Zwei unterschiedlich geformte E-Bike-Mittelmotoren nebeneinander auf einer Werkbank. KI-generiertes Symbolbild.

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Yamaha E-Bike Motoren: Übersicht und so erkennst du deinen Antrieb

Vom ersten PW bis zum PW-X4: welche Antriebe der Hersteller gebaut hat, welche Displays dazugehören, woran du deinen Motor am Datenblatt erkennst und was das Display bei einem Fehler zeigt.

⏱ 18 Min. Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt: Yamaha E-Bike Motoren gibt es in zwei Systemfamilien: das 36-Volt-PW-System vom ersten PW, den Yamaha ab Oktober 2013 an Giant liefern wollte, bis zum PW-XM, und das 48-Volt-System PW-LINK für das Modelljahr 2026, zu dem unter anderem PW-X4 und PW-S3 gehören. Die deutsche Yamaha-Seite nennt zusätzlich den PW-L1. Welcher Antrieb in deinem Rad steckt, zeigt am zuverlässigsten das Datenblatt des Radherstellers zu deiner Artikelnummer, danach die Bedieneinheit am Lenker. Der Modellname des Rads reicht dafür nicht. Und der Name der Baureihe sagt noch nichts darüber, welcher Tuningweg zu deinem Rad passt.

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Der Verkäufer schwört, das Rad sei „fast neu“, und auf dem Oberrohr steht ein Modellname, den du schon dreimal in Kleinanzeigen gesehen hast. Irgendwann kommt die Frage, an der jede Kaufentscheidung hängt: Ist da ein PW-X2 drin oder schon ein PW-X3? Der Name des Rads hilft dabei kaum weiter, denn Radhersteller bauen dasselbe Modell über die Jahre mit verschiedenen Antrieben, manchmal sogar mit Motoren verschiedener Marken. Yamaha E-Bike Motoren lassen sich trotzdem zuverlässig auseinanderhalten, wenn du weißt, wo du nachsehen musst. Genau darum geht es hier, und zwar für die Baureihen, die der Hersteller in den hier genannten Unterlagen führt.

Welcher Yamaha-Motor steckt in deinem E-Bike? Die Antwort vorweg

Am sichersten erkennst du deinen Antrieb über das Datenblatt des Radherstellers. Dafür brauchst du die Artikelnummer deines Rads, die auf der Rechnung, im Kaufvertrag oder auf der Produktseite des Herstellers steht. Im Datenblatt zu dieser Nummer steht in der Motorzeile die genaue Baureihe, oft mit Leistung, Drehmoment und Höchstgeschwindigkeit der Unterstützung, und in einer eigenen Zeile das Display. Zweites Merkmal ist die Bedieneinheit am Lenker, weil der Hersteller seine Displays bestimmten Baureihen und Modelljahren zuordnet. Die Akkubezeichnung ergänzt das Bild, sie verrät vor allem, ob dein Rad zur 36-Volt- oder zur 48-Volt-Familie gehört.

Zwei andere Wege taugen weniger. Für die Rahmennummer kennen wir keinen öffentlichen Weg, den Antrieb nachzuschlagen; sie dient beim Radhersteller vor allem dazu, Rechnung und Rad einander zuzuordnen. Und ob am Motorgehäuse eine lesbare Bezeichnung steht und wo genau, ist in den geprüften Unterlagen für die einzelnen Baureihen nicht dokumentiert, deshalb bauen wir darauf keinen Erkennungsweg. Wenn du den Antrieb kennst, hilft dir die Übersicht im nächsten Abschnitt, ihn einzuordnen: wann er erschienen ist, wie viel Drehmoment der Hersteller angibt und zu welcher Systemfamilie er gehört.

Yamaha E-Bike Motoren Übersicht: vom PW bis zum PW-X4

Die Tabelle trägt zusammen, was Yamaha auf seiner globalen Seite, auf der deutschen Seite von Yamaha Motor Europe und in den deutschen Katalogen der Jahre 2022 bis 2024 zu seinen Antrieben schreibt, Stand Oktober 2026. Sie ist so vollständig wie diese Unterlagen, nicht vollständiger. Wo der Hersteller selbst kein Drehmoment nennt, steht der Wert aus dem Datenblatt eines Radherstellers, und die letzte Spalte sagt dir, welche der beiden Quellen es ist. Ein Erscheinungsjahr steht nur dort, wo seine Unterlagen es belegen; sonst findest du „ohne Herstellerangabe“ statt einer Schätzung.

Antrieb System Max. Drehmoment Zeitlich belegt Hinweis Angabe von
PW (erste Baureihe) 36 V 80 Nm Spitze, 70 Nm dauerhaft Lieferbeginn an Giant für Oktober 2013 angekündigt Ausgangspunkt der PW-Serie Hersteller
PW-X 36 V 80 Nm angekündigt im Juli 2016, Räder der Modelljahre 2017 und 2018 Display A als Nachrüstsatz Radhersteller-Datenblatt
PW-SE 36 V 70 Nm Modelljahr 2018 Display A als Nachrüstsatz Radhersteller-Datenblatt
PW-TE 36 V 60 Nm angekündigt im Juni 2018 zusammen mit Display A und Display C vorgestellt Hersteller
PW-X2 36 V 80 Nm ohne Herstellerangabe Vorgänger des PW-X3, in den Katalogen 2022 und 2023 nur noch als Speed-Pedelec-Ausführung Hersteller und Radhersteller-Datenblatt
PW-ST 36 V 70 Nm ohne Herstellerangabe, im Katalog 2022 geführt Weiterentwicklung der PW-SE-Baureihe Hersteller
PW-CE 36 V 50 Nm Modelljahr 2021 auch als Ausführung für die Rücktrittbremse Hersteller
PW-X3 36 V 85 Nm im Katalog 2022 als neu geführt rund 20 Prozent kleiner als der PW-X2 Hersteller
PW-S2 36 V 75 Nm im Katalog 2023 als neu geführt Nachfolger des PW-ST Hersteller
PW-C2 36 V 55 Nm ohne Herstellerangabe Komfort- und Stadtantrieb Hersteller
PW-XM 36 V 85 Nm im Katalog 2024 für das Jahr 2024 angekündigt passt laut Hersteller in kompatible Räder mit PW-X3 und PW-S2 Hersteller
PW-S2 for Speed Pedelec 36 V 75 Nm, 500 W ohne Herstellerangabe ab Werk bis 45 km/h, kein Tuningziel Hersteller
PW-X4 48 V, PW-LINK 100 Nm Spitze im Boost-Modus Modelljahr 2026 läuft nur mit Authentifizierungscode aus der Hersteller-App Hersteller
PW-S3 48 V, PW-LINK bis 85 Nm Spitze im Boost-Modus Modelljahr 2026 auf der deutschen Seite in drei Ausführungen: Cargo und PW-S3 mit 85 Nm, Easy mit 60 Nm Hersteller
PW-L1 48 V, PW-LINK 60 Nm Spitze nur auf der deutschen Herstellerseite genannt unter 2 Kilogramm schwer Hersteller

Beim Lesen der Tabelle helfen dir zwei Hinweise. Die Werte sind Höchstwerte nach Herstellerangabe, beim PW-X4 und beim PW-S3 ausdrücklich im Boost-Modus, und sie sagen nichts darüber, wie sich ein Antrieb im Alltag anfühlt. Beim ersten PW nennt der Hersteller zwei Zahlen, 80 Nm als Spitze und 70 Nm als Dauerwert, und manche Radhersteller schreiben in ihre Datenblätter nur die kleinere. Wer ein Rad mit PW-X3 fährt und wissen will, was die Hersteller-App kann, was ein Software-Update bedeutet und welche Tuningwege es dafür gibt, findet das im Beitrag zum Yamaha PW-X3 und seinen Tuningwegen. Hier bleibt es bei der Frage, welcher Antrieb welcher ist.

Was die Tabelle nicht verrät, ist das Tempo. Jeder Antrieb in den Pedelec-Ausführungen hört bei 25 km/h mit der Unterstützung auf, ob er 50 Nm hat oder 100 Nm. Mehr Drehmoment heißt mehr Schub am Berg und beim Anfahren, nicht mehr Höchstgeschwindigkeit, und dasselbe gilt für Getriebemotoren anderer Hersteller mit hohen Spitzenwerten. Einzige Ausnahme in der Tabelle sind die Ausführungen für Speed Pedelecs, und die sind ab Werk etwas anderes als ein Pedelec.

Verwirrend ist außerdem die Schreibweise. Der Hersteller selbst schreibt „PWseries ST“, „PWseries S2“, „PWseries C2“ und „PWseries CE“, im Handel und in Kleinanzeigen stehen dieselben Antriebe als PW-ST, PW-S2, PW-C2 und PW-CE. Gemeint ist jeweils dasselbe Produkt.

36 Volt und 48 Volt: PW system und PW-LINK

Der Hersteller teilt seine Antriebe heute selbst in zwei Familien. Auf der globalen Seite steht das 36-Volt-PW-System unter der Überschrift „The Yamaha 2024 Model Year Collection“ mit PW-XM, PW-X3, PW-S2, PW-C2, PW-ST, der Rücktrittbremsversion des PW-CE und dem PW-S2 für Speed Pedelecs. Die älteren Baureihen PW, PW-X, PW-SE, PW-TE und PW-X2 tauchen dort nicht mehr auf, sie stehen nur noch in Katalogen, Pressemitteilungen und Bedienungsanleitungen. Innerhalb der 36-Volt-Familie gibt es eine praktische Verbindung, die der Hersteller ausdrücklich nennt: Der PW-XM lässt sich laut Katalog 2024 unmittelbar in kompatiblen Rädern der Baureihen PW-X3 und PW-S2 verbauen. Ein Radhersteller kann einem bestehenden Rahmen damit einen stärkeren Antrieb geben. Für dich heißt das: Zwei Räder mit gleichem Rahmen können verschiedene Motoren tragen.

Die zweite Familie heißt PW-LINK und arbeitet mit 48 Volt. Der Hersteller führt sie als „The Yamaha 2026 Model Year Collection“ mit den Antrieben PW-X4 und PW-S3, zwei eigenen Displays und eigenen Akkus. Die deutsche Seite von Yamaha Motor Europe geht weiter als die globale Liste und nennt zusätzlich den leichten PW-L1 sowie die PW-S3-Ausführungen Cargo und Easy. Für den PW-S3 heißt es dort, er sei voll kompatibel mit Rahmen des PW-S2, was wieder den Radherstellern hilft. Ob sich daraus eine Umrüstung eines bestehenden Rads ergibt, sagt der Hersteller nicht, und davon solltest du auch nicht ausgehen.

Ein Unterschied zwischen den Familien betrifft dich direkt im Alltag. Für die neuen Antriebe gibt es die App „Yamaha Motor On“, und sie bringt eine Authentifizierung mit: Beim Kauf eines neuen Rads bekommst du einen QR-Code, aus dem die App einen eigenen Authentifizierungscode erzeugt. Ohne diesen Code liefert der Antrieb laut Hersteller keine Unterstützung, und auch der Akku funktioniert nicht. Für den Erstbesitzer ist das ein Gewinn an Sicherheit, für einen Gebrauchtkauf kann es zur Falle werden, und darauf gehen wir weiter unten noch einmal ein. Der Hersteller selbst stellt die Funktion als Schutz gegen Diebstahl vor.

So erkennst du deinen Antrieb: Datenblatt, Bedieneinheit, Akku

Der beste Weg beginnt mit der Artikelnummer. Bei Haibike zum Beispiel steht dieselbe Nummer auf der Produktseite und im Datenblatt des jeweiligen Modelljahrs, und das Datenblatt nennt den Antrieb in einer eigenen Motorzeile, etwa „Yamaha PW-X3, 250W, 85Nm, 25km/h“. Damit hast du Baureihe, Nennleistung, Drehmoment und Unterstützungsgrenze auf einen Blick, und zwar für genau dein Rad statt für ein Modell mit gleichem Namen. Nicht für jedes Modelljahr sind solche Datenblätter öffentlich zu finden. Dann hilft eine Anfrage beim Händler, der das Rad ursprünglich verkauft hat, oder beim Radhersteller selbst. Die Rechnung ist dabei dein wichtigstes Dokument, weil sie die Nummer trägt, die alles andere aufschließt.

Das zweite Merkmal sitzt am Lenker. Der Hersteller hat jedem seiner Displays eine Zuordnung zu Baureihen oder Modelljahren mitgegeben, die im übernächsten Abschnitt steht, und viele Bedieneinheiten unterscheiden sich schon äußerlich deutlich. Ein kleines Display mit seitlichen Tasten grenzt die Auswahl anders ein als ein großes Farbdisplay oder eine schmale Einheit mit Leuchtpunkten. Sitzt am Lenker gar keine Yamaha-Einheit, steckt im Tretlager womöglich ein ganz anderes System, etwa ein Shimano-Antrieb wie der Shimano EP8. Das Display allein beweist allerdings nichts, denn Displays lassen sich tauschen, und für einige Baureihen gibt es ausdrücklich Nachrüstsätze.

Der Akku ist das dritte, ergänzende Merkmal. Die Akkus der neuen Familie tragen laut Hersteller Namen wie „PW-LINK Integrated Battery 560“ und arbeiten mit 48 Volt, während die Akkus des PW-Systems mit 36 Volt laufen. Steht im Datenblatt oder auf dem Akku selbst ein PW-LINK-Akku, gehört dein Rad also zur 48-Volt-Familie, und damit ist die Auswahl auf PW-X4, PW-S3 und PW-L1 begrenzt. Bei den älteren Rädern hilft der Akku weniger, weil manche Datenblätter nur eine Bauform wie „InTube“ nennen und die Marke weglassen. Findest du auf keinem der drei Wege einen Yamaha-Hinweis, lohnt der Blick auf andere Hersteller, etwa auf einen Bafang-Mittelmotor mit eigener Bedieneinheit.

Was du dir sparen kannst, ist die Suche nach einem Typenschild am Motor. Die Anleitung des Herstellers für das Modelljahr 2022 beschreibt Aufkleber mit Warnungen und technischen Daten am Akkupack und am Ladegerät, ein Schild am Motor mit der Baureihe beschreibt sie nicht. Die Rahmennummer verbindet beim Radhersteller Rechnung und Rad, einen öffentlichen Abruf des Antriebs über diese Nummer haben wir nicht gefunden. Beides ist deshalb kein Ersatz für das Datenblatt.

Welche Displays zu welcher Baureihe gehören

Die Bedieneinheit grenzt die Baureihe ein, weil der Hersteller jedes Display einer bestimmten Gruppe von Antrieben zuordnet. Die Liste zeigt, was er selbst dazu schreibt. Sie sagt nichts darüber, welches Display an deinem Rad nachgerüstet oder getauscht wurde, und sie ersetzt deshalb nicht den Blick ins Datenblatt.

Bedieneinheit gehört laut Hersteller zu
LCD, LCD-X und LED-Anzeige PW, PW-X und PW-SE, beschrieben in den Anleitungen der Jahre 2017 und 2018
Display A im Juni 2018 mit dem PW-TE angekündigt; als Nachrüstsatz für den PW-X der Modelljahre 2017 und 2018 und für den PW-SE von 2018
Display C im Juni 2018 angekündigt; passt zu allen 25-km/h-Antrieben des Modelljahrs 2022
Interface X passt zu allen 25-km/h-Antrieben des Modelljahrs 2022
Display A2 passt zu allen Antrieben ab dem Modelljahr 2019, auch als Nachrüstsatz
Display B passt zu allen 25-km/h-Antrieben des Modelljahrs 2023
PW-LINK Integrated Display und PW-LINK Side Display Antriebe der PW-LINK-Familie, unter anderem PW-X4 und PW-S3, Modelljahr 2026; Verbindung über Bluetooth und ANT+

Zwei Zeilen brauchen einen zweiten Blick. Für Display A2 steht bei Yamaha unter Stromversorgung und Verbindung nur „N/A“, also keine Angabe, während der Hersteller für Interface X, Display A, B und C einen USB-Anschluss beschreibt, je nach Display für die Diagnose beim Händler oder zum Laden eines Telefons. Bei den beiden PW-LINK-Displays nennt er keinen USB-Anschluss, sondern Bluetooth und ANT+. Das ist für die Erkennung nebensächlich, für manche Kauf- und Tuningfragen aber entscheidend, und deshalb kommen wir im Abschnitt zum Tuningweg darauf zurück.

Vorsicht bei „Side Switch“ im Datenblatt: Haibike nennt so auch Räder, deren Produktseite ein Display A2 angibt, deshalb ist die Bezeichnung kein Beleg für Display A, und du schaust am besten selbst auf die Einheit am Lenker.

Welche Anleitungen welche Antriebe zusammenfassen

Wenn du die Originalanleitung deines Rads noch hast, steckt darin ein unterschätzter Hinweis. Der Hersteller fasst mehrere Antriebe in gemeinsamen Systemanleitungen zusammen, und die Bauteilliste am Anfang nennt genau, welche Antriebseinheiten gemeint sind. Die Anleitung zu PW, PW-SE und PW-X in der Fassung von 2018 nennt in ihrer Bauteilliste die PW-Serie SE, den PW-X und die PW-Serie TE. Die Anleitung für das Modelljahr 2020 trägt PW-TE, PW-ST und PW-X2 im Titel und beschreibt als Anzeigen Anzeige A, Anzeige X und Anzeige C. Die Anleitung für das Modelljahr 2022 deckt schließlich PW-CE, PW-TE, PW-ST, PW-X2 und PW-X3 ab, jeweils mit Display A, Display C oder Interface X.

Dazu kommen ältere Einzelanleitungen für ein bestimmtes Display, etwa für den PW mit LCD-Anzeige von 2017, den PW-X mit LCD-X von 2017 und den PW-SE von 2018, und eine Zusatzanleitung für die LED-Anzeige. Liegt deinem Rad eine dieser Anleitungen bei, ist die Auswahl schon auf wenige Antriebe eingegrenzt, und mit dem Display am Lenker oft auf einen. Für Display A2, Display B, den PW-S2 und die PW-LINK-Familie haben wir keine vergleichbare Systemanleitung gefunden. Wer ein solches Rad hat, kommt mit dem Datenblatt schneller ans Ziel als mit der Anleitung.

Gleicher Radname, anderer Motor

Der Modellname eines E-Bikes ist ein Markenname, keine technische Angabe. Radhersteller führen erfolgreiche Namen über viele Jahre weiter und tauschen darunter Rahmen, Akku und Antrieb aus, teils von einem Modelljahr zum nächsten. Bei manchen Herstellern trägt dasselbe Modell je nach Ausführung sogar einen Yamaha- oder einen Bosch-Antrieb, und Haibike ist ein Beispiel dafür. Wer nur nach dem Namen sucht, landet deshalb schnell beim falschen Datenblatt. Der sichere Weg bleibt derselbe wie oben: Artikelnummer, Datenblatt, Bedieneinheit.

Werks-S-Pedelec: PW-S2 for Speed Pedelec und PW-X2

Zwei Zeilen der Übersicht gehören zu einer anderen Fahrzeugart. Den PW-S2 gibt es als eigene Ausführung für Speed Pedelecs, die nach Herstellerangabe mit 500 Watt Nennleistung, 75 Nm und Unterstützung bis 45 km/h arbeitet. Den PW-X2 führt der Hersteller in den Katalogen 2022 und 2023 nur noch in der Ausführung für Speed Pedelecs mit 500 Watt, 80 Nm und 45 km/h; in der Datentabelle des Katalogs 2024 steht er nicht mehr. Ob der PW-X2 noch gebaut wird, lässt sich daraus nicht ablesen, und Räder mit der 25-km/h-Ausführung des PW-X2 gibt es weiterhin, etwa in Haibike-Datenblättern des Modelljahrs 2020.

Ein S-Pedelec ist ab Werk ein Kraftfahrzeug und kein Pedelec. Es fährt mit eigener Genehmigung ab Werk und Versicherungskennzeichen, und auf öffentlichen Straßen brauchst du dafür eine Fahrerlaubnis. Genau deshalb ist ein Werks-S-Pedelec kein Tuningziel, sondern der geordnete Weg für alle, die mit Motorunterstützung schneller als 25 km/h fahren wollen. Was du vor so einem Kauf bedenken solltest, steht im Beitrag zur Frage Pedelec oder S-Pedelec kaufen.

Was das Display bei einem Fehler zeigt und was der Händler ausliest

Viele suchen nach einem Yamaha-Fehlercode mit Nummer, wie sie andere Hersteller verwenden. In den Anleitungen des Herstellers für Endkunden, die wir für die Jahre 2017 bis 2022 durchgesehen haben, steht keine solche Nummernliste. Das Display zeigt stattdessen „ER“ mit einer Beschreibung darunter, lässt bestimmte Anzeigen blinken oder zeigt am Akku ein Leuchtmuster. Was der Hersteller zu diesen Anzeigen schreibt und was du selbst tun kannst, fasst die Tabelle zusammen.

Was das Display zeigt beschrieben für Ursache laut Anleitung Was du tun kannst
„ER“ im Wechsel mit der Fahranzeige, darunter eine Fehlerbeschreibung Display A, Interface X und Display C (Anleitungen 2020 und 2022), LCD-X (2017 und 2018) ein Problem im E-Bike-System Rad aus- und wieder einschalten, sonst so bald wie möglich zum Händler
„ER“ zusammen mit „BATTERY“ Display C (Anleitung 2020) ein Problem im Akku aus- und wieder einschalten, sonst den Akku beim Händler prüfen lassen
keine Geschwindigkeit, die Funktionsanzeige blinkt Display A, Interface X und Display C der Geschwindigkeitssensor erkennt kein richtiges Signal aus- und einschalten, ein Stück fahren, prüfen, ob der Magnet richtig an den Speichen sitzt
Geschwindigkeit wird angezeigt, die Funktionsanzeige blinkt, die Unterstützung setzt aus Display A, Interface X und Display C laut Anleitung keine Fehlfunktion abwarten, die Unterstützung kehrt von selbst zurück
Akku-Leuchten blinken in einem Fehlermuster PW-SE (2018), Anleitung 2022 unter anderem die Schutzfunktion des Akkus Kontakte reinigen und trocknen, Akku und Ladegerät beim Händler prüfen lassen
Rauch oder ungewöhnlicher Geruch aus der Antriebseinheit Anleitung 2020 ein Problem im Inneren Rad sofort nicht mehr benutzen und zum Händler bringen

Was dahinter steckt, liest der Händler mit einem eigenen Werkzeug aus. Der Hersteller beschreibt in seinem Katalog 2023 ein Diagnose-Tool für Fahrradhändler, das unter anderem eine sofortige Fehlerdiagnose bietet und die aktuellen Fehlercodes und technischen Daten der Komponenten prüft. Dasselbe Werkzeug kann einen Diagnosebericht erstellen, der mit einem Garantieantrag beim Radhersteller eingereicht wird. Die Antriebseinheit speichert außerdem Betriebsdaten, die nach der Anleitung von 2022 nur erhoben werden, wenn ein bestimmtes Yamaha-Diagnosewerkzeug angeschlossen ist, zum Beispiel bei einer Inspektion. Für dich bedeutet das: Die Fehlernummer bekommst du nicht am Display zu sehen, sondern vom Händler, und eine Anleitung, Fehler selbst zu löschen, beschreibt der Hersteller in den geprüften Anleitungen nicht.

Der Hinweis auf den Speichenmagneten ist übrigens ein ganz normaler Wartungspunkt. Ein Magnet, der sich etwa nach einem Radausbau verschoben hat, ist eine Ursache, die du ohne Werkzeug selbst prüfen kannst. Bleibt der Fehler nach dem Prüfen bestehen, gehört das Rad in die Werkstatt, und das gilt erst recht, wenn jemand vorher am System gearbeitet hat. Welche technischen Folgen Eingriffe am Antrieb haben können, beschreibt der Beitrag zu den technischen Risiken beim E-Bike-Tuning.

Brose und QORE gehören nicht zur PW-Serie

Steht in deinem Datenblatt ein Brose- oder QORE-Antrieb, bist du mit dieser Übersicht an der falschen Adresse. Für die Erkennung deines Motors ist eines wichtig: Diese Antriebe gehören nicht zur PW-Serie und arbeiten mit anderer Technik. In Yamahas Antriebsübersichten für das 36-Volt-PW-System und für PW-LINK stehen weder Brose noch QORE. Deshalb passt nichts aus der Tabelle oben auf ein solches Rad, weder die Drehmomentwerte noch die Displayzuordnung. Wie diese Antriebe aufgebaut sind und was das für Tuningfragen bedeutet, steht im Beitrag zu Brose-Motoren und QORE.

Was die Baureihe für einen Tuningweg bedeutet

Viele fragen nach der Baureihe, weil sie wissen wollen, ob und wie sich ihr Rad tunen lässt. Die Baureihe allein beantwortet diese Frage aber nicht, und der Hersteller selbst ist dabei eindeutig: In seinen Fragen und Antworten schreibt der Hersteller, der Nutzer dürfe nicht versuchen, das System zu tunen, um Rechtsverstöße und Schäden am Rad zu vermeiden. Er stimmt das Motorverhalten nach eigener Angabe zusammen mit dem Radhersteller auf das jeweilige Rad ab, ausdrücklich auch auf die Reifengröße. Wer trotzdem eingreift, arbeitet also gegen die Einstellung, die Hersteller und Radbauer gemeinsam festgelegt haben.

Angebote für Tuningmodule ordnen die Yamaha-Antriebe nach eigenen Gruppen, und diese Gruppen decken sich nicht mit Yamahas Systemfamilien. Ein Anbieter fasst etwa PW-SE, PW-X, PW-TE, PW-X2 und PW-ST in einer Gruppe zusammen und PW-X3, PW-S2 und PW-XM in einer anderen. Für diese Antriebe wird außerdem eine Software-Lizenz angeboten, deren Browser-Anwendung die Antriebe in „Legacy (2016)“ und „New (2016–heute)“ einteilt, ohne zu sagen, welcher wohin gehört; das klärst du vor einem Kauf mit dem Shop. Weil sie über ein Kabel am Display verbunden wird, zählt auch die Bedieneinheit: Für Display A2 und die PW-LINK-Displays beschreiben weder Yamaha noch der Anbieter einen solchen Anschlussweg, und für diese Räder geben wir keine Kaufempfehlung.

Was eine Software-Lizenz am Rad verändert und welche Folgen das für die Anzeige hat, ist ein eigenes Thema und gehört nicht in diese Übersicht. Wichtig ist der Rahmen, in dem jede dieser Fragen steht. Nicht für den öffentlichen Straßenverkehr. Privatgelände allein reicht nicht: Je nach Fahrzeug- und Versicherungseinordnung kommt nur ein tatsächlich nichtöffentlicher, wirksam abgegrenzter Bereich in Betracht.

Gebraucht kaufen: Antrieb prüfen, App-Code mitnehmen

Beim Gebrauchtkauf lässt du dir zuerst die Rechnung oder wenigstens die Artikelnummer zeigen und gleichst den Antrieb mit dem Datenblatt ab. Passt die Bedieneinheit am Lenker nicht zu der, die das Datenblatt nennt, ist das kein Beweis für einen Betrug, denn Displays werden getauscht und nachgerüstet. Es ist aber ein guter Anlass für eine Nachfrage, und eine plausible Antwort gehört dann in den Kaufvertrag. Welche Unterlagen du dir sonst noch zeigen lassen solltest und woran du einen fairen Ankauf erkennst, steht im Beitrag zum E-Bike-Ankauf und seinen Prüfpunkten.

Bei einem Rad der PW-LINK-Familie kommt ein Punkt hinzu, der über den ganzen Kauf entscheiden kann. Wie oben beschrieben, unterstützt der Antrieb ohne den Authentifizierungscode aus der App nicht, und auch der Akku bleibt aus. Lass dir deshalb den QR-Code oder den Weg zur Übertragung in der App vom Verkäufer übergeben, bevor du bezahlst, und prüf vor Ort, ob das Rad unterstützt. Wie eine Übertragung des Codes zwischen zwei Besitzern genau abläuft, beschreibt der Hersteller auf seiner App-Seite nicht im Einzelnen, daher klärst du das am besten mit dem Händler oder dem Radhersteller.

Ob ein gebrauchtes Rad früher getunt war, lässt sich von außen nicht sicher sagen, und auch ein Datenblatt verrät es nicht. Frag den Verkäufer direkt danach und lass dir die Antwort schriftlich geben. Eine Probefahrt bis zur Abschaltgrenze und, wenn möglich, eine Durchsicht bei einem Fachhändler für das System geben dir mehr Sicherheit als jede mündliche Zusage. Eine Liste der Punkte, die du vor Ort abarbeiten kannst, findest du in der Checkliste für den E-Bike-Ankauf.

Und der Ort? Warum ein Grundstück keine Freigabe ist

Wer über Tuning nachdenkt, denkt meist auch an einen Ort, an dem das schnellere Rad erlaubt sein soll. Privatgelände allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass der Bereich tatsächlich nichtöffentlich und – soweit die jeweilige Rechtsgrundlage dies verlangt – wirksam eingefriedet oder für die Öffentlichkeit aufgrund einer Zugangsbeschränkung nicht zugänglich ist. Ein Grundstück ohne Zaun und Tor, das jeder betreten kann, erfüllt das nach unserer Lesart nicht, auch wenn es dir gehört.

Dazu kommt die Frage, was aus dem Rad selbst wird. Verlängert ein Eingriff die Unterstützung über 25 km/h hinaus, ist das Rad nach unserer Auslegung ein Kraftfahrzeug. Ein vom Hersteller freigegebenes Update, das die Abschaltung bei 25 km/h unverändert lässt und die Nenndauerleistung im Rahmen hält, ist kein solcher Fall. Ohne die dann nötige Haftpflichtversicherung ist der Gebrauch verboten und strafbar, und das hängt nicht allein an der öffentlichen Straße. Ob eine bestehende private Haftpflichtversicherung Schäden mit dem umgebauten Rad deckt, regelt nicht das Gesetz, sondern deren Bedingungen — prüf sie, bevor du dich darauf verlässt. Welche Flächen überhaupt in Betracht kommen, zeigt der Beitrag darüber, woran du einen wirklich nichtöffentlichen Bereich erkennst.

Die folgende Kurzform ordnet nur den Einsatzrahmen ein. Sie ersetzt nicht die Prüfung der konkreten Fahrzeug-, Zulassungs- und Versicherungssituation und ist keine Erlaubnis für einen bestimmten Ort.

Merksatz: Tuning ausschließlich für eigene Fahrzeuge auf Privatgelände, Testflächen und nicht öffentlichen Bereichen.

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Häufige Fragen

Welcher Yamaha-Motor ist in meinem E-Bike?

Das zeigt am zuverlässigsten das Datenblatt des Radherstellers zu der Artikelnummer deines Rads, die auf Rechnung oder Produktseite steht. Dort nennt die Motorzeile die Baureihe, oft mit Drehmoment und Unterstützungsgrenze. Danach hilft die Bedieneinheit am Lenker, weil Yamaha seine Displays bestimmten Baureihen zuordnet. Der Modellname des Rads reicht nicht.

Welcher Yamaha E-Bike Motor hat das meiste Drehmoment?

Nach Herstellerangabe der PW-X4 mit 100 Nm Spitze im Boost-Modus, ein Antrieb der 48-Volt-Familie PW-LINK. Im 36-Volt-PW-System liegen PW-X3 und PW-XM mit je 85 Nm vorn. Für die Höchstgeschwindigkeit der Unterstützung spielt das keine Rolle, sie endet bei allen Pedelec-Ausführungen bei 25 km/h.

Was ist der Unterschied zwischen PW-ST und PW-X3?

Der PW-ST hat nach Herstellerangabe 70 Nm und ist eine Weiterentwicklung der PW-SE-Baureihe, gedacht als Allround-Antrieb für Trekking und Alltag. Der PW-X3 hat 85 Nm, ist rund 20 Prozent kleiner als sein Vorgänger PW-X2 und vor allem für E-Mountainbikes gebaut. Beide gehören zum 36-Volt-PW-System.

Bosch oder Yamaha: welcher Antrieb passt besser?

Das hängt vom Rad und vom Einsatz ab, nicht von der Marke allein. Bosch und Yamaha bauen getrennte Systeme mit eigenen Displays, Akkus und Apps. Vergleich am besten die konkreten Räder: Drehmoment, Akku, Display, Gewicht und den Händler in deiner Nähe, der das System warten kann. Eine Rangliste der Marken geben wir nicht.

Wird der Yamaha PW-X2 noch gebaut?

Das sagt der Hersteller nicht ausdrücklich. In den Katalogen 2022 und 2023 führt er den PW-X2 nur noch als Ausführung für Speed Pedelecs, in der Datentabelle des Katalogs 2024 steht er nicht mehr. Sein Nachfolger im E-Mountainbike ist der PW-X3. Räder mit der 25-km/h-Ausführung des PW-X2 gibt es im Bestand weiterhin.

Haben alle Yamaha-Displays einen USB-Anschluss?

Nicht für jedes nennt Yamaha einen: Beim Display A2 steht unter Stromversorgung und Verbindung „N/A“, bei den PW-LINK-Displays nur Bluetooth und ANT+. Für Interface X, Display A, B und C sowie die älteren LCD-Einheiten beschreibt Yamaha einen USB-Anschluss — je nach Display für Diagnose, Händlerkommunikation oder Laden.

Was bedeutet „ER“ im Yamaha-Display?

Nach den Anleitungen des Herstellers meldet „ER“ mit einer Beschreibung darunter ein Problem im E-Bike-System, zusammen mit „BATTERY“ ein Problem im Akku. Schalte das Rad aus und wieder ein. Bleibt die Meldung, lass das Rad so bald wie möglich beim Händler prüfen, der die Fehlercodes mit seinem Diagnosewerkzeug ausliest.

Gehören Brose- und QORE-Antriebe zur Yamaha PW-Serie?

Nein. Brose- und QORE-Antriebe arbeiten mit anderer Technik als die PW-Serie und stehen nicht in Yamahas Antriebsübersichten für das 36-Volt-PW-System und für PW-LINK. Drehmomente und Displayzuordnungen der PW-Antriebe gelten für sie nicht.

Was ist der Unterschied zwischen PW-LINK und dem PW system?

Das PW system arbeitet mit 36 Volt und reicht vom ersten PW bis zum PW-XM. PW-LINK ist die 48-Volt-Familie für das Modelljahr 2026 mit PW-X4, PW-S3 und auf der deutschen Yamaha-Seite zusätzlich dem PW-L1. Für PW-LINK gibt es eine App-Authentifizierung: Ohne den Code liefert der Antrieb laut Hersteller keine Unterstützung, und der Akku funktioniert nicht.

Ist mein Yamaha-System „Legacy“ oder „New“?

Die Einteilung „Legacy (2016)“ und „New (2016–heute)“ verwendet die Browser-Anwendung, mit der eine Yamaha-Software-Lizenz aktiviert wird, und welche Antriebe zu welcher Gruppe gehören, gibt sie nicht an. Yamaha teilt seine Antriebe in den hier genannten Unterlagen in das 36-Volt-PW-System und die 48-Volt-Familie PW-LINK. Bestimm deshalb zuerst deinen Antrieb über Datenblatt und Bedieneinheit und lass dir dann vom Shop sagen, in welche Gruppe er fällt.

Einordnung: wo die Regeln stehen

Die Rechtsaussagen dieses Beitrags stützen sich auf die folgenden Fundstellen auf gesetze-im-internet.de, die Angaben zu Antrieben, Displays, Anleitungen und Diagnose auf die genannten Hersteller- und Radherstellerunterlagen, die wir im Klartext nennen. Stand der Angaben: Oktober 2026.

Pedelec und Kraftfahrzeug
  • § 1 StVG „Zulassung“: Absatz 2: „Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein.“ Absatz 3 Satz 1 nimmt Landfahrzeuge aus, die durch Muskelkraft fortbewegt werden und „mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb mit einer Nenndauerleistung von höchstens 0,25 kW ausgestattet sind“, dessen Unterstützung „beim Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h oder früher“ unterbrochen wird. Dass ein Rad, dessen Unterstützung nach einem Eingriff über 25 km/h hinaus reicht, unter Absatz 2 fällt, und dass es dafür auf die tatsächliche technische Wirkung des Eingriffs ankommt, ist unsere Auslegung, nicht Wortlaut.
Versicherung, Gelände und Strafe
  • § 1 PflVG „Versicherungspflicht“: Der Halter eines Fahrzeugs im Sinne des § 1a Absatz 1 Nummer 1 mit Standort im Inland ist verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und aufrechtzuerhalten.
  • § 1a PflVG „Begriffsbestimmungen“: Fahrzeug ist nach Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe b auch ein Landfahrzeug mit Muskelkraft und elektromotorischem Hilfsantrieb, „sofern es unter Berücksichtigung des § 1 Absatz 2 und 3 des Straßenverkehrsgesetzes als Kraftfahrzeug anzusehen ist“. Absatz 3 bestimmt, was als Gebrauch gilt, und nennt dabei die Unabhängigkeit von „dem Gelände, auf dem das Fahrzeug verwendet wird“. Ein Verbot enthält Absatz 3 nicht; es steht in § 6.
  • § 6 PflVG „Verbot des Gebrauchs unversicherter Fahrzeuge“: Absatz 1: „Es ist verboten, ein Fahrzeug zu gebrauchen, für das die nach § 1 erforderliche Haftpflichtversicherung nicht besteht.“ Absatz 2 lässt den Gebrauch eines befreiten Fahrzeugs nur in einem Gebiet zu, das „keine öffentliche Straße im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 1 des Straßenverkehrsgesetzes ist“ und entweder „aufgrund einer Rechtsvorschrift einzufrieden ist, um den Zugang von Unbefugten zu verhindern“, oder als befriedetes Besitztum der Öffentlichkeit aufgrund einer Beschränkung nicht zugänglich ist. Absatz 4: „Es ist verboten, einen nach den Absätzen 1 bis 3 verbotenen Gebrauch zu gestatten.“
  • § 2a PflVG „Ausnahmen von der Versicherungspflicht für bestimmte Fahrzeuge und deren Gebrauch“: Absatz 2: „§ 1 gilt nicht für den ausschließlichen Gebrauch eines Fahrzeugs in einem Gebiet nach § 6 Absatz 2 für die Halter folgender Fahrzeuge“, es folgt eine Aufzählung. Welche Nummer dieser Vorschrift ein umgebautes Pedelec trifft, legen wir nicht fest; das ist Auslegung. Dass ein Grundstück ohne Zaun und Zugangsbeschränkung die Anforderungen des § 6 Absatz 2 nicht erfüllt, ist unsere Lesart.
  • § 30 PflVG „Strafvorschriften“: Absatz 1: „Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. entgegen § 6 Absatz 1, 2 oder 3 ein Fahrzeug gebraucht oder 2. entgegen § 6 Absatz 4 einen dort genannten Gebrauch gestattet.“ Strafbar ist der Gebrauch ohne Versicherung also nach § 6 in Verbindung mit § 30 PflVG. Ob eine private Haftpflichtversicherung im Einzelfall leistet, ergibt sich aus deren Bedingungen und ist hier nicht beurteilt.
S-Pedelec ab Werk
  • § 4 FZV „Voraussetzungen für die Inbetriebsetzung eines zulassungsfreien Fahrzeuges“: Nach Absatz 1 darf ein solches Fahrzeug „auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn es einem genehmigten Typ entspricht oder eine Fahrzeug-Einzelgenehmigung erteilt ist“. Absatz 3 verlangt für Kleinkrafträder „ein gültiges Versicherungskennzeichen nach § 52 Absatz 1 Satz 1“. Dass ein S-Pedelec mit Unterstützung bis 45 km/h darunter fällt, ist unsere Einordnung.
  • § 4 Absatz 1 FeV „Erlaubnispflicht und Ausweispflicht für das Führen von Kraftfahrzeugen“: „Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Fahrerlaubnis.“
Herstellerangaben Yamaha zu den Antrieben
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Pressemitteilung vom 27.08.2013 (Dateline „IWATA, August 28, 2013“) zur PW series: „producing a maximum peak torque of 80 Nm and a maximum continuous torque of 70 Nm“; „Yamaha will begin supplying the drive unit developed as part of the system kit to Giant Electric Vehicle in October 2013.“ Die Akkuspannung von 36 V nennt die System-Betriebsanleitung Yamaha PW LCD 2017, nicht die Pressemitteilung.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Pressemitteilung vom 18.07.2016 zum PW-X: Lieferbeginn nach Europa angekündigt; zum Drehmoment nur „similar maximum output (torque) to the current PW unit“. Pressemitteilung vom 06.06.2018: Ankündigung von „PWseries TE“, „Display A“ und „Display C“, dazu „a maximum 60 Nm torque“ für den PW-TE.
  • Yamaha Motor Europe, Katalog eBike Systems 2022 (deutsch), Technische Daten S. 30: „PW-X3 NEU PW-X2 für Speed-Pedelecs Baureihe PW ST Baureihe PW TE Baureihe PW CE“ mit Nennleistung 250/500/250/250/250 W, 25/45/25/25/25 km/h und „Max. Drehmoment 85 Nm 80 Nm 70 Nm 60 Nm 50 Nm“; dazu „Der PW ST stellt gegenüber den Unterstützungsfunktionen der PW-SE-Baureihe eine weitere Steigerung dar.“ und der Nachrüstsatz für Display A „an alle PW-X2017/2018 und 2018er Modelle der Baureihe PW SE“ (Schreibweise im Original). Katalog 2023 (deutsch): „Das neue PW-X3 ist ca. 20 % kleiner als das PW-X2“; Technische Daten mit PW-X2 für Speed-Pedelecs (80 Nm) und PW TE (60 Nm). Katalog 2024 (deutsch): „Im kommenden Jahr 2024 steht der neue PW-XM“; „Der PW-XM kann unmittelbar in kompatiblen eBikes der Baureihe PW-X3 und PW S2 verbaut werden“; die Technischen Daten nennen PW-XM, PW-X3, PW S2 und PW CE, einen PW-X2 nicht.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Meldung vom 03.08.2020: Einführung der „PWseries CE drive unit“ als neues Produkt im „Model Year 2021 line-up“.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Seite „PRODUCTS – 36V:PW system“, abgerufen am 14.10.2026: „The Yamaha 2024 Model Year Collection“ mit PW-XM, PW-X3, PWseries S2, PWseries C2, PWseries ST, PWseries CE for Coaster Brake und PWseries S2 for Speed Pedelec. Produktseiten: PW-XM „With a maximum torque of 85 Nm and weighing only 2.6 kg“; PW-X3 „delivers 85Nm of motor torque“; PWseries S2 „more torque than its predecessor, the best-selling PWseries ST“ und „maximum torque of 75Nm“; PWseries C2 „55 Nm of torque“; PWseries ST „Max. Torque 70 Nm“; PWseries CE for Coaster Brake „Max. Torque 50 Nm“; PWseries S2 for Speed Pedelec „Rated Output 500 W“, „Max. Torque 75 Nm“, „Max. Assist Speed 45 km/h“. Die Unterzeile „Developed for use on speed pedelecs“ steht auf mehreren dieser Seiten auch bei Antrieben mit 25 km/h; wir verwenden sie deshalb nicht.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Seite „PRODUCTS – 48V:PW-LINK System“, abgerufen am 14.10.2026: „The Yamaha 2026 Model Year Collection“ mit PW-X4, PW-S3, PW-LINK Integrated Display, PW-LINK Side Display und den Akkus PW-LINK Integrated Battery 840 und 560. Produktseiten: PW-X4 „producing 100 Nm of peak torque (boost mode)“; PW-S3 „producing 85 Nm of peak torque(boost mode)“ (Schreibweise im Original) und „the latest design is fully compatible with PWseries S2 frames“.
  • Yamaha Motor Europe, deutsche Seite „New Generation eBike System“, abgerufen am 14.10.2026: „PW-S3 Cargo 85 Nm / PW-S3 85 Nm / PW-S3 Easy 60 Nm“; zum PW-L1 „60 Nm peak torque“ und „Lightest-in-class weight under 2 kg“; zur „PW-LINK Integrated Battery 560“ die Angabe „561 Wh, 48V“. Der PW-L1 steht nicht in der globalen Liste für das Modelljahr 2026.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Seite „Yamaha Motor On“, abgerufen am 14.10.2026: „When you buy your new e-Bike you receive a QR code that enables you to generate a unique authentication code. Without this code your Yamaha drive unit will not deliver any power assist, and the battery will not function.“; die App sei „fully compatible with all e-Bikes which are equipped with the latest generation Yamaha drive unit“.
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Seite „FAQ“ der e-Bike Systems, abgerufen am 14.10.2026: „To avoid infringement of regulation and damage to the bike the user must not atempt to tune the system.“ (Schreibweise im Original); „Yamaha works closely with the bicycle manufacturer to adjust the motor behaviour to the e-bike specs (including tire size, drivetrain, etc)“. In den Antriebsübersichten für das 36-Volt-PW-System und für PW-LINK kommen Brose und QORE nicht vor.
Herstellerangaben Yamaha zu Displays, Anleitungen und Diagnose
  • Yamaha Motor Co., Ltd., Produktseiten des 36-Volt-Systems, abgerufen am 14.10.2026: Interface X „Displays are interchangeable for all 2022 model year 25km/h drive units.“ und „USB port for system diagnosis and power supply“; Display C „Displays are interchangeable for all 2022 model year 25km/h drive units.“ und „USB power supply (1,000mA)“; Display B „Displays are interchangeable for all 2023 model year 25km/h drive units.“ und unter Connectivity „USB 2.0 Micro-B“; Display A2 „Interchangeability with All Units Following the 2019 Model Year.“, ein Nachrüstsatz „for models that are driven by a 2019 onwards Yamaha motor“ sowie unter Power supply und Connectivity jeweils „N/A“. PW-LINK Integrated Display und Side Display: „Compatible with PW-LINK SYSTEM“, Connectivity „Bluetooth® Low Energy Technology ANT+™“, kein USB-Anschluss genannt.
  • Yamaha, Bedienungsanleitungen (deutsch): Drive System PW, PW-SE, PW-X (Fassung 2018) mit der Bauteilliste „1. Antriebseinheit (PW-Serie SE) 2. Antriebseinheit (PW-X) 3. Antriebseinheit (PW-Serie TE)“; Drive System PW-TE, PW-ST, PW-X2 (Modelljahr 2020) mit „1. Antriebseinheit (PW-Serie TE) 2. Antriebseinheit (PW-Serie ST) 3. Antriebseinheit (PW-X2)“; Basisanleitung Modelljahr 2022 mit „1. Antriebseinheit (PW-Serie CE) 2. Antriebseinheit (PW-Serie TE) 3. Antriebseinheit (PW-Serie ST) 4. Antriebseinheit (PW-X2) 5. Antriebseinheit (PW-X3)“. Dazu die System-Betriebsanleitungen PW LCD 2017, PW-X LCD 2017 und PW-SE LCD 2018 sowie die Zusatzanleitung PW Display LED 2017. Anleitungen für Display A2, Display B, PW-S2 und PW-LINK lagen uns nicht vor.
  • Yamaha, Bedienungsanleitung Drive System PW-TE, PW-ST, PW-X2, Modelljahr 2020 (deutsch): „Andere Fehlermeldungen als die bezüglich des Akku werden hier als „ER“ zusammen mit einer darunter stehenden Fehlerbeschreibung angezeigt.“; „Fehlermeldungen bezüglich Akkufehlern werden hier als „ER“ zusammen mit „BATTERY“ und einer darunter stehenden Beschreibung angezeigt.“; „Der Geschwindigkeitssensor kann kein richtiges Signal erkennen.“; „Achten Sie ebenfalls darauf, dass der Magnet korrekt an den Speichen der Räder montiert ist.“; „Hierbei handelt es sich nicht um eine Fehlfunktion.“; „Wenn Sie das Problem nicht klären können, lassen Sie Ihr Fahrrad so bald wie möglich durch einen Händler überprüfen.“ System-Betriebsanleitung PW-SE LCD 2018: „Die Schutzfunktion des Akkupacks wurde aktiviert und das System kann nicht verwendet werden.“ Numerische Fehlercodes nennen die Anleitungen der Jahre 2017 bis 2022, die wir gelesen haben, nicht.
  • Yamaha, Basisanleitung Modelljahr 2022 (deutsch): „Diese Daten werden nur erhoben, wenn ein bestimmtes Yamaha-Diagnosewerkzeug mit der Antriebseinheit verbunden wird, zum Beispiel bei Inspektionen oder Wartungsarbeiten.“; zu den Aufklebern: „Lesen und verstehen Sie alle Schilder auf Ihrem Akkupack und Akkuladegerät.“
  • Yamaha Motor Europe, Katalog eBike Systems 2023 (deutsch), S. 34: Das Yamaha Diagnose-Tool bietet Fahrradhändlern unter anderem „Sofortige Fehlerdiagnose“ und „Prüfen der aktuellen Fehlercodes und technischen Daten für eKit-Komponenten“; „Das Diagnose-Tool kann einen Diagnose-Bericht erstellen, der zusammen mit einem Garantieantrag beim eBike-Hersteller eingereicht werden kann.“ Zum Zugang zum Händlerportal nennt die deutsche Seite von Yamaha Motor Europe derzeit nur Händler in Frankreich; einen Zugang aller Händler in Deutschland behaupten wir deshalb nicht.
Radhersteller und Anbieter
  • Haibike (Accell), Produktseite und Datenblatt ALLMTN 2, abgerufen am 14.10.2026: Artikelnummer 45604430 auf Produktseite und im Datenblatt Modelljahr 2025; Motorzeile „Motor: Yamaha PW-X3, 250W, 85Nm, 25km/h“; Produktseite „Display: Yamaha A2 Display“, Datenblatt „Display Yamaha Side Switch“. Haibike-Datenblätter: „Motor Yamaha PW-X System, 250W, 80Nm, 25km/h“ (2018), „Motor Yamaha PW-SE System, 250W, 70Nm, 25km/h“ (Modelljahre 2018 und 2020), „Motor Yamaha PW-X2, 250W, 80Nm, 25km/h“ (2020). Die Werte für PW-X und PW-SE stammen damit vom Radhersteller, nicht von Yamaha. Accell, Kurzanleitung Yamaha Display A, C und Schnittstelle X, Stand 19.10.2021: „Display A (Sideswitch), Display C (Multiswitch) & InterfaceX“.
  • SpeedBox, Seite „für Yamaha“, abgerufen am 14.10.2026: Gruppierung der eigenen Module unter anderem für „Yamaha PW-SE, PW-X, PW-TE, PW-X2, PW-ST, Air Drive“. Diese Gruppen sind die des Anbieters und lassen sich nicht auf andere Produkte übertragen; wir verlinken den Anbieter nicht.
  • Freischalt-Anwendung von RollWerk (Browser-Anwendung) für die Yamaha-Software-Lizenz, deutsche Oberflächentexte im Programmcode der RollWerk-Freischalt-Anwendung, abgerufen am 14.10.2026: Generationen „Legacy (2016)“ und „New (2016–heute)“ ohne Zuordnung einzelner Antriebe. Die Anwendung verlinken wir nicht. RollWerk ist ein Online-Shop der WebTrades GmbH. Wenn wir auf passende RollWerk-Produkte verlinken, besteht daher eine wirtschaftliche Verbindung. Unsere fachliche Bewertung und die rechtliche Einordnung sollen davon unabhängig bleiben.

TL Redaktion tuning-lizenz.de – neutrale Einordnung zu Recht, Technik und Nutzung.

Hinweis: Dieser Beitrag liefert allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung im Einzelfall. Angaben zu Fahrzeugklasse, Versicherung und Fahrerlaubnis hängen vom konkreten Fahrzeug, den Vertragsbedingungen und der aktuellen Rechtslage ab. Hersteller- und Radherstellerangaben geben den Stand der genannten Seiten und Unterlagen wieder. Alle Angaben ohne Gewähr (Stand: Oktober 2026).

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