BYD ATTO 3 EVO: technische Daten zu 800 Volt, CTB und 220 kW. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

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BYD ATTO 3 EVO: technische Daten zu 800 Volt, CTB und 220 kW

Der BYD ATTO 3 EVO trägt denselben Modellnamen wie sein Vorgänger und ist technisch trotzdem ein anderes Fahrzeug: 74,8-kWh-Blade-Batterie, Cell-to-Body, 800-Volt-Architektur und bis zu 220 kW Gleichstrom. Wer die alten ATTO-3-Werte einfach weiterträgt, beschreibt am Ende ein Fahrzeug, das es so gar nicht gibt.

⏱ 11 Min. Lesezeit · Stand: September 2026

Kurz gesagt: BYD nennt für das Modell eine 74,8-kWh-Blade-Batterie auf LFP-Basis, die im Cell-to-Body-Verfahren strukturell in die Karosserie eingebunden ist – der Boden des Fahrgastraums bildet dabei die Oberseite der Batterie. Dazu kommt eine 800-Volt-Elektroarchitektur mit bis zu 220 kW DC-Ladeleistung und 25 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent Ladestand. Die Design-Version fährt mit Heckantrieb, die Excellence-Version mit Allrad; beide teilen sich Batterie und Ladewert, unterscheiden sich aber bei Leistung, Beschleunigung und Reichweite. Dazu nennt BYD Vehicle-to-Load bis 3 kW. Alle Werte gelten für den 2026 vorgestellten EVO – nicht automatisch für ein älteres Fahrzeug, das ebenfalls „ATTO 3“ auf dem Papier stehen hat.

Warum der Name ATTO 3 EVO allein nichts über die Technik sagt

BYD stellt den ATTO 3 EVO 2026 als umfassende Aufwertung des bisherigen Modells vor, und der Zusatz „EVO“ klingt nach einem gewöhnlichen Facelift. Batterie, Ladearchitektur und die strukturelle Einbindung des Akkus sind aber so weit verändert, dass die neuen Werte nicht einfach als Fortschreibung der alten gelten dürfen. Wer „ATTO 3“ liest und automatisch die früheren Daten im Kopf hat, überträgt Zahlen auf ein Fahrzeug, das technisch ein anderes ist.

Für diesen Beitrag heißt das: Jede Zahl unten gehört zum 2026 vorgestellten EVO. Ein Fahrzeug aus früherer Produktion, das unter demselben Modellnamen verkauft wurde, muss diese Werte nicht erreichen – und tut es nach dem, was BYD selbst kommuniziert, in aller Regel auch nicht. Die Unterscheidung ist kein Randdetail, sondern die Voraussetzung dafür, dass die folgenden Abschnitte überhaupt belastbar sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass der EVO außen kaum auffällt. BYD nennt für ihn dieselben Außenmaße wie für den Vorgänger: 4.455 Millimeter Länge, 1.875 Millimeter Breite, 1.615 Millimeter Höhe. Wer ein Fahrzeug nur von außen begutachtet, findet also keinen verlässlichen Hinweis darauf, welche Generation vor ihm steht. Erst Papiere und Technik geben darüber Auskunft.

Die Batterie: 74,8 kWh Blade Battery auf LFP-Basis

BYD nennt für das Fahrzeug eine Blade-Batterie mit 74,8 kWh auf Lithium-Eisenphosphat-Basis, kurz LFP. Die Blade Battery ist BYDs eigene Zellbauform: lange, flache Zellen, die direkt als tragendes Element im Pack verbaut werden, statt in klassischen Modulen zusammengefasst zu sein. Diese Bauweise ist die technische Grundlage dafür, dass BYD die Batterie überhaupt so eng in die Karosserie integrieren kann, wie es der nächste Abschnitt beschreibt.

Eine Kapazitätsangabe allein sagt noch nichts über Reichweite oder Ladeverhalten. Wie viel davon am Ende nutzbar ist und wie schnell sich die Energie nachladen lässt, hängt von Packdesign, Temperaturmanagement und der Ladeelektronik ab – Faktoren, die in den folgenden Abschnitten einzeln eingeordnet werden, statt sie aus der Kilowattstundenzahl abzuleiten. Was ein Batteriesensor dabei überhaupt misst, unabhängig vom Modell, erklärt der Beitrag Batteriesensor im Auto: was er misst und wann Anlernen nötig ist.

Cell-to-Body: was die strukturelle Integration bedeutet

Beim ATTO 3 EVO setzt BYD auf Cell-to-Body, kurz CTB. Dabei wird die Batterie nicht nur als austauschbares Bauteil unter den Fahrgastraum geschraubt, sondern strukturell in die Karosserie eingebunden: Der Boden des Fahrgastraums bildet die Oberseite der Batterie. Die Batterie trägt damit einen Teil der Fahrzeugstruktur mit, statt nur Energie zu speichern.

Für Reparatur- und Unfallfragen ist diese Integration relevanter als die reine Kapazitätszahl. Ein Eingriff im Unterboden- oder Fahrwerksbereich betrifft bei einem CTB-Fahrzeug potenziell auch ein Struktur- und Sicherheitsbauteil, nicht nur eine austauschbare Komponente. Das gilt unabhängig davon, ob ein solcher Eingriff im Alltag oder nach einem Tuningvorhaben passiert.

Wie stark eine strukturell eingebundene Hochvoltbatterie die Karosserie insgesamt versteift und was das grundsätzlich für Reparatur und Statik bedeutet, ordnet ein eigener Beitrag zu Cell-to-Body allgemein ein. Dieser Text hier bleibt bewusst beim EVO als konkretem Fahrzeug und wiederholt die allgemeine Technik nicht noch einmal.

800 Volt: die Spannungsebene des ATTO 3 EVO

Das Fahrzeug arbeitet nach BYDs Angabe mit einer 800-Volt-Elektroarchitektur. Eine höhere Systemspannung erlaubt bei gleichem Strom eine höhere Leistung, ohne dass Kabelquerschnitte und Bauteile im selben Maß mitwachsen müssen – ein Prinzip, das inzwischen mehrere Hersteller nutzen, nicht nur BYD. Praktisch bedeutet das vor allem eines: An einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstromsäule kann das Fahrzeug schneller laden, als es eine klassische 400-Volt-Architektur zuließe.

Die 800-Volt-Systemspannung ist damit eine Voraussetzung für hohe Ladeleistung, aber keine Garantie dafür – Stromgrenzen, Zelltemperatur, Ladefenster und Software entscheiden zusätzlich mit. Wie es sich konkret an einer 400-Volt-Säule verhält, nennt BYD in der vorliegenden Quelle nicht; das bleibt an dieser Stelle offen, statt aus der reinen Architekturangabe eine Ladekurve zu konstruieren. Was eine 800-Volt-Architektur an einer gewöhnlichen 400-Volt-Ladesäule grundsätzlich bedeutet, unabhängig vom Hersteller, ordnet der Beitrag 800-Volt-Auto an 400-Volt-Ladesäule: So schnell lädt es ein.

220 kW Spitze und 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent

Für beide EVO-Varianten nennt BYD bis zu 220 kW Gleichstromladeleistung und 25 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent Ladestand. Das sind die zentralen Ladewerte des Fahrzeugs, und sie gehören zusammen gelesen: Der Peak beschreibt einen Momentanwert irgendwo auf der Ladekurve, das Zeitfenster beschreibt eine Strecke zwischen zwei Ladeständen.

Beide Zahlen stammen von BYD selbst und sind Herstellerangaben, keine unabhängig gemessenen Werte. Das ändert nichts an ihrer Aussagekraft für die Kaufentscheidung, begrenzt aber, was sich daraus berechnen lässt – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Warum aus 220 kW und 25 Minuten keine Ladekurve folgt

74,8 kWh Kapazität und 220 kW Spitzenleistung wirken auf den ersten Blick wie genug Daten für eine einfache Durchschnittsrechnung. Das wäre methodisch trotzdem falsch. Die Batterie nutzt nicht zwingend exakt 70 Prozent ihres Nennwerts als netto übertragbare Energie im 10-bis-80-Prozent-Fenster, und Ladeverluste sind in der 25-Minuten-Angabe nicht gesondert ausgewiesen.

Die 220 kW bleiben deshalb ein eigenständiger Spitzenwert, die 25 Minuten ein eigenständiges Zeitfenster – beide Zahlen stehen nebeneinander, nicht ineinander verrechnet. Eine belastbare mittlere Ladeleistung ließe sich erst aus tatsächlich geladener Energie und gemessener Zeit an einer realen Säule ableiten, und genau solche unabhängigen Messwerte liegen aktuell nicht vor.

Was eine Ladesäule zum 220-kW-Wert beisteuern muss

Auch ein Fahrzeug mit 220-kW-Fähigkeit lädt nur so schnell, wie es die Ladesäule zulässt. Eine Station mit geringerer Leistung begrenzt die tatsächliche Ladeleistung unabhängig davon, was das Fahrzeug technisch könnte. Umgekehrt garantiert eine leistungsstärkere Säule nicht automatisch 220 kW, wenn Batterietemperatur, Ladestand oder die vom Fahrzeug angeforderte Stromstärke das nicht hergeben.

Diese Wechselwirkung zwischen Fahrzeug und Infrastruktur betrifft jedes 800-Volt-Modell, nicht nur den ATTO 3 EVO. Wie stark Ladeleistung mit Ladestand und Batterietemperatur schwankt, erklärt ein eigener Beitrag zur Ladekurve unabhängig vom Modell. Für die Praxis bleibt die einfache Regel: Der reale Wert ist immer das Ergebnis aus beiden Systemen, nie nur aus einem. Wer eine längere Fahrt plant, sollte deshalb vorab prüfen, welche Ladeleistung die Säulen entlang der Route tatsächlich anbieten, statt sich allein auf den Herstellerwert des Fahrzeugs zu verlassen.

Design und Excellence: zwei Antriebe, ein Ladewert

BYD bietet das Fahrzeug in zwei Ausführungen an. Design fährt mit einem Elektromotor im Heck: 230 kW beziehungsweise 313 PS, 380 Newtonmeter Drehmoment. Laut Hersteller beschleunigt diese Version in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die WLTP-Reichweite liegt bei 510 Kilometern. Excellence ergänzt einen zweiten Elektromotor an der Vorderachse zum Allradantrieb. Die Systemleistung steigt auf 330 kW beziehungsweise 449 PS, das Drehmoment auf 560 Newtonmeter. Sie sprintet in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, die Reichweite sinkt dafür auf 470 Kilometer WLTP.

Beide Varianten teilen sich Batterie, den nominellen DC-Ladepeak von 220 kW und eine gebremste Anhängelast von 1.500 kg. Der Leistungsunterschied bleibt trotzdem relevant, etwa für die thermische Belastung beim Laden oder das Fahrverhalten auf Autobahn und Testgelände. Wer die beiden Ausführungen vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf die gemeinsame Batteriegröße schauen, sondern Antrieb und Fahrleistung als eigenständige Kaufkriterien behandeln.

V2L bis 3 kW: was die Funktion kann und was nicht

BYD nennt für den ATTO 3 EVO Vehicle-to-Load, kurz V2L, mit bis zu 3 kW Leistung. Damit lässt sich Strom aus der Fahrzeugbatterie für externe Geräte nutzen – etwa beim Camping oder für Werkzeug auf einer Baustelle. Das ist eine praktische Zusatzfunktion, aber keine Notstromversorgung fürs Haus.

V2L ist ausdrücklich nicht dasselbe wie Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid. Für dieses Modell liegt nach der hier ausgewerteten Quelle nur die V2L-Angabe vor; eine Aussage zu bidirektionalem Laden ins Hausnetz oder ins Stromnetz trifft dieser Beitrag deshalb nicht. Den grundsätzlichen Unterschied zwischen V2L, V2H und V2G erklärt unabhängig vom Modell der Vergleichsbeitrag zum XPENG G6, einem weiteren 800-Volt-Fahrzeug mit eigenem Ladeprofil. Was bidirektionales Laden technisch von der reinen V2L-Funktion unterscheidet, erklärt allgemein der Beitrag Bidirektionales Laden: V2L, V2H, V2G im Unterschied.

Bedient wird das Fahrzeug über BYDs eigenes Infotainment-System. Es bringt einen 15,6-Zoll-Touchscreen mit und integrierte Google-Funktionen wie Google Maps und den Google Play Store. Welche Lade- und Komfortfunktionen dort im Detail einstellbar sind, lässt sich am stehenden Fahrzeug kaum vollständig prüfen. Das gehört deshalb in eine ausführliche Vorführung beim Händler, nicht in eine pauschale Erwartung.

CTB und Unterboden: warum kleine Schäden genauer geprüft gehören

Weil die Batterie beim EVO strukturell in die Karosserie eingebunden ist, verdient der Unterboden bei Gebrauchtwagenchecks und nach einem Aufsetzer besondere Aufmerksamkeit. Eine äußerlich kleine Beschädigung im Batterieumfeld kann bei einem CTB-Fahrzeug sicherheitsrelevanter sein als bei einem Auto mit klassisch verschraubtem, stärker separiertem Pack.

Aus Cell-to-Body folgt dabei weder automatisch „nicht reparierbar“ noch „nur Komplettaustausch“. Beides wäre eine Spekulation, die belastbare Hersteller-Reparaturinformationen und ein konkretes Schadenbild voraussetzt. Sichtbare Unterbodenschäden gehören deshalb in eine fachgerechte Hochvolt- und Strukturprüfung, nicht in eine oberflächliche Sichtkontrolle – und erst recht nicht in eine Eigenreparatur am Hochvoltpack.

LFP-Zellchemie: was offen bleibt

BYD setzt beim EVO auf LFP-Zellen in der Blade Battery. Dass das Fahrzeug damit bis zu 220 kW erreichen soll, zeigt, dass die Zellchemie allein nicht über schnelles oder langsames Laden entscheidet. Packdesign, Temperaturfenster, Strompfad und das Batteriemanagementsystem tragen ebenso dazu bei.

Wie sich das Fahrzeug konkret bei niedrigen Außentemperaturen oder nach vielen Schnellladevorgängen verhält, lässt sich aus der Zellchemie allein nicht ableiten und ist ohne unabhängige Messreihen nicht seriös zu beantworten. Eine pauschale LFP-Aussage wie „hält länger” oder „lädt bei Kälte schlechter” würde hier mehr behaupten, als die vorliegende Quelle hergibt – dieser Punkt bleibt deshalb ausdrücklich offen. Wie Chiller und Kühlkreise die Batterietemperatur modellübergreifend im Zielfenster halten, beschreibt der Beitrag Thermomanagement im Elektroauto: Chiller und Kühlkreise.

Gebrauchtkauf: ATTO 3 und EVO auseinanderhalten

Sobald EVO-Fahrzeuge gebraucht angeboten werden, reicht die Modellbezeichnung „ATTO 3“ im Inserat allein nicht mehr. Ein älteres Fahrzeug kann äußerlich ähnlich wirken und trotzdem deutlich andere Batterie- und Ladehardware besitzen. Wer beim Verkauf nur „ATTO 3, schnellladefähig“ liest, weiß damit noch nicht, ob 220 kW und 800 Volt überhaupt zutreffen.

Sinnvoll ist ein kurzer Check vor dem Kauf: Erstzulassung oder Produktionsdatum, Batteriegröße laut Fahrzeugpapieren, Antriebsvariante und die tatsächliche DC-Ladeleistung laut Zulassungsunterlagen oder Herstellerbestätigung. Erst danach lassen sich Reichweite und Ladezeit seriös vergleichen. Genau dieser Schritt verhindert, dass 2026er EVO-Werte versehentlich auf ein älteres Fahrzeug übertragen werden – oder umgekehrt ein EVO unterhalb seines tatsächlichen Werts gehandelt wird. Kann oder will ein Verkäufer die genannten Punkte nicht belegen, gehört diese Unsicherheit in die Preisverhandlung, unabhängig davon, wie neu und gepflegt das Fahrzeug auf den ersten Blick wirkt.

Eingriffe am Hochvoltsystem und die Betriebserlaubnis

Eine Batterie, die zugleich Strukturbauteil der Karosserie ist, und eine Ladeelektronik, die auf 800 Volt und bis zu 220 kW ausgelegt ist, sind keine isolierten Bauteile im klassischen Sinn. Ein Tausch, eine Softwareänderung oder ein sonstiger Eingriff an einer dieser Komponenten kann deshalb schneller als bei älteren Fahrzeugarchitekturen die vom Hersteller genehmigte Auslegung berühren.

Umbauten am eigenen Fahrzeug. Ob ein Umbau auf öffentlichen Straßen betrieben werden darf, entscheidet der Genehmigungszustand des Fahrzeugs — die Genehmigung des Teils, der Einbau nach ihren Auflagen und, wo nötig, die Abnahme durch eine dafür zuständige Stelle. Solange diese Kette nicht vollständig ist, gehört der Umbau auf Privatgelände, Testflächen und in nicht öffentliche Bereiche.

Das gilt unabhängig davon, ob ein Eingriff am Ende tatsächlich beanstandet wird. Sobald eine Änderung die genehmigte Fahrzeugart betrifft, eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erwarten lässt oder das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert, ist die Frage nach der Betriebserlaubnis zu klären, bevor das Fahrzeug wieder im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird. Bei einer reinen Softwareänderung kommt hinzu, dass amtlich bekannt gemachte Vorschriften und der Stand der Technik zu beachten sind – Einzelheiten dazu stehen im Einordnungsblock am Ende dieses Beitrags. Für den allgemeinen Umgang mit dem Hochvoltsystem eines Elektroautos gilt ohnehin ein eigener Prüfweg, unabhängig vom konkreten Modell: Elektroauto legal umbauen: Was bei Fahrwerk, Bremsen, Software und Hochvolt anders ist.

Merksatz: 74,8 kWh Blade Battery, Cell-to-Body, 800-Volt-Architektur, bis zu 220 kW DC und 25 Minuten für 10 bis 80 Prozent gehören zum 2026 vorgestellten ATTO 3 EVO – nicht automatisch zu jedem Fahrzeug, das ebenfalls „ATTO 3“ heißt, zumal die Außenmaße gegenüber dem Vorgänger unverändert sind. Design (230 kW, Heckantrieb, 510 km WLTP) und Excellence (330 kW, Allrad, 470 km WLTP) teilen sich Batterie, 220-kW-Ladepeak und 1.500 kg Anhängelast, unterscheiden sich aber bei Antrieb und Fahrleistung. Der 220-kW-Peak und die 25-Minuten-Angabe sind zwei getrennte Werte, aus denen sich keine vollständige Ladekurve berechnen lässt, und die tatsächliche Ladeleistung hängt zusätzlich immer von der Säule ab. V2L bis 3 kW ist die einzige belegte Energie-Out-Funktion, keine Vorstufe zu V2H oder V2G. Und weil die Batterie strukturell Teil der Karosserie ist, entscheidet bei jedem Eingriff am Hochvoltsystem der vollständige Genehmigungszustand darüber, ob der Umbau auf öffentlichen Straßen bewegt werden darf – bis dahin gehört er auf Privatgelände.

Häufige Fragen

Ist der BYD ATTO 3 EVO nur ein Facelift des bisherigen ATTO 3?

Nein. Batterie, Ladearchitektur und die strukturelle Einbindung des Akkus sind beim EVO so weit verändert, dass die Werte nicht als einfache Fortschreibung des früheren ATTO 3 gelten. 74,8 kWh, 800 Volt, Cell-to-Body und bis zu 220 kW DC gehören zum 2026 vorgestellten Modell.

Was bedeutet Cell-to-Body beim ATTO 3 EVO konkret?

Die Batterie wird strukturell in die Karosserie eingebunden: Der Boden des Fahrgastraums bildet die Oberseite der Batterie. Die Batterie ist damit nicht nur Energiespeicher, sondern trägt Teile der Fahrzeugstruktur mit – wichtig vor allem für Unterboden- und Unfallfragen.

Wie schnell lädt der ATTO 3 EVO wirklich?

BYD nennt bis zu 220 kW Gleichstromladeleistung im Peak und 25 Minuten für den Sprung von 10 auf 80 Prozent Ladestand. Beide Werte sind Herstellerangaben und beschreiben unterschiedliche Dinge – einen Momentanwert und ein Zeitfenster –, keine vollständige Ladekurve.

Was ist der Unterschied zwischen der Design- und der Excellence-Version?

Design hat Heckantrieb mit 230 kW und erreicht laut BYD 510 km WLTP-Reichweite in 5,5 Sekunden auf 100 km/h. Excellence hat zusätzlich einen Frontmotor, kommt auf 330 kW Systemleistung, 3,9 Sekunden auf 100 km/h und 470 km Reichweite. Batterie, 220-kW-Ladepeak und die Anhängelast von 1.500 kg sind bei beiden Versionen gleich.

Was kann V2L am ATTO 3 EVO, und was nicht?

V2L versorgt mit bis zu 3 kW externe Geräte aus der Fahrzeugbatterie, etwa beim Camping oder auf der Baustelle. Es ist keine Notstromversorgung fürs Haus und nicht automatisch eine Vorstufe zu Vehicle-to-Home oder Vehicle-to-Grid – dafür liegt für den ATTO 3 EVO keine Herstellerangabe vor.

Worauf sollte ich beim Gebrauchtkauf eines ATTO 3 achten?

Erstzulassung oder Produktionsdatum, Batteriegröße laut Fahrzeugpapieren, Antriebsvariante und die tatsächliche DC-Ladeleistung prüfen. Ein Inserat mit „ATTO 3, schnellladefähig“ beweist noch keine 220 kW – das gilt nur für den 2026 vorgestellten EVO.

Ist eine 220-kW-Ladesäule Voraussetzung für die volle Ladeleistung?

Eine leistungsschwächere Säule begrenzt die tatsächliche Ladeleistung unabhängig davon, was das Fahrzeug technisch könnte. Eine stärkere Säule garantiert umgekehrt keine 220 kW, wenn Batterietemperatur oder Ladestand das nicht hergeben – der reale Wert ist immer das Ergebnis aus Fahrzeug und Infrastruktur zusammen.

Darf ich am Hochvoltsystem oder an der Software meines ATTO 3 EVO selbst etwas ändern?

Technisch ist das ein Umbau am eigenen Fahrzeug. Ob er auf öffentlichen Straßen betrieben werden darf, entscheidet der Genehmigungszustand des Fahrzeugs – die Genehmigung des Teils, der Einbau nach ihren Auflagen und, wo nötig, eine Abnahme durch eine zuständige Stelle. Solange diese Kette nicht vollständig ist, gehört der Umbau auf Privatgelände oder in nicht öffentliche Bereiche.

Einordnung: wo die Zahlen und Regeln herkommen

Die technischen Angaben zum ATTO 3 EVO stammen aus der eigenen Pressemitteilung von BYD Deutschland und sind im Klartext genannt, wie es die Projektregeln für Herstellerquellen seit dem 7. September 2026 vorsehen – kein Link auf byd.com. Das Normzitat zu § 19 StVZO ist zeichengenau gegen die amtliche Fassung auf gesetze-im-internet.de geprüft, abgerufen am 19.09.2026.

Die Betriebserlaubnis bei Eingriffen am Hochvoltsystem oder der Software — § 19 StVZO
  • § 19 StVZO, amtliche Überschrift „Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis“. Abgerufen und zeichengenau geprüft am 19.09.2026.
  • Absatz 2 Satz 2, wörtlich: „Sie erlischt, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die 1. die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird, 2. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder 3. das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.“ Ein Elektrofahrzeug hat kein Abgasverhalten im klassischen Sinn, das Geräuschverhalten bleibt als mögliche Tatbestandsalternative bestehen; die beiden anderen Nummern greifen unabhängig vom Antrieb.
  • Absatz 2, Softwareänderungen-Satz, wörtlich: „Für Softwareänderungen von im Verkehr befindlichen Fahrzeugen sind zusätzlich die hierzu amtlich bekannt gemachten Vorschriften zur Durchführung sowie der Stand der Technik zu beachten. Softwareänderungen nicht genehmigungspflichtiger Erweiterungen sind hiervon nicht betroffen.“ Relevant, sobald eine geänderte Steuerung von Batterie, Ladeelektronik oder Antrieb eine neue Kalibrierung im Steuergerät erfordert.
  • Dieser Beitrag trifft keine Aussage dazu, ob ein bestimmter Eingriff am ATTO 3 EVO im Einzelfall unter Absatz 2 fällt. Eingeordnet wird nur, dass diese Prüfung nötig wird, sobald eine Komponente im Hochvolt-, Lade- oder Steuerungssystem gegen eine mit veränderter Auslegung getauscht oder per Software verändert wird.
Technische Angaben zum BYD ATTO 3 EVO und ihre Herkunft
  • BYD Deutschland, Pressemitteilung „Allrad, 510 km Reichweite & 220-kW-Laden: der neue BYD ATTO 3 EVO setzt Maßstäbe“ vom 10. Februar 2026 (byd.com/de/presse/byd-atto-3-evo-2026), per eigenem Abruf am 19.09.2026 geholt (HTTP 200, 64.905 Byte) und gegengelesen, lokal archiviert unter reports/A09_2026-09-19/00_quellen/HERSTELLERBELEGE/byd_2026-09-19/atto-3-evo-2026-presse.html. Herkunft aller ATTO-3-EVO-Werte in diesem Beitrag: Batteriekapazität 74,8 kWh, Zellchemie LFP (Blade Battery), Cell-to-Body-Integration mit Boden des Fahrgastraums als Batterieoberseite, 800-Volt-Elektroarchitektur, DC-Ladeleistung bis 220 kW, Ladezeit 10–80 % in 25 Minuten, V2L bis 3 kW, Anhängelast 1.500 kg gebremst, Außenmaße 4.455 × 1.875 × 1.615 mm (identisch zum Vorgänger ATTO 3), Antriebsvariante Design (230 kW/313 PS, 380 Nm, Heckantrieb, 0–100 km/h in 5,5 s, 510 km WLTP) und Excellence (330 kW/449 PS, 560 Nm, Allrad, 0–100 km/h in 3,9 s, 470 km WLTP). Nicht verlinkt, Herstellerquelle, Klartext-Nennung gemäß Projektregel seit 07.09.2026. Ebenfalls in der Quelle genannt, aber nicht in den Beitrag übernommen: Preise ab 44.990 Euro (Design) und 50.990 Euro (Excellence) — Preisnennung ist projektweit ausgeschlossen.
  • Das Infotainment-System (15,6-Zoll-Touchscreen, Google Maps, Google Play Store) ist wörtlich in der ausgewerteten Pressemitteilung genannt. Eine eigenständige BYD-App zur Fernsteuerung von Lade- oder V2L-Funktionen wird in dieser Quelle nicht erwähnt – der Begriff „App“ kommt im Volltext der Pressemitteilung 0× vor. Eine entsprechende frühere Beitragsfassung, die eine Konfiguration über eine herstellereigene App behauptete, wurde deshalb korrigiert und durch die belegte Infotainment-Angabe ersetzt.
Was hier bewusst fehlt
  • Eine unabhängig gemessene Ladekurve über den gesamten Ladestand: Bis Messdaten vorliegen, bleiben Peak-Wert und Zeitfenster als getrennte Herstellerangaben stehen, ohne zu einer Durchschnittsleistung verrechnet zu werden.
  • Eine Aussage zu Winterverhalten, Langzeitalterung oder Zyklenfestigkeit der LFP-Zellen: Dafür liegen keine unabhängigen Messreihen vor.
  • Eine Aussage, ob ein bestimmter Umbau am ATTO 3 EVO im Einzelfall unter § 19 Absatz 2 StVZO fällt: Das entscheidet die zuständige Stelle anhand des konkreten Fahrzeugs, nicht dieser Beitrag.
  • Preise, eine Anleitung zum Verändern von Hochvolt-, Lade- oder Steuerungssystemen und Aussagen zu V2H oder V2G am ATTO 3 EVO: keiner dieser Punkte ist Gegenstand dieses Beitrags.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: September 2026).

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