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ARI Motors 2026: Modelle, Fahrzeugklassen und Technik im Überblick
ARI Motors baut Personenfahrzeuge, L7e-Modelle, Nutzfahrzeuge und inzwischen auch klassische Pkw und N1-Transporter. Warum der Markenname allein nichts über die Fahrzeugklasse verrät.
Kurz gesagt: ARI Motors ist kein einzelnes Fahrzeug, sondern ein Sortiment mit sehr unterschiedlichen Zulassungsklassen: L7e-nahe Zweisitzer (802, 902, Soleno, Bruni), leichte Elektrotransporter (458-Familie), ein klassischer Pkw (Poly) und ein N1-Transporter (901). Kläre deshalb zuerst die Klasse des konkreten Modells und verlasse dich nicht auf einzelne Werbewerte, da sich ARI-Produktseiten in einigen Punkten widersprechen.
ARI Motors taucht bei der Recherche zu kleinen Elektroautos schnell auf, lässt sich aber nur schlecht in eine einzige Schublade stecken. Das Unternehmen aus Sachsen verkauft kompakte Personenfahrzeuge, L7e-Modelle, Lastenmopeds, leichte Elektrotransporter und inzwischen auch größere N1-Fahrzeuge.
Genau das macht einen Markenüberblick sinnvoll, denn ein ARI 902 und ein ARI 901 teilen zwar den Markennamen, spielen aber technisch und rechtlich in völlig unterschiedlichen Klassen. Auch der neue ARI Poly verschiebt das Portfolio weiter in Richtung klassischer Pkw.
Nicht die Frage ist entscheidend, ob ARI „Microcars“ baut. Wichtiger ist: Welche ARI-Modelle sind tatsächlich L7e, welche sind Nutzfahrzeuge, welche sind normale Pkw oder N1-Transporter – und wo widersprechen sich die aktuellen Herstellerangaben?
Der bereits separat behandelte ARI Bruni bleibt dabei ein eigener Modellfall. Dieser Beitrag soll nicht den ausführlichen Bruni-Beitrag duplizieren, sondern die Marke und ihre Modelllogik verständlich machen. Einen Überblick über vergleichbare Fahrzeuge anderer Marken gibt unsere Übersicht der Elektro-Microcars.
ARI Motors: deutscher Anbieter, internationale Plattformen
ARI Motors hat seinen Sitz in Borna bei Leipzig, doch die Fahrzeuge selbst kommen nicht aus einer einzigen deutschen Fertigungslinie. Nach eigener Darstellung passt das Unternehmen Fahrzeuge für den europäischen Markt an und lässt Aufbauten unter anderem in Borna und im tschechischen Říčany bei Prag bauen. Die Grundfahrzeuge selbst stammen von mehreren internationalen Plattformlieferanten – ARI nennt auf seiner Investor-Relations-Seite unter anderem Karry, TMEC, AINAG und Jiayuan EV.
Das erklärt, warum sich die Modelle technisch teils deutlich stärker unterscheiden, als der gemeinsame Markenname vermuten lässt: Ein ARI 901 und ein ARI 802 teilen zwar den Namen, aber kaum dieselbe technische Basis, weil sie auf unterschiedlichen Plattformen aufbauen und für unterschiedliche Zwecke konfiguriert wurden. Für Wartung, Ersatzteile und Diagnose zählt deshalb immer das konkrete Modell, nicht die Marke als Ganzes.
ARI ist damit weder ein klassischer Autobauer mit durchgehend eigener Plattform noch ein reiner Händler, der fertige Fahrzeuge unverändert weiterreicht. Das Geschäftsmodell verbindet internationale Grundfahrzeuge mit Anpassung, Aufbauentwicklung, Konfiguration für den deutschen Markt und Direktvertrieb – wer dafür „Made in Germany“ schreibt, vereinfacht diese Struktur zu stark.
Warum ARI für den L7e-Markt relevant ist
ARI hat ungewöhnlich viele Fahrzeuge, die in oder nahe der L7e-Kategorie liegen.
Dazu gehören beziehungsweise gehörten insbesondere:
- ARI 802
- ARI 902
- ARI Soleno
- ARI Bruni
- Teile der leichten Transporterpalette
Gleichzeitig führt das Unternehmen mit ARI 901 und ARI Poly Fahrzeuge, die klar über die L7e-Grenzen hinausgehen.
Damit eignet sich ARI fast als Lehrbuch dafür, warum die Marke allein keine Fahrzeugklasse definiert.
ARI 802: kompakter Zweisitzer mit 80 km/h
Der ARI 802 ist ein kleines zweisitziges Personenfahrzeug, für das der Hersteller aktuell 80 km/h Höchstgeschwindigkeit, 7,5 kW Leistung und Reichweiten zwischen 120 und 250 Kilometern je nach Batterie nennt.
Damit liegt das Fahrzeug klar oberhalb der 45-km/h-L6e-Welt. Einen ausführlichen Vergleich beider Klassen liefert unser Beitrag L6e- und L7e-Fahrzeuge im Führerschein-Vergleich.
ARI bewirbt unterschiedliche Batterieoptionen und das Laden an einer normalen 230-Volt-Steckdose, was für Nutzer attraktiv ist, die keinen eigenen Wallbox-Aufbau wollen.
Wie bei allen ARI-Modellen gilt jedoch: Bei Reichweitenwerten muss die konkrete Batterievariante genannt werden. „ARI 802 fährt 250 km“ ohne Akkuangabe wäre zu pauschal.
ARI 902: 90 km/h und mehrere Ausstattungsvarianten
Wer mehr Tempo als beim 802 will, landet beim ARI 902: baugleich als Zweisitzer, aber mit 90 km/h statt 80 km/h geführt. Der Hersteller unterscheidet drei Ausstattungslinien – Pure, Cargo und Comfort –, die sich deutlich im Einsatzzweck unterscheiden: Cargo bringt zusätzlichen Nutzraum für Handwerker oder Lieferdienste, Comfort setzt eher auf Pkw-Annehmlichkeiten für den Alltagspendler. Die Standardbatterie liefert 9,5 kWh und bis zu 110 Kilometer, optionale Akkus sollen 175 beziehungsweise 250 Kilometer ermöglichen.
Für einen Vergleich mit anderen L7e-Microcars gilt hier wie überall: immer dieselbe Batterie- und Ausstattungsstufe gegenüberstellen, sonst vergleichst du unterschiedliche Fahrzeuge unter demselben Modellnamen.
ARI Soleno: neuer Name, aber Daten genau lesen
Der ARI Soleno wird als zweisitziges Elektroauto mit 90 km/h, 15 kW und Reichweiten von 110 bis 200 Kilometern beworben. Auf der aktuellen Produktseite fällt allerdings ein handfestes Datenproblem auf: Im Beschreibungstext ist von 270 kg Nutzlast die Rede, im technischen Datenblock darunter stehen 190 kg.
Das wirkt zunächst wie ein Tippfehler, ist aber praktisch relevant. 80 kg Differenz können bei einem kleinen Leichtfahrzeug darüber entscheiden, ob zwei Erwachsene plus Gepäck noch innerhalb der zulässigen Gesamtmasse bleiben oder nicht. Solche internen Widersprüche sollten nicht geglättet werden, indem du dir den passenderen Wert aussuchst – ohne aktuelles Datenblatt oder CoC des konkreten Fahrzeugs lässt sich keiner der beiden Werte als gesichert behandeln.
ARI Bruni: L7e und M1 als Sonderfall
Der Bruni ist eines der interessantesten ARI-Modelle, weil er in der Markenkommunikation zwischen L7e und einer optionalen M1-Konstellation steht. ARI nennt für ihn 90 km/h, 15 kW und 215 Kilometer Reichweite; auch beim Laden gibt es einen dokumentierten Widerspruch zwischen kommunizierter Ladeleistung, Akku und Ladezeit.
Wichtiger als die reinen Datenwerte ist die Klassenlogik: Die L7e-Version und eine mögliche M1-Lösung dürfen nicht so dargestellt werden, als wären sie derselbe Zulassungszustand mit anderem Preisschild. Wer Förderung, Führerschein, HU oder Zulassung beurteilen will, muss zuerst wissen, welche konkrete Genehmigungsvariante tatsächlich vorliegt – die volle Tiefe dazu, inklusive des Lade-Widerspruchs, liefert unser Beitrag zum ARI Bruni.
ARI Poly: hier endet die Microcar-Schublade
Mit dem ARI Poly zeigt sich besonders deutlich, dass ARI Motors nicht mehr nur über Leichtfahrzeuge definiert werden kann.
Der Poly ist ein fünftüriges Personenfahrzeug für vier Personen und wird mit 100 oder 130 km/h, 30 oder 50 kW sowie mehreren Batterieoptionen beworben. Schon diese Leistungsdaten liegen außerhalb klassischer L7e-Grenzen.
Die Produktseite nennt für den Standardakku 17,3 kWh und etwa 203 Kilometer, optional 31,9 beziehungsweise 37,9 kWh und bis zu 333 beziehungsweise 410 Kilometer.
Gleichzeitig steht im technischen Datenblock derselben Seite an anderer Stelle „Reichweite 201 km“. Das ist kein großer Unterschied, zeigt aber erneut, dass ARI-Seiten nicht immer völlig konsistent gepflegt werden.
Die Lehre daraus: Den Poly nicht in L7e-Vergleichstabellen pressen.
ARI 458 und 458 Pro: leichter Elektrotransporter
Als Nutzfahrzeugplattform ist der ARI 458 beziehungsweise 458 Pro eine der bekanntesten Baureihen der Marke, verfügbar mit zahlreichen Aufbauten: Pritsche, Koffer, Kipper, Plane, Kühlfahrzeug, Verkaufsfahrzeug, Foodtruck oder Müllsammelaufbau.
Bei den technischen Daten ist allerdings Vorsicht geboten, denn die Herstellerseiten widersprechen sich deutlich. Auf einzelnen Unterseiten stehen 78 km/h, 7,5 kW, 531 bis 648 kg Nutzlast und Reichweiten bis 495 km. Eine zentrale Übersichtsseite nennt für denselben 458 Pro dagegen 71 km/h, 15 kW, bis 850 kg Nutzlast und nur 120 bis 230 km Reichweite. Das sind keine kleinen Rundungsabweichungen, sondern Werte, die auf unterschiedliche Generationen, Akkus oder vermischte Produktdaten hindeuten.
Ein Kaufinteressent darf sich deshalb nicht selbst aus beiden Seiten ein Wunschfahrzeug zusammenstellen – die höhere Reichweite von der einen Seite mit der höheren Nutzlast von der anderen. Ein eigener ARI-458-Artikel oder ein konkretes Angebot muss zwingend mit dem aktuellen Datenblatt der tatsächlich bestellten Variante arbeiten.
ARI 901: klassischer N1-Transporter
Beim ARI 901 ist die Fahrzeugklasse deutlich klarer, denn ARI bezeichnet ihn ausdrücklich als N1-Elektrotransporter.
Je nach Aufbau nennt der Hersteller rund 100 km/h Höchstgeschwindigkeit, 60 kW Leistung und Nutzlasten in der Größenordnung von 900 bis 1.100 kg. Kasten-, Pritschen-, Koffer-, Kipper- und Spezialaufbauten sind verfügbar.
Damit gehört der 901 nicht in einen L7e-CU-Vergleich, sondern ist eher eine Alternative zu kompakten klassischen Elektro-Transportern und Elektro-Pickups.
Der Markenname allein darf also nicht dazu verleiten, alle ARI-Nutzfahrzeuge in eine einzige Leichtfahrzeug-Schublade zu stecken.
ARI 145 und 345: die noch kleineren Arbeitsfahrzeuge
Unterhalb der vierrädrigen Personen- und Transportermodelle führt ARI weitere sehr kompakte Arbeitsfahrzeuge.
Der ARI 345 taucht beispielsweise als Lastentrike und kommunales Fahrzeug auf, und solche Modelle können in anderen L-Klassen liegen als die vierrädrigen L7e-Fahrzeuge.
Für den Markenüberblick ist vor allem wichtig, dass ARI ein breites Spektrum von kleinen elektrischen Arbeitsfahrzeugen bis zu N1-Transportern abdeckt.
Wer nach „ARI Motors“ sucht, sucht deshalb nicht automatisch nach einem einzigen Fahrzeugtyp.
Direktvertrieb als Besonderheit
ARI tritt in Deutschland stark als Direktanbieter auf, und Probefahrten, Konfiguration und Beratung werden über die eigene Organisation angeboten.
Das unterscheidet die Marke von Herstellern, die primär über ein klassisches Händlernetz gehen.
Für Kunden kann Direktvertrieb kurze Informationswege bedeuten. Gleichzeitig wird die Servicefrage wichtiger: Wo findet Wartung statt, wenn der Kunde weit von Borna entfernt sitzt?
ARI erklärt, dass Fahrzeuge in Stammwerkstätten oder über Servicepartner repariert werden können und Werkstätten Schaltpläne sowie Reparaturinformationen erhalten.
Vor einem Kauf sollte der tatsächliche Serviceweg für den eigenen Standort trotzdem konkret geklärt werden.
Ersatzteilshop: ein ungewöhnlich transparenter Punkt
Positiv fällt auf, dass ARI einen öffentlich sichtbaren Ersatzteilshop betreibt, in dem sich Teile nach Modell filtern lassen. Für eine junge Elektromarke ist das keineswegs selbstverständlich und zeigt, dass Ersatzteilversorgung als eigener Prozess organisiert ist.
Ein Online-Shop ersetzt trotzdem keine Werkstatt und sagt auch nicht automatisch, dass jedes Karosserieteil oder jedes Steuergerät jederzeit auf Lager liegt. Für Flotten mit Ausfallrisiko lohnt sich deshalb die konkrete Nachfrage nach Lieferzeiten typischer Verschleiß- und Unfallschäden – und danach, wie lange Teile einer älteren Generation nach einem Plattformwechsel noch unterstützt werden.
Laden: 230 Volt ist nicht bei jedem Modell dieselbe Geschichte
ARI wirbt bei vielen kleinen Fahrzeugen damit, dass eine normale Haushaltssteckdose genügt, was beim 802 oder 902 aufgrund kleiner Akkus plausibel ist.
Bei größeren Transportern sieht die Sache anders aus, denn ARI selbst weist darauf hin, dass größere Fahrzeuge und Akkus sinnvollerweise über Wallbox oder Schnellladeoptionen geladen werden.
Deshalb sollte die Aussage „ARI lädt an 230 V“ niemals als allgemeine Markenregel verwendet werden. Der Bruni-Sonderfall mit seinem Lade-Widerspruch – bereits im entsprechenden Modellabschnitt erklärt – zeigt das besonders deutlich.
Reichweiten: ARI arbeitet mit sehr großen Spannen
Bei mehreren Modellen bietet ARI unterschiedliche Akkus, was zu enormen Spannweiten in den Reichweitenangaben führt.
Beim 802 stehen 120 bis 250 km im Raum. Beim 902 110 bis 250 km. Beim Poly reicht die Kommunikation bis 410 km. Auf manchen 458-Seiten erscheinen sogar Werte bis 495 km.
Diese Zahlen sind nur sinnvoll, wenn Batterie, Aufbau und Testgrundlage danebenstehen.
Eine Tabelle mit nur einer „Reichweite“ pro ARI-Modell wäre deshalb irreführend. Sie würde Varianten unterschlagen oder unterschiedliche Datenstände vermischen.
Fahrzeugklassen vor Modellvergleich
Wer ARI-Modelle untereinander vergleichen will, sollte zuerst nach der Zulassungsklasse sortieren und erst danach nach Fahrzeugname oder Preis. 802, 902 und Soleno gehören zu den schnellen Leichtfahrzeugen, die ARI selbst als L7e-Modelle kommuniziert – hier lohnt sich bei jedem einzelnen Fahrzeug die Prüfung der konkreten Genehmigung. Beim Bruni kommt die zusätzliche L7e-/M1-Thematik hinzu. Wie sich diese Personenklasse rechtlich einordnet, zeigt unser Beitrag L7e-CP als Personenklasse.
Der Poly liegt dagegen als deutlich stärkeres und schnelleres Personenauto außerhalb der L7e-Schublade und sollte auch nicht in L7e-Vergleiche hineingezogen werden. Der 901 ist ausdrücklich ein N1-Transporter und gehört in dieselbe Kategorie wie klassische Elektro-Transporter, nicht in einen Microcar-Vergleich. Bei der 458-Familie ist zusätzliche Vorsicht nötig: Ältere und neue Produktstände sowie unterschiedliche Ausführungen stehen auf der Website nebeneinander, sodass immer die konkrete Genehmigungsvariante den Ausschlag geben muss – nicht der erstbeste Wert auf einer Übersichtsseite.
Förderung: niemals pauschal „ARI wird gefördert“
Auf ARI-Seiten finden sich Hinweise auf verschiedene Fördermöglichkeiten, doch solche Aussagen müssen zeitlich und nach Fahrzeugklasse geprüft werden.
Die deutsche Bundesförderung 2026 knüpft an konkrete Voraussetzungen und Fahrzeugklassen an. Ein L7e-Fahrzeug wird nicht allein deshalb förderfähig, weil es elektrisch fährt – was 2026 tatsächlich gilt, erklärt unser Beitrag zur L7e-Förderung in Deutschland.
Beim Bruni ist die mögliche M1-Konstellation gerade deshalb ein Sonderfall.
Bei Gewerbefahrzeugen können zudem regionale Programme, kommunale Förderung oder steuerliche Regelungen relevant sein. Das ist etwas anderes als eine allgemeine Kaufprämie.
Kfz-Steuer: aktuellen Gesetzesstand verwenden
ARI wirbt auf mehreren Seiten mit Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge. Seit der aktuellen gesetzlichen Verlängerung kann die Befreiung für neu zugelassene reine Elektrofahrzeuge grundsätzlich länger greifen als in älteren Textständen.
Trotzdem solltest du daraus keine pauschale Steuerzusage für jedes Fahrzeug ableiten, denn Fahrzeugklasse, Zulassung und Erstzulassungsdatum sind entscheidend.
Was ARI von anderen Microcar-Anbietern unterscheidet
ARI verkauft nicht nur ein einzelnes Lifestyle-Microcar, sondern deckt vom Lastentrike über L7e-Personenfahrzeuge bis zum N1-Transporter mehrere Ebenen ab.
Das kann für Gewerbekunden interessant sein, die verschiedene Fahrzeuggrößen aus einer Anbieterwelt beziehen wollen.
Für private Käufer bedeutet es dagegen, dass die Marke allein wenig über das konkrete Produkt aussagt. Ein Bruni und ein Poly unterscheiden sich stärker voneinander als manche Fahrzeuge verschiedener Hersteller.
Wo die Herstellerwebsite kritisch gelesen werden muss
Die Recherche zu diesem Beitrag zeigt: ARI pflegt seine Produktseiten nicht durchgängig konsistent. Neben den bereits bei Soleno und 458 beschriebenen Konflikten mischen einzelne Seiten ältere und neue Modellbezeichnungen, sodass zwei Unterseiten desselben Fahrzeugs unterschiedlich alt wirken können.
Das ist kein Grund, die Marke pauschal abzuwerten – viele junge Elektromarken kämpfen mit denselben Pflegeproblemen auf ihren Websites. Es ist aber ein Grund, bei einem konkreten Kauf nicht die erstbeste Landingpage als Grundlage zu nehmen. Verlange stattdessen das aktuelle Datenblatt der tatsächlich bestellten Variante; bei zulassungsrelevanten Werten wie Leistung, Höchstgeschwindigkeit oder zulässiger Gesamtmasse gehört zusätzlich das CoC dazu.
Modellvergleich nur mit exakt gleicher Datenebene
ARI bietet bei mehreren Fahrzeugen unterschiedliche Akkus und Ausstattungen, weshalb eine einfache Tabelle „Modell – Reichweite – Leistung“ schnell irreführend ist.
Beim 902 reichen die Reichweitenangaben je nach Batterie weit auseinander. Beim Poly verändern optionale Akkus den Wert ebenfalls massiv. Beim 458 kommen noch Aufbau und Modellgeneration hinzu.
Für einen fairen Vergleich sollten deshalb stets folgende Spalten zusammengehören: Modelljahr beziehungsweise Datenstand, Batterie, Genehmigungsvariante, Leistung, Geschwindigkeit und Reichweitenstandard. Fehlt eine dieser Ebenen, ist der Wert eher Orientierung als belastbare Kaufgrundlage.
Werkstattmodell: freie Werkstatt ist möglich, aber Vorbereitung nötig
ARI wirbt damit, dass Kunden nicht zwingend zu einem klassischen Markenautohaus gebunden sind. Stamm- oder Partnerwerkstätten können nach Herstellerangaben technische Unterlagen erhalten.
Das kann in Regionen ohne dichte Händlerstruktur ein Vorteil sein. Gleichzeitig solltest du vor dem Kauf die konkrete Werkstatt fragen, ob sie Hochvoltarbeiten am gewünschten Modell tatsächlich übernehmen kann und ob Diagnosezugang vorhanden ist.
Ein allgemeiner Satz „jede Werkstatt kann ARI reparieren“ wäre zu weitgehend. Mechanische Standardarbeiten und Hochvolt-/Steuergeräte-Diagnose sind zwei verschiedene Dinge.
Kaufcheck für jedes ARI-Modell
Unabhängig vom Modell würden wir vor einer Bestellung dieselben Dokumente verlangen: Wie sich CoC, ABE und weitere Fahrzeugpapiere unterscheiden, erklärt unser Dokumentencheck für E-Fahrzeuge.
- aktuelle Produkt- oder Datenblattversion,
- konkrete Batterie,
- CoC beziehungsweise Fahrzeugklasse,
- Nenndauerleistung,
- Höchstgeschwindigkeit,
- zulässige Gesamtmasse und Nutzlast,
- Ladehardware,
- Fahrzeug- und Batteriegarantie,
- benannte Werkstattlösung,
- Lieferbarkeit wichtiger Ersatzteile.
Bei Förderfragen kommt zusätzlich der aktuelle Förderbescheid beziehungsweise die aktuelle Richtlinie dazu. Herstellerhinweise allein reichen nicht.
Häufige Fragen
Ist ARI Motors ein deutscher Hersteller?
ARI Motors hat seinen Sitz in Borna und passt Fahrzeuge sowie Aufbauten für den europäischen Markt an. Die zugrunde liegenden Plattformen stammen auch von internationalen Partnern. „Komplett in Deutschland entwickelt und gebaut“ wäre daher zu pauschal.
Welche ARI-Modelle sind L7e?
Mehrere kleine Personenfahrzeuge und Nutzfahrzeuge bewegen sich in der L7e-Welt. Die konkrete Klasse muss pro Modell und Genehmigungsvariante geprüft werden.
Wie schnell fahren ARI 802 und 902?
ARI nennt 80 km/h für den 802 und bis zu 90 km/h für den 902.
Was ist der ARI Bruni?
Ein viersitziges kompaktes Elektrofahrzeug, das unter anderem wegen seiner L7e-/M1-Konstellation besonders interessant ist und separat behandelt wird.
Ist der ARI Poly ein L7e?
Mit bis zu 130 km/h und 50 kW liegt er außerhalb der klassischen L7e-Grenzen. Er sollte nicht als L7e-Microcar eingeordnet werden.
Was ist der ARI 901?
Ein N1-Elektrotransporter mit verschiedenen gewerblichen Aufbauten.
Lädt jedes ARI-Fahrzeug an 230 Volt?
Viele kleine Modelle können an einer Haushaltssteckdose geladen werden. Bei größeren Akkus und Transportern sind andere Ladeoptionen sinnvoll beziehungsweise vorgesehen.
Gibt es ARI-Ersatzteile?
ARI betreibt einen öffentlich zugänglichen Ersatzteilshop und beschreibt außerdem Service über Partner- und freie Werkstätten.
Sind die Reichweitenangaben direkt vergleichbar?
Nein. Es gibt unterschiedliche Akkuvarianten, Aufbauten und teilweise widersprüchliche Website-Daten. Immer die konkrete Version prüfen.
Solltest du bei ARI direkt die Herstellerwebsite als alleinige Quelle nehmen?
Für einen ersten Überblick ja, für einen technischen Fachartikel nicht allein. Datenblatt, CoC und aktuelle Modellunterlagen sollten Vorrang haben. Stand: 26. September 2026. Modellprogramm, Akkus, Förderbedingungen und technische Angaben können sich ändern.
Einordnung: wo die Regeln stehen
Die zentralen Aussagen dieses Beitrags stuetzen sich auf die folgenden Quellen. Jeder Themenblock laesst sich einzeln nachschlagen.
ARI Motors Investor Relations
ARI Motors Investor Relations (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). Borna/Říčany, Plattformlieferanten, Unternehmensstruktur
ARI 802
ARI 802 (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 80 km/h, 7,5 kW, 120–250 km
ARI 902
ARI 902 (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 90 km/h, 9,5-kWh-Standardakku, 110–250 km
ARI Soleno
ARI Soleno (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 90 km/h, 15 kW, interner Nutzlastkonflikt 270/190 kg
ARI Poly
ARI Poly (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 100/130 km/h, 30/50 kW, 17,3/31,9/37,9 kWh, bis 410 km
ARI 458 Pro / Kleintransporter
ARI 458 Pro / Kleintransporter (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 458-Familie; Datenstand gegen Übersichtsseite prüfen
ARI 901
ARI 901 (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). N1-Kontext, 100 km/h, 60 kW
ARI Ersatzteilshop
ARI Ersatzteilshop (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). öffentlich sichtbare Ersatzteilstruktur
Dieser Beitrag ordnet Herstellerangaben und Fachquellen journalistisch ein und ersetzt keine Rechtsberatung oder technische Einzelfallprüfung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 26. September 2026.
