein größerer Konzern dahintersteht. Prüfe die Verbreitung des Modells, denn viel verkaufte Geräte haben mehr Teile im Umlauf. Achte auf offene Ersatzteil-Politik und eine aktive Community. Diese Recherche kostet nur Zeit, senkt aber das Risiko deutlich.

Verliert ein E-Wassersportgerät ohne Hersteller stark an Wert?

Ja, der Wiederverkaufswert sinkt spürbar, oft um die Hälfte oder mehr. Käufer kennen das Teile- und Akku-Risiko und zahlen weniger. Ein Gerät mit Standard-Akku, offener Software und aktiver Community hält seinen Wert besser. Den Restwert bestimmt am Ende die Reparierbarkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Standard- und Proprietär-Akku?

Ein offeneres System nutzt gängige Zellformate und lässt sich leichter neu bestücken. Ein proprietärer Akku ist fest verschweißt und hat eine gesperrte Elektronik. Läuft er leer und der Hersteller ist weg, endet oft die Nutzung. Der Akku-Typ ist deshalb der wichtigste technische Prüfpunkt vor dem Kauf.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Marktinformationen zu Herstellerrisiken im Elektro-Wassersport, keine Rechts- oder Anlageberatung. Insolvenz- und Einstellungsangaben geben den belegten Stand 2026 wieder (Lampuga: Betrieb eingestellt laut eigener Website; Scubajet: Insolvenzverfahren eröffnet am 24. Mai 2024, Landesgericht Klagenfurt). Firmenstatus können sich ändern, prüfe sie im Zweifel in offiziellen Registern. Angaben zu Ersatzteilen, Akku und Software sind teils Herstellerangaben und sollten vor dem Kauf schriftlich bestätigt werden.

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