Microcar lädt an einer Ladesäule in Berlin, Fernsehturm im Hintergrund. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

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THG-Quote für L7e und L6e 2026: Wer sie bekommen kann

Ein Microlino, ein Renault Twizy oder ein anderes L7e kann THG-berechtigt sein – ein L6e mit Versicherungskennzeichen normalerweise nicht. Warum die Fahrzeugklasse hier über Geld entscheidet.

⏱ 13 Min. Lesezeit · Rechtsstand: 26. September 2026

Kurz gesagt: Ein reguläres, rein elektrisches L7e-Fahrzeug mit Zulassung erfüllt normalerweise die Voraussetzungen für die THG-Quote nach § 7 der 38. BImSchV. Ein zulassungsfreies L6e-Fahrzeug mit Versicherungskennzeichen kann dagegen nur profitieren, wenn für seine Klasse ein eigener Schätzwert veröffentlicht ist – aktuell ist das nicht der Fall. Entscheidend ist immer der Fahrzeugschein des konkreten Fahrzeugs, nicht der Modellname.

Bei kleinen Elektrofahrzeugen sieht vieles ähnlich aus, rechtlich aber nicht. Ein Microlino mit 90 km/h, ein Renault Twizy 80 oder ein anderes rein elektrisches L7e-Fahrzeug kann für die THG-Quote grundsätzlich eine völlig andere Ausgangslage haben als ein Citroën Ami, Fiat Topolino, Opel Rocks oder anderes L6e-Fahrzeug mit Versicherungskennzeichen. Der Grund ist nicht die Akkugröße und auch nicht der Kaufpreis. Entscheidend sind Fahrzeugklasse, Zulassungspflicht und der Nachweis gegenüber dem Umweltbundesamt.

Genau hier entstehen viele falsche Aussagen. Im Netz findest du pauschale Listen mit „THG-fähigen Microcars“, obwohl derselbe Modellname in unterschiedlichen Klassen existieren kann. Beim Renault Twizy gab es beispielsweise langsame und schnelle Varianten, und beim Microlino stehen ein 45-km/h-Lite und schnellere Versionen nebeneinander. Deshalb gilt für die THG-Quote dieselbe Regel wie bei Führerschein und Zulassung: Nicht der Marketingname entscheidet, sondern die amtliche Fahrzeugklasse des konkreten Fahrzeugs.

Die Rechtsgrundlage steht in § 7 der 38. BImSchV

Die THG-Quote hat mit einem Rabatt des Herstellers nichts zu tun. Sie ist ein Klimamechanismus: Wer Strom in ein reines Batterieelektrofahrzeug lädt, erspart der Umwelt fossilen Kraftstoff, und genau diese Ersparnis dürfen Mineralölkonzerne sich anrechnen lassen, um ihre eigene Treibhausgasminderungspflicht zu erfüllen. Weil aber niemand den heimischen Ladevorgang eines einzelnen Fahrzeugs misst, arbeitet § 7 der 38. BImSchV mit pauschalen Schätzwerten statt mit echten Zählerständen — und genau an dieser Stelle trennt die Norm zwei völlig unterschiedliche Fahrzeugwelten. Für zulassungspflichtige reine Batterieelektrofahrzeuge reicht die Zulassungsbescheinigung Teil I als Nachweis. Für zulassungsfreie Fahrzeuge nach § 3 Absatz 3 FZV gilt das nicht automatisch: Hier darf nur angerechnet werden, wenn für genau diese Fahrzeugklasse ein eigener Schätzwert veröffentlicht wurde. An dieser einen Weiche entscheidet sich später, warum ein L7e in aller Regel einfacher durchs Verfahren kommt als ein L6e.

Dass die Zulassung dabei mehr ist als eine Formalität, zeigt sich am Dokument selbst. Die Zulassungsbescheinigung Teil I bindet einen konkreten Halter an ein konkretes, identifiziertes Fahrzeug mit dokumentiertem Elektroantrieb — das ist genau die Beweiskette, die der Gesetzgeber für die THG-Anrechnung verlangt. Ein reguläres L7e trägt dieses Dokument automatisch mit sich, weil es ohnehin zugelassen werden muss. Ein L6e mit Versicherungskennzeichen dagegen hat diese Beweiskette von vornherein nicht — nicht weil es minderwertiger wäre, sondern weil es genau davon befreit ist. Entscheidend ist also nicht, wie ein Fahrzeug aussieht oder wie schnell es fährt, sondern welchen rechtlichen Status es besitzt, und dieser Status steht nicht im Prospekt, sondern im Fahrzeugschein. Mehr zu den Zulassungsregeln der Klasse L liefert unser Beitrag Versicherungspflicht in der Klasse L.

Warum L7e normalerweise den einfacheren THG-Weg hat

Der Grund, warum L7e-Fahrzeuge beim THG-Verfahren fast immer die einfachere Wahl sind, liegt schlicht darin, dass sie ohnehin ein amtliches Zulassungsverfahren durchlaufen. § 3 Absatz 3 FZV nimmt L7e nicht von der Zulassungspflicht aus, ein reguläres L7e bekommt also ganz normale Zulassungsdokumente — und genau diese Zulassungsbescheinigung Teil I ist der Nachweis, den § 7 der 38. BImSchV für zulassungspflichtige Batterieelektrofahrzeuge verlangt. Entscheidend bleibt trotzdem der Blick ins Dokument selbst: Steht dort tatsächlich ein reiner Batterieantrieb, und lässt sich der Halter eindeutig zuordnen, kann das Fahrzeug ins normale Verfahren zur Bescheinigung der Strommenge fallen. Was dabei konkret im Fahrzeugschein stehen sollte, erklären wir ausführlicher unter WELMO-Förderung in Berlin.

L6e ist nicht einfach „dasselbe nur langsamer“

Ein L6e ist kein L7e mit gedrosselter Höchstgeschwindigkeit, sondern rechtlich eine andere Welt. § 3 Absatz 3 Nummer 1 Buchstabe f FZV nennt leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L6e ausdrücklich als zulassungsfrei, das Fahrzeug bekommt deshalb ein Versicherungskennzeichen statt einer echten Zulassung und damit auch nicht die Zulassungsbescheinigung Teil I, die ein L7e ganz selbstverständlich mitbringt. Für die THG-Quote hat das eine direkte Folge: Die 38. BImSchV lässt eine Anrechnung von Strom aus zulassungsfreien Fahrzeugen nur zu, wenn für genau diese Klasse ein eigener Schätzwert veröffentlicht wurde, und ein bloßer Wunsch reicht dafür nicht. „Mein Fahrzeug ist elektrisch, also muss ich THG bekommen“ beschreibt eine Hoffnung, keine Rechtsgrundlage. Was L6e und L7e sonst noch unterscheidet, zeigt unser Beitrag L6e und L7e im Vergleich.

Was der Schätzwert bedeutet – und warum er nichts über den realen Verbrauch sagt

Für die Praxis zählt vor allem ein einziger Wert: Das Bundesumweltministerium hat im Bundesanzeiger einen allgemeinen Schätzwert von 2.000 kWh pro Fahrzeug und Verpflichtungsjahr festgelegt, mit eigenen abweichenden Werten für einige Nutzfahrzeug- und Busklassen. Wichtiger ist aber, was dieser Wert nicht ist: Er misst nicht, wie viel Strom dein Microcar tatsächlich verbraucht hat. Ein L7e mit kleinem Akku wird beim Schätzwert genauso behandelt wie ein großer Elektro-SUV mit deutlich größerer Batterie, obwohl beide Fahrzeuge im Jahr ganz unterschiedliche Strommengen laden. Das wirkt auf den ersten Blick unfair, ist aber genau die Logik der Pauschale: Die 38. BImSchV will keine Millionen einzelner Zählerstände verwalten, sondern rechnet mit einem festen Wert pro Fahrzeuggruppe, unabhängig davon, ob dahinter ein sparsamer Kleinstwagen oder ein stromhungriger Geländewagen steckt.

Was daraus am Ende finanziell wird, ist eine ganz andere Frage. Das Umweltbundesamt bescheinigt keinen Eurobetrag, sondern ausschließlich die anrechenbare energetische Strommenge — den Preis dafür handeln Quotenvermittler und quotenverpflichtete Unternehmen untereinander aus, und dieser Marktpreis schwankt spürbar übers Jahr. Ein Angebot, das im September gilt, muss im Januar oder bei einem anderen Anbieter längst nicht mehr stimmen. Genau deshalb verzichten wir in diesem Beitrag bewusst auf eine konkrete Eurozahl: Rechtliche Berechtigung und Marktpreis sind zwei getrennte Fragen, und eine Aussage wie „dein Microlino erzeugt 2.000 kWh THG-Strom“ wäre ohnehin falsch formuliert, weil der Wert eben kein Messwert des Fahrzeugs ist. Sinnvoller ist es, vor jedem Antrag kurz zu prüfen, ob für das laufende Verpflichtungsjahr inzwischen ein neuerer Schätzwert veröffentlicht wurde — die Bekanntmachung sieht eine solche regelmäßige Überprüfung ausdrücklich vor.

Welche L7e-Fahrzeuge können grundsätzlich infrage kommen?

Welche konkreten Fahrzeuge kommen also infrage? Grundsätzlich jedes rein elektrische, regulär zugelassene L7e — eine tiefere Einordnung der einzelnen Modelle liefert ARI-Motors-Modelle 2026. Dazu zählen je nach Ausführung zum Beispiel:

  • Microlino in der schnellen L7e-Version
  • Renault Twizy 80
  • Silence S04 in einer L7e-Variante
  • bestimmte schnelle ARI-Modelle
  • XEV Yoyo
  • Linktour Alumi Elite, sobald ein konkretes regulär zugelassenes deutsches Fahrzeug vorliegt

Wichtig ist dabei die Einschränkung: Diese Aufzählung ist kein Persilschein für einen bestimmten Modellnamen. Ein Hersteller kann denselben Namen für mehrere Varianten verwenden, von denen nur eine tatsächlich L7e ist — maßgeblich bleibt in jedem Einzelfall der Fahrzeugschein, nicht die Modellbezeichnung im Prospekt. Mögliche Förderwege für ein solches Fahrzeug zeigt Förderprogramme für L7e.

Welche L6e-Fahrzeuge du nicht in dieselbe Liste werfen solltest

Auf der anderen Seite stehen die typischen 45-km/h-Fahrzeuge: Citroën Ami, Fiat Topolino, Opel Rocks oder der Microlino Lite fallen regelmäßig in die Klasse L6e — und sind damit genau die Kandidaten, bei denen die Zulassungsfreiheit zum entscheidenden THG-Hindernis wird. Das bedeutet nicht, dass L6e für alle Zeit ausgeschlossen bleibt: Die 38. BImSchV hält die Tür für zulassungsfreie Klassen ausdrücklich offen, sobald für sie ein eigener Schätzwert bekanntgegeben wird. Bis dahin gilt aber die umgekehrte Regel — aus der bloßen Tatsache, dass ein Fahrzeug elektrisch fährt, lässt sich keine THG-Berechtigung herleiten. Die technischen Unterschiede zwischen beiden Klassen erklärt unser Beitrag L6e-BP und L7e-CP.

Der Fahrzeugschein ist wichtiger als die Händlerbeschreibung

Wer ein L7e kauft, sollte deshalb vor allem zwei Angaben im Fahrzeugschein prüfen: die Fahrzeugklasse und den Antrieb. Das gilt besonders bei Modellen, die es in einer langsamen 45-km/h- und einer schnellen 80- oder 90-km/h-Version gibt, denn der Produktname allein sagt hier nichts aus. Ein Verkaufsinserat, das nur „Twizy“ oder „Microlino“ schreibt, macht die Sache nicht einfacher: Für die THG-Quote zählt am Ende nicht die Überschrift des Angebots, sondern das, was amtlich im Papier steht. Eine ausführliche Einordnung zu Führerschein und Zulassung liefert Führerschein und Zulassung beim Microcar.

Wer darf die THG-Quote beantragen – und wie oft?

Anspruchsberechtigt ist grundsätzlich, wer nachweislich als Halter zugelassen ist — nicht automatisch die Person, die fährt, bezahlt oder versichert. Bei Leasing, Familienfahrzeugen oder einem Halterwechsel während des Jahres kann das schnell zu Reibung führen, weshalb § 7 eigene Informationspflichten vorsieht: Sie sollen verhindern, dass für dieselbe Strommenge zweimal ein Antrag gestellt wird.

Genau diese Einmaligkeit ist die zweite feste Regel: Die pauschale Strommenge lässt sich pro Fahrzeug und Verpflichtungsjahr nur einmal vermarkten. Du kannst also nicht im Frühjahr Anbieter A nutzen und im Herbst für dasselbe Fahrzeug und Jahr bei Anbieter B einen zweiten Antrag stellen — ein Wechsel des Anbieters ist erst für das nächste Jahr wieder möglich.

Für den Gebrauchtwagenkauf folgt daraus eine klare Empfehlung: Frage den Verkäufer schriftlich, ob für das laufende Jahr bereits eine THG-Meldung erfolgt ist, besonders wenn der Kauf spät im Jahr stattfindet oder die Vorbesitzerhistorie unklar ist. Eine doppelte Anrechnung ist schlicht nicht zulässig, und wer einen möglichen THG-Ertrag ungeprüft in die Preisverhandlung einrechnet, verhandelt am Ende mit einer Zahl, die es vielleicht gar nicht mehr gibt.

Leasing, Firmenfahrzeuge und mehrere Fahrzeuge

Bei einem Leasingfahrzeug entscheidet der Leasingvertrag mit darüber, wer die Quote überhaupt vermarkten darf — maßgeblich ist, wer als Halter in der Zulassungsbescheinigung eingetragen ist, nicht wer die Leasingraten zahlt. Ähnlich läuft es bei Firmenfahrzeugen: Ein Mitarbeiter, der das Auto täglich fährt, hat dadurch noch keinen eigenen Anspruch auf die Vermarktung, und wie eine Auszahlung steuerlich zu behandeln ist, hängt davon ab, ob sie privat oder betrieblich anfällt — das kann dieser Beitrag nicht ersetzen, hier hilft nur die eigene Steuerberatung.

Bei einer ganzen Fahrzeugflotte wird die THG-Quote wirtschaftlich schnell relevanter als bei einem einzelnen Microcar, verlangt aber auch mehr Sorgfalt: Jedes Fahrzeug muss einzeln über FIN, Zulassung, Halter und Antragsjahr sauber zugeordnet werden. Bei geleasten Flotten kommt eine zusätzliche Klärung dazu — wer die Quote am Ende vermarktet, entscheidet der Vertrag zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer, nicht die Person mit dem Fahrzeugschlüssel in der Hand.

L7e-CU und andere Nutzfahrzeuge

Bei gewerblich genutzten Nutzfahrzeugen wird die Rechnung noch etwas komplizierter, weil der allgemeine Schätzwert nicht für jede Klasse gilt: Für die Nutzfahrzeugklassen N1, N2, N3 und M3 existieren eigene, abweichende Werte. Ein L7e-CU wird dadurch aber nicht automatisch zu einem N1-Fahrzeug — ein Sevic V500e bleibt genehmigungsrechtlich ein L7e-CU und damit etwas anderes als ein klassischer N1-Transporter, auch wenn beide ähnliche Aufgaben übernehmen. Für den THG-Antrag zählt deshalb auch bei einem gewerblich genutzten Microcar allein die Klasse, die tatsächlich im Dokument steht. Die Besonderheiten der Nutzfahrzeugklassen erklärt Güterfahrzeuge L6e-BU und L7e-CU.

THG-Quote gegenüber E-Kennzeichen und Kfz-Steuer abgrenzen

Ein Missverständnis, das mit steigender Verbreitung von L7e-Fahrzeugen wahrscheinlich häufiger wird, ist die Verwechslung von THG-Quote und E-Kennzeichen. Beide haben mit Elektroantrieb zu tun, folgen aber völlig unterschiedlichen Gesetzen: Das E-Kennzeichen richtet sich nach dem Elektromobilitätsgesetz und der FZV, die THG-Quote dagegen nach der 38. BImSchV. Ein Fahrzeug wird also nicht automatisch THG-berechtigt, nur weil es ein E-Kennzeichen trägt, und umgekehrt genauso wenig. Mehr zum E-Kennzeichen für L7e und L6e liefert unser Beitrag E-Kennzeichen für L7e.

Genauso wenig hat die THG-Quote mit der Kfz-Steuer zu tun. § 3d KraftStG befreit bestimmte, erstmalig zugelassene Elektrofahrzeuge zeitlich begrenzt von der Kraftfahrzeugsteuer, daraus lässt sich aber kein THG-Anspruch ableiten. Für ein L7e ergeben sich dadurch faktisch drei getrennte Baustellen: die THG-Anrechnung, das E-Kennzeichen und die Kfz-Steuer. Wer diese drei unterschiedlichen Rechtsgrundlagen unter dem Sammelbegriff „Förderung“ zusammenwirft, verspricht am Ende mehr, als das jeweilige Gesetz tatsächlich hergibt.

Was ein guter THG-Anbieter transparent erklären sollte

Woran erkennst du einen seriösen Anbieter? An dem, was er von sich aus offenlegt, bevor du überhaupt etwas hochlädst:

  • welche Fahrzeugklassen er verarbeitet,
  • welche Unterlagen nötig sind,
  • wer Vertragspartner wird,
  • ob ein Fixbetrag oder variabler Marktpreis gilt,
  • welche Gebühren einbehalten werden,
  • wie lange die Bearbeitung ungefähr dauert,
  • was bei Ablehnung passiert,
  • wie mit Halterwechseln umgegangen wird.

Gerade bei L7e lohnt sich vor dem Hochladen des Fahrzeugscheins eine gezielte Nachfrage nach der Klasse, wenn das Portal auf den ersten Blick nur auf gewöhnliche Pkw ausgelegt wirkt — ein schlechtes Zeichen ist es, wenn diese Frage niemand klar beantworten kann oder will.

Warum freiwillige Zulassung kein einfacher Trick ist

In der Vergangenheit kursierte gelegentlich die Idee, ein eigentlich zulassungsfreies Fahrzeug freiwillig zuzulassen, nur um damit die THG-Hürde zu umgehen. Diese Abkürzung funktioniert nicht: Die heutige Regelung behandelt zulassungsfreie Fahrzeuge ausdrücklich als eigene Kategorie, und entscheidend ist nicht, ob irgendwo ein amtliches Kennzeichen montiert ist, sondern ob die tatsächlichen Voraussetzungen der 38. BImSchV erfüllt sind. Wer bei einem L6e allein wegen einer vermuteten THG-Prämie eine Zulassung beantragt, dreht am falschen Rad — die Rechtsgrundlage muss zuerst stimmen, danach erst folgt das Handeln.

Modellvarianten: die gefährlichste Fehlerquelle

Die größte Fehlerquelle bei diesem Thema ist nicht Unwissen über THG, sondern die Verwechslung von Modellvarianten. Ein 45-km/h-Twizy und die schnellere Twizy-Version sind zwei rechtlich unterschiedliche Fahrzeuge, genauso wie ein Microlino Lite und ein 90-km/h-Microlino. Eine Website, die pauschal schreibt „der Microlino bekommt THG“, verschweigt genau diesen Unterschied. Richtig wäre die längere, aber ehrliche Formulierung: Die konkrete, zulassungspflichtige und rein elektrische L7e-Version kann in das Verfahren fallen, während die L6e-Version separat geprüft werden muss — das ist zwar länger, aber fachlich sauber. Einen vollständigen Überblick der Elektro-Microcar-Modelle liefert unser Beitrag Überblick der Elektro-Microcar-Modelle.

Checkliste: Was du vor dem Antrag prüfen und bereithalten solltest

Würden wir selbst ein L7e auf THG-Tauglichkeit prüfen, würden wir nicht beim Angebotsbetrag anfangen, sondern bei fünf einfachen Fragen:

  1. Wer ist Halter?
  2. Welche Fahrzeugklasse steht in den Dokumenten?
  3. Ist der Antrieb rein batterieelektrisch?
  4. Ist das Fahrzeug regulär zugelassen?
  5. Wurde es im laufenden Jahr bereits für eine THG-Anrechnung gemeldet?

Erst wenn diese fünf Punkte sauber beantwortet sind, lohnt sich der Blick auf Anbieter, Fristen und die Auszahlung. Welche Papiere dafür konkret nötig sind, zeigt unser Beitrag CoC und Fahrzeugpapiere.

Für den Antrag selbst reicht bei einem regulär zugelassenen L7e im Kern ein Dokument: die aktuelle, vollständige und gut lesbare Zulassungsbescheinigung Teil I. Sinnvoll ist es trotzdem, ergänzend:

  • FIN separat notieren,
  • Halterdaten prüfen,
  • Fahrzeugklasse prüfen,
  • Antriebsart prüfen,
  • Halterwechsel im Jahr dokumentieren,
  • Bestätigung aufbewahren, bei welchem Anbieter das Jahr eingereicht wurde.

Das wirkt zunächst nach unnötigem Papierkram, erspart am Ende aber genau die Doppelmeldungen und Rückfragen, die sonst Zeit kosten.

Wie oft solltest du diesen Rechtsstand danach noch prüfen? Mindestens einmal pro Verpflichtungsjahr — der Schätzwert kann angepasst werden, Fristen ändern sich, und auch Anbieter passen ihre Bedingungen an. Wichtiger als der Eurobetrag im Angebot ist deshalb immer zuerst die amtliche Rechts- und Schätzwertbasis, auf der dieser Betrag überhaupt beruht.

Warum Auszahlungsvergleiche vorsichtig gelesen werden müssen

THG-Vergleichsportale werben gern mit besonders hohen Beträgen — genau hier lohnt sich ein zweiter Blick. Solche Höchstwerte sind oft an Bedingungen geknüpft: einen bestimmten Auszahlungszeitpunkt, eine variable statt fixe Vermarktung, Bonusaktionen oder bestimmte Fahrzeugklassen, die der beworbene Betrag gar nicht abdeckt. Wichtiger als der große Banner ist deshalb die konkrete Frage, ob der Anbieter die Klasse L7e überhaupt verarbeitet und welchen Betrag er dafür tatsächlich bestätigt — ein Angebot für einen gewöhnlichen Pkw der Klasse M1 sagt über ein L7e nichts aus. Was ein Microcar insgesamt an laufenden Kosten verursacht, ordnet unser Beitrag Microcar-Kosten im Überblick ein.

Datenschutz beim Upload des Fahrzeugscheins

Ein THG-Antrag verlangt sensible Fahrzeug- und Halterdaten, und genau deshalb lohnt sich vor dem Upload ein Blick auf den Anbieter selbst: Wer betreibt das Portal, wie lange werden die Daten gespeichert, und an welche Quotenhändler werden sie weitergegeben? Nicht jedes Vergleichsportal ist am Ende selbst der Vertragspartner, der deine Daten verarbeitet. Das ist kein Grund, auf die Quote zu verzichten — es ist ein Grund, den Anbieter mit derselben Sorgfalt auszuwählen wie bei jeder anderen Finanzdienstleistung.

Warum L6e künftig wieder interessant werden könnte

Die Tür für L6e bleibt dabei bewusst nicht endgültig geschlossen. Die 38. BImSchV schließt zulassungsfreie Fahrzeuge nicht grundsätzlich aus, sie verlangt lediglich einen eigenen, veröffentlichten Schätzwert für die jeweilige Klasse — und sollte ein solcher Wert künftig für L6e erscheinen, ändert sich die Lage sofort. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, sollte sich deshalb weniger die Aussage „L6e bekommt nie THG“ merken als den eigentlichen Mechanismus dahinter: Ohne veröffentlichten Schätzwert für die Klasse geht nichts, mit einem Schätzwert kann sich das schnell ändern.

Häufige Fragen

Kann ein elektrisches L7e die THG-Quote bekommen?

Ein regulär zugelassenes reines Batterieelektrofahrzeug der Klasse L7e kann grundsätzlich in das Verfahren nach § 7 der 38. BImSchV fallen. Entscheidend sind die Unterlagen des konkreten Fahrzeugs.

Kann ein L6e die THG-Quote bekommen?

L6e ist typischerweise zulassungsfrei. Für zulassungsfreie Fahrzeuge verlangt § 7 einen eigenen Schätzwert für die entsprechende Fahrzeugklasse. Ohne diesen darf die Berechtigung nicht einfach unterstellt werden.

Wie hoch ist die THG-Prämie für L7e?

Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Eurobetrag. Der Rechtsrahmen arbeitet mit einer bescheinigten Strommenge; der Auszahlungsbetrag hängt vom Markt und Anbieter ab.

Welcher Schätzwert wird verwendet?

Der amtlich veröffentlichte allgemeine Schätzwert beträgt 2.000 kWh pro Jahr, sofern für die betreffende Klasse kein abweichender Wert gilt. Vor Antrag ist der aktuelle Jahresstand zu prüfen.

Ist der Microlino THG-berechtigt?

Das hängt von der Variante ab. Die L7e-Version mit regulärer Zulassung ist anders zu behandeln als der L6e-Microlino Lite.

Ist der Citroën Ami THG-berechtigt?

Der Ami ist ein typisches L6e-Fahrzeug und damit zulassungsfrei. Er darf nicht allein wegen seines Elektroantriebs wie ein zugelassenes L7e behandelt werden.

Kann ich zweimal im Jahr die THG-Quote verkaufen?

Nein. Die anrechenbare Strommenge kann pro Fahrzeug und Verpflichtungsjahr nur einmal angesetzt werden.

Muss ich meinen realen Stromverbrauch nachweisen?

Beim pauschalen Verfahren für das Fahrzeug wird mit dem veröffentlichten Schätzwert gearbeitet, nicht mit jeder einzelnen heimischen Ladung.

Wer stellt den Antrag?

Entscheidend ist die Person, auf die das Fahrzeug nachweislich zugelassen ist beziehungsweise die gesetzlich relevante Halterstellung.

Sollte ich für ein L6e freiwillig eine Zulassung beantragen?

Nicht allein mit dem Ziel, eine THG-Quote zu erhalten. Die aktuelle Rechtslage behandelt zulassungsfreie Fahrzeuge ausdrücklich und sollte vor jeder Maßnahme geprüft werden. Stand der Recherche: 26. September 2026. THG-Verfahren, Schätzwerte und Marktvergütungen können sich ändern. Vor einem Antrag ist der aktuelle Stand bei Umweltbundesamt, Bundesanzeiger und dem gewählten Dienstleister zu prüfen.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die zentralen Aussagen dieses Beitrags stuetzen sich auf die folgenden Quellen. Jeder Themenblock laesst sich einzeln nachschlagen.

§ 7 38. BImSchV

§ 7 38. BImSchV. THG-Anrechnung, Zulassungsnachweis, zulassungsfreie Fahrzeuge, Einmaligkeit pro Jahr

§ 3 FZV

§ 3 FZV. Zulassungsfreiheit L6e

Bundesanzeiger – Schätzwerte Strom

Bundesanzeiger – Schätzwerte Strom. allgemeiner Schätzwert 2.000 kWh; abweichende N1/N2/N3/M3-Werte

Finanztip – THG-Quote 2026

Finanztip – THG-Quote 2026 (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). aktuelle Sekundärbestätigung: zulassungspflichtige L-Klassen vs. zulassungsfreie L6e

Umweltbundesamt Kontakt THG

Umweltbundesamt Kontakt THG (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). UBA-Verfahrens-/Fahrzeugbezug; Hinweis auf FIN und Fahrzeugschein

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Dieser Beitrag ordnet Rechts- und Fachquellen journalistisch ein und ersetzt keine Rechtsberatung oder technische Einzelfallprüfung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 26. September 2026.

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