Linktour Alumi Elite und Microlino nebeneinander im direkten Vergleich. KI-generiertes Symbolbild · redaktionell geprüft.

Wissen · Elektro-Microcar · Vergleich

Linktour Alumi Elite oder Microlino? Zwei L7e-Microcars im Vergleich

Linktour Alumi Elite und Microlino fahren beide 90 km/h als L7e – aber mit völlig unterschiedlichen Konzepten bei Akku, Tür und Marktreife. Kein Sieger, sondern zwei verschiedene Risiken.

⏱ 12 Min. Lesezeit · Rechtsstand: 26. September 2026

Kurz gesagt: Linktour Alumi Elite und Microlino sind beide L7e-Microcars mit 90 km/h, aber mit sehr unterschiedlichen Konzepten: Microlino ist ein etabliertes, eigenständiges Design mit drei wählbaren Akkugrößen, der Linktour Elite ein technisch modernes, aber in Deutschland noch junges Fahrzeug mit einer festen Batteriekonfiguration. Die Entscheidung hängt weniger vom Datenblatt ab als davon, ob du ein bereits gereiftes Marktprodukt oder einen vielversprechenden Neuling bevorzugst.

Auf den ersten Blick verfolgt Linktour Alumi Elite ein klares Ziel: zwei Personen elektrisch durch Stadt und Umland bewegen, ohne dafür einen normalen Kleinwagen mit vier Metern Länge und großer Batterie zu benötigen.

Microlino verfolgt dasselbe Ziel, denn beide bleiben kompakt, beide gehören in die L7e-Welt und beide erreichen 90 km/h.

Trotzdem sind es zwei sehr unterschiedliche Konzepte. Der Microlino ist ein bewusst eigenständiges Bubble-Car mit Fronttür, drei wählbaren Batteriegrößen und inzwischen etabliertem Serien- und Vertriebsmodell. Der Linktour Alumi Elite wirkt konventioneller: zwei Seitentüren, klassischeres Cockpit, knapp 13 kWh LFP-Akku und ein Hersteller, der 2026 erst sichtbar in den deutschen Markt hineinwächst – die günstigere L6e-Basisversion gibt es bereits bei einem deutschen Händler.

Ein Vergleich ist deshalb sinnvoll – aber nicht mit der simplen Frage „Welcher ist besser?“. Entscheidend ist, welches Konzept zum eigenen Alltag passt und wie wichtig neben Technik auch Markt- und Servicereife sind.

Die Gemeinsamkeit: 90 km/h und L7e statt 45-km/h-Microcar

Beide Fahrzeuge sind klar von ihren langsameren Geschwistern zu trennen.

Beim Linktour heißt das: Der normale Alumi fährt 45 km/h, der Alumi Elite 90 km/h, während es beim Microlino neben dem 90-km/h-Microlino auch den auf 45 km/h begrenzten Microlino Lite gibt.

Für diesen Vergleich geht es ausdrücklich um die schnellen Varianten. Damit verlassen beide die typische L6e-Welt. Das macht sie für Vorstadt, Landstraße und längere Pendelstrecken interessanter, führt aber auch in eine andere Zulassungs- und Führerscheinlogik.

Die wichtigsten technischen Daten nebeneinander

Merkmal Linktour Alumi Elite Microlino
Fahrzeugkonzept L7e-Microcar L7e-Microcar
Höchstgeschwindigkeit 90 km/h 90 km/h
Nenn-/Motorleistung 10 kW Nennleistung, 23 kW Peak laut Linktour 12,4 kW
Batterie 12,96 kWh LFP 5,5 / 10,5 / 15 kWh
Hersteller-Reichweite 180 km WMTC 93 / 177 / 228 km
AC-Ladeleistung 3,3 kW 2,2 kW
Ladezeit Hersteller ca. 4,5 h 0–100 % ca. 2 / 4 / 5,5 h bis 80 %
Länge 2.685 mm 2.519 mm
Breite 1.500 mm 1.473 mm
Höhe 1.590 mm 1.501 mm
Sitzplätze 2 2
Antrieb Hinterrad Hinterrad
Deutschlandstatus Marktaufbau läuft etablierter Markt-/Auslieferungsbetrieb

Die Tabelle zeigt bereits, dass ein scheinbar einfacher Reichweitenvergleich zu kurz greifen würde. Microlino bietet drei Batteriegrößen, Linktour derzeit eine zentrale Elite-Batteriekonfiguration, und außerdem beziehen sich die Ladezeiten nicht auf identische Ladefenster: Linktour nennt 0 bis 100 Prozent, Microlino 0 bis 80 Prozent. Solche Details machen aus Prospektwerten erst einen fairen Vergleich.

Größe: beide klein, aber nicht gleich klein

Der Microlino ist mit 2,519 Metern Länge rund 16 Zentimeter kürzer als der Linktour Elite und bleibt auch bei Breite und Höhe etwas kompakter.

Im Stadtverkehr können solche Zentimeter tatsächlich etwas ausmachen. Die beiden Fahrzeuge sind ohnehin erheblich kleiner als normale Kleinwagen, doch der Microlino treibt das Minimalkonzept konsequenter weiter – wie sich das beim Einstieg konkret bemerkbar macht, steht weiter unten bei Türen und Gepäckraum.

Der Linktour orientiert sich stärker am vertrauten Auto: Seitentüren, klassischerer Einstieg, zentrale Anzeige, Lenkrad und Bedienlogik näher an einem kleinen Pkw.

Welche Lösung angenehmer ist, hängt nicht von einer objektiven Rangliste ab. Wer häufig in sehr engen Parklücken steht, bewertet anders als jemand, der möglichst wenig Umgewöhnung möchte.

Akku: Linktour mit LFP, Microlino mit drei Größen

Der Linktour Alumi Elite wird aktuell mit 12,96 kWh Lithium-Eisenphosphat geführt, was einer relativ klaren Ein-Batterie-Strategie entspricht.

Microlino bietet drei Batteriestufen – 5,5, 10,5 und 15 kWh –, für die der Hersteller rund 93, 177 und 228 Kilometer Reichweite nennt.

Damit kann der Microlino stärker nach Nutzung gewählt werden, denn wer täglich nur wenige Kilometer fährt, muss nicht zwingend die größte Batterie mitnehmen. Wer möglichst viel Reichweitenreserve will, kann bis 15 kWh gehen.

Beim Linktour liegt die 12,96-kWh-Batterie ziemlich genau zwischen Microlinos mittlerer und großer Batterie, und mit 180 km WMTC nennt Linktour eine Reichweite, die praktisch auf Höhe des 10,5-kWh-Microlino liegt.

Die Werte lassen sich trotzdem nicht eins zu eins als Verbrauchsvergleich lesen, weil sich Prüfbedingungen, Fahrzeugmassen, Software und reale Nutzung unterscheiden.

Reichweite: 180 gegen 93, 177 oder 228 Kilometer

Wer nur auf die höchste Zahl schaut, sieht beim Microlino mit großem Akku 228 km und beim Linktour 180 km. Das wäre aber die falsche Gegenüberstellung, wenn der Käufer beim Microlino eigentlich die mittlere Batterie wählen würde.

Sinnvoller ist die Frage: Wie viele Kilometer werden täglich wirklich benötigt?

Für ein typisches urbanes Pendelprofil mit 30 bis 80 Kilometern Tagesstrecke haben beide Konzepte ausreichend Reserve. Bei dauerhaft 150 Kilometern pro Tag wird aus dem Microcar dagegen ein Fahrzeug, dessen Ladeplanung stärker in den Alltag eingreift.

Beim Linktour kommt hinzu, dass die Reichweitenkommunikation während des Marktaufbaus nicht immer konsistent war. Ältere Herstellerstände zeigten beim Elite gleichzeitig 120 und 180 km; regionale Seiten wichen ebenfalls ab. Die aktuelle zentrale Technikseite ist mit 180 km deutlich konsistenter, doch für Kaufentscheidungen sollte trotzdem der Datenstand des konkreten Fahrzeugs gelten.

Microlino hat seine Batteriestufen und Reichweiten über längere Zeit stabil dokumentiert, was weniger spektakulär, aber für Vergleichbarkeit hilfreich ist.

Laden: Linktour mit 3,3 kW, Microlino mit 2,2 kW

Der Linktour Elite wird mit 3,3 kW AC-Ladeleistung geführt, wofür der Hersteller eine Vollladung von etwa 4,5 Stunden nennt.

Microlino nennt 2,2 kW Ladeleistung, wobei je nach Batteriegröße ungefähr zwei, vier oder fünfeinhalb Stunden bis 80 Prozent angegeben werden.

Wieder gilt: Die Zeiten haben unterschiedliche Ziel-Ladezustände. Ein „4,5 Stunden gegen 5,5 Stunden“ wäre deshalb kein sauberer Direktvergleich.

Im Alltag werden beide Autos eher über mehrere Stunden als in wenigen Minuten geladen. Wer zu Hause, in der Garage oder am Arbeitsplatz eine verlässliche Lademöglichkeit hat, kann damit gut leben. Bist du vollständig auf spontane öffentliche Ladepunkte angewiesen, teste Anschlussart, Kabel und tatsächliche Ladeleistung vor dem Kauf praktisch.

Leistung: zwei unterschiedliche Wege zu 90 km/h

Microlino nennt 12,4 kW Leistung, während Linktour 10 kW Nennleistung und 23 kW kurzfristige Spitzenleistung angibt.

Das wirkt zunächst so, als sei der Linktour dramatisch stärker, doch so einfach ist es nicht. Gerade bei Elektromotoren müssen Nenn- und Peakwerte getrennt betrachtet werden, denn für die Fahrzeugklasse zählt nicht irgendein kurzzeitig abrufbarer Marketingwert.

Beide erreichen offiziell 90 km/h, doch wie sich Beschleunigung und Durchzug real unterscheiden, lässt sich aus Peakzahlen allein nicht seriös ableiten. Dafür wären vergleichbare Tests mit europäischen Serienfahrzeugen notwendig.

Innenraum und Bedienung: klassischer gegen ikonischer

Beim Linktour Elite stehen ein 5-Zoll-Fahrerdisplay, 10,25-Zoll-Zentraldisplay, CarPlay beziehungsweise Android Auto, Bluetooth, USB und App-Funktionen auf der Liste, und das Bedienkonzept lehnt sich an moderne Kleinwagen an.

Der Microlino setzt stärker auf Reduktion und ein eigenständiges Erlebnis, dessen Innenraum von der Fronttür bestimmt wird. Der Hersteller nennt zwei Sitzplätze und 230 Liter Kofferraum.

Linktour positioniert den Elite mit Klimatisierung, digitalem Cockpit und App als überraschend „automobil“ ausgestattetes Microcar. Microlino verkauft dagegen bewusst die Idee, nur so viel Auto wie nötig zu bauen.

Für Käufer bedeutet das: Nicht nur Datenblätter vergleichen, sondern einsteigen. Die Ergonomie ist bei beiden Konzepten so speziell, dass zehn Minuten Probefahrt mehr sagen können als zehn Ausstattungszeilen.

Gewicht: Vorsicht vor falschen Tabellen

Bei diesem Punkt solltest du besonders vorsichtig sein. Linktour veröffentlicht für den Elite auf der zentralen Vergleichsseite eine maximal zulässige Masse von 820 kg, während Microlino je nach Quelle und Batterie unterschiedliche Leer- beziehungsweise fahrbereite Gewichte veröffentlicht.

Diese Werte sind nicht direkt dasselbe, weshalb eine Vergleichstabelle „820 kg Linktour gegen rund 500 kg Microlino“ irreführend wäre.

Für einen seriösen Gewichtsvergleich brauchst du bei beiden Fahrzeugen dieselbe Definition: etwa Masse in fahrbereitem Zustand nach der einschlägigen Typgenehmigungslogik, inklusive klarer Aussage zur Batterie. Solange dieser identische Datenpunkt für den Elite nicht sauber vorliegt, gehört kein scheinpräziser Gewinner in die Tabelle. Welche Massegrenzen für die Klasse L7e-C gelten, erklärt unser Beitrag Massegrenzen der Klasse L7e-C.

Zulassung, Führerschein und HU

Beide schnellen Varianten bewegen sich in der L7e-Welt. Für den deutschen Alltag bedeutet das: Sie sind nicht mit einem 45-km/h-L6e gleichzusetzen – die Unterschiede erklärt unser Klassenvergleich für L6e und L7e.

Ein AM-Führerschein reicht für diese schnellen Versionen nicht, sondern Klasse B ist für normale Pkw-Nutzer der entscheidende Bezugspunkt. Das Fahrzeug wird regulär zugelassen und erhält kein bloßes Versicherungskennzeichen wie ein klassisches L6e-Microcar.

Auch die Hauptuntersuchung sollte nicht nach Regeln eines 45-km/h-Leichtfahrzeugs beurteilt werden, sondern nach Zulassungsart und Papieren des konkreten Fahrzeugs. Wie die Hauptuntersuchung bei L-Klassen konkret abläuft, zeigt unser Beitrag HU-Regeln für L-Klassen.

Autobahn: rechtlich mehr als 60 km/h, praktisch eine andere Frage

§ 18 StVO verlangt auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h, und beide Fahrzeuge überschreiten diese Schwelle mit ihren 90 km/h grundsätzlich.

Daraus folgt aber nicht, dass Autobahnfahrten zum sinnvollen Kernprofil gehören, weil ein Microcar mit 90 km/h auf einer freien Autobahn kaum Geschwindigkeitsreserve hat. In dichtem Verkehr kann das fahrbar sein; als regelmäßiges Fernpendlerfahrzeug ist das Konzept trotzdem nicht entwickelt.

Die bessere Frage lautet daher nicht nur „darf ich?“, sondern „passt die Strecke wirklich zu einem 90-km/h-L7e?“.

Deutschlandstatus: hier liegt der größte Unterschied

Microlino ist als Produkt und Marke in Europa bereits etabliert, weil Serienfertigung in Turin, Konfigurator, Service- und Auslieferungsstrukturen sowie mehrere Jahre Marktgeschichte das Fahrzeug vergleichsweise leicht einzuordnen machen.

Linktour steht in Deutschland am Anfang, auch wenn ein L6e-Alumi bereits bei einem deutschen Händler konkret aufgetaucht ist. Für Oktober 2026 sind Dealer Partner Days angekündigt, bei denen ausdrücklich L6e- und L7e-Versionen präsentiert werden sollen.

Das ist eine spannende First-Mover-Phase, aber kein Ersatz für ein fertiges Händlernetz.

Schaust du dir heute einen Microlino an, bewertest du vor allem Fahrzeug und Kosten – bei den meisten Fahrzeugfragen kannst du dich direkt auf die Technik konzentrieren. Schaust du dir einen Alumi Elite an, solltest du zusätzlich die Infrastruktur hinter dem Fahrzeug prüfen: Wer verkauft? Wer repariert? Wo liegen Ersatzteile? Welche Garantie gilt? Welche Version steht im CoC? Diese Differenz ist kein Gegenargument gegen Linktour, sondern schlicht Teil einer vollständigen Kaufentscheidung.

Design- und Nutzungskonzept

Der Microlino ist ein bewusst emotionales Produkt, bei dem Retro-Form, Fronttür und Bubble-Car-Proportionen auffallen sollen. Er möchte gerade nicht wie ein geschrumpfter normaler Pkw aussehen.

Linktour geht fast den umgekehrten Weg. Der Alumi Elite nutzt klassische Türen, ein vertrauteres Cockpit und die Form eines sehr kleinen Stadtautos. Wer möglichst wenig Umgewöhnung will, wird dieses Konzept anders wahrnehmen als jemand, der gerade die Eigenständigkeit des Microlino sucht.

Das ist keine technische Nebensache. Bei einem Fahrzeug, das jeden Tag genutzt wird, sind Einstieg, Sicht, Sitzposition, Stauraum und Bedienung oft wichtiger als zehn Kilometer theoretische Reichweite.

Welches Konzept passt zu welchem Profil?

Sehr enge Innenstadt und maximale Kompaktheit

Der Microlino ist kürzer und etwas schmaler, weil sein Konzept radikaler auf minimalen Platzbedarf ausgelegt ist.

Vertraute Auto-Bedienung

Der Linktour wirkt konventioneller, weil Seitentüren und klassischeres Cockpit den Umstieg erleichtern können.

Reichweite flexibel wählen

Microlino bietet drei Akkugrößen, was eine stärkere Anpassung an Tageskilometer und Budget erlaubt.

Ein fester Mittelweg beim Akku

Linktour konzentriert den Elite auf knapp 13 kWh und 180 km WMTC.

Markt- und Servicereife

Microlino ist länger im europäischen Markt, während Linktour die deutsche Struktur erst aufbaut.

First-Mover-Reiz

Linktour ist genau deshalb interessant: Wer neue Marken früh verfolgt, findet hier einen technisch ernstzunehmenden L7e-Neuzugang – muss aber die offenen Vertriebsfragen bewusst mitprüfen.

Vor dem Kauf: dieselben fünf Dokumente prüfen

Unabhängig von der Marke lohnt sich vor Vertragsabschluss ein nüchterner Dokumentencheck:

  1. genaue Modell- und Variantenbezeichnung,
  2. CoC und Fahrzeugklasse,
  3. Batteriegröße und Reichweitenstandard,
  4. Garantiebedingungen für Fahrzeug und Akku,
  5. schriftlich benannter Service- und Ersatzteilweg.

Gerade bei L7e-Fahrzeugen schützt dieser Check davor, Marketingnamen mit Zulassungsdaten zu verwechseln – unser Dokumentencheck für E-Fahrzeuge geht das im Detail durch.

Türen und Gepäckraum: zwei völlig unterschiedliche Alltagsideen

Der Unterschied zwischen Fronttür und klassischen Seitentüren klingt nach Design, beeinflusst aber den Alltag erheblich. Beim Microlino steigst du frontal ein, was in engen seitlichen Parklücken ein Vorteil sein kann, aber eine andere Routine verlangt. Der Linktour nutzt eine vertrautere Zweitürer-Architektur.

Auch beim Gepäck solltest du nicht nur Literwerte suchen: Microlino nennt einen 230-Liter-Kofferraum und hat sein gesamtes Konzept um zwei Personen plus städtisches Gepäck herum entwickelt. Beim Linktour ist die Innenraumarchitektur eher pkw-ähnlich; für einen fairen Vergleich brauchst du jedoch einen belastbaren, gleich definierten Gepäckraumwert der europäischen Elite-Version. Solange dieser nicht sauber vorliegt, wäre eine Liter-gegen-Liter-Tabelle Scheingenauigkeit.

Für den Wochenend-Einkauf können beide genügen. Transportierst du regelmäßig Kinderwagen, Getränkekisten, Werkzeug oder große Sporttaschen, schließe nicht aus den Außenmaßen auf den nutzbaren Innenraum – belade stattdessen beide Fahrzeuge real.

Vier typische Routinen statt eines Pauschalsiegers

Ein reiner Innenstadtweg von vielleicht 10 bis 25 Kilometern pro Tag stellt wenig Reichweitenanforderungen, und hier zählen Wendigkeit, Parken, Einstieg und niedriger Energiebedarf stärker als die größte Batterie.

Ein Vorstadtpendler mit täglich 50 bis 80 Kilometern profitiert stärker von 90 km/h und ausreichender Winterreserve, und beide Fahrzeuge können dafür grundsätzlich passen, wenn zu Hause geladen werden kann.

Bei regionalen Strecken von 100 Kilometern und mehr wird die konkrete Batterie wichtiger. Beim Microlino lässt sich mit der 15-kWh-Variante mehr Normreichweite konfigurieren; beim Linktour ist die 12,96-kWh-Konfiguration vorgegeben. Gleichzeitig musst du reale Winterreichweite einkalkulieren.

Fährst du häufig Autobahnabschnitte, prüfe bei beiden Konzepten besonders kritisch. Die rechtliche Geschwindigkeitsschwelle ist nur ein Teil der Geschichte: Ein Fahrzeug mit 90 km/h Spitze hat kaum Reserve gegenüber Lkw- und Pkw-Verkehr. Fährst du regelmäßig lange Autobahnetappen, suchst du vermutlich in der falschen Fahrzeugklasse.

Garantie und Batteriegesundheit bei jungen Microcars

Bei der Batterieentscheidung geht es nicht nur um Kilowattstunden, sondern langfristig mindestens genauso um Garantiebedingungen, zulässige Ladezustände und Diagnosemöglichkeiten.

Vor dem Kauf solltest du bei beiden Marken nach der schriftlichen Batteriegarantie fragen: Welche Laufzeit und Kilometergrenze gilt? Gibt es einen garantierten Mindest-State-of-Health? Wie wird ein Garantiefall diagnostiziert? Kann ein Modul ersetzt werden oder nur ein komplettes Paket?

Solche Fragen sind besonders relevant, weil ein kleiner Akku häufiger zyklisiert wird als eine große Pkw-Batterie, wenn dieselbe Jahresfahrleistung absolviert wird. Das ist kein automatisches Haltbarkeitsproblem, verändert aber das Nutzungsprofil.

Was in einem fairen Probefahrtvergleich wirklich geprüft werden sollte

Kannst du beide Fahrzeuge ausprobieren, teste nicht nur die Beschleunigung. Auf einer vergleichbaren Route sind wichtiger:

  • Sicht nach hinten und schräg vorne,
  • Einstieg in enger Parklücke,
  • Sitzposition für zwei unterschiedlich große Personen,
  • Bremsgefühl und Rekuperation,
  • Geräuschniveau bei 80 bis 90 km/h,
  • Geradeauslauf bei Seitenwind,
  • Heiz- und Klimaleistung,
  • Bedienbarkeit des Ladekabels,
  • tatsächlicher Gepäckzugang,
  • Wendemanöver in einem normalen Parkhaus.

Gerade bei Microcars entscheidet Ergonomie stärker als bei einem gewöhnlichen Kleinwagen, weil die Verpackung enger ist und ungewöhnliche Konstruktionslösungen schneller auffallen.

Kein Sieger, sondern zwei verschiedene Risiken

Bei einem Vergleich neuer Microcars ist es verführerisch, am Ende einen „Gewinner“ zu erklären. Das wird diesem Vergleich nicht gerecht, weil beide Fahrzeuge an ganz unterschiedlichen Stellen unsicher sind.

Beim Microlino liegen die offenen Fragen weniger im Marktstatus, den du oben schon gesehen hast, und stärker in Preis, konkreter Batterieauswahl und Alltagstauglichkeit des ungewöhnlichen Fronttür-Konzepts. Beim Linktour Elite ist es genau umgekehrt: Die Technik ist inzwischen detailliert beschrieben, aber die deutsche Marktstruktur ist jung. Dein Risiko liegt hier weniger im Datenblatt als in Vertrieb, Service, Homologationsnachweis und Dauerhaftigkeit des Netzes.

Damit ist der Vergleich auch eine Entscheidung über Prioritäten. Willst du maximale Markttransparenz und eine bereits sichtbare europäische Historie, bewertest du das anders, als wenn du einen neuen Wettbewerber bewusst früh beobachten willst. Einen klaren Sieger gibt es trotzdem nicht: Miss beide Fahrzeuge an derselben Route, denselben Dokumenten und derselben Servicefrage. Weitere Alternativen zeigt unsere Übersicht der Elektro-Microcars.

Häufige Fragen

Sind beide 90 km/h schnell?

Ja. Sowohl Linktour Alumi Elite als auch der normale Microlino werden mit 90 km/h angegeben.

Sind beide L7e?

Die schnellen Varianten werden als L7e positioniert. Maßgeblich bleibt beim einzelnen Fahrzeug das CoC.

Welcher hat die größere Batterie?

Microlino ist mit 5,5, 10,5 oder 15 kWh erhältlich. Linktour nennt für den Elite 12,96 kWh.

Welcher hat mehr Reichweite?

Microlino nennt je nach Batterie 93, 177 oder 228 km. Linktour nennt 180 km WMTC. Die Werte sollten nur bei vergleichbarem Prüfstandard und passender Batterieauswahl gegenübergestellt werden.

Welcher lädt schneller?

Linktour nennt 3,3 kW AC, Microlino 2,2 kW. Die veröffentlichten Ladezeiten beziehen sich jedoch nicht auf dasselbe Ladefenster.

Welcher ist kleiner?

Der Microlino ist mit 2.519 mm Länge und 1.473 mm Breite etwas kompakter als der Linktour mit 2.685 mm und 1.500 mm.

Reicht AM?

Nein, nicht für die hier verglichenen 90-km/h-Versionen.

Können beide auf die Autobahn?

Mit 90 km/h überschreiten beide grundsätzlich die mehr-als-60-km/h-Schwelle des § 18 StVO. Ob Autobahnfahrten praktisch sinnvoll sind, ist eine separate Frage.

Welcher ist in Deutschland etablierter?

Der Microlino verfügt über einen deutlich reiferen europäischen Markt- und Vertriebsstand. Linktour befindet sich 2026 im deutschen Markthochlauf.

Ist der Linktour schon beim deutschen Händler?

Der L6e-Alumi ist konkret in Deutschland aufgetaucht. Für den Elite war eine reguläre breite deutsche Händlerauslieferung zum 26. September 2026 noch nicht belastbar nachgewiesen. Stand der Recherche: 26. September 2026. Bei beiden Fahrzeugen können Modellprogramm, Software, Reichweitenangaben und Marktstatus mutieren. Maßgeblich sind die Unterlagen des konkreten Fahrzeugs.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die zentralen Aussagen dieses Beitrags stuetzen sich auf die folgenden Quellen. Jeder Themenblock laesst sich einzeln nachschlagen.

Linktour Technical Specifications

Linktour Technical Specifications (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). Elite-Technik

Linktour Elite Konfigurator

Linktour Elite Konfigurator (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 90 km/h, 180 km, 12,96 kWh

Microlino offizielle Produktseite

Microlino offizielle Produktseite (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 90 km/h, Batteriestufen, Maße, Kofferraum

Microlino User Manual

Microlino User Manual (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). 5,5/10,5/15 kWh; 93/177/228 km; Ladezeiten

AUTOHAUS Linktour Partner Days

AUTOHAUS Linktour Partner Days (Herstellerangabe, kein Link gesetzt). Linktour Deutschland-Marktreife

§ 18 StVO

§ 18 StVO. Autobahn/Kraftfahrstraße

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Dieser Beitrag ordnet Herstellerangaben und Fachquellen journalistisch ein und ersetzt keine Rechtsberatung oder technische Einzelfallprüfung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 26. September 2026.

Ähnliche Beiträge